Schweden: Die Holzpferde von Nusnäs

 

Für Touristen ist das schwedische Nationaltier der Elch. Die Einheimischen bevorzugen das Pferd – eines aus Holz, hergestellt in Nusnäs.

Bill Clinton hat einen, Elvis Presley hatte einen, Frank Sinatra und Yassir Arafat auch. Die Rede ist von einem Dalahäst, einem Pferd aus Dalarna. Nein, kein lebendiges Pferd. Es ist aus Holz, rot oder blau bemalt und reich verziert. Mehr noch: Dalapferde sind eines der schwedischen Nationalsymbole, und deswegen erhält Lasse Olsson auch des öfteren Bestellungen der Regierung – die Holztierchen sind das ideale Geschenk für Staatsgäste.

Lasse Olsson gehört die „Dalapferdefabrik“ in Nusnäs in der Provinz Dalarna. Er ist der Sohn von Jannes Olsson, dem Erfinder der Holzpferde. 1928 hat dieser zusammen mit seinem Bruder Nils sein erstes Holzpferd geschnitzt. Gerade erst 15 und 13 Jahre alt waren die beiden damals, und doch schon die ersten professionellen schwedischen Holzpferdehersteller. „Anderes gab es damals auf dem Land auch nicht zu tun“, stellt Lasse Olsson trocken fest.

Auch heute ist die Herstellung eines Dalahästs noch Handwerk, allerdings wird ein Pferd nicht mehr nur von einer Person hergestellt, sondern es muss eine ganze Reihe von Arbeitsschritten durchlaufen, bevor es fertig ist. Zuerst werden die Umrisse der Pferdefiguren auf Holzblöcke aufgestempelt, dann mit der Stichsäge ausgesägt. Erst wenn die Grobform festgelegt ist, kommt das Schnitzermesser zum Einsatz. Diese Feinarbeit erledigen „für uns ungefähr 50 Rentner in Heimarbeit“, sagt Olsson. Dalapferdschnitzer sind in der Region angesehene Leute, und in manchen Familien wird der Beruf von Generation zu Generation weitervererbt. Anders als sonst, übernehmen hier aber nicht die Jungen das Geschäft, sondern die Alten. Erst wer aus dem Berufsleben ausgeschieden ist, wird Pferdeschnitzer.

Holzpferde als Nationalsymbol

Sobald die Holzpferde von ihrem Ausflug zu den Schnitzern zurück sind, bekommen sie ihre  Farbe. Es braucht schon seine Zeit, bis ein Dalapferd fertig ist und in den Verkaufsraum hinausgaloppieren kann.

Wie aber kam es eigentlich, dass aus den Holzpferden von Jannes und Nils solche Verkaufsschlager, sie gar zu einem nationalen Symbol wurden? Lasse Olsson schüttelt den Kopf ob meiner Frage, lacht und fordert mich auf: „Die nächste Frage, bitte“. Nicht einmal der Herr der schwedischen Holzpferde kennt die Antwort. Die Dalapferde sind zwar durchaus schön anzusehen, aber genau genommen eben doch nicht mehr als rot oder blau angemalte Holzfiguren. 100.000 verkauft Olsson davon jedes Jahr, und die gleiche Menge bringen auch die Cousins aus dem Laden gegenüber unters schwedische Volk. Obwohl rein rechnerisch inzwischen eigentlich in jedem schwedischen Wohnzimmer ein Dalapferd stehen müsste, lässt die Nachfrage bei Olssons nicht nach.

Rasso Knoller

 

LESUNG IN BERLIN

Am Freitag den 8.7. liest Rasso Knoller aus seinem neuen Buch EIN LÄNDERPORTRÄT SCHWEDEN

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Schweden: Mit Schneeschuhen durchs sommerliche Moor

Foto C. Nowak-Bei Värnamo, Store Mosse Nationalpark, Wanderung mit Schneeschuhen

Der Store Mosse Nationalpark liegt in der historischen Region Småland einige Kilometer nordwestlich von der Kleinstadt Värnamo. Innerhalb des Nationalparks breitet sich eines der größten Moorgebiete Schwedens aus, eine liebliche Landschaft mit Hochmooren, Niedermooren, Seen und kleinen Wäldern. Auf geführten Schneeschuhwanderungen gelangt man im Sommer in Gebiete, die sonst nicht zu erreichen sind.

