USA: Zahnarzt rettet Schildkröte

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Zahnarzt Fred Troxel und seine Patientin Elena. Fotograf: Andy Newman, Florida-Keys-News-Bureau

Dem Team des Turtle Hospitals auf Marathon, Florida Keys, ist es dank des Einsatzes eines Zahnarztes gelungen, eine vom Aussterben bedrohte Grüne Meeresschildkröte vor dem sicheren Tod zu retten. Das zwanzig Kilo schwere, weibliche Reptil war nach dem Zusammenstoß mit einem Boot vor gut einem Monat an der Küste von Key West gestrandet. Nach Einlieferung in das Schildkrötenkrankenhaus wurde das lebensgefährlich verletzte Tier mit viel Fürsorge und der Gabe von Medikamenten wieder aufgepäppelt. Ein großes Problem beim Genesungsprozess stellte jedoch der gebrochene Panzer dar. Fred Troxel, Zahnarzt aus den Florida Keys, wurde zu Hilfe gerufen. Er verschloss den 25 Zentimeter großen Riss mit zwei orthopädischen Platten. Diese fixierte er mit einem für die Zahnmedizin entwickelten künstlichen Füllmaterial, das sich mit organischen Substanzen verbindet. Der vollständigen Erholung der Schildkröte, die das Team des Turtle Hospitals auf den Namen „Elena“ taufte, steht nun nichts mehr im Wege. Die Chancen stehen gut, dass sie eines Tages ins Meer zurückkehren kann.

Das Turtle Hospital auf Marathon existiert seit 27 Jahren. Über 1.300 Tiere verdanken dem Team des Schildkrötenkrankenhauses ihre Rettung. Nur 25 Tiere konnten aufgrund der Schwere ihrer Verletzung nicht wieder in Freiheit entlassen werden und leben heute vor Ort oder in anderen Einrichtungen weltweit. Jährlich behandeln die Ärzte zwischen 50 und 75 gepanzerte Patienten. Deren Heilungsprozess beträgt durchschnittlich drei bis vier Monate.

 

 

 

 

Ecuador: Traurige Nachrichten von der Charles Darwin Research Station

Lonseome George

Lonesome George ist tot

Nicht immer kann das Weltreisejournal Gutes vermelden. Aber auch wenn es weh tut kommen wir unserer Chronistenpflicht nach:

Lonesome George, der einsame Georg, ist tot.

Die fast einhundertjährige Schildkröte wurde tot in seinem Gehege auf der Insel Santa Cruz aufgefunden. Was besonders traurig ist: George war der letzte seiner Art. Seit seinem Tod gilt die Art, der „Chelonoidis abingdoni“ als ausgestorben.

Gut, dass Leben geht weiter und deswegen nutzt das Fremdenverkehrsamt von Ecuador die traurige Angelegenheit zu einer Pressemeldung, in der auf das Anwachsen der Schildkrötenbevölkerung auf den Galapagos-Inseln hingewiesen wird. Weil das ja eigentlich ne gute Nachricht ist, wollen wir sie hier trotz der Trauer um George mal wiedergeben:

Seit Mitte der 70er Jahre hat sich die Schildkröten-Population auf den Galapagos-Inseln von rund 3.000 auf etwa 20.000 vergrößert. Es gelang, zehn der 15 vor 40 Jahren noch vom Aussterben bedrohten Galapagos-Schildkrötenarten zu erhalten und den Bestand der Tiere stetig zu steigern.Von den Pflanzen und Tieren, die in den Anfangstagen der Evolution auf den Inseln lebten, existieren dort heute noch immer 95 Prozent. Viele von ihnen kommen endemisch vor, es gibt sie nur auf den Galapagos-Inseln. Dazu gehören unter anderem die Galapagostaube, der Galapagospinguin und die bekannten Darwin Finken, die 1.000 Kilometer von der Küste Ecuadors entfernt ideale Lebensbedingungen vorfinden. Seit 1959 gelten die rund 114 Galapagos-Inseln als Nationalpark und stehen unter besonderem Schutz. Im Jahr 1978 wurden sie von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt.

Alles schön und gut, aber ohne George ist nichts mehr wie es war. Das WeltreiseJournal trauert um den letzten seiner Art

Informationen über Ecuador: www.ecuador.travel