Rumänien: Reiterurlaub in den Karpaten, Teil 4

Pferdefuhrwerk in den Karpaten

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Halbzeitpause mit Programm

Am sechsten Tag ist Ruhetag im Dorf Borospataka – Zeit für etwas Kultur. Wir wohnen in einem Museumsdorf („Skansen“), die Häuser sind im Originalstil restauriert. Abgesehen von der elektrischen Birne – versteckt im Gehäuse einer Petroleumlampe – sehen die Zimmer aus wie vor hundert Jahren. Besonders schätzen wir nach den Tagen des einfachen Lebens aber die sauberen Gemeinschaftsduschen mit fließend heißem Wasser!

Wir besuchen ein Volkskundemuseum, das von einer pensionierten Lehrerin liebevoll eingerichtet und geleitet wird, und die ehemalige Grenze der Monarchie am Fuße der Burgruine Rakóczy. Daneben steht die erste Kirche der Csángos von 1782. Der idyllisch gelegene Friedhof weist Grabsteine in Ungarisch, Rumänisch und Deutsch auf: Hier liegen Soldaten der bayrischen Kavallerie, die 1916, im ersten Weltkrieg, 20-jährig in der Nähe ums Leben kamen. Volkskundemuseum Borospataka

Am Abend gibt es Musik und Tanz der Csángos, dargeboten von hiesigen Jugendlichen. Die Geigenmusik ist zugleich süß und melancholisch, beim Tanzen wird vor allem mit den Füßen gestampft. Wir werden aufgefordert, mitzumachen und nutzen die Gelegenheit, mal andere Muskeln zu trainieren als auf dem Pferderücken.

Nach acht Reittagen und über zweihundert Kilometern sind alle zufrieden mit der Tour, aber auch nicht unglücklich, wieder in den Alltag zurückzukehren. Nur etwas mehr Galopp hätte es sein dürfen! Ein großes Lagerfeuer unter leuchtenden Sternenhimmel schließt die Tour ab. Am letzten Tag gibt es noch zwei Überraschungen: erstens dürfen wir auf dem Pferdewagen zurück in die Stadt fahren. Und was ich schon geahnt hatte, wird zur Gewissheit: Ohne jede Federung ist das Ganze keine Wohltat für die Bandscheiben; Reiten ist schöner! Um davon abzulenken, werden unsere Fahrer, die Teenager András und Zsolt, noch mal richtig übermütig und verfallen in ein Wettrennen. Erst kurz vor Gheorghieni beruhigt sich die Stimmung wieder – die Pferde sollen natürlich nicht nassgeschwitzt zum Hof kommen.

Dort wartet die zweite Überraschung: Schweifwedelnd begrüßt uns vollkommen unversehrt Kalima, der gelbe Hund. „Der ist schon seit ein paar Tagen wieder hier“, sagt Brigittas Vater. Vielleicht war er nur zu faul gewesen, die ganze Tour mitzumachen?

Maja Linnemann

Information:

Buchbar direkt über www.hipparion.ro ,  8 Tage ca. 600 Euro

Anreise: Mit dem Korona-Expresszug ab Budapest Westbahnhof, Abfahrt täglich 15.15, Ankunft am nächsten Morgen gegen 4 Uhr. Abfahrt ab Gheorghieni: 22.43, Ankunft in Budapest gegen 10 Uhr. Ohne Umsteigen.

Flughäfen gibt es in den Siebenbürger Städten Tirgu Mures (Neumarkt), Sibiu (Herrmannstadt) und Cluj Napoca (Klausenburg). Von da dann mit dem Zug weiter, was immer noch etwas langwierig ist.

Wer zuhause schon einmal Csango-Musik hören möchte: http://www.csango.hu/

Österreich: Reiterferien für Kinder am Achensee

Kinderreiterferien am Achensee

Reiterferien in den Kinderhotels: Perfekter Familienurlaub mit höchsten Qualitätsansprüchen und kompetenter Kinderbetreuung

Gemächlich läuft Pony Maxi über die Wiese. Stolz führt die achtjährige Katharina den rotbraunen Isländer in Richtung Reitplatz, den Zügel fest in der Hand. Bloß nicht loslassen. Für die idyllische Tiroler Bergwelt und die Natur rund um den Achensee hat sie keine Augen. Sie ist vielmehr gespannt auf die Übungsstunde, die sie und ihre Zwillingsschwester Theresa bei Reitlehrer Oliver vom Familienparadies Sporthotel Achensee in Achenkirch erwartet.

Flugs sitzt Katharina auf dem Pony und tätschelt zufrieden – wenn auch noch ein wenig schüchtern – Maxis Hals. Der hat eine Riesengeduld, trabt und galoppiert im Kreis und freut sich über das Lob seiner jungen Reiterin. „Gut gemacht“, kommt mehrfach vom Lehrer die Bestätigung, nachdem Oliver erklärt hat, wie einfach das Mädchen durch Drücken der Füße am Bauch des Tieres die Richtung und die Geschwindigkeit verändern kann. Das will auch Schwester Theresa üben und schwingt sich anschließend mit Begeisterung in den Sattel. Immer interessiert beäugt von vielen Eltern und kleinen Gästen, die sich vom großen Außenspielgelände und dem Hasenstall nebenan losgerissen haben, um vielleicht doch mal kurz das Pferd streicheln zu können.

Das Achenkircher Kinderhotel mit fünf Smileys unter der Leitung von Günther und Brigitte Hlebaina ist eines von knapp einem Dutzend Mitgliedern der Gruppe, die den jungen Gästen im Sommer professionelle Reitkurse anbieten. Vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen wird der richtige Umgang mit dem stolzen Vierbeiner gelernt. Denn Tochter Vanessa, eine begeisterte Pferdenärrin, kam vor zehn Jahren auf die Idee, ihr Hobby mit den jungen und vorwiegend weiblichen Hotelgästen zu teilen. Der 21-jährige Maxi gehörte zu den ersten Pferden im Stall. Mittlerweile bevölkern die Boxen mehrere Island-Ponys und Haflinger, die die täglichen Streicheleinheiten der Kinder und Erwachsenen genießen. Und wer will, darf gerne beim Füttern, Striegeln und Ausmisten helfen. Wie bei richtigen Reiterferien eben. Ponyhof am Achensee

Während die Kleineren noch an der Longe üben, hat die zwölfjährige Sophie schon „ihr“ Pferd gesattelt. Denn in Begleitung des Reitlehrers darf sie ins Gelände ausreiten. Durch die Wälder und Wiesen, vorbei an Spaziergängern und enthusiastischen Tourengängern mit den Ski auf dem Rücken, führt der Ausritt an den Fuß des Achenkircher Hausberg, den „Christlum“. Wo im Winter die Skifahrer in einem kleinen, aber sehr feinen Familienskigebiet ihre Abfahrten genießen, sorgt im Frühjahr das saftige Grün von Bäumen und Gras für einen interessanten Kontrast zu den schneebedeckten Berggipfeln.

„Der See hat neben den Bergen auch eine sehr große Anziehungskraft“, schwärmt Inhaberin Brigitte Hlebaina von „einem der schönsten Gebiete Tirols“. Das breite Tal, die Gipfel und die interessante Lage nur wenige Kilometer von der Grenze bieten sich für einen Kurzurlaub gut an. Ob im Sommer wandern, radeln oder surfen, ob im Winter Ski fahren, snowboarden oder langlaufen: „Hier kann man sehr kurzweilige Tage erleben, bei denen gerade Familien voll auf ihre Kosten kommen.“