Unsere kleine Gruppe trifft sich an einem schönen Sommertag auf einem Waldparkplatz am Rande des Store Mosse Nationalparks. Unter fachkundiger Leitung wollen wir eine ganz besondere Moorwanderung unternehmen. Als Erstes bekommt jeder ein Fernglas, eine Lupe und ein Paar Schneeschuhe. So für alle Eventualitäten gerüstet, schlendern wir, die Schneeschuhe noch in der Hand, in den hügeligen Kiefernwald.

Foto C. Nowak-Värnamo, Im Store Mosse Nationalpark, Wanderung mit Schneeschuhen

Vorneweg geht Cornelia vom Informationszentrum des Nationalparks, erklärt dabei den Unterschied zwischen Blaubeeren, Preiselbeeren und Krähenbeeren, spürt Pilze, Libellen und Käfer auf. Sie erläutert auch die Entstehung des Store Mosse. Vor rund 18 000 Jahren begann das Eis der letzten Eiszeit zu schmelzen und bildete reißende Flüsse und große Seen. Sand und Moränenmaterial wurden mitgerissen und blieben schließlich in den Seen liegen. Besonders große Eisblöcke schmolzen erst viel später und bildeten Hohlformen im Gelände, die sogenannten Toteislöcher. Als erstes besiedelten Gräser, Kräuter und Flechten das vom Eis befreite Land, vor rund 11 000 Jahren wuchsen dann die ersten Kiefern und Haselnüsse.

Einige Tausend Jahre später wurde das Klima milder und feuchter, die Sandheide versumpfte und die ersten Torfmoose überzogen die Landschaft. Stetig wuchs der Moorboden in die Höhe, bis der Wasserstand sank und die Pflanzen den Kontakt zum Grundwasser verloren, aus dem Niedermoor wurde so ein Hochmoor, ein sehr nährstoffarmer Lebensraum. Heute besteht der Store Mosse Nationalpark aus mehreren von Sanddünen getrennten Hochmooren und Niedermooren.

Foto C. Nowak-Värnamo, Store Mosse Nationalpark

Erste Schritte mit Schneeschuhen

Bald kommen wir aus dem Kiefernwald ins Moor, doch noch laufen wir bequem über Bohlenwege. Am Ufer des Svartgölen Sees endet dann der Bohlenweg an einem schönen Picknickplatz. Ab hier kommen die Schneeschuhe zum Einsatz. Noch etwas zögerlich springen wir einer nach dem anderen auf den feuchten, federnden Moosboden und sind überrascht, dass wir kaum einsinken. Anfangs sind die XXL-Füße etwas ungewohnt, doch wenn man etwas breitbeinig geht und die Knie etwas höher hebt, klappt es ganz gut.

Früher wurde im Store Mosse Torf abgebaut, wovon heute aber kaum noch etwas zu sehen ist. Pflanzen haben es im Moor wegen der nährstoffarmen Böden schwer. In den mäßig nassen Senken wachsen gelbgrüne und grüne Torfmoose sowie der fleischfressende Sonnentau. Er kann sich mit Hilfe seiner klebrigen Blätter, die Verdauungsenzyme ausscheiden, einen Teil seiner Nährstoffe aus kleinen Insekten beschaffen. Die richtig nassen Bereiche hingegen bieten höheren Pflanzen kaum eine Nahrungsgrundlage. An relativ trockenen Stellen wachsen Heide, Glockenheide, Moosbeeren, Wollgras, Zwergbirken und Krüppelkiefern. Die Krüppelkiefern werden wegen der Nährstoffmangels zwar nur mannshoch, können aber trotzdem einige Hundert Jahre alt sein. In ihren Stämmen liegen die Jahresringe so dicht beieinander, dass man ihr Alter oft nur mit einem Mikroskop bestimmen kann.

Foto C. Nowak-Värnamo, Store Mosse Nationalpark, Schneeschuhwanderung

Vom Svartgölen See laufen wir zum Vitgölen, nehmen in seinem tiefschwarzen Wasser ein Bad, machen an seinem Ufer Picknick und stapfen schließlich zurück zum Ausgangspunkt. Dank der Schneeschuhe ist zwar keiner im Morast versunken, aber die Schuhe sind pitschnass und riechen noch tagelang nach Moor. Da bei jedem Schritt zudem Wasser an den Schneeschuhen hängenbleibt, sind auch Hose und Jacke völlig durchnässt. Keiner von uns hat eine Gehtechnik gefunden, die das verhindert, was an diesem sonnigen, warmen Sommertag aber niemanden gestört hat.

