Ostasien: Die AIDAdiva – Eine Kleinstadt auf See

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Gut 30 Grad ist es am Abend. Die Lichter der Skyline glitzern im Meer. Ein lauer Wind weht in der Tropennacht und leise vibriert der Schiffsdiesel. Die AIDAdiva verlässt den Hafen und nimmt Kurs aufs offene Meer.

Auf Deck 11 steht Kapitän Sven www.aida.de Laudan mit den vier goldenen Streifen. Er hat noch Dienst. Mit nur zwei Joysticks und den Blick auf die Monitore navigiert er die schwimmende Kleinstadt durch das nächtliche Meer. Er zeigt auf die Öltanker, deren Lichter wie verschüchternde Glühwürmchen leuchten. „Da vorbeizukommen ohne etwas zu beschädigen ist immer wieder eine Herausforderung. Der Hafen ist zu eng und zu befahren“, erzählt er.

IMG_1014Über 2000 Passagiere hat das Kreuzfahrtschiff „AIDA diva“ in seinem Bauch verschluckt hat. Das schwimmende Hotel ist 252 Meter lang, 32,2 Meter breit, mit eigenem Wasser- und Stromwerk, Shops, Galerien, Biertanks und sogar einem Casino. Am Frühstückstisch sitzen Ruth und Hannelore, die sich an vergangene Zeiten erinnern, als es noch Tischordnungen gab, die Passagiere sich fürs Dinner fein machten. Der Ober mit den weißen Handschuhen noch Eclairs zum Tee reichte. Der Cluburlaub auf See mit der AIDA bricht mit einigen Traditionen. Den Bug ihrer bisher neun Schiffe ziert ein roter Kussmund. Man lockt  jüngere Paare und Familien.  42 Jahre ist das Durchschnittsalter an Bord. Es gibt kein Captain´s Dinner, kein Schlips und Smoking. Dafür Saunawelt, Badespaß, Decksliege oder Joggingpfad, alles ist inklusive. Ebenso die Büfetts. Wer es gediegener haben möchte, wählt eins der a la carte Restaurants. Natürlich gegen Aufpreis.

IMG_0801Börsen Stammtisch auf hoher See? Nein, wie eh und je ruft es über den Lautsprecher: Bingo Time. Meist laufen dann doch betagte Herrschaften über flauschige Teppiche dem versprochenen Spaß entgegen. Bezahlt wird mit Bordkarte. Ganz gleich, ob Spielscheine, oder in der Kunstgalerie, Fotoladen oder Bar, einfach die Kabinenkarte vorzeigen, unterschreiben und alles wird abgebucht. Ein Bier kostet 3.50 Euro, ein Glas Champagner 7 Euro. Über sein Soll kann sich der Passagier später auf dem Flachbildschirm seiner Kabine informieren. Am Ende der Reise steckt dann die komplette Rechnung im Briefumschlag. Darauf wirft so mancher der Gäste einen ernüchterten Blick.

IMG_0975Der Schiffskapitän lässt keinen Zweifel daran, wie sehr ihn das Konzept dieses Kreuzfahrtschiffes verbindet. Es ist das Gefühl der Freiheit. Man verschafft sich einen Überblick über ferne Länder und andere Kulturen gewissermaßen im Vorbeifahren. Es gibt kaum Wartezeiten beim Auschecken zu den Landgängen. Die 600 Mann starke Mannschaft hat die Logistik fest im Griff. Morgens können die Gäste gelassen auf die Pier eines fremden Ortes blicken. Bei Ausflügen warten zwischen den hoch aufragenden Wolkenkratzern Pagoden, Tempel, Moscheen und Kahnfahrten. Einige Gäste verzichtet auf solche Trips. Sie gönnen sich das Bordleben. Genau wie die Crew, die schon über Jahre auf See viel gesehen hat.

