Deutschland: Harz – Die steilste Abfahrt nördlich der Alpen

K1024_Brockenbahn_in_Winterlandschaft__Harzer_TourismusverbandSchneesicher sind die Harzer Wintersportorte nicht. Doch sobald sich die weiße Pracht einstellt, bieten Harzer Loipen und Pisten, Rodelbahnen und Natureisflächen jede Menge Winterspaß.

Der erste Schnee fällt oft schon im Oktober. Zumindest auf dem höchsten und berühmtesten Berg des Harzes, dem 1141 Meter hohen Brocken. So auch in diesem Jahr. Bereits Mitte Oktober meldeten die Meteorologen von der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes auf dem Brocken eine dünne Neuschneeschicht und posteten launig das Foto vom ersten Schneemann der Saison. Bis sich der ganze Oberharz in ein weißes Wintermärchenland verwandelt, gehen meistens noch etliche Wochen ins Land. Ein Garant für weiße Weihnachten ist auch der Oberharz mit Höhenlagen um 800 Meter schon seit den 1960er Jahren nicht mehr. Im Januar und Februar aber stehen die Chancen auf weiße Pracht noch immer ziemlich gut. Und wenn die Fremdenverkehrsbüros auf der Wintersport-Website die passenden Schneehöhen melden, zieht es nicht nur die Niedersachsen und Sachsen-Anhaltiner in ihre Berge. „Unsere Loipen und Pisten locken auch Hamburger und Berliner “, weiß Christin Faust vom Harzer Tourismusverband in Goslar. Mit dem Auto und auch mit Bahn oder Bus lassen sich die Wintersportorte in dem südlich von Braunschweig und Magdeburg gelegenen Mittelgebirge von Berlin aus in etwa drei Stunden erreichen. Spontan ein Hotelzimmer oder eine Ferienwohnung zu bekommen, ist in der Regel nicht schwer. „Die typischen Winterurlauber im Harz sind ja die Kurzentschlossenen“, so Christin Faust. „Die meisten buchen erst, wenn der Wetterbericht für die nächsten Tage Neuschnee und dann knackigen Frost und strahlenden Sonnenschein verspricht. Und denen können die Vermieter vor allem in den kleineren Orten immer noch Fremdenzimmer oder Appartements anbieten.“

K1024_Brockenkuppe_Winter__E._RonkainenWenn man Harzfans nach ihren Winterfavoriten befragt, fallen die Antworten ganz unterschiedlich aus. Für die einen gibt es nichts schöneres, als durch die verschneiten Wälder zu wandern, zum Beispiel auf dem sechs Kilometer langen Rundwanderweg bei Hohegeiß, der vorbei an der Alten Bobbahn durchs Wolfsbach- und durchs Gretchental führt. Andere, die mehr Action wollen, zieht es an den Wurmberg bei Braunlage. Hier liegt das größte Skigebiet des Harzes. Weil die Winterklientel heute anspruchsvoller ist, als noch vor 20 oder 30 Jahren, haben die Harzer hier vor ein paar Jahren die Infrastruktur nachgerüstet und der Natur hier und da nachgeholfen, um den Abfahrtspaß vielseitiger und attraktiver zu machen. Nun gibt es eine neue 1,2 Kilometer lange Piste am Osthang. Kenner loben die ideale Neigung, die zu flotten Carvingschwüngen animiert, Skiläufern und Snowboardern aber auch ganz gemütlich talwärts brettern lässt. Steil und „schwarz“ dagegen ist die neue Piste am Hexenritt, diese Direktverbindung vom Wurmberggipfel zur Mittelstation und ist selbst für Könner kein Spaziergang. Mit einem Gefälle von 60 Prozent sorgt sie – als steilste Skiabfahrt nördlich der Alpen – zumindest bei Nordlichtern für Adrenalinschübe. Anfänger können sich auf einer eigenen Piste ausprobieren, Snowboarder finden ihr Revier am Sonnenhang auf einen Freestyle-Parcours mit verschiedenen Features. Weil sich das größte Harzer Skigebiet vor allem als Freizeitziel für Familien empfehlen will, fehlt auch eine Snow-Tubing-Anlage nicht. In Schlauchreifen rutschen dort schon die Jüngsten jauchzend in den Abhang runter und liefern Bilder, wie sie die regionalen Fernsehsender lieben, wenn sich der norddeutsche Winter einstellt.

Ein Zug der Harzer Schmalspurbahn HSB fŠhrt zum Brocken (Aufgenommen am 7.2.10) Die Strecke zum hšchsten Harzgipfel ist das Zugpferd der HSB. Rund 700000 FahrgŠste nutzen jŠhrlich das Angebot mit dem Zug zum Brocken zu fahren. Auf der Pressekonferenz der HSB werden am Donnerstag den 11.02.10 die neuesten Zahlen des GeschŠftsjahres 2009 prŠsentiert.

Schnelles Gipfelglück

Lange Wartezeiten an den Wurmberg-Liften gehören erst einmal der Vergangenheit an. Eine neue Vierer-Sesselbahn verbindet Mittelstation und Gipfel. Seit dem Ausbau kann die Anlage nun 3000 bis 4000 Menschen pro Stunde auf den mit 971 Metern höchsten Berg Niedersachsens befördern. Um die weiße Saison ein wenig zu verlängern, haben die Betreiber der Wurmberg-Seilbahnen zudem in eine Beschneiungsanlage investiert. Sobald die Temperaturen unter null Grad sinken, können innerhalb von 72 Stunden fünfeinhalb  Pistenkilometer wintersporttauglich machen, ohne dass eine Flocke Naturschnee fällt.
Weniger idyllisch geht es bisweilen auf dem Parkplatz an der Mittelstation zu. Im Zuge der Modernisierung wurden hier 600 PKW-Stellplätze geschaffen. Doch an Wochenenden mit Bilderbuch-Winterwetter reichen die bei weitem nicht aus. Ab zehn Uhr ist meistens schon alles dicht. Zusätzliche Stellflächen will man aber nicht schaffen. Konflikte mit Umweltschützern wären vorprogrammiert. Wer sich den Parkstress ersparen will, muss frühaufstehen oder, wenn das keine Alternative ist, mit der Seilbahn anreisen, die den Ort Braunlage mit der Wurmberg-Mittelstation verbindet.

K1024_Am_Wurmberg_Braunlage__Wurmberg_AlmWer auf die Harzer Superlative verzichten kann, weder die steilste noch die – mit vier Kilometern längste Abfahrt zum Winterglück braucht, kann andere Orte ansteuern. Bad Sachsa, Hahnenklee, Hohegeiß, Sankt Andreasberg und Schulenberg betreiben ebenfalls Liftanlagen und präparierte Abfahrt-Pisten. Darüber hinaus locken, über den gesamten Harz verteilt, rund 500 Kilometer gespurte Langlaufloipen, Natureisflächen, Rodelberge und Rodelbahnen, auch solche, die abends beleuchtet werden. Eine der längsten Naturrodelbahnen kann Bad Harzburg für sich reklamieren, 1500 Meter lang ist das Vergnügen auf der alten Harzburger Molkenhaus Chaussee. Die Bergstation von Torfhaus, einem Ortsteil der Bergstadt Altenau, liegt in 820 Metern Höhe. Ski-Alpin- und Rodelpisten sind  hier zwar nur wenige hundert Meter lang. Dafür bietet sich bei der Talfahrt – klare Sicht vorausgesetzt – ein herrlicher Blick auf den Brocken. Den sagenumwobenen Hochharzgipfel kann man auch im Winter ganz bequem erreichen. Ab Schierke zuckelt die Schmalspurbahn durch die verschneite Märchenlandschaft. Oben angekommen hilft eine heiße Erbsensuppe gegen die klirrende Kälte.

Text: Susanne Kilimann
Fotos: Harz Tourismus

 

Schweiz: Und ewig singt Sabine den Snowli-Song

Das Kind soll Skifahren lernen. Nichts für Eltern, die sportliche Aktivitäten rund ums Wasser im gefrorenen Zustand ebenso gering schätzen wie Käse-Fondue. Sei’s drum: Aufi geht’s in die Schweiz zur Bettmeralp am Aletschgletscher!

