Deutschland: Trompeter am Herbsthimmel – Die Kraniche kommen

Bis zu 70.000 Kraniche rasten in Mecklenburg-Vorpommern

Die „Vögel des Glücks“ sind da: Zehntausende Kraniche nehmen wieder Kurs auf einen der größten Rastplätze Europas in der Rügen-Bock-Region. Auf dem Weg in ihr Winterquartier im Süden fressen sie sich hier die für die Reise nötigen Fettreserven an. Die heimischen Vögel sammeln sich jedes Jahr bereits im August in der Vorpommerschen Boddenlandschaft. „Wenn sich im September die skandinavischen und osteuropäischen Kraniche hinzugesellen, sind spätestens Anfang Oktober zwischen 50.000 und 70.000 der trompetenden Zugvögel in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Dr. Günter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums in Groß Mohrdorf bei Stralsund. „Bei Beobachtungen am dritten Septemberwochenende wurden bereits 12.000 Vögel aus den Regionen nördlich der Ostsee gezählt“, so Dr. Nowald weiter.

Ausstellungen und Exkursionen in 15. Woche des Kranichs
Das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf mit den Gesellschaftern NABU und WWF und unterstützt von der Lufthansa Umweltförderung widmet den majestätischen Vögeln in diesem Jahr zum 15. Mal eine ganze Veranstaltungswoche. Vom 22. bis 30. September können sich Natur- und Kranichbeobachter Exkursionen anschließen, die am frühen Morgen oder am Abend zu den Beobachtungsplätzen führen. Am 23. September erleben Gäste in Begleitung eines Mitarbeiters des Kranich-Informationszentrums ab 18.00 Uhr den abendlichen Einflug der Vögel, und am 28. September ab 17.30 Uhr können sie bei der Erfassung des Kranichrastbestandes im Rahmen des 17. Birdwatch Day unterstützen. Am 25. und 27. September wiederum sind Frühaufsteher eingeladen, in Bisdorf dem Erwachen der Natur zu lauschen und Kraniche bei ihrem Start zu den Nahrungsflächen zu beobachten.

Am 22., 24., 26. und 30. September sind an verschiedenen Orten Bildershows rund um den Kranich zu sehen. Am 24. September um 20.00 Uhr erleben Besucher in der Multimediahalle Zingst die musikalisch umrahmte Show „Mit den Kranichen ziehen“ von Anne Kettner. Das Meeresmuseum Stralsund zeigt am 26. September um 19.00 Uhr unter dem Titel „Kranichfaszination“ Bilder des Rangers und Naturfotografen Carsten Linde. Der Fotograf stellt darüber hinaus bis zum 31. Januar 2014 die Open-Air-Fotoschau „Vögel des Glücks“ auf dem Postplatz in Zingst aus.

Ausstellungen, die zu den Vögeln des Glücks Auskunft geben, können Besucher im Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf, in der Darßer Arche in Wieck, in den Nationalpark-Informationszentren im Zingster Ortsteil Sundische Wiese und in Waase auf der Insel Ummanz anschauen. Das Kranichmuseum Gutshof Hessenburg zeigt Gästen die Ausstellung „Die Kraniche in Kultur und Mythos der Welt“.

Gute Aussichten an Beobachtungspunkten
Wer mit Fernglas und Kamera ausgerüstet die rastenden Vögel auf eigene Faust anschauen möchte, kann sich an verschiedenen Beobachtungspunkten in der Region nahe der Hansestadt Stralsund an den Rastflächen einfinden. Tagsüber gibt es an der Plattform bei den Günzer Vogelwiesen Ablenkfütterungen, die die Tiere zahlreich anlocken. Auch zwischen Flemendorf und Zipke oder im Naturcamp „Zu den zwei Birken“ bei Duvendiek gibt es gute Aussichten auf rastende Kraniche. Abendliche Wanderungen sind zwischen 16.30 und 19.30 Uhr zu empfehlen, wenn die Tiere sich an ihren Schlafplätzen einfinden. Geeignete Beobachtungstürme gibt es im zwei Kilometer nördlich von Groß Mohrdorf gelegenen Bisdorf, in Zingst Pramort und in Zingst West, wo der Zugang zum Turm barrierefrei ist. Auch auf der Rügeninsel Ummanz werden Touren zu Kranichbeobachtungsplätzen angeboten.

