Österreich: Gmunden – Kultur,Kunst und 76 Seen

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Im Salzkammergut kann man wahrlich gut lustig sein,….wie Rolf Benatzky die Wirtin in seiner Operette „im weißen Rössel am Wolfgangsee“ trällern lies. Sommerfrische mit prickelnder  Lebensqualität .Morgens Frühstück unterm Apfelbaum, tagsüber abtauchen im See und abends Konzert, Theater oder spritzige Lesung.

„See-hoping“, das ganze Salzkammergut ist eine Wellness Oase. 76 Seen mehr oder weniger warme Seen gibt es. Von glasklaren, gebirgsbachkalten bis pudelig warmen Moor-Seen. Beim Eintauchen spült sich der Stress weg. Wer ausdauernd schwimmt, fühlt, dass sie wahrlich Jungbrunnen sind.

1862 wurde Gmunden, das Herz der Lebenskunst, zur Kurstadt. 1872 überraschte der Salzburger Theaterdirektor Josef M. Kozian, genannt Kotzky, die Bürger der Stadt mit dem Bau eines Saisontheaters. Das prächtige Haus mit den intimen, plüschig-roten Logen und dem funkelnden Kristallleuchter wurde Mittelpunkt des Kulturgeschehens. Beschwingte Operetten erheiterten fortan die Kurgäste. Nestroys „Lumpazivagabundus“, Jaques Offenbachs „Zehn Mädchen und kein Mann“, was im Wiener Frühling Furore machte, erfreute im Sommer das Gmundner Provinzpublikum.

Zicken Historusche

Mit dem Dampfer unterwegs

Nicht nur der Wiener Hof erfrischte sich hier. Schauspieler, Sänger, Dichter und Musiker folgten ihren Mäzenen. Man lebte und liebte wie in den Operetten. Abends wurde schmalzig auf der Bühne besungen, was das „gute Sommer-Leben“ tagsüber hergab. Gmunden am Traunsee war mit seiner eleganten Seepromenade, den stimmungsvollen Weinlokalen und der guten Küche wie geschaffen für diese Szenerie.

Die Stadt galt als Kulturmekka. An der Flaniermeile am See zeigten die Damen der Gesellschaft ihre Luxusgardarobe. Ein mit Absicht verlorenes Spitzentüchlein konnte der Beginn einer Liebesaffäre sein. Die stimmungsvollen Weinlokale, in denen man sich näher kam, sind originalgetreu und auf die heutigen Gäste eingestellt. Die kulinarische Tradition von fangfrischen Seefischen über Semmelknödeln, Kaiserschmarrn und Apfelstrudeln wird von den Traunseewirte mit Stolz hochgehalten.

Tiefer Traunsee

Anspruchsvoll war man hier schon immer. Ob in Kultur, Küche oder kaltem Wasser. Der Traunsee, mit 191 Meter der tiefste See Österreichs, punktet mit „Tafelwasserqualität“. Übrigens schwamm die Gmunder Gesellschaft schon immer oben auf. Hier war der Sitz der Salzbörse, wurde gehandelt, was in den Salzbergwerken hart abgebaut wurde. Noch heute ist man so reich, dass man es sich erlauben kann, den Massentourismus an der Stadt vorbei zu leiten.

Zicken TraunseeKur stand für das, was man heute Wellness nennt. Man ließ sich Zeit. Kurte von der Apfelblüte bis zur Apfelernte. Diese lustvollen Jahre endeten jäh am 28. Juli 1914. Franz Joseph unterzeichnete in seiner kaiserlichen Villa in Bad Ischl (30km von Gmunden entfernt) die Kriegserklärung gegen Serbien. Von da an ging‘s bergab mit der Donau Monarchie.

Festspiele  am See

1987 entsannen sich zwei mutige Wiener (Johannes Jockel und Alfred Werner) der Festspiel-Tradition. Mit einer glanzvollen Operngala öffneten sie ein neues Kapitel der Gmundner Kultur. (www.festwochen-gmunden.at). Seither stehen allsommerlich an die hundert Aufführungen auf dem Programm, Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen… Dies alles auf internationalem Niveau. Kulturgenüsse, die selbst dem Kaiser geschmeichelt hätten. Heute kommen die Sponsoren aus der Industrie. Übrigens werden zu Vorstellungsbeginn – ganz im Stil der K.&K Monarchie – die Besucher im Foyer von der Intendantin Jutta Skokan persönlich willkommen geheißen.

Zickendraht Lesung im Schloss OrthDas Festwochenprogramm wird jedes Jahr neu gestaltet und mit überraschend sozialkritischen Lesungen gewürzt. Eine heftige Prise Salz lieferte der weltweit verehrte Literat Thomas Bernhard. Der österreichkritische Autor, für so manche ein „Nestbeschmutzer“, hat mit seinen bissigen Schriften und Theaterstücken bei etlichen Politikern für zornesrote Köpfe gesorgt. In seinem Wohnhaus, einem alten Vierkant-Bauernhof im Vorort Ohlsdorf, wo er von 1965 bis zu seinem Tod 1989 wirkte, liest man jedes Jahr vor ausverkauftem Haus (www.thomasbernhard.at).

Zickendraht Schloss OrthDas berühmteste Gebäude von Gmunden ist das 1626 erbauten Seeschloss Ort(h), das Wahrzeichen der Stadt. In ihm befinden sich eine bezaubernde Kapelle und das Standesamt. So manche Liebe wird hier besiegelt. Traumhochzeiten haben zurzeit Hochkonjunktur. Übrigens, die Fernsehserie „Schlosshotel Orth“ wurde von 1996 bis 2004 genau hier produziert. Auch in China strahlt man sie aus.

Noch ziehen aber die chinesischen Touristenströme vorüber ins 60 Kilometer entfernte Hallstatt, wo sie der „Magic-Place“ erwartet. Noch wird hier kein „Dirndl to go offeriert“ Trotzdem ist Gmunden ein Geheimtipp für kulturorientierte Genießer.

Text: Veronika Zickendraht, Fotos: Bernd Siegmund

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Österreich: Im Ötztal die Kraft aus der Natur schöpfen

K1024_therme_02_1Bei Längenfeld im Tiroler Ötztal warten gleich sieben Kraftplätze. Und ein sagenhafter Wanderweg durch die Wälder mit einem wunderbaren Blick ins Tal.

Die Worte sprudeln aus  Martin Santer heraus. Er erzählt vom Feuerstein, dem wilden  Mannle und den Feuerreitern. Sagengestalten im Ötztal, deren fantastische Erzählungen  in einem kleinen Büchlein gesammelt worden sind. Dort sind sie lebendig – aber auch in den Skulpturen auf dem Ötztaler Sagenweg zwischen dem kleinen Örtchen Huben und der Berghütte am Feuerstein. Aus der ehemaligen Almhütte ist ein stattlicher Anlaufpunkt für Wanderer und Naturfreunde geworden, die das Ambiente der Bergwelt oder einfach nur eine Jause nach der Wanderung genießen.
Begleitet werden sie bei ihrem mehr als einstündigen Aufstieg von den Kunstwerken, die von den Ötzler Künstlern Fahnes geschaffen wurden. Imposant erhebt sich der schaurige Drache in die Höhe, dem vom Riesen besiegt wird, während die Feuerreiter im Galopp ins Tal preschen, vorbei am verwunschenen Hasen. Alle insgesamt 15 Skulpturen entstanden aus Altmetallteilen der Autozulieferer, erzählt Santer, auf dessen Initiative bis 2010 der komplette Wanderweg durch die Bergwelt neu gebaut worden ist.  Schattige Waldpartien wechseln sich mit offenem Gelände ab. Der Bach gurgelt gemächlich auf seinem Weg ins Tal. „Die Natur ist wie ein Park“, sagt der Visionär. Man habe nur einen Weg hindurch führen müssen.

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Eine weitere Vision Santers ist ein Wanderweg rund um Längenfeld, dem Nachbarort von Huben. Eine Hängebrücke, die zwei Berge miteinander verbinden, hat er schon bauen lassen. Doch ganz umrunden kann man Längenfeld noch  nicht.
Muss man auch nicht. Abschalten, auftanken und entspannen kann man hier trotzdem wunderbar. Und in der Ruhe der Natur die Seele baumeln lassen.  Als reinigendes Energiefeld ist das medizinische Höhenzentrum Längenfeld bekannt. Einer dieser Kraftplätze ist die kleine Pestkirche, 1661 im Wald am Kropfbühel errichtet. An der Lichtung vor dem Gebäude ist die tiefe Ruhe spürbar.  Wenn nicht gerade Peter Droessel mit einer Gruppe TBB, Taiji Bailong Ball,  spielt. Bis das innere Gleichgewicht und der Rhythmus der Zweiergruppen gefunden ist, dauert es einige Minuten. Dann aber scheint der kleine gelbe Ball seinen Weg von der Hand des einen Partners in die des anderen fast von selbst zu finden. Die Schläger nehmen die Energie der Kugel auf und geben sie im nächsten Moment wieder ab. So findet sich  Spielfluss und Balance und der Gast seine innere  Ruhe.

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Rund um den kleinen Ort, unterhalb von Sölden,  recken sich die Ötztaler Alpen in den Himmel, deren Spitzen in den Abendstunden erglühen. Genießen kann man dieses Naturschauspiel besonders in der Tirol Therme Längenfeld und dem angeschlossenen Aqua Dome, als Hotel- und Tagungszentrum. Helle, lichtdurchflutete Räume und jede Menge Holz und Naturmaterialen sorgen schnell für die typische Tiroler Gemütlichkeit.
Aus dem kleinen Bauernbad an einer Schwefelquelle hat sich in den vergangenen Jahren eine stattliche Thermenlandschaft entwickelt, die auch von Tagesgästen gerne frequentiert wird. Der Gegensatz von hohen Gipfeln und tiefen Schluchten ist auch hier erlebbar. Das moderne Thermenresort bietet auf über 50.000 Quadratmetern  ein außergewöhnliches Wellness-Konzept, das die Heilkraft der Natur und die Ressourcen der Alpen verbindet. Erholsam nach der Wanderung auf den mehr als 1300 Kilometer langen Wegenetz oder zum Stuibenfall, den höchsten Wasserfall Tirols, sind nicht nur die schwebenden Schalenbecken mit Sole und Schwefelwasser. Auch die Saunalandschaft, bei der die Natur Pate stand, sorgt für Entspannung.
Die heißen Quellen des besten Thermenresorts der Alpen versetzen Tages- und Hotelgäste in höchste Entspannung und Wohlbefinden. Für die Hotelgäste des Aqua Dome gibt es zudem noch Wellness auf höchstem Niveau.  Auf zwei Stockwerken verteilt, wartet eine besondere Ruhe- und Erholungsoase, die ihresgleichen sucht. Im Spa 3000 warten Saunen und Kräuterpeelings, Ruhezonen und ein wunderbarer Blick auf die herrliche Bergwelt.

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Wer stattdessen lieber körperliche Anstrengung braucht,  für den hat Fitnesstrainer Peter Droessel noch jede Menge Tipps. Oder man findet den ultimativen Adrenalinkick im Outdoorpark „Area 47“ am Eingang des Tals.

Text und Fotos. Diana Seufert

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Österreich: Marillenrausch

Marillenbaum

Jedes Land hat sein Nationalgericht. Zu Österreich gehört das Wiener Schnitzel. Das wir Österreicher aber auch eine Nationalfrucht haben, ist über unsere Grenzen hinaus noch wenig bekannt.
Sie heißt Marille. Im Hochdeutschen als Aprikose bekannt. Was wäre die Sachertorte ohne den apriko glänzenden Marmeladenschmelz unter der Schokoladenglasur. Es ist in der Tat so: wir haben ein nahezu erotisches Verhältnis zu dieser Frucht.
Die Reife der Marille eruieren wir mit leichtem Fingerdruck auf die Frucht. Wie geschmeidig sie sich öffnen lässt, ist ein weiteres Indiz für ihre Verarbeitungsbereitschaft. Innen sollte sie fruchtig glänzen, und ein sattes oranges Fruchtfleisch zeigen.
Ein wesentliches Qualitätsindiz ist die Herkunft. Der Begriff heimisch allein reicht nicht, Griechisch geht schon gar nicht. Die Königin der Marillen kommt aus der Wachau. Eindeutig.
Der wachauer Obstbaum Spezialist Stefan Hick rät beim Kauf auf altbewährte Marillensorten wie „Ungarische Beste“, „Klosterneuburger“ und „Große Kremser“ zu vertrauen. Neue französische oder amerikanische Marillen, die durch lange Haltbarkeit glänzen, können im Geschmack nicht ansatzweise mithalten.

Unsere Hommage an Liebling Marille beginnt bereits im Frühling.

Bild 5 Marillenba¦êumchenJeden Frühling wiederholt sich das duftende Schauspiel. Wie der Nektar die Bienen, zieht die Marillenblüte Besucherscharen aus allen Himmelsrichtungen an. Je nach Sonneneinstrahlung öffnen sich Ende März (paar Tage früher oder später) die Knospen von rund 100.000 Marillenbäumen. Und dann leuchtet die Weltkulturlandschaft Wachau in zarten weiß bis rosaroten Pastelltönen. Besonders blütenintensiv ist der höchst gelegene Marillenhain im Klostergarten des Stiftes Göttweig. Beim Blick ins Donautal sollte man aufpassen, dass man nicht in einen Blütenrausch gerät. Mit dem Gartenbesuch eine Stiftsführung zu verbinden, ist empfehlenswert., Seit die ersten Benediktinermönche sich um das Jahr 1080 ansiedelten war Kultur in in der Wachau immer eng mit Pflanzenkultivierung verbunden. Traubenanbau und die Kelterei waren ihre Kunst und Passion.

Die jährliche Öffnung der Blüten ist so, als würden die Wintervorhänge zur Seite gezogen

Der Startschuss! Die Fahrräder für die Besucher werden aufgepumpt, die karierten Tischdecken ausgebreitet und die Schiefertafeln mit Menüvorschlägen beschrieben. Etwa 170 Hektar Marillengärten gibt es derzeit in der Wachau. Wie prachtvoll der Blütenteppich im Frühjahr leuchtet und wie hoch der Ernteertrag im Juli ausfallen wird, hängt nicht zuletzt vom Wetter ab. Der Marillenbaum reagiert sehr sensibel auf Frost. Allerhöchstens zwei Grad Celsius unter Null kann die zarte Knospe verkraften.
Noch immer gehört es zum guten Ton, vor Ort zu sein. An Juli-Wochenenden scheint halb Österreich persönlich in Richtung Wachau zu fahren. In meiner Kindheit gab es einen alten braunen Pappkoffer, der alle Jahre wieder in der Wachau mit Marillen gefüllt wurde. In Nachbarschaft holte man derweil schon die Marmeladekochtöpfe aus dem Keller. Eine Woche lang kochten wir Marillenknödel, Marillenstrudel, Kompott und kandierten fleißig die Marillenschnitzen zu Konfekt.

Viele Marillen

 

Rund um die Zubereitung hat jede Familie aus Großmutterszeiten ihre eigene Hausvariante. Über Kalorienmengen bei den Zutaten zu sprechen, ist keine gute Idee. Butter, Zucker und Semmelbröseln sollen großzügig verwendet werden.

 

Marillenknödel

 

 

 Wer die Marillenblüte bestaunt und von den Früchten träumt, kann sich bestenfalls ein paar Blüten abzupfen. Damit niemand leer ausgehen muss, bietet die auf  Marillenpflanzen spezialisierte Gärtnerei Hick Bäumchen im Topf an. Ob die auch auf einem schattigen Großstadtbalkon süße Früchte tragen, kommt auf den liebevollen grünen Daumen an. Für Souvenier-Jäger stehen klare Marillenschnäpse und süße Marillenliköre aus der vorigen Saison bereit. Die Marmeladen sowieso. Welche Wirkung Kosmetik aus Marille hat, ob der Teint so rosig wie die Frucht wird, das könnte hautbedingt verschieden sein.

Text: Veronika Zickendraht

Österreich: Wien, wienerisch, am wienerischsten

K1024_P1060409Lassen Sie den Stephansdom links liegen. Konzentrieren Sie sich auf den 6. und 7. Bezirk. Dem berühmt-berüchtigten K&K-Multikult- Rotlichtviertel des 19 Jahrhunderts. Die „Unmoral“ war bis in die fünfziger Jahre eine fette Einnahmequelle. Ein diskreter Hauch davon liegt bis heute in der Luft.
Bieder ist hier nichts. Die jungen Kühnen haben die beiden Stadtteile okkupiert. Ob in Kunst, Kultur oder Kulinarik, nur was und wer verrückt genug ist, wird integriert. Die Mariahilferstrasse liegt zwischen den beiden Bezirken 6. Mariahilf und 7. Neubau. Die 1,8 km lange Einkaufsstraße mit ihren allerorts gleichen Kettenläden wirkt wie ein Fossil einstiger Konsumsucht.

 

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„Kreativ Shopping“ läuft ausschließlich in den Querstraßen, rechts und links der Mariahilfer Fußgängerzone. Ein neuer Lifestyle, getragen von Bewusstheit & Wertigkeit, liegt in der Luft. Verkaufsgespräche haben ein spezielles Vokabular. Es geht erst in zweiter Linie ums Produkt. Stress scheint man an manchen Ecken buchstabiere zu müssen.

Nobles Design – und das handgemacht – ist angesagt. Auf Handwerkskunst und edle Materialen legt man Wert. Der Wortschatz der Verkäufer ist voll Poesie. Die Euphorie für die „Kreationen“ lässt sich nicht mit schnöden Verkaufsargumenten ausdrücken. „Eigensinnig“, so heißt eine kreativtriefende Designerinitiative, versteckt hinter der ehrwürdigen Barockkirche St. Ulrich. Hier planen die Kunden zwischen zwei und vier Stunden für ihre Verkaufsentscheidung ein. Eine neue Gesprächskultur entwickelt sich. Die neue Langsamkeit mit geeigneten Worten zu definieren ist der Hype. Lasziv schreitend, sich mit minimalen Hüftschwung bewegen, ist Ausdruck der Philosophie. Aufgeregt laufen nur die selbsternannten Modefetischisten durch die Gassen, die sich in ihren Bloggs in Bewertungen ergehen.
Traditionswerkstätten, wie die 1931gegründete Kürschnerei Freudensprung, bringen die Designerwelt wieder etwas in Balance. Hier wird der Nerz noch repariert, und in der warmen Jahreszeit mottengeschützt präpariert. Auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Feine Nerzstreifchen näht man auf Cashmere-Strick. Das spart Material, bringt Bequemlichkeit und lässt erst auf den zweiten Blick den Reichtum erkennen.
„Sellerie“ in der Burggasse ist kein Gemüseladen. Hier offeriert man Vienna Based Designers. Duftkerzen wie „City of Tomorrow“ oder mit dem Duft „Utopie“. Oder im Sale: Wandkalender gedruckt mit Mineralölfreier Farbe auf österreichischem Recyclingpapier  und Energie aus nachwachsenden Ressourcen.
Total im Trend, passend in der Lage und in der Liebenswertigkeit alle Boutiquen übertreffend, ist das Hotel „Altstadt Vienna“.

K1024_Bild 4 Altstadt Vienna Suite Felix Design Metteo Thun. Foto ART

In dem Wiener Stadthaus, im 7. Bezirk in der Kirchengasse, lebt man mit anderen Wiener Familien Tür an Tür. Das Sozialleben im Hotel ist ein Parade-Lehrstück für die neue Lebensart. Ihr smarter Manager Philipp Patzel verkörpert das Konzept der Entschleunigung. Mit seinen Worten: „Die bewusst gehaltene Langsamkeit, die sich auf seine Gäste übertragen darf“. In den Salons wo sich die Gäste zum Nachmittagstee bei selbst gemachten Kuchen plaudernd begegnen, wird die Philosophie zur Kür.
Eine Reihe von Stammkunden kommen im Jahr vier, fünf Mal, und bleiben oft Wochen. Machen Theaterferien. Das Renaissance-, das Volks-Theater, und das Theater an der Josef Stadt sind fußläufig zu erreichen. Das Museumsquartier, eines der zehn größten Kulturareale der Welt ist nur einen Steinwurf entfernt. Da kann man schon mal zwischen dem einen oder anderen Museumsbesuch entspannt ein Nickerchen einlegen.
Ein Stammgast, der am meerestürkisen Sofa, rechts vom Kamin, Nachmittags gerne sein Plätzchen einnimmt, soll regelmäßig einnicken. Das weiß man, und man schiebt ihm ein kleines Kissen in den Nacken, damit sein Schlummern weiter genussvoll bleibt. Das Hotel ist voller bezaubernden Geschichten. Z.B. links neben dem feudalen Eingangsportal, eine unauffällige Wohnungstür. Eine kleine Plakette macht aufmerksam, dass mit bissigem Hund gerechnet werden muss. Die Bewohnerin ist die ehemalige Hausmeisterin. Seit fünfzehn Jahren ist sie pensioniert. Doch ab und an zieht sie ihre weiß gestärkte Kleiderschürze an und inspiziert das Hotel. Wobei man der Ehrlichkeit halber sagen muss, der Gästebereich zählte nie zu Ihrem Ordnungsbereich.
Weltberühmte Architekten und Modestars
Das Hotel hat 54 Zimmer. Ob von weltberühmten Architekten wie Matteo Thun oder von zeitgenössischen Modestars wie Lena Hoschek entworfen, kein Wohnraum gleicht dem anderen. Eines haben Sie jedoch alle gemeinsam: die berühmte Wiener Gemütlichkeit. Nur Ähnlichkeit haben sechs Zimmer, die dem Stil der berühmtesten Wiener Prostituierten Josefine Mutzenbacher zu Ehren gestaltet wurden. Sicher nicht frivol, nur ein zarter Hauch von Verruchtheit imitiert ihren Stil. Sie hat tatsächlich nur ein paar Häuser weiter residiert. Ein Gästepaar aus Tel Aviv erzählte beim Frühstück, sie hätten bei ihrer Zimmersuche das Wörtchen „unique“ in die Suchmaske eingegeben. Die allerhöchsten Bewertungen zeigte das „Altstadt Wien“.
Auf der Hotel-Homepage ist zu lesen: “Hier darf ich’s sein“. Wir sind professionelle Gastgeber, jedoch keine Roboter. Herzliche Menschen, jedoch mit Ecken und Kanten. Wir lachen und weinen, wir tanzen und sinnieren. So sind wir. So dürfen wir sein.
Die Gärtnerei zum bunten Hund hat gleich um die Ecke in der Kirchengasse 29 eine neue Filiale. Unterm Eingangsschild steht: “Wir machen das Kraut fett.“ Die Indoor-Gärtnerei ist spezialisiert auf Hanfpflanzen. Mit zwanzig verschieden Sorten vom Steckling bis zum Baum. Noch bevor man bedient wird, muss man das Poster mit den österreichischen Richtlinien lesen. Damit man die Legalität versteht. Wie es in Deutschland aussieht, geht in Wien keinen was an. Der ausgefuchste Hanf-Junky heißt mit Vornamen Eis. Mit wienerisch- serbischer Akzent erläutert er alles, was es für den zukünftigen Hauskonsum braucht. Seine Liebenswürdigkeit ging sogar soweit, die Geschäftstür zu schließen und mich hundert Meter weiter zum „Buschdoktor“ zu begleiten. Der Zubehörspezialist, der von der Lampe bis zum Dünger alles vorrätig hat.
Einen Katzensprung weiter über die Mariahilferstrasse ist der Headshop von Bushplanet. Hanf prangt hier nur auf den Fototapeten. Der Chef spricht breites Wienerisch und trägt Lederhosen mit Hosenträgern. Das Sortiment von gläsernen Wasserpfeifen ist immens. Das Rauchzubehör dagegen überschaubar. Hauchfeine Smoking Papers gibt’s ab einen Euro. Die Schächtelchen zu studieren und die Beschriftungen wie „Slim Kukuxumusu“ zu buchstabieren, könnte eine Annäherung an den beschaulichen, neuen Lifestyle sein. Gewiss ist es nicht, ob es das Haus davor oder das des Wasserpfeifen-Spezialisten vor hundert Jahren das K&K öffentlich genehmigte Bordell war. Das einzig Legale in der Illegalen Welt.

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Schräg gegenüber liegt das charmante Hotel Fürst Metternich.  Das Haus wurde 1896 in der Blütezeit der Leichtlebigkeit erbaut. Im Stil der deutschen Neorenaissance in einer typischen Wiener Häuserzeile. Das Haus ist nach dem Fürsten Metternich benannt. Er war ein bedeutender Staatsmann, unter anderem ab 1908 Außenminister der österreichischen Monarchie. Er glänzte als Grandseigneur auf internationalem Parket. Karl Otman von Aretin beschrieb ihn als zügellosen Lebemann. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er inkognito oftmals im Hotel logierte. Im illustren Kreis der „Historic Hotels of Europe“ ist das Metternich auch gelistet. Die Innenstadtlage ist perfekt. Die Estahazygasse verkehrberuhigt. Nachts kommt kaum ein Auto an. Bei offenem Fenster hört man morgens die Vögel zwitschern.

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Wenn man in der Nacht zuvor „gezwitschert“ hat, ist man bestens in ihren Hotelbetten aufgehoben. Barkenner, die ich über die Qualität der Americanbar im Souterrain befragte, stritten sich, ob sie die Beste oder Zweitbeste Wiens sei. Die imposante, reich mit schmiedeeisernen Beschlägen und Gläsern verzierte Eingangstür scheint wie dafür gemacht, die Hektik und den Lärm des Alltags auszusperren.
Die Bleiverglasung mit den bunten Butzenscheiben sind noch im Original erhalten. Früher zeigte man Reichtum gerne in der Größe der Kronleuchter. Demnach war das Hotel bereits bei der Bebauung im Luxussegment. Heute vertritt das Hotel passend zum Lebenstil im „Grätzel“(wienerisch Bezirk) den Luxus der Authentizität. Die Familie Kleindienst hat es mit Feingefühl restauriert. Die 54 Zimmer im Stil der 20.Jahrhundertwende belassen und mit modernsten Bädern und Wlan-Kompatibilität ausgestattet.Am Frühstücks Buffet steht frisch gebacken der Wiener Gugelhupf. Beim feinen Knochenschinken steht der Minuten zuvor geriebene Kren ( Meerrettich). Alles signifikante Zeichen, das man sich der Tradition verpflichtet fühlt. Wer sich in die Wiener Kulinarik vertiefen möchte, sollte einen fünfzehnminütigen Spaziergang zum Naschmarkt machen. Nach einem ausgiebigen Rundgang um Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch empfiehlt es sich, im ältesten Gasthaus am Naschmarkt „zur eisernen Zeit“ einzukehren. Ein kleines Gulasch für zwischendurch und ein „Glaserl Wein“ bereits am Nachmittag – wienerischer geht’s nicht.

Text: Veronika Zickendraht
Fotos: Rasso Knoller, Veronika Zickendraht, Hotel Altrstadt Vienna, Hotel Fürst Metternich (2)

Mehr Wien im WeltreiseJournal: http://www.weltreisejournal.de/2013/12/02/oesterreich-der-wiener-opernball/

Und hier geht’s zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten Wiens: http://www.weltreisejournal.de/2013/07/15/osterreich-wiens-top-10-sehenswurdigkeiten/

 

 

Österreich: Bad Häring – auf der Suche nach dem inneren Gleichgewicht

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Energie soll fließen. Von der Erde in den Körper, vom Himmel in den Körper. Die eigenen Energietore öffnen, sich einlassen auf den Körper ist das Ziel. Stefan Reinwand steht mit den rund 20 Teilnehmern im Garten des Hotels „Panorama Royal“ im Tiroler Kurort Bad Häring im Kreis und führt sie in die Kunst des Qigong und der Meditation ein.

Ganz zart, aber dennoch durchdringend klingen die Zimbeln, die Reinwand anschlägt. Zweimal ertönt der helle Klang. Dann taucht er mit den Neulingen ein in eine für viele unbekannte Welt.

Universelle Lebensenergie

Die eigene Mitte finden, zur Ruhe kommen, die Gedanken ausblenden: Mit den Übungen, macht Reinwand deutlich, könne das Qi, die universelle Lebensenergie, ohne die das Leben ganz und gar unmöglich ist, wieder fließen. Der 49-Jährige hat bei den Meisters des Shaolin selbst Erfahrungen gesammelt, hat drei Jahre lang mit ihnen gelebt. Nun gibt er seine Erfahrungen bei Kursen im Wellness Schloss Panorama Royal ****S, zwischen Kufstein und Wörgl gelegen, an interessierte Gäste weiter.

K1024_P1070600Von Shaolinmönch Shi Xinggui aus China wurde er in Shaolin Qi Gong, chinesischer Heilgymnastik und Chan- (Zen) Meditation ausgebildet. Das hat ihn geprägt. „Durch schlechte Lebensführung, Krankheiten, Stress, Verletzungen und Operationen wird das Energiepotential des Menschen außerordentlich erschöpft. Qi Gong ist eine einfache Technik, um die verlorene Lebensenergie zu ersetzen und dem Menschen wieder ein normales Leben zu ermöglichen“, erzählt er vor der Gebirgskulisse des Wilden Kaisers.

Von Hundert auf Null

Einfach auf die Bremse treten und den Körper wieder in ein seelisches Gleichgewicht versetzen, geht auch mit Meditation. „Die schnellste Art, um von Hundert auf Null runter zu kommen, ist eine Gehmeditation“, sagt der Wahl-Tiroler. Was die Mönche darunter verstehen, erfahren die Teilnehmer schnell. Oder eher langsam – aufgereiht wie Perlen auf einer Schnur. Fast in Zeitlupe wird ein Bein gehoben und langsam von der Ferse bis zu den Zehen wird der Fuß wieder abgerollt. Erst danach ist das andere Bein dran. Gleichzeitig die Atmung unter Kontrolle bringen, damit sie sich an das zurückgenommene Tempo anpasst. Und die Gedanken dürfen schweben, aber nicht die Überhand gewinnen. Gar nicht so einfach, wie alle sofort merken. Schließlich ziehen das Vogelgezwitscher, der plätschernde Bach und das Rauschen der Bäume die Aufmerksamkeit auf sich. Gesprochen wird nicht, auch während des anschließenden Spaziergangs zum Wasserfall bei Bad Häring ist Stille eingekehrt. Denn zum Abschluss gibt es Qigong vor der wunderbaren Kulisse des Wasserfalls.

K1024_DSC_0850Dieses Einlassen auf den eigenen Körper bedarf Willen und Disziplin. „Aber es lehrt auch, dass wir nicht viel zum Glücklichsein brauchen.“ Stefan Reinwands Einstellung teilt auch Peter Mayer. Der Hotelier hat diese Philosophie für sein „Wellness Schloss Panorama Royal“ entdeckt. Vor zehn Jahren auf einem Kraftplatz zwischen Bad Häring und Wörgl erbaut, bietet das Wellnesshotel alles zum Entspannen und Erholen. Ein spiritueller Weg zur inneren Einkehr ist Mayer dabei wichtig. Auch er hat mit den Shaolinmönchen gelebt und deren buddhistische Lehre verinnerlicht. „Jeder Gedanke ist Energie, deshalb muss grundsätzlich eine positive Gedankenstruktur vorhanden sein“, betont er. Achtsamkeit gegenüber sich selbst und gegenüber anderen, ist sein Gebot. Und dazu zählt er auch, dass jeder Gast, egal mit welchem gesellschaftlichen Hintergrund, gleich behandelt wird. Und er nimmt seine Gäste – ob Manager oder Hausfrau – gerne mit an den Kraftplatz im Garten. Fünf Monolithe, „verbunden mit Stonehenge“, spenden den Erschöpften im Steinkreis Kraft. Auch wer nicht für solche Strömungen empfänglich ist, merkt schnell, dass eine besondere Anziehung von diesem Punkt im Garten ausgeht. Und genießt den schönen Blick auf die kleine Kapelle, die mit dem Kraftplatz eine kleine Einheit zu bilden scheint.

K1024_P1070606Ruhe und Erholung findet auch der, der sich nicht bewusst auf Energie-Urlaub und Spiritualität einlassen will oder kann. Im mit 2800 Quadratmeter sehr weitläufigen Spa-Bereich, in erdigen Farben gehalten, begegnet man zwar einer Buddha-Statue und auch dem Zeichen Ying und Yang, aber „überfrachtet“ wird man damit nicht. Wellness gibt es auch im Felsenbad, im angenehmen Saunadorf oder auch am Naturteich. So kann jeder seine Seele nach seiner Fac,on auftanken. Sich selbst spüren geht auch im wunderbaren Panoramagarten, im Feng Shui Garten, rund um den Liebespavillon oder auch auf dem Pfad der Energie.

Den Akku auftanken

Der ganzheitlichen Betrachtung des Menschen hat sich auch Dr. Johannes Albrecht Moslehner verschrieben, der Energiemedizin, Naturheilkunde und Schulmedizin zum Wohl der Hotelgäste in den Behandlungen direkt vor Ort kombiniert.

K1024_P1070604Den eigenen Akku auftanken geht auch ganz hervorragend bei einer Wanderung zu den vielen im Sommer bewirtschafteten Hütten. 300 Kilometer gut gepflegte Wanderwege auf einer Seehöhe von 828 bis 2309 Meter erschließen die wunderbare Bergwelt der Kitzbühler Alpen rund um die Hohe Salve. Und wer den besonderen Adrenalinkick sucht fürs innere Gleichgewicht, der wagt einen Tandemsprung mit dem Paraglider von der Hohen Salve oder dem Markbachjoch in der Wildschönau aus. Wie die Vögel drehen die Profis ihre Runden, lassen sich den Wind um die Ohren wehen und genießen einen traumhaften Ausblick auf die Tiroler Bergwelt mit den bizarren Felswänden des Wilden Kaisers und den sanften Grasbergen. So findet jeder zu sich selbst, wird ausgeglichener und somit auch glücklicher – jeder auf seine ganz eigene Weise.

Text und Bild: Diana Seufert

Österreich: Schmuck und Masken in Tirol

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Die Altstadt von Hall ©Stadtmarketing Hall in Tirol

Innsbruck und sein goldenes Dacherl kennt fast jeder. Doch rund um die Tiroler Hauptstadt gibt es jede Menge funkelnder Kleinode, die es zu entdecken gilt.
Ein kleines Schmuckstück ist Hall in Tirol. Am Inn gelegen, hat es die Stadt durch die Salzgewinnung zu Reichtum gebracht. Den sieht man beim Spaziergang durch die historische Altstadt an allen Ecken. 700 Jahre lang bestimmte das weiße Gold die Geschicke der Stadt, bis 1967 wurde es noch gewonnen. Über zehn Kilometer lang war die Reise der Salzsohle von der Förderung aus dem Karwendelgebirge bis in die Stadt. Dort wurde es in riesigen Sudpfannen gesotten, in denen das Wasser verdunstete. Ein Umstand, dem der komplette Baumbestand in der Region zum Opfer fiel. In schweren Fässern transportierten die Händler das Salz schließlich in die Region und weit in die Schweiz hinein.
Nicht nur die Salzhändler sorgten für Reichtum, sondern auch die Münze in Hall. Im Münzerturm, dem Wahrzeichen der Stadt, kann man die eindrucksvolle Geschichte der Talerprägung nach dem Umzug im 15. Jahrhundert aus Meran verfolgen, deren Silber in den Schwazer Bergwerken geschürft worden war – nur wenige Kilometer flussabwärts. Und mit besonderem Stolz erwähnen die Haller gerne, dass ihr Taler der Vorläufer des Dollars war. Die Münze in der mittelalterliche Burg Hasegg nimmt die Besucher mit in die Vergangenheit, zeigt Maschinen zur Herstellung des Geldes und man darf sich seinen ganz persönlichen Taler als Souvenir prägen.
Der Bummel durch die engen Gassen mit dem vielen Erkern an den Häusern lässt die Besucher abtauchen in vergangene Zeiten. Ein Teil der alten Stadtmauer ist noch erhalten. Und Hall hat die größte Altstadt Tirols – sogar noch eine Spur größer als im nahen Innsbruck. Einen Besuch wert ist die Pfarrkirche St. Nikolaus, deren Altarraum nicht in der Blickachse steht, sondern „abgeknickt“ wurde. Schließlich befindet man sich in einem Erdbebengebiet. Allein 2015 hat man rund ein Dutzend Beben registriert. Das führte bereits vor 400 Jahren zur Überlegung, beim Bau auf einen festeren Untergrund zu gehen – und der war eben wenige Meter von der Hauptachse entfernt. Ein kleines Schmuckstück ist auch das historische Rathaus nebenan mit dem prächtigen Ratssaal und dem wunderschönen Rokoko-Ofen aus der Zeit von Maria Theresia.
Jetzt im Advent verwandelt sich der Obere Stadtplatz in ein buntes Lichtermeer. Bis zum 24. Dezember hat der Weihnachtsmarkt seine Pforten geöffnet und bietet vom allem Tiroler Handwerkskunst. Auf den Häusern leuchten die Zahlen des Adventskalenders. Das findet nicht nur die sechsjährige Sofie faszinierend. Auch vom kleinen Streichelzoo, vor allem vom schwarzen Schaf mit seiner dichten Wolle kommt sie nicht weg, während Mama und Papa bei Glühwein und Kiacherln das umfangreiche Angebot genießen. Die Kiacherl, die kleinen Hefefladen mit Sauerkraut, schmecken aber auch Sofie ganz besonders gut.
Leuchtende Augen bekommen Klein und Groß auch in den Swarovski Kristallwelten in Wattens. Vor den Toren der kleinen Gemeinde hat der Konzern auf 7,5 Hektar Fläche eine faszinierende Welt rund um den Kristall geschaffen. Zum 100-jährigen Bestehen der Firma, die der böhmische Glasbläser Daniel Swarovski 1895 gegründet hatte, entstand in Zusammenarbeit mit Andre Heller der „Riese“ und ein Park, der im Frühsommer erweitert worden ist. Der Riese geht übrigens auf Hellers Traum zurück, dass sich nachts im Wiener Park Schönbrunn die Riesen herumtreiben.

K1024_reise oe hall2In dessen Bauch tritt man in Wattens ein in 16 Wunderkammern mit Kuriosem und Besonderem, in den renommierte Künstler ihre Idee mit Kristall verwirklicht haben. Es funkelt und glitzert. Der große Kristall in der Eingangshalle mit 100 Facetten und 310.000 Karat ist schon ein besonderer Hingucker. „Wow, ist das faszinierend“, lassen sich die Besucher schnell in der Bann des durchsichtigen Materials ziehen. Ob Weihnachtsbau aus Kristall, eine utopische Landschaft aus Kristall, der Eisgasse oder den Kristallwald: Magische und märchenhafte Momente warten. Der Kristalldom mit seinen verspiegelten Flächen hat es ganz besonders den kleinen Besuchern angetan. Hier darf man sich fühlen wie im Innern eines Kristalls.
Was alles aus dem geschliffenen Kunststein entsteht, zeigt eine Sammlung am Ende des Rundgangs: Tiaras für den Wiener Opernball, glitzernde Kleider und Taschen oder auch die „Ur-Maus“ als Figurine. Und natürlich Schmuck in allen Varianten. Staunen, wundern und von der Phantasie verzaubern und leiten lassen darf man sich auch unter der Kristallwolke – nicht nur, wenn die 600.000 Steine in der Sonne glitzern. Im Winter kommt man eher selten in den Genuss. Aber auch hier sorgt ihr majestätisches Schweben über dem Wasser für den Wow-Effekt.
Langeweile kommt auch beim Nachwuchs im Park nicht auf. Von Schlittschuhlaufen auf der kleinen Eisbahn über verschiedene Workshops rund um das Thema Kristall bis zum Kletterturm, der den Flächen eines Kristalls nachempfunden ist, steht ein buntes Familienprogramm an. Und Swarovkis bietet mit dem neuen „Daniel’s“ neben der Nahrung für den Geist auch gleich die für den Körper. Wie wär’s in der Adventszeit mit einem Stollenbackkurs unter fachmännischer Anleitung? Swarovski macht es möglich.
Magische Momente ganz anderer Art bietet der Absamer Holzschnitzer Josef Prantner, der als Mitglied des Krippenbauvereins nicht nur Weihnachtskrippen erschafft. Ungewöhnlich für viele Augen ist die Fastenkrippe mit der Darstellung des Passionsgeschehens.

K1024_P1100181Auch als Maskenschnitzer für die Matschgerer, die Fastnachter, ist er aktiv. Mit dem dicken Holzhammer und dem schmalen Meißel formt er gerade aus einem Stück Zirbe eine der sechs traditionellen Masken. Danach muss das weiche, feinfaserige Holz glatt geschliffen und schließlich die Kopfform ausgehöhlt werden, um sie tragen zu können. Rund einen Tag braucht er dafür, erzählt er im breiten Tiroler Dialekt. Das Fassen, also das Grundieren und Bemalen, übernimmt mittlerweile sein Sohn. Was er lieber macht? Da will sich Prantner nicht entscheiden. „Wenn ist keine Lust mehr auf Krippen habe, schnitze ich mal wieder eine Maske“, lacht der 66-jährige gelernte Wagner und macht sich wieder an die Arbeit.
Nicht ohne die Besucher noch auf einen interessanten Aspekt von Absam hinzuweisen: Im Nachbarhaus gab es 17. Januar 1797 eine Marienerscheinung. Nachbarin Gerda Angerer führt in die dunkle kalte Stube, in der Rosina Bucher die Muttergottes in der Fensterscheibe erblickt hat. „Es wurde fast alles in dem Raum so belassen“, erzählt sie. Das Glas mit der Erscheinung ist nicht im Original zu sehen. Das befindet sich seit Jahren in der Marienbasilika von Absam. Zahlreiche Untersuchungen haben die Echtheit des Wunders aufgezeigt. „Das Bild auf der Scheibe lässt sich zwar abwaschen. Aber wenn die Scheibe wieder trocken ist, ist auch wieder das Bild Mariens zu sehen.“
K1024_P1100187Innere Ruhe findet man nicht nur vor dem Gnadenbild, sondern auch bei einer Winterwanderung in den Tiroler Bergen. Herrliche Ausblicke auf das Mittelgebirge des Inntals bieten sich rund um Tulfes, entlang des Speckbacherwegs. Der Rundweg ist nach dem Tiroler Freiheitskämpfer Josef Speckbacher benannt, der sich auf der Flucht in der Region Hall versteckt hatte und 1820 hingerichtet worden war. Landschaftlich besonders reizvoll ist die Strecke, die bis nach St. Peter /Elbögen führt und wieder zum Ausgangspunkt nach Tulfes. Vielleicht sieht man dort auch das wohl kurioseste Wintersportgerät: den Klumper. Auf Holzklötzen, versehen mit einer schmalen Kufe, flitzen die Athleten die Strecke entlang.
Das winterliche Tirol hat also jede Menge leuchtenden Kleinoden zu bieten.

Diana Seufert

Österreich: In Silberregion Karwendel wird der Erzabbau lebendig

Seufert  Schwaz

Auf den Spuren des Dollars

Der Zug rattert durch die dunklen Gänge. Von den Wänden tropft das Wasser. Es ist eng in den schmalen Waggons, in die sich die Besucher hintereinander quetschen, um das Innere des Schwazer Silberbergwerks zu erkunden. In der Silberregion Karwendel, am Lauf des Inn im Herzen Österreichs, lässt sich so einiges entdecken.
Die konstanten zwölf Grad Celsius im Bergwerk fühlen sich bei den noch kühlen Temperaturen draußen fast schon warm an. Eingepackt in einen silbernen Mantel und gut behütet mit einem Helm geht es für die Besucher ins Innere des Bergs. Die Fahrt mit der Grubenbahn dauert nur wenige Minuten. Für die Bergleute, die vor Jahrhunderten den Schwazer Wohlstand mit ihrer harten Arbeit sicherten, war dies wohl nicht ganz so angenehm.
Seufert Schwaz Rund einen Kilometer tief haben die Hauer in mühevoller Arbeit den Stollen Falkenstein geschlagen – über Jahrzehnte hinweg. Über mehrere Kilometer verzweigt sich das Röhrennetz. Ziel war das wertvolle Eisenerz. In der Blütezeit des Bergbaus seien bis zu 12 000 Knappen beschäftigt gewesen, berichtet die Führerin stolz. Soziale Errungenschaften für die Bergleute inklusive, wie dem Acht-Stunden-Tag. Zudem war Kinderarbeit verpönt. Erst mit zwölf Jahren durften die Jungen in die Schächte einfahren.
Auch technisch mussten sich die Bergleute etwas einfallen lassen, um das einsickernde Grundwasser abzuleiten. Und einen Bach über dem Stollen leiteten sie als Antrieb für ein Wasserrad kurzerhand in der Berg und über den tiefergelegenen Eingang wieder nach draußen.
Eine Tagesreise von Schwaz entfern, in Hall in Tirol, wurde das Gestein schließlich in der Münze weiterverarbeitet. Und dieser Haller Taler, so verrät es die Führung im Bergwerk, ist der Namensgeber für den amerikanischen Dollar und lebt somit in ihm fort.
Mitte der 1970er Jahre fuhr der letzte Grubenhunt im ehemals reichsten Silberbergwerk der Welt Erzgestein aus, dem das Haus Österreich seinen Aufstieg verdankte. Danach baute man noch für mehr als zwei Jahrzehnte Dolomit ab, bevor 1999 der Bergbaubetrieb geschlossen wurde. Als Schaubergwerk öffnet es seitdem seine Pforten und gewährt so einen Einblick die harte Arbeit der Knappen. Die mühsame Tätigkeit unter Tage wird vor allem für Kinder lebendig erklärt und mit Schautafeln und visuellen Effekten verdeutlicht.
Draußen empfängt leichter Regen die Besucher. Während im Winter in der Silberregion Karwendel für eine zünftige Skitour rund 15 Pistenkilometer zwischen Stans und Weerberg bereitstehen, locken im Sommer herrliche Wanderwege. Auch das Zillertal liegt gleich um die Ecke.

Rodel gut

Wer sich die Lust auf die weiße Pracht auch im Sommer nicht nehmen lassen will, macht einen Abstecher zu Rodelbauer Bernhard Lederwasch.

Seufert Rodel Wie ein richtiger Gallzeiner Rennrodel noch in echter Handarbeit hergestellt wird, verrät er zusammen mit einer Frau Helga den Besuchern, die in der Manufaktur jederzeit willkommen sind. Zwölf Lagen heimisches Holz leimt der Chef für den Unterbau zusammen, der in der Presse auf die Weiterverarbeitung wartet. Handarbeit ist auch die Herstellung der übrigen Holzteile, bis der Sitz des Schlittens schließlich mit Stoff bespannt wird. Individuelle Kreationen werden nach den Wünschen der Kunden auf den Stoff gestickt. Nicht ganz billig sind die Schlitten, bürgt Lederwasch für Qualität. Selbst bis nach Hamburg liefert der Familienbetrieb sein Produkt. Saison haben die beiden übrigens das ganze Jahr über – nicht nur im Winter.

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Zum Entspannen geht’s ins Wellnesshotel „Schwarzbrunn“ mit dem offenen „Bergsee“-Schwimmbad. Das Hotel liegt übrigens direkt an der Ski- und Rodelpiste. Im Winter ist das ein besonderes Erlebnis, wenn sich die Rodler und Skifahrer den Wind um die Nase wehen lassen. Dann nämlich können die Badegäste im Pool direkt zur Piste winken und die Sportler kräftig anfeuern. Im Sommer genießt man den herrlichen Blick auf die Silberregion Karwendel. Die ausgedehnte Wellnesslandschaft im Traditionshotel steht übrigens auch Tagesgästen offen. Besondere Entspannung verspricht die Haki-Massage. Mit rhythmischen Druck-, Streich- und Schwingbewegungen sowie mit eigens entwickelten Griffen und Techniken werden das Nerven- und Muskelsystem harmonisiert und so Ausgeglichenheit, entspannte Ruhe und Regeneration erreicht.
Wer es gemütlich und urig mag, der wandert mit Doris Tochtersmann, der engagierten Wanderführerin des Hotels „Schwarzbrunn“, vorbei an der Quelle Schwarzbrunn mit dem erfrischenden Wasser zur kleinen Waldhütte des Hotels. Der Weg führt vorbei an einem Wildgehege mit Hirschen, die sich aber nur zögerlich zeigen. Dafür empfängt die Hütte die Besucher mit viel Romantik und uriger Gemütlichkeit. Hier darf man die Seele baumeln lassen und sich auf eine typisch Tiroler Jause freuen.

Bild und Text: Diana Seufert

Österreich: Wandern im Stubaital mit Weitblick

Kloster Maria Waldrast

Wie eine Perle in der Auster, umschlossen von gewaltigen Bergen, liegt das 35 Kilometer lange Stubaital. Mit seinen saftigen Wiesen, den malerischen Orten Neustift, Fulpmes, Telfes, Mieders und Schönberg und durchflossen vom Ruetzbach, ist es eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Eine Landschaft, die erwandert werden will.

Spektakulärer Stubaiblick

Vom Ortsrand in Fulpmes führt die Kreuzjochbahn ins Wandergebiet 2000. Fast geräuschlos schließen sich die Türen der Kabinenbahn und man schwebt nach oben. Zeit, den Blick schweifen zu lassen. In 2.136 Meter Höhe ist die Bergstation erreicht und der „Stubaiblick“ greifbar nahe.

Kreuzjochbahn

Ein Panoramaweg führt Wanderer, Schaulustige und Sonnenhungrige zur Aussichtsplattform, deren spektakuläre Stahlkonstruktion über dem Abgrund zu schweben scheint. Weit geht der Blick hinunter ins Tal bis auf das imposante Massiv der Kalkkögel in der Ferne und auf die bizarren Berggipfel ganz nah. An vier Tagen im August kann man hier oben den Sonnenaufgang erleben. Dann fahren schon ab 5.20 Uhr die ersten Gondeln der Bergbahn und auf der Aussichtsplattform drängen sich die Frühaufsteher mit Fernglas und Fotoapparat. Was für ein Augenblick, wenn dann der Sonnenball Sekunde für Sekunde am Horizont emporsteigt und die umliegenden Gipfel in ein zartes rosafarbenes Licht taucht. Und begleitet vom tiefen Klang der Alphörner  – live gespielt von drei Bläsern – beginnt ein strahlend schöner neuer Tag. Kreuzjochbahn

Auf dem Kreuzjoch

Nach einem Frühstück im Panoramarestaurant Kreuzjoch wirkt das eindrucksvolle Erlebnis noch lange nach.  Draußen wartet schon Wanderführer Christian, um uns auf den Alpenpflanzenlehrpfad zu begleiten. Auf schmalem zickzackpfad geht es empor zum Gipfelkreuz, vorbei an Almkräutern, Wiesenblumen und seltenen Gebirgspflanzen, die Christian alle beim Namen nennt. Bergab wandern wir auf dem Naturlehrpfad, der mit zahlreichen liebevoll gestalteten Infostationen viel Wissenswertes über die Tiere und Pflanzen der Gebirgswelt vermittelt.

Weich wie ein Teppich sind die Almwiesen, auf denen gelbbraune Kühe grasen, die dem Wanderer manchmal den Weg versperren. Immer wieder schweift der Blick nach oben zu den imposanten Riesen, deren schroffe Gipfel in den wolkenlosen Himmel ragen. Nach einer kurzen Rast auf der Schlickeralm in 1640 Metern führt der Weg talwärts durch herrliche Lärchenwälder, vorbei am Alpenerlebnispark mit Klettergaten und dem künstlich angelegten Panoramasee bis zur Mittelstation der Kreuzjochbahn.

Der schönste Berg

Malerisch liegt das Dorf Mieders am Fuß des 2.717 Meter hohen Serles. Die Anwohner sind stolz auf Ihren Hausberg, der für Alexander von Humboldt der schönste Berg der Alpen war und den auch Goethe als den Hochalter Tirols bezeichnet hatte. Mit der Serlesbahn geht es hinauf bis auf 1.600 Meter und hinein in ein herrliches Wandergebiet mit Europas höchstgelegenem Kloster Maria Waldrast – einem idyllisch gelegenen Wallfahrtsort mit Klostergasthof und Heilquelle, an deren Wasser sich auch so mancher Wanderer labt. Nach einer zünftigen Jause auf der Ochsenalm oder am Koppeneck lohnt es sich, hier oben  mit Weitblick auf die Berggiganten den Sonnenuntergang zu erleben. Talwärts gleitet man dann ruhig und sicher in der Gondel oder mit Herzklopfen in rasanter Fahrt über 40 Steilkurven auf der 2,8 Kilometer langen Sommerrodelbahn.

Genusswandern

 Beim Wandern im Stubaital kann man sich die Natur auch sprichwörtlich auf der Zunge zergehen lassen. Gaumenfreuden verspricht das Programm Genusswandern, bei dem regionale Spezialitäten wie Wein, Edelbrände, Speck und Honig entdeckt und verkostet werden können. In die Geheimnisse der Stubaier Käsekunst, besonders des Graukäses, wird man z.B. jeden Dienstagnachmittag auf der Schickleralm eingeweiht.

Hütte auf der Sulzenaualm

 Naturschauspiel

Der Wilde-Wasser-Weg mit dem Grawa Wasserfall, dem breitesten der Ostalpen, gehört zu den beliebtesten Wanderungen. Tosend und sprühend stürzt er sich 80 Meter breit aus 450 Metern herab. Von der Grawa Alm führt ein alter Almsteig in steilen Serpentinen durch den Wald bis hinauf zur Sulzenau Alm. In der urigen kleinen Hütte mit rustikalem Mittagsangebot macht man gerne Rast. Hier hat ein Holzschnitzer seiner Fantasie freien Raum gelassen und Tische, Stühle und Bänke mit lustigen oder grimmigen Berggeistern versehen. Steil wie beim Aufstieg geht es hinab bis zum Aussichtspunkt am Wasserfall. Von einer großen Aussichtsplattform kann man das grandiose Naturschauspiel in aller Ruhe beobachten. Und dabei sogar etwas für seine Gesundheit tun. Denn Untersuchungen der Paracelsus Privatuniversität Salzburg haben gezeigt, dass sich schon eine Stunde Aufenthalt am Fuß des Grawa Wasserfalls positiv auf die Atemwege auswirken kann.

TOP OF TYROL

 Neustift ist der bekannteste und letzte Ort im Stubaital, überragt von den Bergmassiven des Elfer, Zwölfer und Habicht. Im Ortsteil Mutterberg an der Talstation der Gletscherbahn hört die Straße auf und die Welt des Stubaier Gletschers beginnt. Etwa dreißig Minuten dauert die Fahrt nach oben. Je höher man kommt, desto größer wird die Zahl der Sessel-/Gondelbahnen und Schlepplifte, die kreuz und quer die Hänge überziehen. Denn hier ist das größte Gletscherskigebiet des Landes mit 110 Abfahrtskilometern und einer Schneegarantie von Oktober bis Juni. P1030929

Die Bergstation Eisgrat in 2.900 Metern Höhe sieht aus wie ein gerade gelandeter Ufo. Jetzt ist das ewige Eis ganz nah. Nicht in strahlendem Weiß sondern in einer Melange aus weißgrau und dennoch faszinierend präsentiert sich die Gletscherlandschaft. Vom Restaurant und Panoramaterrasse geht der Blick hinauf zur Schaufelspitze. Noch eine kurze Fahrt mit der Gondelbahn und in der Jochdohle, dem höchstgelegenen Bergrestaurant Österreichs, könnte man einkehren. Doch zunächst führt eine steile Metalltreppe zum Highlight des Tages, ja der ganzen Reise, zum TOP OF TYROL. Die Gipfelplattform ragt in 3.120 Metern wie freischwebend über dem Gletscher und ist eine Attacke auf die Schwindelfreiheit. Atemberaubend ist der Rundblick über 105 Dreitausender. Von den Ötztaler über die Stubaier Alpen bis zu den Dolomiten reicht der Blick. Hier muss man einfach innehalten, schauen, genießen, sich einfangen lassen vom Zauber dieser imposanten Bergwelt.

