Deutschland: Der Ruf der Kraniche

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Vor den Toren Berlins findet Jahr für Jahr im Herbst ein beeindruckendes Naturschauspiel statt. Auf ihrem Weg gen Süden rasten im Linumer Teichgebiet zehntausende Kraniche. Das Rhin-Havelluch mit dem kleinen Ort Linum ist einer der größten Kranichrastplätze Europas. Die Reise der eleganten Vögel beginnt im Norden Russlands und Skandinaviens und führt sie weiter nach Portugal, Spanien, und Nordafrika wo sie dann überwintern.

In der Dämmerung schweben laut rufend und trompetend Kraniche und Wildgänse von ihren Futterplätzen auf den umgebenden Wiesen und Feldern ein. Mal in kleinen, mal in großen Gruppen ziehen die Vögel ihre Linien am Himmel. An den Fischteichen schweben die scheuen Tiere dann oft nur wenige Meter über die Köpfe der Beobachter hinweg. Sie verbringen die Nächte auf den Schutz bietenden flachen Gewässern der Fischteiche.

In diesem Jahr zählten die Kranichschützer gut 80.000 Kraniche, im vergangenen Jahr lag die Zahl mit gut 130.000 Tieren deutlich höher. Die Zahlen müssen Vogelliebhaber allerdings nicht sorgen, sie zeigen lediglich, dass die Kraniche in diesem Herbst fast durchgängig gute Zugbedingungen hatten. Die Vögel mussten jeweils nur kurz rasten, demzufolge gab es weniger Staus. Und wer den abendlichen Flug der Tiere einmal erlebt hat, wird nicht nach Zahlen fragen, sondern sich nur an ein wunderbares Naturschauspiel erinnern.

Text, Fotos und Video: Bernd Leideritz

 

Kranichrast in Linum

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Frankreich: Internationales Festival für Naturfotografie von Montier-en-Der

C. Nowak: Kranichrast

Das Internationale Festival für Naturfotografie von Montier-en-Der findet in diesem Jahr vom 21. bis 24. November statt. Der kleine Ort der Champagne-Ardenne erwartet rund 50.000 Besucher zu dieser Veranstaltung.

Zwei Themen stehen bei der 17. Ausgabe des Festivals im Vordergrund: das Lebenselement Wasser und die Astronomie. Der kanadische Atom- und Astrophysiker Hubert Reeves richtet in der Abteikirche des Dorfes ein Planetarium ein.

Das Festival steht unter dem Patronat der französischen Seglerin Isabelle Autissier, die als erste Frau im Rahmen einer Segelregatta einhand die Welt umrundete, sowie des legendären Naturfotografen Vincent Munier, der zum Festival sehr künstlerische Fotografien mitbringt.

Zu den Ehrengästen gehört auch Thorsten Milse aus Deutschland, der als Fotograf internationales Ansehen genießt. Seine „Polar World“ entführt in die eisigen Welten der Arktis und der Antarktis.

Mehr als 50 Fotografen und Arbeitsgruppen stellen bei der Veranstaltung aus. Bei Vorträgen erfahren die Besucher, unter welch abenteuerlichen Umständen die Fotos teilweise entstanden sind. Zudem sind Gesprächsrunden zu Umwelt- und Naturthemen vorgesehen. Ein wahres fotografisches Happening warnt vor dem Aussterben der bedrohten Berggorillas. Auch der Film „Der Mensch und das Meer“ von Yann Arthus-Bertrand dringt auf verantwortungsvolles Umgehen mit der Natur.

Das Festival von Montier-en-Der findet etwa zeitgleich mit dem Kranichzug in der Region statt. Der Ort befindet sich nur wenige Kilometer vom „Lac du Der“, der mit 48 km² Fläche, der größte Stausee Frankreichs ist. Die majestätischen Vögel machen hier auf ihrem weiten Flug von den Brutplätzen im Norden zum Überwintern in Spanien und Marokko Station. Zum Höhepunkt der Saison kommen rund 70.000 Tiere zusammen. Vogelkundliche Exkursionen werden zur Zeit des Festivals von Montier-en-Der von den Fremdenverkehrsämtern des „Lac du Der“ und des „Lac de la Forêt d’Orient“ in Zusammenarbeit mit dem Vogelschutzbund LPO organisiert.

Deutschland: Kraniche erleben am Rande des Spreewalds

Kraniche Borcheltsbusch

Eines der schönsten Naturschauspiele der Tierwelt, der Herbstzug der Kraniche, ist jetzt im Süden Brandenburgs in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen zu erleben.

Naturfreunde können nicht nur an der Ostseeküste Kraniche auf ihrer herbstlichen Reise gen Süden zu beobachten. In Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen bei Luckau, in unmittelbarer Nähe zum Spreewald, finden tausende Kraniche hervorragende Übernachtungsmöglichkeiten in den Flachgewässern der Bergbaufolgelandschaft.

Das Heinz Sielmann Natur-Erlebniszentrum Wanninchen lädt vom 21.- 28. September zur 4. Wanninchener Kranichwoche ein. Naturfreunde können in dieser Woche das morgendliche Erwachen der „Vögel des Glücks“ oder ihren abendlichen Einflug in die Schlafplätze am Schlabendorfer See erleben. Kranich-Safaris in kleinen Gruppen sowie Film- und Foto-Präsentationen geben Einblick in das Leben der Kraniche. Mit einem Fest zum herbstlichen Vogelzug wird die 4. Wanninchener Kranichwoche am Samstag 21. September eröffnet.

 Außerhalb der Kranichwoche können Besucher mittwochs und samstags an Führungen zu den Kranichrastplätzen teilnehmen, im September um 17:30 Uhr und im Oktober um 16:30 Uhr.

Kraniche_Schlabendorfer_See

Derzeit rasten rund 3.000 Kraniche und 5.000 Graugänse in der Luckauer Region. In den nächsten Wochen, wenn zahlreiche Vögel aus dem Nordosten Europas hinzukommen, erwarten wir hier bis zu 6.000 Kraniche und 60.000 Gänse – ein unvergessliches Naturschauspiel“ erklärt Ralf Donat der Leiter von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen.