Australien: Queensland – Reise in alte Wunderwelten

12. Weißer geht's nicht - Binnensee McKenzie auf Fraser Island.Queensland an der Ostküste Australiens: Ja, natürlich, die Wasserwelten des Barrier Reefs! Aber die Trails und die Kunst der Aborigines, die Tropenwälder und Fraser Island mit XXL-Strand sind mindestens ebenbürtig.

Man hat sich wahrlich nicht gelangweilt bisher. Hat die Glass House Mountains gesehen, für die Aborigines von spiritueller Bedeutung; hat auf Australiens größtem Markt „Eumundi“ gestöbert nach Kunst der Aborigines und bunter Kleidung; hat versucht, den Didgeridoo zu blasen. Auf dem Coastal Track im Noosa National Park hielt man Ausschau nach Koalas im Eukalyptuswald. In der Hervey Bay wurde jeder auftauchende Buckelwal euphorisch beschrien und beklatscht. Den Fotografen zuliebe zog die Cessna Extraschleifen über Fraser Island im smaragden- bis azurschimmernden Pazifik, flog über die kristallklaren Seen, über unberührte Flüsse und Creeks, so sauber wie vor Jahrtausenden. Aber die nächsten Tage übertrafen alles.

22. Der Koalabär - das süßeste Tier Australiens.Das Kreischen der Vögel ist eindringlicher Weckruf. Rasch ist das Moskitonetz aufgerollt, die Hängematte auf dem Campground Rainbow Beach gespannt, der Good-morning-Tee serviert. Die Sonne zeichnet die Uferlinien am Inskip Point messerscharf; weißer Sand und blaues Wasser, soweit das Auge reicht. In Gedanken sind wir aber beim Vorabend: bei den Delphinen, die vor uns übers Wasser sprangen; den Brillenpelikanen, die sich am Strand in den glutroten Strahlen der untergehenden Sonne in Szene setzten. Als nach einem Barbecue mit Meeresgetier und heimischem Chardonnay uns der Himmel leuchtete und wir Camp-Gäste – die Zeltbetten verschmähend – draußen saßen ums Lagerfeuer bis tief in die Nacht. Unter dem hellen, breiten Band der Milchstraße, fern von Europas Industriedunst, in den Himmel träumend. Ungebändigtes Australien, hier, ja hier, scheint die Freiheit noch grenzenlos.

3. Brillenpelikane im Sunset vor Fraser Island.Scott Harvey, ein gutgelaunter Aussi, lädt die Gruppe in sein schwarzes, panzerähnliches Allrad-Geländefahrzeug ein. Bevor er das ‚Monster‘ auf die winzige Fähre nach Fraser Island jongliert, fährt er noch zur Sand Blow-Düne am Ende des Rainbow Beach. Sensationell die Masse an Sand, wunderschön der Panoramablick auf die weite, im Morgenlicht golden schimmernde Sichelbucht!

Endlich rollen wir auf die größte Sandinsel der Welt am Südende des Barrier Reefs. Sie ist 120 Kilometer lang und sieben bis 25 Kilometer breit, Nationalpark und Unesco-Weltnaturerbe. Mangroven, Regenwald und bis zu 250 Meter hohe Dünen überziehen die Insel. Wohl nirgendwo sonst kann man eine Wanderdüne, einen Süßwassersee und den Pazifik gleichzeitig sehen.

1.Maxistrand auf Fraser Island.Auf und ab geht es über die zerfurchte Sandpiste des berühmten ‚75 Mile Beach‘ – das ist Spaß pur! Jetzt weiß jeder, warum hier einzig Jeeps zugelassen sind. Der circa 100 Meter breite Strand an der östlichen Küste ist in den Landkarten offiziell als Highway ausgewiesen, ohne Asphalt, ohne Verkehrsschilder! Aber es gelten Linksverkehr und 80 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der Strand aus besonders festem, goldgelben Sand ist der einzige Highway des Landes, der nur alle sechs Stunden für weitere sechs Stunden genutzt werden kann, denn bei Flut schluckt das Meer weite Teile der Piste. Nur das Wrack der „Maheno“, eines vor 80 Jahren hier gestrandeten Passagierdampfers, zeichnet sich scharf gegen die leuchtend rotbraunen Sandklippen ab.

So herrlich, so einzigartig der pudrig-weiße Sandstrand ist: hier badet niemand. „Die Hai-Gefahr ist zu groß“, sagt Scott. Aber der beliebteste Strand liegt ohnehin im Inselinnern: schneeweißer feiner Sand, auf dem die türkisblauen Mini-Wellen des Lake McKenzie ausrollen, das Wasser weich und warm – ein Traumstrand ganz ohne Risiko.

Scott führt uns zu Fuß durch den 800.000 Jahre alten Regenwald im Pile Valley. Er ist der älteste auf Sand, der Daintree im Norden Queenslands der älteste der Welt. Vorbei geht es an leuchtendgrünen Parasitenpflanzen, riesigen Farnen und Würgefeigen, die sich mit skurril aussehenden Schlingästen um Bäume wickeln und sie irgendwann ersticken. Aus dem Dickicht schreien Papageien, bunte Schmetterlinge flattern lautlos um die weißen Stämme der Rosegum-Gummibäume.

6a. siehe 6.Gut zwei Stunden braucht’s für den Luftsprung von Brisbane nach Cairns, nördlicher Boomtown an Queenslands Küste. Das Großartige dieses Kontinents erfüllt uns, die unendliche Weite, ja, die Rückkehr in die verlorene, die alte heile Welt. Ohne Ängste vor Tropenkrankheiten, Terror und Kriminalität. Himmlisch ist der Blick nach unten auf undurchdringlichen Regenwald, auf riesige Zuckerrohrfelder und Bananenhaine unten in der Ebene, auf einen endlosen, beigefarbenen Strand davor, auf die Kräuselung über dem Barrier Reef. In der Ferne schieben sich die Whitsundays unter Wattewolken.

Das Ineinander von Wasser- und Urwaldwelten ließ die Unesco die „Wet Tropics“, Queenslands „feuchte Tropen“, und die Korallengärten des Riffs auf die Weltnaturerbeliste setzen.

Zwischen Cairns und Townville, eine knappe Autostunde südwestlich der Weltklassestrände um Mission Beach, beginnt der Janbanbarra Jirrbal Dschungel im Tully Valley. Die Wandergruppe folgt Caroline, einer Aborigine vom Stamm der Jirrbal, hinein in die Wildnis, an Sandpapierfeigen vorbei und stockgeraden Walkingstick-Palmen. Mit jedem Schritt auf dem schmalen One-way „Acre Creek Trail“ bringt uns die 35-Jährige die Natur und das Leben ihrer Ahnen näher. Sie pflückt Blätter, die Seifenschaum erzeugen, wenn man sie zerreibt; Halme, aus deren Saft eine Art Sprühpflaster wird. Mit der weißen Milch des Milky Pine-Baumes haben sie Totems auf ihre Körper gemalt. Fisch wurde in ein Blatt des blauen, aromatischen Ingwer eingepackt. Die Rinde des Umbrella Trees hilft gegen Zahnschmerzen. „Der Regenwald sicherte meinen Vorfahren Leben und Überleben in der harschen Natur“, erzählt die Guide von Aboriginal Ingan Tours. Und schlägt dabei wieder und wieder mit ihrer Machete auf Baumstämme, die quer auf dem Pfad liegen. „So verjage ich Schlangen“.

30. Abenteurlicher Wildwasser-Überquerung.Unser Ziel ist der 40 Meter hohe „Echo Creek Fall“. Über Felsstufen werden die Steigungen bewältigt, beim Durchqueren der Wasserläufe von Stein zu Stein sind Mut und Geschicklichkeit gefragt. Und oben wird auch uns der Wasserfall in der ursprünglichen Natur zum magischen Ort. Caroline setzt sich abseits auf einen Felsen, schaut verloren auf das herabstürzende, tosende Wasser, versinkt augenscheinlich in die „Dreamtime“ – Traumzeit, die Vergangenes beschwört und ins Gegenwärtige bindet. Wir erahnen den engen Kontakt der Ureinwohner zur Natur.

Oft sind es nur wenige Schritte aus dem undurchdringlichen Dschungel an den Pazifik. Von Port Douglas, nördlich von Cairns, braucht das Schnellboot gut zwei Stunden in die tropische Inselwelt. Und dann Schnorcheln oder Tauchen am Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Welt! Schwärme von papageienbunten Fischen, die sich anfassen lassen. Mit Algen bewachsene Riesenmuscheln, die sich majestätisch öffnen und schließen. Königsblaue Seesterne. Bei köstlichem Seafood an Bord gleiten die Gedanken zum Anfang der Reise – zum Eumundi Market…auf der Suche nach einem Bumerang

Text und Fotos: Katharina Büttel

Australien: Going North to Cooktown

Pub bei Cooktown

Auf dem Weg nach Cooktown

Manche Städtenamen haben für australische Ohren eine magischen Klang. Cooktown ist einer von ihnen.

Es gibt Städte, die  muss man einmal in seinem Leben gesehen haben! Für richtige Australier sind das aber nicht Weltmetropolen wie New York, Rom, Paris oder gar Berlin. Deren Traumdestinationen heißen Bourke, Birdsville, Broken Hill und Cooktown. Für den romantischen Großstadtaustralier haftet diesen Namen das Flair der großen Freiheit an, für ihn symbolisieren sie „the last great frontier“ – die letzte Grenze der Zivilisation.

Natürlich gibt es diese Grenze schon lange nicht mehr. Schon längst ist auch in Australien jeder Zipfel des Landes entdeckt, jede Region erforscht. Als Symbol für die Zeit des alten Australiens, als sich tapfere Männer eine unwirtliche Natur untertan machten, taugen die Namen aber immer noch.Cooktown

Heute ist Cooktown nichts weiter als ein verschlafenes Städtchen im Norden Queenslands. Gut eineinhalbtausend Menschen leben hier. Man kann sich nur noch schwer vorstellen, dass Cooktown einst mehr als 30 000 Seelen zählte. In den fast 100 Pubs flossen Bier und Rum  durch durstige Kehlen. Damals in der Mitte des 19. Jahrhunderts war Cooktown  die zweitgrößte Stadt Queenslands und Zentrum des Goldrauschs in Nordaustralien. Hier feierten  die Goldgräber bevor sie hinauszogen zum Palmer River um Gold zu schürfen, und hier feierten wenn  sie zurückkamen und in den Banken der Stadt ihre Nuggets verkauft hatten. Spielbanken und Bordellbesitzer nahmen den Goldsuchern das Geld dann wieder ab – sie  waren die wirklichen Gewinner des Goldrauschs.