Ostern: Die Frühlingssonne brennt, alles blüht. Die Familienstimmung ist auf dem Tiefstand. Jeder quält sich schwitzend auf dem Parkplatz an der Talstation der Luftseilbahn in die Skisachen. Dann heißt es Auto Ade, kostenfreier Anruf beim Hotel, Gepäckberge in die Kabinenbahn und rauf auf fast 2000 Meter.

Szenenwechsel: Zwei Meter unberührter Schnee und eine Bergkulisse, die bereits während der Gondeltour von Höhenangst ablenkt: unten das Rhonetal, frontal Schweizer Postkartenpanorama auf 4000er Berggipfel, darunter der berühmte mit dem Knick– das Matterhorn; Herzstück der Walliser Alpen. Irritierend nur – ja was eigentlich? Dann hört man es: Stille, die nur von Schlurfen, Schleifen und Knirschen von Menschen und Hunden auf Skiern, Stiefeln, und Pfoten unterbrochen wird. Motorgeräusche macht allein das Snowmobil für den Umzug von der Station zur Unterkunft. Die Bettmeralp ist einer von neun autofreien Orten in der Schweiz, davon allein vier im Wallis.

Auf dem Weg zum Hotel dann doch noch ein Geräusch. Eine rauchige Stimme schallt durch den ganzen Ort „Ja der Snowli lernt Skifahrn auf den schönen Bettmeralp…holdrijoh“ Sie tönt aus einem Haufen von Zipfelmützen und streichholzgleichen Stecken, die im Vorbeifahren als Mini-Ski des Bambinikurses identifiziert werden können.

Der Ort ist klein. Alles liegt zentral. Wer nachmittags ankommt, hat schnell alles unter Dach und Fach und kennt sich aus: Geldtausch, Skiausrüstung und –kurs, Arzt direkt bei Apotheke, Verpflegung im nächstgelegenen Supermarkt. Dort gibt’s die erste Begegnung mit einer der leckeren „Hüswurschtjini“, nämlich der Sasser, einer Salami mit roter Beete. Dann ab ins Cafe, Jacke aus und Sonnenbrille an und mit Aussicht auf die eigenen Kinder, die sich beim Rodeln mit anderen vergnügen, fängt beim Jägertee der Urlaub an: Da tauen sogar Schneemuffel langsam auf.

Anderntags sind keine Berge in Sicht. Nur ein verhangener Himmel und dicke Schneeflocken, die beständig herunter rieseln: Da schickt man keinen Hund vor die Tür. aber das eigene Kind. Das hat mit kalter Nase und klammen Fingern keinen Sinn  für den sportiven Ehrgeiz der Eltern. Aber da gibt’s ja die Unerschütterliche mit dem Snowli-Song, die X-kleine Nasen putzt, strahlt und im schönsten Schwitzerdütsch sagt: “Ich freu mir, wenn man mir Sabine nennt“. Sabine Haldemann schmettert in Spitzenzeiten so an die 170 mal pro Saison das Skilernlied und schleust ca. 90 Kinder pro Tag mit ansteckender Begeisterung durch den Skikurs. Die ehemalige Arzthelferin hat ihren Traumjob gefunden. „Die Kinder von der Bettmeralp und mein Freund sind meine Familie“. Sie kennt sie alle – seit Geschwistergenerationen. Und die Kinder erinnern sich an sie. Wie der blinde Junge, der sie an der Stimme ortete und bei der Begrüßung festgestellte, dass die Ohrsteckerli andere sind als in der letzten Saison. Wer den Job macht, braucht ihre Einstellung: Sie darf hier arbeiten.

Eltern von Lernunwilligen werden freundlich, aber energisch fortgebeten. Skifahrer unter jenen sind mit Pisten verschiedenster Schwierigkeitsgrade an der Bettmar-, Fiescher-  und der Riederalp bestens bedient. Da ist sogar ein Tross von Tiroler Skilehrer begeistert, die hier das Ende ihrer Saison feiern.