 Text und Fotos: Christel Seiffert

Österreich: Wenn es Nacht wird auf der Gerlitzen und am Dobratsch

Kanzelbahn zur Gerlitzen

Im Süden Österreichs kann man nicht nur am Tag im Schnee viel erleben und Spaß haben. Auch nachts hält die Region rund um Villach, im Dreiländereck zu Slowenien und Italien jede Menge Schneevergnügen parat.
Die Nacht senkt sich über Kärnten und das Städtchen Villach am Zusammenfluss von  Drau und Gail. Doch nicht das Nachtleben des Ortes interessiert, sondern ein ganz anderes Spektakel: Schneeschuhwandern in der Vollmondnacht. Ziel ist der Zehnernock,   der 1900 Meter hohe kleinere Bruder des Dobratsch (2166). „Guter Berg heißt das übersetzt“, erzählt Rangerin Irene. „Weil er das schlechte Wetter oben behält.“ Aber so richtig gut meinen es Berg und Wetter mit den Wanderern an diesem Abend nicht.

Gehversuche mit den Schneeschuhen

Die Schneeschuhe sind angezogen und die ersten Gehversuche führen noch zaghaft in die weiße Pracht. Schnell hat man sich das platte Plastik unter den Sohlen gewöhnt und es kann losgehen. Doch schon nach wenigen Metern wird klar: Gemütlich wird der Marsch nicht. Der Wind bläst in Böen über die Kuppe und peitscht nadelspitze Eiskristalle ins Gesicht. Immer wieder müssen die Wanderer stehen bleiben. Die Spuren der Vorderleute sind bereits vom Winde verweht. Wo bleibt eigentlich der ersehnte Vollmond? Der  macht sich rar, versteckt sich hinter Wolken und der nächsten Bergkuppe und erhellt nur kurz den Weg.  Für das nötige Licht müssen also Stirnlampen herhalten.  Während die Schneeschuhwanderer ob der unwirtlichen Bedingungen bald den Rückzug antreten, kämpfen sich einige Tourengänger und auch Rodler weiter durch das eisige Dunkel. Ihr Ziel ist die Hütte am Zehnernock.

Seufert, gerlitzen

Doch mit der Kapitulation am Berg können die Schneeschuhwanderer leben. Wangen und Finger bitzeln beim Auftauen in der urigen Rosstratte-Hütte. Eis verklebt die Haare und manch einer fischt sogar einen Schneeball aus der offenen Jackentasche, den der  Wind dort Flocke für Flocke hineingetrieben hat.  Jetzt eine zünftige Stärkung mit Kärntner Spezialitäten wie Kasnudeln, Ritschert und Hausgeselchtem – und zum Abschluss einen Zirbenschnaps.  Alles Produkte vom Hof der Wirtsleute Riedel.

Bei Bären und Schneehühnern 

Die Hütte liegt am Ende der Villacher Alpenstraße,  mitten im Naturpark Dobratsch.  Vor elf Jahren gegründet, ist der erste Naturpark Kärntens ein Anziehungspunkt für große und kleine Besucher. Damals wurden die Skilifte abgebaut, nach Russland verkauft und der Park installiert. Denn der Karstberg ist löchrig wie ein Käse – allein 200 entdeckte Höhlen durchziehen den Karststock.   Seen zum Bescheien der Pisten konnte man daher nicht anlegen. Also hat man aus der Not eine Tugend gemacht und den Berg wieder seinen Bewohnern überlassen. Ein attraktives Familienausflugsziel ist entstanden.  Und sogar  Bären und Schneehühner fühlen sich hier wohl. Ein Geologielehrpfad weist  auf die Geschichte des Berges, seine Besonderheiten und den Bergrutscht im 14. Jahrhundert hin.  Und im nahegelegenen Bad Bleiberg lockt ein Stollenwanderweg über die Historie des Bergbaus.
Das Wasser, das der Berg nicht hält, kommt übrigens bei Villach wieder an die Oberfläche. Und das nicht als kühler Gebirgsbach, sondern in einer 29 Grad Celsius warmen Quelle. Im Thermenresort und in medizinischen Therapiereinrichtungen des Villacher Ortsteils Warmbad werden diese Quellen seit langem genutzt.  Das Thermalwasser wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.  Im  Urquellbecken des Kurzentrums,  mit einem Boden aus groben Kieseln, kann man entspannt spazieren. Der Inhalt des Beckens erneuert sich übrigens rund alle drei Stunden.

Erste Sprünge von der Schanze

Bei Starkregen tritt das Thermalwasser auch im Maibachl, direkt am Kurpark zutage – vornehmlich natürlich im Mai bei der Schneeschmelze. Türkisblau  und angenehm warm ist die Quelle, in der nicht nur die Einheimischen gerne umsonst und draußen ein Bad nehmen.Natürlich kann man in der Region mit Alpen und Karawanken im Rücken auch perfekt Langlaufen und Skifahren. Im nordischen Zentrum von Villach dürfen selbst Anfänger unter den geübten Augen der Trainer die ersten Sprünge von der Schanze wagen. Weniger Mutige ziehen im Stadion und auf der fünf Kilometer langen Strecke ihre Runden in der Langlaufloipe. Damit das so richtig klappt, gibt es für die Neulinge professionelle Unterstützung. Trainer Jürgen Pinter, der in der österreichischen Nationalmannschaft auch an Weltmeisterschaften teilgenommen hat, ist geduldig  mit seinen Schützlingen, erklärt und gibt wertvolle Tipps.

Schneeschuhwandern an Dobratsch
Die Skifahrer zieht es ins Skizentrum Gerlitzen, dem der Ossiacher See zu Füßen liegt. Für Familien, Anfänger  und Wiedereinsteiger genau das Richtige. Und das hat man sich vor Jahren schon von der österreichischen Wirtschaftskammer zertifizieren lassen. Besonders breite Pisten auf  zehn Übungs-Kilometern machen es großen und kleinen  Ungeübten rund um die Kanzelhöhe auf 1500 Metern leicht, den richtigen Schwung zu lernen.

Bergab beim Vollmondrodeln


Am Abend wartet dort das nächste Vergnügen: Mit dem Pistenbully geht’s Richtung Gerlitzen Gipfel. Hotelchef Franz Pacheiner  hat einen Bully zum Kabinenfahrzeug umgebaut und organisiert die besondere Anfahrt ins frisch umgebaute Gipfelhotel.

K1024_k_bullyMit 300 PS unter der Haube walzt das Schneegefährt  die weiße Pracht platt. Oben angekommen, stehen schon die Rodel bereit. Und mit  schnellen Kufen geht es  auf der zwei Kilometer langen Piste wieder hinunter. Eine Riesengaudi, bei der sich die Erwachsenen wieder ganz jung fühlen dürfen.  Für die „Taxifahrt“ zurück zum Gipfelhotel steht der Bully schon bereit, an den die Schlitten kurzerhand festgemacht werden. 

Seufert. RodelnBeleuchtung auf der Rodelbahn? Fehlanzeige. Beim Vollmondrodeln sollte man auf den Mond vertrauen  – wenn er sich nicht gerade wieder hinter Wolken verbirgt. Das ist nicht nur auf dem Schlitten unpraktisch, sondern auch beim Blick in fremde Galaxien. Denn auf der Gerlitzen steht Österreichs erstes Hotel mit eigener Sternwarte.  „Unter professioneller Leitung erhalten Gäste interessante Ausblicke in die tiefe Welt des Sternenhimmels“, strahlt Franz Pacheiner, nachdem er den Gästen aus dem Bully geholfen hat.
Der Wohlfühlaspekt steht nicht nur beim Sport, sondern auch bei der Entspannung an erster Stelle. Schwitzen muss man in Kärnten nicht nur beim  Schneevergnügen. Das geht auch prima in der Kärnten Therme, die im Sommer 2012 in modernem Stil, dem Hausberg Dobratsch nachempfunden, zusammen mit dem Thermenhotel Karawankenhof errichtet worden ist.  Auf verschiedenen Ebenen gibt es hier Badevergnügen pur. Neben einem Spaßbad mit 1140 Quadratmetern Wasserfläche,  gleich drei Rutschen und einem Crazy River, in dem man auf Gummireifen durch den Kanal katapultiert wird, sorgt ein freitragendes Schwimmbad bei den sportlich Ambitionierten für Adrenalinkicks. Mehrere Saunen, darunter ein großzügiger Damen-Bereich, bringen den Körper zum Schwitzen, oder auch ein türkisches Hamam.  Perfekt für den Ausklang des Schneetages rund um Dobratsch und Gerlitzen.

Diana Seufert

 

Österreich: Eine Nacht der Sterne schenken

10_Die_Nacht_der_Sterne, Foto K. Dapra

Von Heiligenblut in weit entfernte Galaxien blicken

Einen unverstellten Blick ins All bietet Heiligenblut am Großglockner an jedem Donnerstag zwischen 20. Dezember 2013 und 30. März 2014. Dann wird im wohl schönsten Bergdorf der Alpen das Licht gedimmt, um dem Sternenhimmel seine ganze Pracht zurückzugeben. Überdies führt ein spezielles Sternegucker-Angebot, das sich ideal als Weihnachtsgeschenk eignet, mit der Grossglockner Bergbahn auf das Schareck, wo nach einer gemütlichen Winterwanderung unter kundiger Anleitung eine Sternenbeobachtung stattfindet. Das Angebot ist für 29 Euro buchbar.