Denn die haben die insgesamt 53 Mitgliedsbetriebe der Kinderhotels im Blick. Das Ziel wurde schon bei der Gründung des Zusammenschlusses 1988 klar definiert: Perfekten Familienurlaub mit den höchsten Qualitätsansprüchen und kompetenter Betreuung zu verbinden. „Wir wollen eine Wohlfühlatmosphäre bieten“, ist Brigitte Hlebaina vom Konzept der Kinderhotels überzeugt. Dabei stehen besonders die Jüngeren im Mittelpunkt. „Sind sie zufrieden, sind es auch die Eltern.“ Eine Kinderbetreuung von zwölf Stunden am Tag und sieben Tage die Woche, unterteilt in verschiedene Altersstufen, sorgt nicht nur bei den Kleinsten für Begeisterung. Großzügige Spielbereiche, spezielle Kindermenüs und bei gehobeneren Häusern ein Wellness-Bereich bieten unbeschwerte Tage. Wenn die Eltern mal gemeinsam etwas unternehmen wollen, etwa eine ausgiebige Wanderung, wissen sie ihren Nachwuchs gut betreut. Denn über 350 Baby- und Kinderbetreuer sind bei den Betrieben in Österreich, Italien, Deutschland und Kroatien angestellt. Die Hotels mit den gelben Smileys als Gütesiegel haben daher eine Philosophie: Ohne Kinder brauchen die Gäste erst gar nicht anreisen. Spezielle Angebote für den Nachwuchs zeichnen die einzelnen Häuser aus. Neben den Reitkursen bietet das Sporthotel Achensee Kindergolfen und Kinderwellness mit Ernährungsberatung.

Diana Seufert

Info

Unter den 53 Hotels der Gruppe der Kinderhotels gibt es auch einige Besonderheiten. Professionelle Reitkurse gibt es auch in Österreich im Familien-Erlebnis-Hotel Moar-Gut, Großarl, Familienresort Ellmauhof, Saalbach-Hinterglemm, Kinderhotel Felben, Mittersill, Familienerlebnis Hotel Post, Unken, Reiter’s Avance Hotel, Bad Tatzmannsdorf, Sporthotel beck, Brand, Almhof Family Resort, Gerlos, im Kröller Reit- & Kinderhotel, Gerlos, Aktiv- und Wohlfühlhotel Kesselgrub, Altenmarkt, Familienhotel Hinteregger, Katschberg und in Bayern im Familienparadies Neubichler Alm, Piding.

Mitten im Herzen der Kärntner Nockberge, auf fast 1900 Höhenmetern, liegt das Heidi-Hotel Falkertsee. Hier gibt es den ersten Kinderhotel-Klettersteig mit Seilrutsche für mutige Kinder und Erwachsene. Kinderspielplatz Achensee

Mit dem Dorf Kleinwild hat die Kinderhotels Gruppe das erste Dorf mit abwechslungsreichem Programm für Kinder bis 14 Jahren. Kleinwild gehört zu den Feriendörfern Kirchleitn und liegt in St. Oswald, Kärnten. Beim Toben am dorfeigenen Biotopteich, Streichelzoo und Wasserspielplatz wird spielerisch die Natur erkundet.

In einer idyllischen Sonnenbucht auf der kroatischen Insel Mali Losinj gelegen bietet das Hotel Vespera mediterranen Familienurlaub. Das Vier-Sterne-Superior Hotel Alpenrose in Lermoos an der Zugspitze überzeugt durch luxuriöse Ausstattung, einen erstklassigen Wellness-Bereich und optimale Kinderbetreuung. Ein Hotel in Form eines Schiffes erwartet die Gäste im Gina’s Kinderhotel in Drobollach, Kärnten. Die Anlage ist ein wahres Paradies für Rabauken.

Im schaurig-schönen Kinderhotel Alpina in St. Johann im Pongau im Salzburger Land spukt es und in der Steiermark befindet sich das Ballonhotel. Weitere Informationen findet man im Internet unter www.kinderhotels.com

Rumänien: Reiterurlaub in den Karpaten, Teil 3

Pferdewagen in den Karpaten

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Wie in alten Zeiten…

Rumänien ist seit dem 1. Januar 2007 EU-Mitglied, aber viele Szenen in dieser Gegend erinnern an längst vergangene Zeiten: Die Menschen leben vom Ackerbau, der Viehzucht und den Wäldern. Täglich sehen wir ältere Frauen mit Kopftüchern und langen Röcken, die auf den Wiesen das Heu wenden. Wir besuchen ein freundliches Paar auf ihrer Sommeralm, sie versorgen hier abwechselnd mit drei anderen Familien mehrere Kühe und machen jeden Tag einen runden Käse. Die Dörfer, durch die wir reiten, ziehen sich entlang fast endloser Straßen, die Hausnummern bewegen sich in den Tausendern. Ein kunstvoll geschnitztes Tor reiht sich an das nächste, die Arbeit mit Holz hat hier lange Tradition. Nur die Satellitenschüsseln an den Häusern beweisen, dass moderne Zeiten Einzug gehalten haben.