Ein paar Gebäude im Kolonialstil entlang der Hauptstraße erinnern noch an diese Zeiten. Und auch das James Cook Historical Museum hält noch die Erinnerung an die alten Tage aufrecht. Es erzählt von den Forschungsreisen des englischen Entdeckers, aber auch von den großen und wilden Zeiten Cooktowns und der Geschichte der Aborigines. Sie hatten die Gegend um Cooktown schon lange besiedelt, als  Cook 1770 vor der Küste vorbeisegelte. Als die Goldsucher in ihre Land kamen wehrten sich die Ureinwohner gegen die Fremden. Immer wieder kam es zu kleinen und großen Gefechten, bei denen 500 europäische und chinesische Einwandere ums Leben kamen – und mehr als zehn mal so viele Aborigines.

An James Cook erinnert aber nicht nur das Museum, sondern auch einen Statue in der Nähe des Endeavour River, der – wie sich gehört – nach dem Schiff des britischen Entdeckers benannt wurde. Cooktown, James Cook Statue

Obwohl es in Cooktown heute nur noch eine handvoll Pubs gibt, ist die Bar immer noch der spannendste Ort der Stadt. Denn hier erzählen die australischen Cowboys – die  Stockmen – ihre Geschichten von Abenteuer und Freiheit. Und genau deswegen kommen die meisten Touristen schließlich hierher in den „wilden Norden Australiens“.

Von Rasso Knoller

Australien: Kunstausstellung am Strand

GCT Scoot Insiders Guide

Vom 12. bis 21. September verwandelt sich der südliche Küstenabschnitt der Gold Coast in eine große Kunstausstellung. Beim „Swell Sculpture Festival“ werden am Strand von Currumbin Beach im Süden Queenslands über 50 faszinierende Skulpturen lokaler, nationaler und internationaler Künstler gezeigt.

Swell Sculpture Festival 2012Mit seiner ausgedehnten Küstenlandschaft umgeben von zwei Landzungen ist Currumbin Beach für eine solche Ausstellung förmlich perfekt. Verschiedenste vergängliche und ortsspezifische Kunstwerke mit enormer Wirkungskraft werden hier Teil der Landschaft. Die kostenfreie Ausstellung ist 24 Stunden am Tag geöffnet, wodurch sich die Skulpturen je nach Tageszeit und Lichtverhältnissen dem Besucher immer wieder anders erschließen.  Die Veranstalter rechnen mit mehr als 200.000 Besuchern.

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Australien: Sonnenurlaub in Townsville

Townsville Beach

Koalas, Haie und viel Sonnenschein

Lange lag Townsville als Touristenzentrum im Schatten von Cairns. Industrie und Militär bestimmten das Leben. Das aber hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren grundlegend geändert: Die mit fast 145.000  Einwohnern drittgrößte Stadt Queenslands ist inzwischen ein fester  Punkt auf dem Reiseplan der meisten Touristen die in den tropischen Norden kommen. 

Am besten beginnt man den Stadtrundgang durch Townsville am Castle Hill. Von hier aus blickt man weit über die Stadt und erkennt schnell, was deren Charme ausmacht: die Lage am Meer.

Es ist fast egal, in welchem Monat man unterwegs ist – mit großer Wahrscheinlichkeit scheint die Sonne in Townsville. Denn die Stadt ist das Zentrum der “trockenen Tropen” und kann mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr prahlen. Selbst während der Regenzeit von Dezember bis März, in der heftige Tropengewitter niedergehen, ist der Himmel immer wieder blau.

Weil das Meer das Leben in Townsville bestimmt, ist die wichtigste Straße der Stadt auch die Strandpromenade. Sie heißt “The Strand” und führt auf einer Länge von zwei Kilometern an einem breiten Sandstreifen entlang.Beach Townsville

Am Nordende der Strandpromenade erreicht man die zweitwichtigste Straße der Stadt: die Flinders Street mit ihrer Fußgängerzone. Neben Geschäften und Restaurants liegen hier auch einige der ältesten Gebäude. Sie stammen aus dem späten 19. Jahrhundert und waren schon kurz nach der Stadtgründung gebaut worden. Damals, im Jahre 1864, war Townsville von den Herrn Black und Towns gegründet worden – und  vom Letztgenannten stammt auch der Name.

Auch die größte Sehenswürdigkeit der Stadt, das Reef Headquarter, widmet sich ganz dem Thema Meer. So nennt sich nämlich das Aquarium der Stadt. Wobei das Wort Aquarium in diesem Fall eine starke Untertreibung ist: im Reef Headquarter spaziert der Besucher in einem langen Plexiglastunnel durch die riesige Becken. Diese fassen insgesamt zweieinhalb Millionen Liter Salzwasser. Über und neben den Besuchern schwimmen Rochen und Haie; er sieht auch eine Vielzahl bunter Korallenriffe. Selbst  große Wasserschildkröten schweben schwerelos durchs Wasser.

Townsville Reef Encounter

Noch beeindruckender ist es nur, wenn man die Fische draußen im Meer beobachten kann. Auch das ist kein Problem in Townsville: unzählige Touroperator bieten Schnorchel- und Tauchausflüge zum Great Barrier Reef an.

Ein besonders interessanter Tauchspot ist das Wrack der SS Yongala. Der gut erhaltene, 109 Meter lange Dampfer sank 1911 in einem Orkan, und liegt heute in einer Tiefe zwischen 14 und 28 Metern. Inzwischen ist das Schiff von Korallen bedeckt und beheimatet eine bunte Fischwelt. Experten halten die SS Yongala für den besten Wracktauchplatz in Australien.

Ein Trost für alle Nichttaucher: Ein Nachbau des Wracks liegt am Grunde des Raubfischbeckens im Reef Headquarter in Townsville .

Magnetic Island

Sehr gefragt sind die Touren nach Magnetic Island. Die Insel ist vor allem wegen ihrer langen Sandstände beliebt. 22 große und kleine Badebuchten säumen die Küste der knapp acht Kilometer breiten Insel. Selbst in der Hochsaison findet hier jeder ein Plätzchen nach seinem Geschmack – zum Sonnenbaden, Schwimmen und Schnorcheln.

Im heißen australischen Sommer fühlen sich im Wasser vor Magnetic Island aber nicht nur Badegäste wohl, sondern auch der gefährliche Box Jellyfish. Damit man auch dann unbesorgt schwimmen kann, werden in der Zeit von Oktober bis April einige Strände mit Schutznetzen abgesperrt.Magnetic Island

Auf „Maggie“, wie die Einheimischen das Eiland liebvoll nennen, kann man auch wandern. Sehr beliebt ist der zwei Kilometer lange Spaziergang zu den Forts,  Beobachtungstürmen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Von hier aus hat man eine gute Sicht über die Insel. Trotzdem sollte man hier den Blick nicht nur in die Ferne  schweifen lassen, sondern sich die Eukalyptusbäume am Wegesrand  einmal genauer ansehen: auf ihnen  leben nämlich die meisten Koalas der Insel. Die Chance, eines der Tiere schlafend oder fressend im Geäst sitzen zu sehen, ist sehr hoch. Falls dennoch keiner zu sehen ist: Auf Magnetic Island liegt auch ein Koalapark. Dort bekommen Besucher die knuddeligen Tierchen dann auf jeden Fall zu Gesicht.

Rasso Knoller

 

Australien: Ein Krankenhaus für Fledermäuse

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Queensland-Urlauber können mit dem Tolga Bat Hospital eine Krankenstation besuchen, in dem sich alles nur um Fledermäuse dreht. Die Patienten werden hauptsächlich von freiwilligen Helfern aufgepäppelt.
1.100 Tiere – von den ganz kleinen Exemplaren, die maximal 20 Gramm wiegen, bis zu den großen Fledermäusen, die bis zu 950 Gramm schwer sind und eine Flügelspanne von bis zu einem Meter haben – werden im Tolga Bat Hospital in großen Gehegen gehalten und betreut. Eine der schwierigsten Aufgaben ist die Resozialisierung und die Auswilderung der Patienten. Tolga Bat Hospital_Junges
Die vier am häufigsten vertretenen Fledermausarten, die es in Australien gibt, sind die sogenannten Little Red, Grey-headed, Black und Spectacled Fledermaus. Insgesamt leben auf dem fünften Kontinent mehr als 90 Arten, auf der ganzen Welt gibt es rund 10 Mal so viele. Fledermäuse gelten als nachtaktiv und bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h in einem Radius von 30 Kilometern von ihrem Schlafplatz entfernt. Sie orientieren sich durch eine Art Echo-Ortung, um ihre Beute wie kleine Insekten und die Umwelt wahrzunehmen. Eine andere Hauptnahrungsquelle sind kleine Beeren oder Tropenfrüchte.

Das Tolga Bat Hospital befindet sich sechs Kilometer außerhalb von Atherton in den Tablelands. Die etwa 2 Hektar große, gemeinnützige Einrichtung hat mittwochs bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt liegt bei umgerechnet 10 Euro. 

 

Australien: Hoch hinaus in Surfers Paradise

Sky Point Climb in Surfers Paradise, Queensland

Auf Australiens höchsten Turm klettern

Die im Süden Queenslands gelegene Gold Coast ist um eine spektakuläre Attraktion reicher. Auf dem Q1 Tower in Surfers Paradise wurde der SkyPoint Climb eröffnet. Dabei können Teilnehmer bis auf 270 Meter hinauf klettern und die Spitze des höchsten Turmes Australiens erklimmen. Mit einem Spezialanzug bekleidet und mit Karabinerhaken abgesichert geht es unter freiem Himmel 240 Stufen auf einer Glaskuppel steil bergauf. Der Aufstieg beginnt vom Observation Deck auf 230 Metern Höhe.Der SkyPoint Climb dauert rund 90 Minuten.

Der Q1 Tower misst einschließlich Antennenspitze 322,5 Meter. Er ist damit nicht nur der höchste Turm Australiens, sondern auch eines der weltweit höchsten Wohngebäude.

Australien: Abgetaucht

Auf dem Schiff „Reef Encouter“ kann man den Tauchschein machen, man muss es aber nicht – im Great Barrier Reef vor der Küste Queenlands entdeckt selbst ein Schnorchler mehr als anderswo ein Tiefseetaucher.

Der Neopren-Anzug sitzt so eng wie die Jeans, in die ich mich vor dreißig Jahren als Teenager gezwängt habe. Ich arbeite mich schwitzend in die Anzugbeine, ziehe das Gummiteil über die Hüfte, presse meine Fäuste in die Ärmel – und fühle mich in diesem Wetsuit letztendlich dennoch sicherer als im Bikini. Nicht wegen der Seewespe, dieser giftigen Würfelqualle, die sich zwischen Oktober und Mai nicht auf hoher See, aber vor den Stränden der Nordostküste Australiens breit macht. Sondern wegen der Temperaturen: Obgleich die Sonne heiß aufs Deck unseres Schiffes, der Reef Encounter, scheint, beginnen Schnorchler und Taucher spätestens nach einer Stunde im Wasser zu frösteln. Und wer möchte dieses Unterwasserparadies schon so schnell wieder verlassen, nur um sich aufzuwärmen? Gibt es doch kaum einen anderen Ort auf der Welt, an dem selbst ein Schnorchler mehr entdecken und bestaunen kann als anderswo ein Tiefseetaucher.