Abseits der Pisten

Die, die Angst haben, dass der Abschuss vom Berg gleich der Abschluss vom Urlaub werden könnte, sollten eine Skischuh-Wanderung ausprobieren. Danach weiß man wieder ganz genau, dass man Lungen hat und wo welcher Muskel liegt. Nicht weniger eindrucksvoll, aber weniger anstrengend ist die Fahrt mit der Kristallgondel auf die Gipfelstation des Großen Aletschgletscher, der mit 23 Kilometern der größte der Alpen ist. Für bekennende Nichtsportler gibt es ein herrliches Alternativprogramm: Balkon, eine dicke Decke, reine Bergluft, heiße Schoki und ein Schläfchen nach jeder zehnten Seite eines dicken Schmökers. Einfach Faulenzen. Manchmal mit Blick auf die Snowboarder, die auf ihrem Brett nur in Badehose bekleidet vom Hallenbad direkt ins Hotel sausen. So kann sich auch der Anti-Wintersportler, für Urlaub im Schnee erwärmen.

Und auch mit dem Käsefondue klappt es noch: Im 5-Tische-Restaurant Gläcktricka. Da kann man beim Bestellen des gleichnamigen Fondue nicht nur den herrlichen Schweizer Dialekt üben, sondern sich den leckeren Käse auf der Zunge zergehen lassen. Die Besitzerin Lisa Engler sorgt für frische Zutaten aus der Gegend und damit für neue Anhänger des Käsegerichtes. Auf dem Weg zu Hotel, nach dem Verdauungsschnaps, summt so mancher selig den Snowlisong mit dem festen Vorsatz, sich beim nächsten Familienurlaub, selbst auf die Bretter zu wagen. Vielleicht gibt es ja unter den Skilehrern eine Sabine für Große!

Petra Meisel

Deutschland: Kostenloser Skiatlas fürs iPad


Skiatlas fürs iPad kostenlos im App Store

Skifahrer lieben es auf der Piste rasant. Auf den modernen iPads mögen sie es dagegen möglichst scharf. Sie „zoomen“ sich mit Vorliebe in die Skigebietszeichnungen hinein, wollen jedes Detail einer Abfahrt erfassen. Bislang gab es dafür allerdings kein Angebot. Nun haben die Macher von „Schnee und mehr – Der Atlas“ auf diesen Nutzerwunsch reagiert. Rechtzeitig zur Winterhalbzeit ist eine neue Version des ersten Skiatlas fürs iPad erschienen. Der Clou: Die mehr als 250 Pistenpläne dort können nun fast beliebig vergrößert werden. Dazu wurde die Auflösung der Panoramen versechzehnfacht. Damit die Ladezeiten klein bleiben, ist die App nun in sechs Bände aufgeteilt. Geblieben ist der nutzerfreundliche Vertrieb: Das ganze, sechsbändige eMagazin bleibt bis auf Weiteres kostenlos. „Schnee und mehr – Der Atlas“ basiert auf dem DSV Skiatlas und wird von der langjährigen Redaktion des alpinen Standardwerks verantwortet.

„Schnee und mehr – Der Atlas“ wird im Apple App Store aktuell kostenlos angeboten ( https://itunes.apple.com/us/app/schnee-und-mehr-der-ipad-skiatlas/id578147750?l=de&ls=1&mt=8 ). Wer kein iPad hat, der kann sich PDFs herunterladen und online in einem sogenannten Blätterkatalog schmökern: www.deratlas.schneeundmehr.de.

Italien: Winterträume im Pustertal

Mit Kindern in Südtirol

Der Kronplatz ist ein ideales Ferienziel für Winterspass mit Kindern. Nicht nur familienfreundliches Skifahren ist dort angesagt, sondern auch Schneeschuhwandern, Rodeln, Langlaufen und gutes Essen.

So gut spurt unser Nachwuchs selten und das auch noch bei Nacht und Nebel im dunklen Wald. Aber hier geht es ja auch nicht darum, den Eltern zu folgen.