Christian Nowak

Foto C. Nowak-Värnamo, See im Store Mosse Nationalpark

Foto C. Nowak-Värnamo, Store Mosse Nationalpark, Wandern mit Schneeschuhen

Foto C. Nowak - Värnamo, Store Mosse Nationalpark, Wanderung mit Schneeschuhen

 

 

Schweden: Kunst im Untergrund – die Stockholmer Tunnelbana

Wer in die U-Bahn steigt, möchte möglichst schnell sein Ziel erreichen. Das kann man auch mit der Stockholmer Tunnalbana. Doch man kann sich auch Zeit lassen und an jeder Station aussteigen und die U-Bahnfahrt so zu einem Kunsterlebnis machen – eine wunderbare Beschäftigung an verregneten Tagen. Denn die Bahnhöfe der Tunnelbana bilden die längste Galerie der Welt – behaupten zumindest die Stockholmer. Besonders reizvoll sind diese Streifzüge im 10-Minuten-Takt der blauen Metrozüge zu nächtlicher Stunde. Wenn die Züge fast menschenleer über die Bahnhöfe huschen und die letzten Nachtschwärmer zu Skulpturen auf den Sitzbänken werden, hat man die nötige Muße, um die moderne Kunst auf sich wirken zu lassen.

Ganz bewusst haben sich die Stockholmer im Untergrund gegen fahles Neonlicht, eintönig gekachelte Wände und überlebensgroße Reklametafeln entschieden. Für die Pendler, die tagtäglich mit der Tunnelbana zur Arbeit fahren, sind die Kunstwerke an den Tunnelwänden zwar nur Hintergrundkulisse, trotzdem ist jeder Stockholmer stolz auf seine Metro. Mittlerweile sind fast alle der 100 Stationen in irgendeiner Weise künstlerisch gestaltet. Mehr als 125 verschiedene Künstler haben in den letzten 40 Jahren an den Stationen der Untergrundbahn ihre Spuren hinterlassen.

Die in den Fels gehauenen Tunnel sind zur Spielwiese der künstlerischen Avantgarde geworden, die ihre moderne Höhlenmalerei als Kunst für die Masse versteht. Die Fahrt durch die Stockholmer Unterwelt offenbart immer wieder Überraschendes: Die freundlich lachende Sonne am Thorildsplan oder den imaginären Blick durch den Fels auf einen strahlend blauen Himmel. In der Station Rådmansgatan weisen Strindbergs stechende Augen den Touristen den Weg zu seinem Museum. Solna Centrum ist ein Alptraum in Grün und Blutrot: Die Wandgemälde „Schweden in den Siebzigern“ illustrieren die Zerstörung der Natur, die Vergiftung der Gewässer und den Tod des Waldes in düsteren Bildern.

Höhepunkt der unterirdischen Bilderreise ist die blaue Linie von Kungsträdgården nach Akalla und Hjulsta. Beinahe jede Station auf dieser Linie ist ein kolossales Kunstwerk, überraschend, faszinierend oder dramatisch, ein überzeugender Sieg über die Monotonie öffentlicher Verkehrsmittel. Die Station Stadion mit ihren bunten Wegweisern, den Blumen und dem leuchtenden Regenbogen, der über die rauen Felswände fließt, strahlt Fröhlichkeit und Optimismus aus. Tekniska Högskolan dagegen ist geometrisch gestaltet, die strengen Formen der Kunstwerke in dieser Station symbolisieren die vier Elemente. Die Faszination für die Tunnelkunst erfasst nicht nur Besucher, auch die hartnäckigsten Graffiti-Sprayer sind beeindruckt, und verschonen Wanddekorationen, Skulpturen, Reliefs und Mosaike.