IMG_1321In Vietnam, dem letzten Landausgang der Reise kreuzen Mopeds hupend den Weg. Der Blick in die exotischen Länder lässt die Reisenden erkennen, dass sie in der fernen Fremde gelandet sind. Es bleibt wenig Zeit für das trubelige Großstadtleben. Schon am frühen Nachmittag fahren die Busse zurück zum Kai, wo kurz darauf das Schiffssignal dröhnt und der Dampfer pünktlich wieder ablegt. In den kühlen Kabinen liegt das gedruckte Programm für den kommenden Tag auf See. Gymnastik mit Musik auf dem Sportsdeck, Kunstauktion und Verkauf des fertig gestellten Reisefilms im Theatrium. Nicht, dass man es eilig hätte. Auf Heimatkurs drosselt der Kapitän mehrmals die Schiffsdiesel, damit der zweiwöchige Törn nicht zu früh zu Ende geht. Bald taucht Bangkok auf, diesmal an Steuerbord. Dort warten schon die neuen Passagiere auf ihren Traumtrip durch die ostasiatische Welt.

Heidrun Lange

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Weihnachts-Kreuzfahrt im Südchinesischen Meer

Asien-Kreuzfahrt, Begrüßung Da Nang Vietnam

Schiffsreisen boomen. Ein besonderes Erlebnis ist  eine Kreuzfahrt zu Weihnachten und über den Jahreswechsel.  Mit etwa einhundert deutschsprachigen Passagieren war ich auf der COSTA CLASSICA im Südchinesischen Meer unterwegs.

Gemeinsam mit Touristen aus 53 (!) Nationen startete in Hongkong die Kreuzfahrt der Superlative. Sieben Länder und acht Häfen standen auf dem 15tägigen Programm der über 7000 km langen Seereise zu Höhepunkten Asiens.

Kreuzfahrt-Direktorin Monja Salvati: „Diese Weihnachts- und Silvester-Kreuzfahrt ist auch für uns eine besondere Herausforderung. Das gilt nicht nur für vier festliche Gala-Dinner und die über 50 Landausflüge, sondern auch für die allabendlichen Shows im Colosseo-Theater des Schiffs.

Für alle war diese Weihnachts-Kreuzfahrt im Südchinesischen Meer etwas Besonderes. Einmal auf dem schwimmenden Hotel eingecheckt, gab’s jeden Tag viel Neues und Interessantes zu erleben. Weihnachtliche Deko samt geschmückter Riesentanne in der Lobby erinnerten bei tropischen Temperaturen auf hoher See an die Feiertage. Von erholsamen Seetagen an Bord unterbrochen, konnten so 1300 Passagiere ihre Reise von Hongkong über Manila, Kota Kinabalu (Malaysia), Bandar Seri Begawan (Sultanat Brunei), Singapur, Ho-Chi-Minh-Stadt, Da Nang, Sanya nach Hongkong in vollen Zügen genießen, auf den Sonnendecks im tropischen Südchinesischen Meer Sonne satt tanken. Weihnachten in Singapur – die Stadtrundfahrt durch die Mega-Metropole und ein Bummel durch den einzigartigen Botanischen Garten versetzten uns in eine ganz besondere Stimmung weit von der Heimat entfernt.

Unvergesslich der Heiligabend bei 33 Grad (im Schatten) im Sultanat Brunei und die Silvesternacht zwischen Da Nang (Vietnam) und Sanya (China). Nachdem wir das neue Jahr zwischen der imposanten Lobby mit der Riesentanne, Weihnachtssternen und der aus Eis geformten 2010 sowie dem Theater zünftig gefeiert hatten, klingelte bereits sieben Stunden später (Zeitumstellung) wieder der Wecker. Per Deutsche-Welle-TV konnten wir den von Schneefall begleiteten Jahressstart in Berlin live miterleben, bevor es nach einem Glas Sekt zum touristischen Buddhismus-Centrum auf der tropisch warmen chinesischen Insel Hainan ging. Ein unvergesslicher Neujahrstag zwischen imposanten Buddhas, Tempel und Pagoden.

Hans-Peter Gaul