In die Sterne schauen und sich etwas wünschen, sich vom Sternenkundler weit entfernte Galaxien zeigen lassen und am winterlichen Himmel nach dem eigenen Sternbild suchen und sich am offenen Feuer wärmen und heißen Tee trinken – eine solche Sternenbeobachtung mitten in den Alpen ist ein unverwechselbares Erlebnis. Schon die Bergfahrt mit der Gondel hinein in die winterliche Nacht stimmt ein auf die Unendlichkeit des Universums.

Mit Ferngläsern und Teleskopen können Gäste dann eintauchen in ein Planetarium unter freiem Himmel und erleben, wie ausdrucksvoll die Dunkelheit sein kann.

Der Nationalpark Hohe Tauern ist einer der größten Nationalparks in Europa. Der älteste Teil des Parks entfällt auf das Bundesland Kärnten und feierte 2011 sein 30-jähriges Bestehen. Die Hohe Tauern – die Nationalpark-Region in Kärnten mit Österreichs höchsten Berg, den Großglockner (3.798 Meter), als Wahrzeichen, reicht vom Großglocknerdorf Heiligenblut im Westen bis zum mystischen Kraftplatz Danielsberg im Osten.

Österreich: Der Wiener Opernball

Opernball ©WienTourismus  MAXUM

Höhepunkt der Winterballsasion ist der Opernball in Wien. Jedes Jahr im Februar  heißt es „alles Walzer“.

Der Ball der Bälle findet in der Wiener Staatsoper statt. Er ist der große Treffpunkt von Kultur, Wirtschaft und Politik aus dem In- und Ausland. In den vergangenen Jahren wird immer mehr Wert darauf gelegt, dass die KünstlerInnen der Staatsoper im Vordergrund stehen. Sie verleihen dem Ball ein besonderes Flair. Kein Wunder, dass das Fernsehen dieses Medienspektakel live überträgt. Die Kulisse des Opernballs ist einmalig. Pflanzen und üppige Blumengestecke zieren die prunkvolle Feststiege und das Foyer der Staatsoper. Mit Tausenden von Blumen ist auch der Ballsaal geschmückt. Kaum vorstellbar, dass hier drei Abende zuvor noch eine Opernvorstellung stattfand. Gleich nachdem der Vorhang gefallen ist, beginnen rund 600 Handwerker mit dem Umbau. Die Sitzplätze im Parkett werden abmontiert. Über den Orchestergraben hinweg wird in Bühnenhöhe auf einem Gerüst ein Tanzboden verlegt. Statt der sonst üblichen Bühnenkulissen entstehen hier drei Etagen von Bühnen-Logen, um eine Symmetrie zu den Logenrängen im Zuschauerraum herzustellen. Innerhalb von knapp 70 Stunden entsteht so ein harmonisch-einheitlicher, festlich in Gold schimmernder Ballsaal.

Die Eröffnung nur dieses Balles wird als Staatsakt zelebriert. Es ist wie zu Zeiten Kaiser Franz Josephs: Unter Fanfarenklängen erscheinen, mit allen Orden geschmückt, das Staatsoberhaupt und die österreichische Bundesregierung in der Mittelloge der Staatsoper. Genau an jenem Ort, der einst dem Kaiser vorbehalten blieb. Stehend lauschen die über 5.000 BesucherInnen des Opernballs – in großer Abendrobe oder im Frack – den Klängen der österreichischen Bundeshymne und der Europahymne. Ein feierliches Bild. Die Balltradition in Wien ist ungebrochen.

 

 

Österreich: Gastlichkeit im Zillertal

Seufert,  Wildgerlostal

Das Wildgerlostal mit dem Reichenspitz macht seinem Namen alle Ehre – zumindest, wenn man die raue Schönheit der Natur von der Zittauer Hütte aus genießen will: wild, unbändig und atemberaubend präsentiert sich eines der unbekannteren Täler in der Wanderregion der österreichischen Zillertalarena. Hier ist man mitten drin im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten alpinen Schutzgebiet in Österreich.

Eiskaltes Gletscherwasser bahnt sich in Wasserfällen und Kaskaden seinen Weg nach unten zum kleinen See am Naturbad und Alpengasthaus Finkau, dem Ausgangspunkt der Wanderung.  Rund drei Stunden hat Wanderführer Leonhard Obermüller für den Weg auf die idyllisch gelegene Zittauer Hütte auf 2329 Metern  eingeplant. Und die braucht man auch. Zeit sollte man sich nehmen, wenn man die herrliche Umgebung genießen will. Immer wieder bleibt der Blick an den schroffen Felswänden des Tales hängen, die Jahrtausende währende Arbeit des Gletscherschliffs ist deutlich zu erkennen.  Geht es zunächst noch einen gemütlichen Fahrweg durch das vom Gletscher geformte Tal und an genüsslich grasenden  Kühen vorbei, darf man im letzten Abschnitt Kondition beweisen. Am Talschluss führt der Weg über Geröll und teils riesige Steinplatten, vorbei am nächsten Wasserfall stetig bergauf. Steinmandl blicken auf die Wanderer, die die Steinstufen erklimmen. Schwindelfrei sollte man für dieses Schlussstück schon sein, schließlich ist der schmale Pfad nach oben teilweise nur mit einem Seil an der Felswand als Sicherung zu passieren.Während sich Ungeübte für den kräftezehrenden Anstieg Zeit lassen, streben passionierte  Gipfelstürmer schnellen Schrittes in Richtung Zittauer Hütte. Und die lassen sich auch von einsetzendem Regen nicht abhalten. Schließlich „sprüht der Nebel nur ein bisschen Wasser“, wie Leonhard Obermüller erzählt. Und als begeisterter Wanderer kennt er sich in den Zillertaler Alpen aus. Das Bergpanorama entschädigt für die Strapazen. Nicht nur er genießt – an der Hütte angekommen – den grandiosen Ausblick auf den Unteren Gerlossee, hinab ins Tal und das faszinierende Wolkenspiel. Und natürlich eine stärkende Jause drinnen.

Seufert, wildgerlostal

Das Zillertal ist schon seit Jahrzehnten ein Touristenmagnet – im Herzen Tirols und angrenzend an den Nationalpark Hohe Tauern. Seit mehr als 150 Jahren zieht es Sommerfrischler nach Mayerhofen und später nach Zell am Ziller. Nicht nur im Winter, wenn die Skifahrer die Region zwischen Mayerhofen und dem Hintertuxer Gletscher, zwischen Zell, Königsleiten und Gerlosplatte  erobern. Dass sich auch zu allen Jahreszeiten dort genüsslich urlauben lässt, ist man sich im Zillertal sicher. Nicht nur „Bergfexe“ und Mountainbiker kommen bei den unterschiedlichsten Touren voll auf ihre Kosten.

Urige Gastlichkeit wird im Zillertal großgeschrieben. Viele alte Gasthöfe und Restaurants, wie das Wirtshaus „Zum Griena“ in Mayerhofen mit der wohl ältesten Stube des Zillertals oder das „alte Schulhaus“ in Zellerberg mit einer Speisekarte als Schulheft, verwöhnen mit traditionellen Gerichten. Die „Schliechtarnudeln“, ein Nudelgericht mit Graukäse und Ziegenkäse, oder auch „Moosbeerzerggel“ (Blaubeerpfannkuchen) dürfen dabei nicht fehlen. Sie gehören zum Tal wie der Almabtrieb im Herbst und die Hirschbrunft. Und beim Besuch in Zell, dem einstigen Hauptort des Tals, sollte man einen Blick in die barocke Pfarrkirche werfen. Oder sich gleich zum Kochkurs für die Zillertal Krapfen anmelden.  

Diana Seudert, Pfarrkirche Zell

Die Pfarrkirche von Zell

„Die herrliche Luft, das klare  Wasser und unsere schöne Natur und dazu die Besinnung auf die  traditionellen Werte – das wissen die Gäste zu schätzen“, sagen Christina Egger, die Chefin des „Posthotels“ in Zell, und ihr Mann Reinhard Binder.  Das Traditionshaus verbindet als „Umwelt- und Designhotel“ die Tiroler Tradition der Region mit modernem Ambiente. Natürliche  Schönheit und Gemütlichkeit bestimmen das Bild des Hauses, die warme Aura des Holzes darf man in den Suiten und Zimmern mit allen Sinnen erleben. Das Prinzip der  Nachhaltigkeit wird nicht nur bei Lebensmitteln von Bauern der Region deutlich, sondern auch  im solarbeheizten Außenpool und dem kleinen, aber feinen Wellnessbereich.

Damit die  Gäste neben der Natur auch das kulinarische Zillertal kennenlernen, setzt man im Vier-Sterne-Hotel bewusst auf „Bed & Breakfast“ und gibt gerne Tipps. „So entdecken die Gäste die Vielfalt des Tals.“ Oder man holt sich einen Koch einfach aufs Zimmer, der ein herrliches Menü zaubert. Abgeschiedenheit bieten die vier Chalets „Hochleger“ im Nachbarort Aschau mit Blick aufs Zillertal, bei denen Holz aus der Region als Baumaterial dient. Alte Bauernmöbel geben dem modernen Design die besondere Note. Auch hier setzt man auf Nachhaltigkeit und dem Eins sein mit der Natur, ebenso wie bei den vier Appartements  der Golflodge, die direkt am neuen Golfplatz in Uderns entsteht.

Diana Seufert