Christian Nowak

Slideshow: Motive aus der Stockholmer U-Bahn

 

 

Schweden: Das älteste Passagierschiff der Welt fährt auf dem Götakanal

MS Juno Copyright: Strömma AB Seit 140 Jahren – seit 1874 – ist die M/S Juno auf dem schwedischen Götakanal unterwegs. Damit ist sie das älteste Passagierschiff der Welt mit Kabinen an Bord, das noch im Dienst ist. Neben der Juno sind noch zwei weitere unter Denkmalschutz stehende Schiffsveteranen im Einsatz für Kreuzfahrten auf dem Göta Kanal. Die M/S Wilhelm Tham zählt ebenfalls mehr als hundert Jahre. Sie wurde 1912 in Dienst gestellt. Und die jünste der drei Schwestern ist mit 83 Jahren die M/S Diana von 1931. Auch sie ist eine Spezialanfertigung für den Götakanal.
Nicht nur die Schiffe sind kulturhistorische Kleinode. Auch das Fahrwasser, der Göta Kanal selbst ist ein Kulturdenkmal ganz besonderer Dimension. Das 190 Kilometer lange Bauwerk mit seinen historischen Schleusen, mit all den gusseisernen Klapp-, Roll- und Ziehbrücken sowie etlichen Gebäuden entlang des Kanals ist Schwedens größte kulturhistorische Sehenswürdigkeit. Das Leben an Bord und auch die Landgänge sind voller historischer Bezüge und nostalgischer Momente. Darüberhinaus erleben die Gäste die verschiedensten Landschaften: die Schärenküste im Osten, weite Seen im Inland, tiefe Wälder im Nationalpark Tiveden und die fruchtbaren Weiten Götalands. Und zwischendrin immer wieder sommerlich lebhafte Hafenstädtchen.

Schweden: Die Top 10 Sehenswürdigkeiten von Stockholm

1 Stadshuset

Hier werden die Nobelpreise verliehen. Die mit Mosaiken reich geschmückten Innenräume sind sehenswert. Noch schöner ist aber der Blick vom 106 Meter hohen Turm.

2 Riddarholmskyrkan

An dem charakteristischen Turm mit seiner Gusseisenspitze erkennt man sie schon von Weitem. Drinnen haben 17 schwedische Monarchen ihre letzte Ruhestätte gefunden.

3 Königliches Schloss

Für den Besuch des Schlosses mit seinen vielen unterschiedlichen Museen, sollte man mehrere Stunden einplanen. Ein beliebtes Fotomotiv ist jeden Mittag die Wachablösung durch die Soldaten des königlichen Regiments.

4 Stortorget

Einer der schönsten Plätze Europas: alte Häuser, kleine Cafés und viel gute Stimmung. An der Nordseite des Platzes liegt in dem ehemaligen Gebäude der Börse das Nobelmuseum.

5 Nationalmuseum

Die größte Kunstsammlung Schwedens umfasst neben den bedeutendsten Werken aller wichtigen schwedischen Künstler auch eine bemerkenswerte Sammlung französischer Maler.

6 Insel Skeppsholmen

Die kleine Insel erreicht man über eine Brücke. Auf ihr liegen gleich drei Museen: das Ostasiatische, das Architektur- und das Moderne Museum. Am beeindruckendsten ist das Moderne Museum in dem u.a. wichtige Gemälde von Picasso, Dalí und Matisse ausgestellt sind.

7 Freilichtmuseum Skansen

Bereits 1891 eröffnet, wurden hier Gebäude aus allen Teilen des Landes zusammengetragen. Im Tierpark sind die großen Säugetiere des Nordens zu sehen. Ein ideales Ausflugsziel für Familien.

8 Vasa-Museum

So als sei es erst gestern gesunken, kann man hier das größte Kriegsschiff aus der Flotte Gustav Adolfs bestaunen, das 1628 bei seiner Jungfernfahrt im Hafen unterging.

9 Schloss Drottningholm

Wegen seines barocken Gartens zählt das etwas außerhalb gelegene Schloss zum UNESCO-Weltkulturerbe. Absolut sehenswert ist auch das kleine Schlosstheater, bei dem wie in alten Zeiten die Bühnenmaschinerie noch manuell bedient wird.

10 Millesgården

Das Heim und Atelier des Bildhauers Carl Milles (1875–1955) ist heute ein Museum. Im großen Garten seines Hauses, der hoch über einem Meeresarm liegt, stehen viele seiner Statuen.