Seit 24 Stunden sind wir auf der Reef Encounter. Haben dort unsere geräumige Kabine bezogen, sämtliche Schuhe verstaut – auf dem Boot gilt Barfußpflicht -, die Düsen der Aircondition mit Papiertaschentücher zugestopft – der Australier mag es gerne eisig frisch –, und das erste leckere Mittagsessen in der rund 50 Mann fassenden Speiseraum zu uns genommen. Und wir sind vor allem eins: gedanklich ganz weit weg von allem. Dank dem sanften Schaukeln des Bootes. Der Meeresbrise, die über unsere Haut streichelt. Und weil wir  in eine andere, so ganz stille Welt abtauchen: In die Welt des Great Barrier Reefs, dieser grandiosen Aneinanderreihung von rund 3.000 korallenbestückten Kleinriffen und unzähligen Sandbänken vor der Küste von Queensland, dem Sunshine State Australiens.

Das größte Korallenriff der Erde

2.200 Kilometer zieht sich das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Erde, parallel zur Küste des fünften Kontinents entlang. Es ist mehrere Millionen Jahre alt und seit 1981 auch UNESCO-Weltkulturerbe. Manche nennen es ein Weltwunder – was angesichts der Tier- und Pflanzenwelt des Riffs keine Übertreibung ist: Hunderte Korallenarten, die in allen Farben leuchten und sich in unzähligen Formen und Verästelungen präsentieren, finden Taucher und Schnorchler dort. Dazu unzählige bunte Fische wie Limefishes – und harmlose Riff-Haie. Aber auch Schwämme, Seesterne, Moränen und riesige Mantarochen machen diesen Ort zu einem einmaligen. Mitunter ziehen riesige Meeresschildkröten an den Menschen vorbei – hier im Great Barrier Reef leben sechs von insgesamt sieben weltweit vorkommenden Arten. Im August und Oktober kommen noch Buckelwale vorbei, und im November blühen die Korallen besonders prächtig.

Doch auch auf dem Wasser, nämlich an Bord des Schiffes, ist das Great Barrier Reef ein Paradies für Erholungssuchende. Etwa am Hastings Reef, wo wir am zweiten Tag ankern. Hier draußen, auf dem Meer, scheint die meiste Zeit des Jahres über die Sonne. Über Cairns, wo wir am Tag zuvor an Bord gegangen sind, hingen noch schwere Regenwolken. Doch schon nach den ersten Seemeilen drangen die ersten Sonnenstrahlen zu uns. Jetzt, 40 Kilometer vom Festland entfernt, schmieren sich die Gäste der Reef Encounter mehrmals täglich dick Sonnenschutzcreme auf Nase und Stirn.

Nicht jeder darf ankern  

Vier Riffe werden wir während der dreitägigen Cruise besuchen – und keines gleicht dem anderen. Wir ankern mit zwei weiteren Schiffen an einem Ponton; etliche davon wurden speziell für Touristenschiffe im Außenriff eingerichtet. Um das Riff zu schützen, ist die zahl der auslaufenden Schiffe, aber auch der Ankerplätze streng begrenzt worden. Streng reglementiert sind auch die Tauch- und Schnorchelgänge. Vier Stück von je etwa einer Stunde gibt es täglich. Eine Glocke an Bord läutet sie ein – und beendet sie auch. Die Wassergänge derart zu regeln, ist sinnvoll – zum Schutz des Great Barrier Reefs, aber auch, um einer Erschöpfung der Wasserratten vorzubeugen.

Außerdem wird, wer nicht am Oberdeck faulenzt und sonnt, sondern sich im Wasser tummelt, von der Besatzung vom Schiff aus wie von einem Lifeguard am Strand beobachtet. „Gebt uns sofort Bescheid, wenn etwa nicht in Ordnung ist – etwa wenn Ihr müde seid oder Panik bekommt“, hatte uns Alex Hunt, einer der Tauchlehrer an Bord, während des erste Briefings an Bord eingetrichtert. „Wenn Ihr Angst habt zu ertrinken, fuchtelt einfach mit den Armen – und wir holen Euch raus.“ Vor jedem Schwimmgang müssen wir uns zudem in eine Liste eintragen – und werden abgehakt, wenn wir wieder an Bord der Reef Encounter klettern – „sonst fahren wir noch ohne Dich zum nächsten Riff – und bis dahin ist es recht weit zu schwimmen“, sagt Alex und grinst dabei breit. „Doch dank der Liste geht uns niemand verloren“.

Atmen, strampeln, Druckausgleich

Derart gut betreut, trauen sich selbst einige Tauchnovizen an Bord – ich bin einer von ihnen – zu einem ersten Versuch mit der Flasche. Auf der Reef Encounter kann man bei längerem Aufenthalt auch den Tauchschein erwerben. Etwas neidisch hatte ich zuvor die Könner unter den Tauchern an Bord beobachtet, wie sie binnen weniger Sekunden im tiefen Wasser verschwinden – und in der Tiefe wohl noch wundervollere Korallen und Fische zu sehen bekommen als Schnorchler wie ich.

