Frankreich: Liebesroman und Gartenführer

K1024_Cover_DerGartenunterdemEiffelturm_ElenaEdenEin Liebesroman kann auch ein Reiseführer für Gartenfreunde sein. Das beweist Elena Eden in ihrem Erstlingswerk „Der Garten unter dem Eiffelturm“, in dem sie ihre  Leserinnen mit auf eine romantische Reise durch die Gärten von Paris und der Normandie nimmt.

Sieben Tage in Frankreich verändern Alinas Leben. Nach dem Tod ihres Liebsten fragst sie sich, ob sie sich wieder der Liebe öffnen darf. In den Gärten von Paris trifft sie gleich auf zwei Männer. Mit aller Kraft stemmt sie sich gegen ihre aufkeimenden Gefühle – bis zu einer donnernden Offenbarung. Nichts ist so, wie es scheint. Was haben Monets legendäre Seerosen mit dem Leben ihrer Großmutter zu tun? Im berühmten Garten des Malers Claude Monet in Giverny in der Normandie stößt Alina auf ein tief verborgenes Geheimnis ihrer Familiengeschichte.
Elena Eden gelingt ein Liebesroman über große Gefühle, Schuld und Vergebung, eine grenzüberschreitende deutsch-französische Liebesgeschichte. Mehr noch: Der Gartenroman taugt auch als Garten-Reiseführer für Paris und die Normandie. Im Anhang sind alle erwähnten Gärten mit Informationen und persönlichen Tipps der Autorin zum Nachreisen aufgelistet.

Frankreich: Ein Garten – wie gemalt

4.grüne Brücke.jpg

Seit gut 90 Jahren ist er tot, begehrt und beliebt ist er bis heute: Der Maler Claude Monet (1840-1926), Ikone der modernen Malerei und „das wunderbarste Auge, seit es Maler gibt“, sagte Cézanne von ihm. Die Chance, bekannte und weniger bekannte seiner Bilder zu bewundern, gibt es jetzt im Frankfurter Städel Museum in der Ausstellung „Claude Monet und die Geburt des Impressionismus“- zusammen mit knapp 100 weiteren Meisterwerken seiner Maler-Kollegen des frühen Impressionismus. In der Normandie schuf Monet die wuchernde Vorlage für seine impressionistischen Werke: den Garten von Giverny.

Giverny ist Monet: es war Liebe auf den ersten Blick. Auf einer Bahnfahrt entdeckte er das kleine, unbedeutende Straßendorf Giverny in der Normandie. Das glitzernde Licht auf der Epte, dem winzigen Nebenfluss der Seine, die malerischen Bauerngärten, das satte Grün ringsum taten es ihm an. Im April 1883 bezog er dort mit seiner Familie ein Landhaus mit Atelier und einem großen Obst- und Blumengarten – „in der Gewissheit, niemals eine so schöne Landschaft wiederzufinden“.

5.eine Seerose.jpg

Eigentlich wollte er nur ein paar Blumen züchten, als Motive in Schlechtwetterperioden – wenn das Malen in der freien Natur unmöglich war. Doch als er auf Reisen die Blütenpracht südländischer Gärten kennenlernte, war er fasziniert. Er kaufte exotische Pflanzen und komponierte Blüten zu ungewöhnlichen Farbspielen, ganz so, als wären die Gesetze der Natur Farbgesetze. Bald arbeitete er mit fünf Gärtnern an der Gestaltung seines Blütentraums. Er pflanzte Kletterrosen und setzte Kapuzinerkresse zu ihren Füßen, platzierte Stauden von Iris und weißem Mohn zwischen japanische Ziersträucher, bestückte Beete mit Tulpen, Narzissen, Vergissmeinnicht und Veilchen, mit Rittersporn, Phlox, Margeriten und Chrysanthemen. Er pflanzte, was farbig harmonierte und minutiös in die Blütenfolge passte. Seine ganze Kraft steckte er nun darein, seinen Garten zu malen.

2.Monet-Portrait.jpgSo schuf er Gemälde, auf denen seine Motive geradezu wuchern. Er suchte den flüchtigen Augenblick zu erfassen, das Licht in seinem Garten in Giverny, die Spiegelungen auf der Oberfläche des Teiches und die fliehenden Schatten. Seine besondere Liebe galt dem künstlich angelegten Wassergarten samt Seerosenteich und der von Glyzinien überwucherten, japanischen Holzbrücke – Motiv zahlreicher Gemälde. Er war getragen von der Idee, dem Lauf der Natur, dem Prozess von Reifen und Vergehen, dem Wandel der Farbigkeit zu folgen. 1926, im Alter von 86 Jahren, verstarb er in Giverny.

Seit 1982 stehen Monets Haus und Garten – sorgsam in den von ihm geschaffenen Zustand zurückversetzt – für Interessierte aus aller Welt offen. Am günstigsten für einen Besuch ist meist die Mittagszeit, wenn die vielen Touristen die umgebenden Restaurants besetzen.

9.Brücke, Seerosen.jpg

Claude Monets altrosa getünchtes Haus ist seit langem Museum und strahlt mit seinen acht verschiedenfarbig ausgemalten Zimmern, dem Stilmix aus japanischen Holzschnitten, asiatischen Lackmöbeln und normannischen Schränken noch immer Heiterkeit und Lebendigkeit aus. Vor allem das sonnengelbe Esszimmer: Hier kann man sich Monet mit Rauschebart und großkrempigem Strohhut als großzügigen Gastgeber vorstellen: er, der barocke Genussmensch, zelebrierte Tafelrunden am riesigen Tisch mit seiner großen Familie und den Malerfreunden wie Auguste Renoir, Edgar Degas, Camille Pissarro oder Alfred Sisley – mit kulinarischen Köstlichkeiten aus Früchten, Gemüse und den Kräutern seines Gartens. Den Tisch verschwenderisch dekoriert mit Blüten in allen Farben – durch die offenen Fenster wabert der Duft der Rosen. Auch in diesem Augenblick, wie in seiner Malerei, setzte Monet auf Farbe und die Lichtreflexe eines Sommertages.

Text und Fotos:Katharina Büttel

1.Straßenschild.jpg

8.blau-pink Phlox.jpg7.rosa Hibiskus.jpg10.Rosenstöcke, Hut.jpg3.Seerosenteich.jpg