Rasso Knoller: Nordeuropa – Porträt einer Region

785 Nordeuropa USDänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und das weit draußen im Atlantik gelegene Island werden auch unter dem Begriff »Nordeuropa« zusammengefasst: Fünf Länder, die auf eine lange gemeinsame aber nicht immer harmonische politische Vergangenheit zurückblicken können. Ein gut ausgebautes Sozialsystem, lange Zeit vordere Plätze im PISA-Vergleich der Schulen und erfolgreiche Frauen in Politik und Wirtschaft – auf der Habenseite haben die Nordlichter vieles gemeinsam. Aber genauso groß wie die Gemeinsamkeiten sind auch die Unterschiede. Neidisch blicken die klammen Isländer auf den norwegischen Ölreichtum, kopfschüttelnd kommentieren die Schweden die dänische Alkoholpolitik, irritiert reagieren die Finnen auf die dänische Wortgewalt. Und die Rivalität zwischen Norwegen und Finnland auf der einen und Schweden auf der anderen Seite ist ohnehin legendär. Erstmals stellt Rasso Knoller  die nordischen Fünf gemeinsam vor.

Schweden: Golf unter der Mitternachtssonne

In Schweden nördlichster Region kann man nur für eine kurze Zeit unter der Mitternachtssonne Golf spielen.

Golf in Bjoerkliden,  foto Peter Corden kl

Die Golfsaison in Björkliden in Schwedisch Lappland ist kurz. Sie beginnt  Anfang Juli, wenn der letzte Schnee geschmolzen ist und endet bereits im September. Dafür kann man in den wenigen Sommermonaten 24 Stunden am Tag Golf spielen, denn hier geht die Sonne nicht unter. Unter der Mitternachtssonne wirkt der Golfplatz in Björkliden geisterhaft und magisch. Die wilde Natur, das weite Wasser, der Wind und das Licht – eine einmalige Atmosphäre, um sein Handicap zu verbessern. Der Golfplatz in Björkliden, der 250 km vom Polarkreis entfernt liegt, wurde als einziger Platz in Schweden vom dem Magazin „Golf World“ unter die 100 schönsten Golfplätze der Welt gewählt.

Picus Lesereisen: Trolle, Schnee und Saunakult

Picus Lesereisen Trolle, Schnee und SaunakultWenn bereits zwei Menschen am selben Seeufer Einheimische von Überbevölkerung sprechen lassen, wenn in der gesunden Sauna Würstchen am heißen Stein vor sich hin brutzeln und das eine oder andere kühle Bier dazu getrunken wird, und wenn erwachsene Männer mit Hingabe debattieren können, wo genau nun der Weihnachtsmann herkommt, dann ist es unübersehbar: Die Skandinavier haben ihre eigenen Sitten. Dieser Sonderband stellt eine Auswahl von Texten aus den erfolgreichen Bänden der Reihe Picus Lesereisen zu den Lebensgewohnheiten, Traditionen und Naturschönheiten Dänemarks, Finnlands, Norwegens und Schwedens dar. Sie entführen nicht nur in einsame Hütten oder zu Abenteuern unter freiem Himmel, sondern auch mitten hinein in den Trubel von mitternächtlichen Shoppingtouren und zu einem mittelalterlichen Wikingermarkt. Dabei lernt man die wundersamen Besonderheiten der Finnen kennen, erfährt, warum in Schweden alle »duktig« sind, staunt über die Fortschrittlichkeit der norwegischen Königsfamilie und ergründet das Geheimnis, warum das dänische Hotdog einfach am besten schmeckt. Mit Beiträgen von: Rasso Knoller, Nina Freydag, Franz Lerchenmüller, Barbara Schaefer und Helge Sobik.

Lesereise: Kulinarium Skandinavien

1038Kulinarische Wagnisse und ausgefallene Spezialitäten wie »lutefisk« oder »surströmming« stehen mitunter auf dem Speiseplan der skandinavischen Küche, aber auch Köstlichkeiten wie »smørrebrød« oder Meeresfrüchte aller Art. Die Autorinnen und Autoren des Sammelbands begeben sich auf Entdeckungsreise und erzählen nicht nur von den Erfolgen der schwedischen Kochnationalmannschaft und von dem dänischen Klassiker »Dyrlægens Natmad«, sondern auch von skandinavischen Alkoholbräuchen und der allgegenwärtigen Tasse Kaffee. Begeben Sie sich auf eine abenteuerliche, vielfältige Reise durch das kulinarische Skandinavien! Mit Beiträgen von Anne Helene Bubenzer, Barbara Denscher, Nina Freydag, Gabriele Haefs, Rasso Knoller, Franz Lerchenmüller, Barbara Schaefer und Helge Sobik.

