Deutschland: Klassik in Mecklenburg-Vorpommern

Die Festspiele 2012 versprechen musikalischen Hochgenuss

Mit 60 Terminen steht bereits rund die Hälfte der Klassik-Konzerte für die Saison vom 9. Juni bis 9. September 2012 fest.

Vorboten einer großen Klassiksaison 2012: Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern haben mit ihrem jetzt veröffentlichten Vorprogramm bereits mehr als 60 und damit rund die Hälfte der Konzerte des kommenden Jahres angekündigt und den Vorverkauf für ihre 23. Saison gestartet. Neben großen Namen wie Julia Fischer, Martin Stadtfeld, Anne Sofie von Otter, dem Kungsbacka Trio, dem Fauré Quartett oder dem Helsinki Philharmonic Orchestra finden sich darin auch viele Talente und mit der jungen Geigerin Veronika Eberle eine „Preisträgerin in Residence“, die das Gesicht des Festspielsommers zwischen dem 9. Juni und dem 9. September 2012 in Mecklenburg-Vorpommern zu werden verspricht. Sie zeigt ihr solistisches Können unter anderem in Ulrichshusen beim 1. Violinkonzert von Schostakowitsch mit dem NDR-Sinfonieorchester unter Leitung von Krysztof Urbánski und bei Dvoráks Violinkonzert a-Moll mit der Dresdner Philharmonie und Michael Sanderling in der Konzertkirche Neubrandenburg.

Ein Schwerpunkt der Festspiele liegt 2012 auf der Kooperation mit New York – aus der US-amerikanischen Metropole wird die junge Musikelite der Carnegie Hall und vom Lincoln Center zu einer Proben- und Kammermusikwoche in Deutschlands ältestem Seebad Heiligendamm erwartet. Aber auch auf ihre Heimatregion nehmen die Festspiele Bezug – nicht nur, indem sie erneut Kirchen, Schlösser, Gutshäuser oder Scheunen zu Konzertkulissen machen, sondern auch, indem beispielsweise Werke der vor 200 Jahren im mecklenburgischen Friedland geborenen und heute fast vergessenen Komponistin Emilie Mayer präsentiert werden.

Darüber hinaus bringt der Künstlerische Direktor Daniel Hope erstmalig Musiker des Savannah Music Festival aus Georgia nach Mecklenburg-Vorpommern. Des Weiteren können sich Festspielgäste auf eine Reihe von Chor- und Vokalensembles freuen. So präsentieren etwa The King’s Singers ihr A-cappella-Programm aus vier Jahrhunderten in der St. Marien-Kirche in Penzlin und – verstärkt durch den Rostocker Motettenchor unter Markus J. Langer – im Münster Bad Doberan. Mit dem Dresdner Kreuzchor können Festspielbesucher einen der ältesten Knabenchöre Europas in der St. Marien-Kirche in Ribnitz-Damgarten und in der St. Maria- und St. Nikolaus-Kirche in Sternberg erleben.

Weiterhin gibt es eine Neuauflage der Picknick-Sinfoniekonzerte am Landgestüt Redefin und des Wandelkonzertes in Ulrichshusen, wobei Besucher ein Konzert auf drei verschiedenen Bühnen – im Schloss, in der Festspielscheune und im Zelt – genießen können. Zu Open-Air-Konzerten laden beispielsweise auch die inzwischen schon klassischen Festspielschlösser Bothmer und Hasenwinkel.

Eröffnet wird die Festspielreihe am 9. Juni 2012 in der wieder aufgebauten Kirche St. Georgen in Wismar von der NDR Radiophilharmonie, die die Saison nach drei Monaten voller Höhepunkte in der Konzertkirche Neubrandenburg auch beschließen wird. In diesem Jahr begrüßten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 68.000 Besucher zu 124 Konzerten. Mit dieser Bilanz sind sie das drittgrößte Klassikfestival in Deutschland.

Klassik-Freunde müssen nicht auf den Sommer 2012 warten, um Konzerte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu genießen. Für einige der Advents – und Neujahrskonzerte 2011 sind noch Karten erhältlich. Außerdem wird es vom 16. bis 25. März 2012 erstmals den „Festspielfrühling Rügen“ geben, der an acht besonderen Orten, darunter die Nebelsignalstation am Kap Arkona, die Seebrücke Sellin oder der Kurhaussaal im Ostseebad Binz, veranstaltet wird. Das Gesamtprogramm der Festspiele erscheint zu Beginn des Jahres 2012.

Weitere Informationen und Karten: www.festspiele-mv.de, Tel. 0385 591 85 85.

Deutschland: Die Kraniche kommen

Zu Tausenden rasten die so genannten „Vögel des Glücks“ jedes Jahr bis Anfang November in den Flachwassergebieten zwischen Bodden und Seenplatte. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft werden zum Höhepunkt der Herbstrast Anfang Oktober zwischen 50.000 und 70.000 Kraniche erwartet, im Müritz-Nationalpark rechnet man mit der Ankunft von ungefähr 11.000 Zugvögeln. Das einzigartige Naturschauspiel der Kranichrast und den Flug der Kraniche zu den Nahrungsflächen im Morgengrauen und zurück zu den Schlafplätzen in der abendlichen Dämmerung können Urlauber und Einheimische auf zahlreichen Exkursionen und Ausflügen erleben.