Doch zuerst steht eine Einweisung durch Tauchlehrer Alex an. Der junge Australier hält eine Sauerstoffflasche hoch und sagt: „Es ist ganz simpel: Atme einfach, strample mit Deinen Beinen und mach den Druckausgleich im Ohr“. Dass Tauchen doch um etliches schwerer ist, wird in den kommenden 30 Minuten des Briefings klar: Alex erklärt, wie die komprimierte Luft aus der Flasche entweicht, wie das Mundstück zu bedienen ist oder der Druckausgleich im Ohr funktioniert – dabei hält er sich die Nase mit Daumen und Zeigefinger zu und simuliert ein „plopp“.

Der junge Australier demonstriert uns, welche Handzeichen unter Wasser was bedeuten – „den Arm in die Luft gestreckt, die Hand zur Faust geballt, bedeutet Hilfe“, welche Gefahren ein zu schnelles Ab- und Auftauchen oder ein Tauchgang mit Erkältung oder Bronchitis birgt, und dass wir niemals „ohne Buddie“ unterwegs sein sollten. Später dann, draußen auf der Reling, stöhnen wir über  das Gewicht der 20 Kilo-Sauerstoffflasche auf dem Rücken und lachen über den unbeholfen tapsenden Gang der Mit-Ersttaucher – dabei hatte uns Alex ausdrücklich aufgefordert, die Schwimmflossen erst kurz vor dem Sprung ins Wasser über die Füße zu streifen.

Irgendwann hatte uns Alex ein „Ready? Dann springt jetzt“ zugerufen. Sekunden später wundere ich mich über meine Schwerelosigkeit im Wasser – und über die Leichtigkeit, mit der mich das Mundstück zwischen den Lippen mit Sauerstoff aus der Flasche auf dem Rücken versorgt.

Ich lasse mich von den leichten Wellen schaukeln – untergehen kann ich ja nicht, Alex hat die Schwimmweste mit ausreichend Wasser gefüllt. Mein Nachbar blickt etwas panisch, doch Alex beruhigt ihn, nimmt ihm die Angst: „Relax. Du kannst jetzt gar nicht untergehen!“ Er möchte, dass wir uns erst einmal im Wasser treiben lassen, wir uns an die ungewohnte Ausrüstung gewöhnen. Dann lässt Alex per Knopfdruck die Luft aus den Westen entweichen. Das Gewicht der Flasche zieht den Körper nun leicht in die Tiefe; fast amüsiert beobachte ich, wie die Wasseroberfläche an meinem Brillenglas vorbei zieht; zuerst sehe ich noch das Boot und zur Hälfte schon die Welt unter Wasser, dann nur noch das glasklare Blau. Welch grandioses Gefühl, in diese fremde Welt einzutauchen – und einfach weiterzuatmen!

Am Seil in die Tiefe

Anfänger lassen sich erst einmal an einem dicken Seil in die blau wirkende Tiefe hangeln – was in meinem Fall allerdings keine zwanzig Zentimeter Meter bedeutet. Ich blicke nach oben, über mir reflektiert das Licht der Sonne auf der Wasseroberfläche, ich verharre an dieser Stelle, denn im rechten Ohr funktioniert der Druckausgleich schon nicht mehr. Außerdem dringt mir immer wieder Salzwasser in die Maske – ich habe an Bord die Haare  nicht ausreichend zusammengebunden. Ich bin von meinem ersten Tauchgang dennoch begeistert, schwebe und blicke auf die Taucher unter mir, die langsam und bedächtig mit den Fischschwärmen ziehen und ihre Luftblasen zu mir nach oben schicken. In dieser fremden Welt auch mal zu verharren, das hat uns Alex schon beim ersten Schnorcheln geraten: „Schwimmt nicht zu schnell durchs Wasser“, hat er gesagt. „Bleibt auch mal länger an einer Stelle. Dann vertreibt ihr keine Fische – und seht auch die vielen Fische, die sich wunderbar tarnen.“

Doch wie lange wird das Taucherparadies Great Barrier Reef noch existieren? Das empfindliche Ökosystem droht von Klimaerwärmung und Tropenstürmen gestört zu werden. „Korallen können nur in einem Gewässer zwischen 18 und 30 Grad Celsius überleben“, erklärt Alex.

Sie brauchen den Algenbewuchs, der sie mit Nährstoffen versorgt und auch für die Farbe zuständig ist – doch ist das Wasser zu warm, sterben die Algen ab. Pflanzenschutzmittel und Nährstoffe aus den Düngemitteln von den Feldern, Bananen- und Zuckerrohrplantagen, die vom Regen ins Meer gespült werden, aber auch Abwässer, Treibstoff der Schiffe und Schadstoffe aus den Städten und Ferienressorts an der Küste richten weiteren Schaden an den Korallen an. Die Folge konnte man Anfang des neuen Jahrtausends sehen: Damals waren bis zu 80 Prozent des Riffs geschädigt. Inzwischen, sagen manche, habe sich das Great Barrier Reef wieder weitgehend erholt – Australien hat zum Schutz dieses Welterbes einen Umwelt-Plan entwickelt und auch die Zahl der Ausflugsboote und Ankerstationen reduziert.

An einer der Stationen machen wir für die Nacht Halt. Es ist fast dunkel, die Sonne ist vor wenigen Minuten am Horizont verschwunden. Die 20 Über-Nacht-Gäste der Reef Encounter sind nach einem langen Tag im Wasser angenehm müde und nach dem üppigen Abendessen satt. Wir beugen uns über die Reling, denn nun sind die Haie an der Reihe. Charlie, der chilenische Koch, wirft ein paar Fische über Bord – und sofort versammeln sich Backbord sechs, sieben, acht mächtige Exemplare. Sie sind ungefährlich, aber dennoch faszinierend. Ich wende meinen Blick nach vorne, zur Spitze des Boots. Dort machen sich fünf Tauchprofis für den night-dive bereit. „Das Meer ist nachts nochmals eine komplett andere Welt“, hatte mir einer von ihnen beim Abendessen begeistert erzählt. Und grinsend hinzu gefügt: „Und nachts sind die Haie noch aktiver“.