Beobachtungen vom Wasser aus: Kranichfahrten
Da Kraniche stehend im flachen Wasser schlafen, sind sie von den Bodden- und Küstengewässern um den Zingst gut zu beobachten, ohne gestört zu werden. Die Reederei Zingst bietet Kranichfahrten zu den Schlafplätzen an den Werder-Inseln östlich von Zingst an. Die Schiffe starten im September um 16.30 Uhr und im Oktober um 16.00 Uhr dienstags und donnerstags vom Hafen Schaprode auf der Insel Rügen (12.9.-22.10.), mittwochs und freitags ab Zingst (13.9.-23.10.) und sonnabends ab Stralsund (21.9.-19.10.).

Kranichrast

Mit den Kranichen auf Augenhöhe: Kajaktouren auf Fischland-Darß-Zingst
Besondere Kajak-Touren bietet die Firma „darßtour“ auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst Gästen, die sich Kranichen und anderen Zug- oder Wasservögeln individuell und beinahe auf Augenhöhe nähern möchten. Im September und Oktober paddeln sie in Einerkajaks in der Boddenlandschaft und begegnen neben den Vögeln des Glücks auch Schwänen, Bleßhühnern oder Gänsen. Die Tour dauert etwa fünf Stunden und kostet 65 Euro. Paddelbekleidung bekommen die Teilnehmer vom Anbieter. Interessierte melden sich unter der Telefonnummer 0178-1886680 oder per Mail unter info@darsstour.de an.

C. Nowak: Kranichrast

Morgen- und Abendwanderungen im Müritz-Nationalpark
Auch im Landesinneren, im Müritz Nationalpark, können Gäste bei morgen- und abendlichen Führungen Kraniche beobachten. Am Rederangsee sammeln sich ab Mitte September täglich bis zu 8.000 Kraniche. Geführte Wanderungen zum abendlichen Einflug der Vögel starten ab Federow und Schwarzenhof bis zum 10. September um 18.00 Uhr, ab dem 11. September um 17.30 Uhr und vom 23. September bis 30. September um 17.00 Uhr. Im Oktober beginnen die Führungen um 16.30 Uhr (1.-8.10.) bzw. um 16.00 Uhr (9.-20.10.). Frühaufsteher können sich auch die erwachenden Kraniche anschauen und mit dem Nationalpark-Ranger von Schwarzenhof aus in der Morgendämmerung zu ihrem Schlafplatz wandern. Die Führungen werden vom 28. September bis 12. Oktober angeboten, sie starten um 6.00 Uhr. Weitere Informationen gibt die Nationalpark-Information in Federow unter der Telefonnummer 03991 668849.

 

Deutschland: Die Kraniche kommen

Zu Tausenden rasten die so genannten „Vögel des Glücks“ jedes Jahr bis Anfang November in den Flachwassergebieten zwischen Bodden und Seenplatte. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft werden zum Höhepunkt der Herbstrast Anfang Oktober zwischen 50.000 und 70.000 Kraniche erwartet, im Müritz-Nationalpark rechnet man mit der Ankunft von ungefähr 11.000 Zugvögeln. Das einzigartige Naturschauspiel der Kranichrast und den Flug der Kraniche zu den Nahrungsflächen im Morgengrauen und zurück zu den Schlafplätzen in der abendlichen Dämmerung können Urlauber und Einheimische auf zahlreichen Exkursionen und Ausflügen erleben.

Das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf bei Stralsund vermeldet bereits zu Beginn der Kranich-Saison einen großen Zustrom der Tiere: Insgesamt erreichten bis Mitte September rund 25.000 Kraniche die Rastplätze im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die Gegend, zu der unter anderem die Inseln Bock und Hiddensee sowie Teile der Ostseeinsel Rügen und Zingst gehören, gilt als eines der wichtigsten Rastgebiete der Kraniche in Mitteleuropa. Allein am Hauptschlafplatz der Kraniche vor der Insel Großer Werder zählten Mitarbeiter des Kranich-Informationszentrums am 18. September rund 14.000 Vögel.

In kleineren Scharen, aber als Naturspektakel nicht weniger eindrucksvoll, haben sich außerdem bisher rund 2.500 Kraniche im Müritz-Nationalpark in der Region rund um den Rederangsee versammelt. Bedingt durch die Niederschläge der letzten Wochen haben die Vögel ihre Schlafplätze auf eine dem Rederangsee vorgelagerte Wiese verlegt, die sich durch das anhaltende Hochwasser in ein Flachwasser verwandelt hat, in dem die Vögel nachts stehend schlafen.

Auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete im Süden legen die Kraniche mehrere tausend Kilometer zurück und schöpfen in den Nationalpark-Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns Kraft für den Weiterflug. Mit einem herbstlichen Konzert trompetentonartiger Rufe kündigen sie ihre Ankunft an. Auch die charakteristische, keilförmige Flugformation der Kraniche wird in den nächsten Wochen häufig am Himmel über den Rastgebieten zu sehen sein, wenn die Zugvögel gegen Abend die Futtersuche auf den abgeernteten Feldern der Region beenden und zu ihren Schlafplätzen in den flachen Gewässern der Boddenregion und der Seenplatte zurückfliegen. Urlauber und Einheimische, die das eindrucksvolle Naturschauspiel des Kranichfluges in den frühen Morgenstunden beziehungsweise in der Dämmerung aus nächster Nähe erleben möchten, haben dazu vielerorts Gelegenheit.

Infos

In verschiedenen Beobachtungseinrichtungen, beispielsweise bei Tankow auf der Insel Ummanz, bei Bisdorf oder bei Hohendorf an der südlichen Boddenküste, können Naturliebhaber vor Sonnenaufgang beziehungsweise -untergang und an einigen Standorten auch tagsüber rastende oder überfliegende Kraniche beobachten. Die Region um den Kranich-Rastplatz Pramort im östlichen Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst kann zum Schutz der Tiere bis Anfang November nur mit einer Nationalpark-Card betreten werden, die in der Nationalpark-Informationseinrichtung Sundische Wiese verkauft wird. Weitere Infos über Kraniche unter www.kraniche.de.

Gäste des Ostseeheilbades Zingst können zu verschiedenen Ausflügen ins Reich der Kraniche im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft aufbrechen. Die Kurverwaltung Zingst lädt zu einer sechsstündigen Exkursion „Erlebnis Kranich“ ein, die noch bis zum 30. Oktober immer dienstags, donnerstags und freitags am Kurhaus in Zingst startet. Weitere Infos unter www.zingst.de.   

Der Nationalpark-Service Müritz in Federow bietet noch bis Ende Oktober das neu aufgelegte Kranich-Ticket an, mit dem Naturfreunde täglich in den frühen Abendstunden an einer geführten Wanderung zu den Schlafplätzen der Kraniche rund um den Rederangsee teilnehmen können. Weitere Infos unter www.nationalpark-service.de.

Kraniche von der Seeseite aus beobachten können Urlauber und Einheimische beispielsweise mit den Schiffen der Müritzer Flotte. Die Reederei startet bis Ende Oktober jeweils mittwochs und samstags zu einer dreistündigen „Kranichtour“ ab der Steinmole in Waren (Müritz) zu den Schlaf- und Rastplätzen auf der Halbinsel „Großer Schwerin“. Weitere Infos unter www.mueritzer-flotte.de.

Am 29. September 2011 um 19.00 Uhr präsentiert der Naturfotograf Dr. Christoph Franz Robiller bei einem Vortrag mit dem Titel „Wandervögel – Das Jahr der Kraniche“ im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund eindrucksvolle Aufnahmen, die während seiner Reisen entlang der westeuropäischen Zugroute der Kraniche entstanden sind. Weitere Infos unter www.meeresmuseum.de.

Deutschland: Der Tanz der Kraniche beginnt

Das Kranich-Informationszentrum im vorpommerschen Groß Mohrdorf meldet die Rückkehr der Kraniche – ein untrügliches Zeichen für den Frühlingsbeginn. Etwa 80.000 „Vögel der Glücks“ werden in den kommenden Tagen auf den Rastplätzen der Rügen-Bock-Region, einer der wichtigsten Kranichrastplätze auf dem europäischen Festland, erwartet. Sie kommen aus ihren Überwinterungsgebieten in Spanien und Frankreich und landen in Mecklenburg-Vorpommern zwischen, um anschließend ihre Brutplätze in Skandinavien aufzusuchen. Das Kranich-Informationszentrum vermittelt Einblicke in den „Tanz der Kraniche“. Ein guter Beobachtungspunkt ist das vier Kilometer entfernte Günz. Von dort aus haben Besucher eine gute Sicht auf das Naturspektakel.

Infos: www.auf-nach-mv.de, www.fischland-darss-zingst.de, www.kraniche.de