Das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf bei Stralsund vermeldet bereits zu Beginn der Kranich-Saison einen großen Zustrom der Tiere: Insgesamt erreichten bis Mitte September rund 25.000 Kraniche die Rastplätze im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die Gegend, zu der unter anderem die Inseln Bock und Hiddensee sowie Teile der Ostseeinsel Rügen und Zingst gehören, gilt als eines der wichtigsten Rastgebiete der Kraniche in Mitteleuropa. Allein am Hauptschlafplatz der Kraniche vor der Insel Großer Werder zählten Mitarbeiter des Kranich-Informationszentrums am 18. September rund 14.000 Vögel.

In kleineren Scharen, aber als Naturspektakel nicht weniger eindrucksvoll, haben sich außerdem bisher rund 2.500 Kraniche im Müritz-Nationalpark in der Region rund um den Rederangsee versammelt. Bedingt durch die Niederschläge der letzten Wochen haben die Vögel ihre Schlafplätze auf eine dem Rederangsee vorgelagerte Wiese verlegt, die sich durch das anhaltende Hochwasser in ein Flachwasser verwandelt hat, in dem die Vögel nachts stehend schlafen.

Auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete im Süden legen die Kraniche mehrere tausend Kilometer zurück und schöpfen in den Nationalpark-Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns Kraft für den Weiterflug. Mit einem herbstlichen Konzert trompetentonartiger Rufe kündigen sie ihre Ankunft an. Auch die charakteristische, keilförmige Flugformation der Kraniche wird in den nächsten Wochen häufig am Himmel über den Rastgebieten zu sehen sein, wenn die Zugvögel gegen Abend die Futtersuche auf den abgeernteten Feldern der Region beenden und zu ihren Schlafplätzen in den flachen Gewässern der Boddenregion und der Seenplatte zurückfliegen. Urlauber und Einheimische, die das eindrucksvolle Naturschauspiel des Kranichfluges in den frühen Morgenstunden beziehungsweise in der Dämmerung aus nächster Nähe erleben möchten, haben dazu vielerorts Gelegenheit.

Infos

In verschiedenen Beobachtungseinrichtungen, beispielsweise bei Tankow auf der Insel Ummanz, bei Bisdorf oder bei Hohendorf an der südlichen Boddenküste, können Naturliebhaber vor Sonnenaufgang beziehungsweise -untergang und an einigen Standorten auch tagsüber rastende oder überfliegende Kraniche beobachten. Die Region um den Kranich-Rastplatz Pramort im östlichen Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst kann zum Schutz der Tiere bis Anfang November nur mit einer Nationalpark-Card betreten werden, die in der Nationalpark-Informationseinrichtung Sundische Wiese verkauft wird. Weitere Infos über Kraniche unter www.kraniche.de.

Gäste des Ostseeheilbades Zingst können zu verschiedenen Ausflügen ins Reich der Kraniche im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft aufbrechen. Die Kurverwaltung Zingst lädt zu einer sechsstündigen Exkursion „Erlebnis Kranich“ ein, die noch bis zum 30. Oktober immer dienstags, donnerstags und freitags am Kurhaus in Zingst startet. Weitere Infos unter www.zingst.de.   

Der Nationalpark-Service Müritz in Federow bietet noch bis Ende Oktober das neu aufgelegte Kranich-Ticket an, mit dem Naturfreunde täglich in den frühen Abendstunden an einer geführten Wanderung zu den Schlafplätzen der Kraniche rund um den Rederangsee teilnehmen können. Weitere Infos unter www.nationalpark-service.de.

Kraniche von der Seeseite aus beobachten können Urlauber und Einheimische beispielsweise mit den Schiffen der Müritzer Flotte. Die Reederei startet bis Ende Oktober jeweils mittwochs und samstags zu einer dreistündigen „Kranichtour“ ab der Steinmole in Waren (Müritz) zu den Schlaf- und Rastplätzen auf der Halbinsel „Großer Schwerin“. Weitere Infos unter www.mueritzer-flotte.de.

Am 29. September 2011 um 19.00 Uhr präsentiert der Naturfotograf Dr. Christoph Franz Robiller bei einem Vortrag mit dem Titel „Wandervögel – Das Jahr der Kraniche“ im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund eindrucksvolle Aufnahmen, die während seiner Reisen entlang der westeuropäischen Zugroute der Kraniche entstanden sind. Weitere Infos unter www.meeresmuseum.de.

Deutschland: Der Tanz der Kraniche beginnt

Das Kranich-Informationszentrum im vorpommerschen Groß Mohrdorf meldet die Rückkehr der Kraniche – ein untrügliches Zeichen für den Frühlingsbeginn. Etwa 80.000 „Vögel der Glücks“ werden in den kommenden Tagen auf den Rastplätzen der Rügen-Bock-Region, einer der wichtigsten Kranichrastplätze auf dem europäischen Festland, erwartet. Sie kommen aus ihren Überwinterungsgebieten in Spanien und Frankreich und landen in Mecklenburg-Vorpommern zwischen, um anschließend ihre Brutplätze in Skandinavien aufzusuchen. Das Kranich-Informationszentrum vermittelt Einblicke in den „Tanz der Kraniche“. Ein guter Beobachtungspunkt ist das vier Kilometer entfernte Günz. Von dort aus haben Besucher eine gute Sicht auf das Naturspektakel.

Infos: www.auf-nach-mv.de, www.fischland-darss-zingst.de, www.kraniche.de