Martina Hahn

 

Australien: Das Paradies der Aborigines

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt, für die australischen Aborigines ist sie aber noch mehr. Für sie ist sie das Paradies.

Fraser Island fasziniert ihre Besucher mit langen Sandstränden,  tiefblauen Süßwasserseen, dichtem Tropenwald und seltenen Tieren. Fraser Island ist ein Wunder der Natur. Das wussten schon die Aborigines – sie nannten die Insel: K´gari – Paradies.

Auf Fraser Island, der riesigen Sandinsel vor der Küste Queenlands, sollte man nur mit reinem Gewissen wandern. Das jedenfalls sagten die australischen Ureinwohner, die Aborigines, die die Insel einst besiedelten. Heute lebt keiner mehr von ihnen auf Fraser Island, sondern dauerhaft nur etwa 100 Menschen. Die meisten von ihnen arbeiten in einem der beiden Hotels oder sind Rentner.

Die Weisheiten der Aborigines gelten aber immer noch: Sie glaubten, dass der vom Weg abkommt, der etwas Böses getan hat. Dann nämlich sei man gedanklich so auf die Tat fixiert, dass man sich nicht mehr auf seine Schritte konzentrieren könne. Strenge Sitten bei den Ureinwohnern – wir sind auf jeden Fall gewarnt.

Sandige Autobahn

Vom Weg abkommen wollen wir auf keinem Fall und vor allem wollen wir nicht stecken belieben. Wir wagen uns nämlich mit einem Jeep auf die Pisten der weltgrößten Sandinsel. Unser Trip über die Insel beginnt an der Mietstation beim Kingfisher Bay Resort. Wer früh aufbricht, sich auf die Hauptrouten beschränkt und sich an den großen Sehenswürdigkeiten nur einen kurzen Fotostopp gönnt, kann die Jeeptour an einem Tag bewältigen. Wir aber lassen uns Zeit und planen für den Trip entspannte drei Tage ein.

Von Kingfisher Bay aus fahren wir zunächst quer über die Insel. Für die Anfänger unter den Offroadhelden stellt schon der erste kleine Anstieg nach dem Ressort eine Hürde dar. Mit kleinem Gang und großem Mut hat es aber noch jeder den Hügel hinauf geschafft. Langsam geht es weiter – 20 Stundenkilometer sind auf den sandigen Tracks der Insel eine realistische Höchstgeschwindigkeit.

Der Lake McKenzie mit seinem tiefblauen Wasser und dem weißen Sandstrand ist unser erstes Ziel. Anders als die Tagesausflügler haben wir hier Zeit ein paar Runden zu schwimmen und den Wasserschildkröten hinterher zu tauchen.

Schneller als im Landesinneren geht es dann auf der „Autobahn“ der Insel voran, dem „75-Mile-Beach“ an der Ostküste. Der endlos scheinende, sehr breite Sandstreifen zieht sich fast über die gesamte Länge der Insel. Weil viele Touristen auf dem ebenen Strand so richtig das Gaspedal durchdrücken, gibt es dort inzwischen das, was auf  richtigen Autobahnen üblich ist: Geschwindigkeitskontrollen.

Roger Williams heißt der Mann, der auf  Fraser Island Jagd auf Raser macht. Lässig lehnt der gemütliche Mitfünfziger, mit einer Radarpistole bewaffnet, an seinem Streifenwagen und genießt während der Arbeit Sonne und Meer. Dass man ihn so schon von weitem sieht, stört ihn nicht. „Mir geht es nicht darum, möglichst viele Verkehrssünder zu ertappen. Ich will einfach, dass die Leute langsam fahren“, sagt Williams. Binnen der vergangenen drei Monate hat er gerade einmal 15 Strafzettel ausgestellt. Oft muss er die Leute auch ermahnen, den Sicherheitsgurt anzulegen. „Das ist gerade auf dem Strand wichtig“, sagt Williams. Auch wenn der bretteben wirkt, kann ein Teil vom Meerwasser unterspült sein – und das kann gefährlich werden.  Immer wieder kommt es zu Unfällen.

Dennoch hat Williams eigentlich nicht viel zu tun. „Viele Kollegen beneiden mich um meine Dienststelle am Strand“, sagt er.  Und von seinem Büro aus muss er auch nur wenige Schritte laufen, um seinem Lieblingshobby nachgehen zu können: dem Fischen.

Haie und Rochen

Wenngleich das Meer lockt: baden sollte man hier nicht Denn starke Strömungen und die zahlreichen Haie schränken das Badevergnügen doch arg ein.

Wer der Sache mit den Haien nicht glaubt, der sollte vom Indian Head, einem 40 Meter hohen Aussichtsfelsen direkt am Meer, nicht nur über die weiten Sandstrände der Insel blicken, sondern auch hinunter ins Wasser. An windstillen Tagen, wenn das Meer glatt wie ein Spiegel vor einem liegt, kann man sie dann schwimmen sehen: die Schildkröten, Rochen – und eben auch Haie.