Nach zwei Nächten im Zelt haben wir am dritten Tag die Wahl, im Heu zu schlafen. Das klingt romantisch, aber viel Schlaf bekommen wir nicht. Im Untergeschoss rumoren zwei Kühe, deren Glocken unaufhörlich bimmeln. Und mitten in der Nacht erklingt plötzlich lautes Hundegebell und dramatisches Jaulen. Am nächsten Tag ist unser gelber Hund, Kalima, verschwunden. Einer der Hütehunde unserer Gastgeber sei freigekommen und habe sich auf den fremden Kalima gestürzt, so das Gerücht, das beim Morgenkaffee die Runde macht. Die zotteligen, verfilzten Hütehunde sind wirklich furchterregend, wann immer wir an einer menschlichen Ansiedlung vorbeireiten, nähern sie sich knurrend und bellend im Pulk. Zu Pferd fühlt man sich noch einigermaßen sicher, aber als Wanderer möchte ich ihnen nicht begegnen.

Als wir mittags losreiten, ist die Stimmung gedrückt, denn Kalima bleibt verschwunden. Brigitta gibt ihm keine Chance, alleine nachhause zu kommen: „Entweder die anderen Hunde zerreißen ihn, oder ein Bär. Es ist zu weit.“ Während wir in Gedanken noch bei Kalima sind, hat auch „Fekete“ ein unglückliches Zusammentreffen mit einem unfreundlichen Artgenossen. Auf der Flucht gerät er zwischen die Pferdebeine und wird gleich zweimal getreten. Für eine Weile nimmt Csaba ihn vor sich in den Sattel, aber später muss Fekete selber klar kommen. So reiten wir den Rest des Tages nur im Schritt, damit er – nur auf drei Beinen laufend – nicht den Anschluss verliert. Karpaten

An einem anderen Tag kommen wir an zugewachsenen Gräben aus dem Zweiten Weltkrieg vorbei. „Hier wurde schwer gekämpft“, erzählt Csaba. Sein Wissen um die Geschichte und Geographie der Gegend ist unerschöpflich. Mit dem 86-jährigen Großvater einer Bauernfamilie, bei der wir Quartier finden, treffen wir sogar auf einen Zeitzeugen. Der alte Herr freut sich über die Besucher und erzählt gerne Geschichten aus seiner Jugend. Leider verstehe ich nicht alles. Am Morgen verabschiedet er sich von mir mit einem eleganten Handkuss – so war es üblich in der Monarchie!

Mehrmals täglich überqueren wir private Weiden – wie im Cowboyfilm. Csaba an der Spitze öffnet das Gatter, dann erklingt sein Ruf „Der Letzte schließt das Tor“, der bis ans Ende der Reihe weitergegeben wird. Der „Letzte“ hat noch eine verantwortungsvolle Aufgabe: Er muss aufpassen, dass keines der Fohlen zurückbleibt. Einmal bewegen wir uns im Gänsemarsch gerade auf eine Wiese, als sich aus der Gruppe friedlich grasender Kühe ein mächtiger Stier löst. Langsam nähert er sich unserer Gruppe, schwenkt dabei nervös den schweren Kopf und den Schweif. Ich halte unwillkürlich den Atem an, aber Csaba hat auch diese Situation im Griff. Er greift zur Peitsche und lässt sie mehrmals durch die Luft zucken. Das Knallen wirkt, der Stier zieht sich zurück und wir verlassen die Wiese im Schritt und schließen erleichtert das Tor hinter uns.