Schweden: Am 4. Oktober ist der Tag der Zimtschnecke

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Ob Schokolade, Pfannkuchen, Hering oder Waffeln – sie alle haben in Schweden ihren eigenen „Feiertag“ im Kalender. Ganz klar, dass auch die schwedische Zimtschnecke, die so genannte Kanelbulle, nicht fehlen darf. Schließlich zählt das am 4. Oktober gefeierte Gebäck zu den beliebtesten süßen Snacks in Schweden, die zum Kaffee – meist zur so genannten „fika“ (dt. Kaffeepause) – verzehrt werden. Auch hierzulande erfreuen sich die süßen Teilchen immer größerer Bekanntheit und Beliebtheit. Eigentlich ist in Schweden aber fast jeder Tag der Tag der Zimtschnecke (Kanelbullens dag), die es in jedem Supermarkt, jedem Café und an jedem Kiosk zu kaufen gibt. Um sich in der schwedischen Zimtschneckenwelt zurecht zu finden, empfiehlt sich ein Blick in den Restaurantführer White Guide, welcher unlängst die besten Cafés 2013 gekürt hat. Ein hilfreiches Nachschlagewerk, nicht nur für Einheimische, sondern auch für die zahlreichen Touristen, welche ohne ihre tägliche Zimtschneckendosis keinen einzigen Urlaubstag durchhalten könnten.

Beim Thema Zimtschnecken darf aber vor allem das Café Husaren in Göteborg nicht vergessen werden, in dem es die vermutlich größten Zimtschnecken der Welt zu kaufen gibt.

Für all jene, die sich die Wartezeit bis zu ihrem nächsten Schwedenurlaub versüßen möchten, folgt hier ein leckeres Kanelbulle-Rezept zum Selberbacken:

Zutaten: (25 Stück)
35 g Hefe
125 ml (ca. 105 g) Zucker
300 ml Milch
1 Ei
120 g Butter
1 TL Salz
1 EL Kardamom, gemahlen
750 g Weizenmehl

Füllung:
100 g weiche Butter
50 ml (ca. 43 g) Zucker
2 EL Zimt

 Zum Bepinseln:
1 Ei
2 EL Wasser
Hagelzucker

Zubereitung:
In einer Schüssel die Hefe in etwas Milch auflösen. Butter zerlassen und zur Milch geben. Die restlichen Zutaten hinzufügen und den Teig in der Küchenmaschine 10-15 Minuten durchkneten. Teig zugedeckt 30 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen. Den Teig zu einer Dicke von ca. 3 mm und einer Breite von ca. 30 cm ausrollen und mit der weichen Butter bestreichen. Zucker und Zimt mischen und über den Teig streuen. Diesen dann zu einer langen Rolle zusammenrollen und in 25 Scheiben schneiden. Die Scheiben mit der Schnittfläche nach oben in Papierförmchen legen und auf einem Backblech zugedeckt ca. 60 Minuten oder bis zur doppelten Größe gehen lassen. Ei und Wasser vermischen, die Schnecken vorsichtig damit bepinseln und mit Hagelzucker bestreuen. Bei 220°C im Ofen 5-6 Minuten backen. Auf dem Gitterrost abkühlen lassen.

 

Picus Lesereisen Schweden

Knoller, Lesereisen Schweden

Knoller, Lesereisen Schweden

Ein Himmel in einem Blau, „wie es allenfalls Verliebte in den Augen ihrer Angebeteten erblicken“, und dazu saftiggelbe Herbstwiesen die schwedischen Nationalfarben lachen Rasso Knoller im Land der Elche bereits aus der Natur zu. Auf dem Fahrrad, einem selbst gebauten Floß oder dem Hundeschlitten führt diese Lesereise durch das Land, in dem nicht nur Deutsche besonders gerne den Spuren der riesigen Hirsche folgen und in die Fußstapfen Astrid Lindgrens treten.
Knoller bereist, was man gemeinhin mit Schweden assoziiert: die Villa Kunterbunt, die Produktionsstätte des Dalarna-Pferdes, des aus Holz geschnitzten Nationalsymbols, und das Städtchen Ystad, in dem Kommissar Wallander auf Verbrecherjagd geht. Zum unvergesslichen Erlebnis werden die einzelnen Stationen aber durch die Zeitgenossen, denen der Autor begegnet und die ihm Orte abseits der gängigen Touristenpfade zeigen. So besucht er etwa eine Bibliothek, in der man anstelle von Büchern Menschen ausleihen kann. Rasso Knollers Routen führen durch einen weiten Teil Schwedens und tief in die Seele der Nation.