Ein beliebter Fotostopp an der Ostküste ist das Wrack der S.S. Maheno. Die Luxusjacht war in den 1930er Jahren außer Dienst gestellt und zum Schrottwert nach Japan verkauft worden. Als das Schiff dorthin geschleppt werden sollte,  geriet es vor Fraser in einen Sturm. Um eine Katastrophe zu verhindern, mussten die Schleppseile gekappt werden – das führerlose Schiff trieb auf den Strand. Seitdem rostet das Wrack vor sich hin, und wird allmählich vom Salzwasser zerfressen.

Weit weniger gefährlich als die Haie sind die auf der Insel lebenden Dingos – vorausgesetzt, man bringt ihnen den nötigen Respekt entgegen. Viele Touristen hatten in der Vergangenheit die Wildhunde gefüttert – und sie so an den Menschen gewöhnt. Die Tiere verloren ihre Scheu und es kam immer wieder zu Zwischenfällen. 2001 wurde sogar ein Kind von Dingos tot gebissen. Uns begegnen Dingos auf  unser Fahrt über die Insel immer wieder. Und vom Auto aus geben sie ein hervorragendes Fotomotiv ab.  

Haie hin, Strömung her – die Aborigines hatten einst schon recht, als sie Fraser Island den Namen gaben. K´gari, nannten sie die Insel  – Paradies. Auch warum die Insel so beeindruckend ist, lässt sich aus den Sagen der Ureinwohner leicht erklären. K´gari ist nämlich die Tochter eines Gottes. Sie fand die Erde so schön, dass sie nicht mehr in den Himmel zurück wollte. Als Mensch aber durfte sie nicht bleiben. Und so wurde sie in eine Insel verwandelt – genauer gesagt, in die größte Sandinsel der Welt.

Auch die UNESCO hat erkannt, das Fraser ein besonderes Juwel ist – allerdings erst 1992. Seitdem zählt  die Insel zum Weltnaturerbe der Menschheit.

Rasso Knoller

 

Australien: Schlammschnorcheln in Julia Creek

Dirt and Dust Festival in Julia Creek

Beim „Dirt and Dust Festival“ in Julia Creek findet vom 11. bis 13. April 2014  der härteste Triathlon Australiens statt. Weitaus lustiger, aber dennoch mit dem nötigen Ernst geht es bei diesem Outback-Festival beim Pferderennen, Bullenreiten und Schlammschnorcheln zu. Mit Schnorchel und Flossen ausgerüstet, treffen sich Schlammtaucher aus ganz Australien, um den „flinkesten Schmutzfink“ zu ermitteln. Die Regeln sind einfach: Der Teilnehmer, der den Schlammgraben-Parcours am schnellsten durchquert, gewinnt. Erlaubt sind dabei Flossen und Schnorchel, verboten hingegen ist alles, was an einen herkömmlichen Schwimmstil erinnert. Anfänger paddeln und planschen daher eher hilflos durch die braune Brühe.

 

Australien: Infos für Schildkrötenfans

Meeresschildkröte vor der Küste von Queensland, AustralienQueensland-Urlauber können jedes Jahr zwischen November und März  in den nächsten Monaten ein ganz besonderes Naturschauspiel erleben. Dann kommen hunderte von Meeresschildkröten zur Eierablage an Land. Auf der neu eingerichteten Website www.queensland.com/turtles finden Interessierte einen Kalender, was wann und wo genau passiert. Außerdem werden verschiedene Touren aufgelistet, bei denen Besucher hautnah dabei sein und Ranger begleiten können.

Ein besonderer Ort zum „Turtle-Watching“ ist die Region rund um Mon Repos bei Bundaberg. Die Küstenstadt liegt etwa vier Stunden Fahrt von Brisbane entfernt. Mon Repos gehört zu den größten „Loggerhead Turtle“-Brutstätten des Südpazifiks. Ab November schwimmen die Schildkröten an Land, um innerhalb weniger Minuten große Löcher in den Sand zu graben, in denen sie rund 100 bis 150 Eier ablegen. Danach machen sie sich wieder auf den Weg ins Meer. Manche Schildkröten kommen pro Saison sogar mehrmals an Land, um in den Folgemonaten weitere Eier zu legen. Haben Besucher Glück, können sie im Januar die ersten Jungen, die schlüpfen, als auch die ausgewachsenen Schildkröten zusammen ins offene Meer ziehen sehen. Tickets für die nächtlichen und von Rangern begleiteten Wanderungen gibt es für umgerechnet 7,50 Euro.

 

Australien: Aboriginemalereien auf Zügen

Aboriginemalereien auf einem Zug in QueenslandAus Queensland stammende Aborigines haben sich mit ihrer Kunst auf Zugwaggons des Tilt Trains verewigt. Die speziell bemalten Züge von Queensland Rail verkehren dreimal wöchentlich zwischen Brisbane und Cairns im tropischen Norden von Queensland. Die neu gestalteten Waggons wurden vom Künstler Josiah Omeenyo aus der Lockhart River Region und von 24 weiteren Künstlern aus der Gegend rund um Cardwell und Tully vom Stamm der Girringun verziert. Auf der einen Seite des Zuges ist ein Küstenabschnitt von Cape York dargestellt, auf der anderen Seite sind zeitgenössische Darstellungen sowie historische Kunst und kulturelle Praktiken der australischen Ureinwohner zu sehen. Die Verkehrsministerin von Queensland, Annastacia Palaszczuk, sagt, dass die Indigene Kunst auf den Zügen, die ohnehin schon beeindruckende Reise an der australischen Ostküste nochmals aufwerte.

 

Mehr zu Aborigines in Australien finden Sie hier: Wandjinas und Yarrada

Zug mir Aboriginal paintings