Maja Linnemann

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Rumänien: Reiterurlaub in den Karpaten, Teil 2

Pferde in den Karpaten

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Csabas Pferde sind ausdauernd und gelassen. Das kommt von dem Training, welches sie von klein auf erhalten: Unsere „Herde“ umfasst nicht nur 15 Reiter, sondern auch ein knappes Duzend Fohlen und Jährlinge! „So lernen die jungen Pferde schon früh den Rhythmus der Wanderritte kennen“, erklärt Csaba. „Sie laufen auf unterschiedlichem Terrain, bilden ihre Muskeln und ihren Gleichgewichtssinn aus, gewöhnen sich an Menschen, Autos, Geräusche…“ Unser jüngstes Mitglied ist erst drei Wochen alt, läuft aber in der Gruppe schon wie die Alten. Zwar richtet sein kurzer, buschiger Fohlenschweif noch nicht viel gegen die Fliegen aus, aber er schnappen kann er schon, wenn ihm ein anderes Pferd zu nahe kommt. Nur in den Pausen zeigt sich, dass es ihm an Kondition fehlt, da legt er sich immer erst einmal hin, schließt die Augen fest und streckt alle Viere von sich. Rumänien, Pferde in den Karpaten

Am ersten Tag reiten wir 15 km. Gepäck und Ausrüstung werden auf zwei Pferdefuhrwerken transportiert, wie man sie im ländlichen Rumänien noch oft sieht. In dem bergigen Gelände müssen wir nicht nur manchmal absteigen und die Pferde führen, sondern an einem besonders steilen Abschnitt auch helfen, die Wagen anzuschieben. Eine echte Teamleistung! Galoppaden sind in dem bergigen Terrain eher die Ausnahme. Den größten Teil der Strecke werden wir im Schritt zurücklegen.

Deftige Küche stärkt Leib und Seele

Unser Lagerplatz liegt in einem bewaldeten Tal. Als wir ankommen, beginnt es wie aus Eimern zu schütten. Während die Gäste die Zelte aufbauen, beeilen sich András und Zsolt, Sättel und Zaumzeug zu sammeln und unter eine Plane zu stapeln. Die Pferde dürfen über Nacht frei grasen. Brigitta versucht, ein Feuer in Gang zu bringen. Ihre zwei Mischlingshunde, Kalima, gelb, rauhhaarig und jede Pause zu einem Nickerchen ausnutzend, und Fekete, mit weichem, schwarzen Fell, der mit allen gut Freund sein will, verziehen sich unter einen Wagen. Gerne würde ich es ihnen nachtun… In diesem Moment macht Gabor, ein Unternehmer aus Ungarn, mit einer Flasche in der hand die Runde und bietet allen eine Art Grappa an – der stammt von seinem eigenen Weinberg, wärmt und hebt gleich die Stimmung! Überhaupt ist die Truppe recht trinkfreudig, und nach lokaler Sitte gibt es ab und an auch schon mal einen Hochprozentigen zum Frühstück… natürlich freiwillig.

„Abnehmen wirst Du hier nicht,“ hatte Brigitta mich schon am ersten Tag gewarnt, als sie uns mit hausgemachtem Pflaumenschnaps in kleinen, für die Gegend typischen blau-weißen Becherchen begrüßte. Und sie hat recht: Trotz strömenden Regens produziert sie eine reichhaltige und leckere Mahlzeit. Die einheimische Küche ist deftig: Die Suppe kommt nie ohne saure Sahne, der Hauptgang bringt Fleisch in vielen Zubereitungsarten, dazu Kartoffeln oder unterschiedlichste Teigwaren, aber auch mal gefüllte Kohlrouladen oder Polenta, ein typisch rumänischer Auflauf aus goldgelbem Maismehl mit frischem Käse. Süchtig macht auch die selbstgemachte Auberginencreme mit frischem Brot. Zu allen Gerichten gibt es immer saure Sahne. Für die zwei Vegetarier in der Gruppe kocht Brigitta extra und während der ganzen Tour genießen wir viele frische Produkte, die „Bio“ sind, auch wenn es nicht draufsteht: Milch und Käse, Pilze, die wir tagsüber am Wegesrand pflücken, Tee aus frischer Minze und wilde Himbeeren.

Maja Linnemann

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