Meterhoch liegt der Schnee. Tief versinkt der siebenjährige Felix bei jedem Schritt im flockigen Weiß. Denn ausgerechnet er als Jüngster will unsere Gruppe anführen und die Spur treten bei unserer nächtlichen Schneeschuhwanderung durch das Pustertal in Südtirol. Das kostet nicht nur Kraft, sondern fordert auch Mut. Denn im Licht der Fackeln werden die Schatten der Bäume und Menschen zu Riesen, ächzen die Äste unter der weißen Last.

Wege durch die Dunkelheit

Nur manchmal setzt sich unser Führer Paul Sapelza an die Spitze, wenn er einen Übergang über das kleine Flüsschen sucht. Doch entweder sind die quer liegenden Stämme zu glitschig oder die Eisfläche trägt nicht. So müssen wir einen anderen Weg finden. Dabei ist es der Gruppe ein Rätsel, wie Paul hier im Dunkel des Waldes, in dem nur die vom Feuerschein erleuchteten Eiskristalle wie Diamanten funkeln, nicht die Orientierung verliert. „Ich richte mich nach den Gipfeln“, erklärt der staatlich geprüfte Bergführer, der die Gegend wie seine Westentasche kennt.

Bereits als Bub hat er hier Skitouren gemacht, da seine Eltern nicht das Geld für eine Liftkarte aufbringen konnten. Gebannt lauschen die Kinder seinen Geschichten über Tierspuren und Sagen und fassen schnell Vertrauen in seine ruhige Art. Vielleicht liegt es daran, dass der passionierte Bergführer viele Jahre in Kursen schwer erziehbare Jugendliche betreute und weiß, wie man Kinder begeistert, ihr Durchhaltevermögen weckt. Auch unser Jüngster will am nächsten Tag lieber nicht auf die Piste, sondern rein in die Schneeschuhe. Und wieder spurt

er begeistert zwei Stunden lang vornweg gegenüber dem imposanten Hohen Gaisl den Weg. Danach schmeckt die köstliche Südtiroler Spezialität, selbst gemachte Tritlans– frittierte mit Käse und Spinat gefüllte Teigtaschen – im Berggasthof Plätzwiese besonders gut.

Wandern und Abfahren

Bereits vor vielen Jahren setzte Paul Sapelza, Inhaber der Alpinschule Pustertal, auf Alternativangebote zum reinen Skifahren und verdeutlicht: „Schneeschuhwandern verzeichnete in den vergangenen Jahren zweistellige Zuwachsraten.“

Auch wenn Paul den sanften Tourismus unterstützt, liebt er das Skifahren. Und der Kronplatz ist Südtirols Skiberg Nummer Eins, wie der örtliche Tourismusverband in der Werbung propagiert. Dabei ist der Berg der sich im Winter wie ein Gugelhupf mit Zuckerguss gegen den stahlblauen Himmel abhebt, ein optimales Skigebiet für Familien „Hier ließ sich die Tochter Bergvolkes Fanes, zur Königin krönen“, erzählt Paul Sapelza, daher der Name Kronplatz oder Plan de Corones, wie er in Südtirol genannt wird. 116 Kilometer beträgt das Pistennetz mit breiten Abfahrten. Geboten wird alles von blau bis schwarz. Ideal für Familien mit Kindern oder Snowborder sind die zahlreichen modernen und Sechser-Sessellifte mit Windschutz und Kabinenbahnen. Schlepper gibt es nur wenige.

Auch die Kleinsten sind willkommen

Selbst Eltern samt Kinderwagen oder Babyschale, die auf dem kahlen Gipfel, in 2.275 Meter Höhe das traumhafte 360-Grad Panorama genießen, sind keine Seltenheit. Denn hier würden nicht nur kleine Pistenflitzer, sondern auch Windelflitzer auf Absprache betreut, erzählt Martin Tüchterle, Inhaber der Skischule Olang/Rasen.

Licht durchflutet ist das rundum verglasten Croniworld, in dem auch die Skieleven nach dem Unterricht Mittagessen und spielen können. Das genießen auch die Ritters mit ihren drei Sprösslingen. „Unser Jüngstes ist gerade sieben Monate alt. Vormittags sind die Älteren im Skikurs und nachmittags können wir trotz unseres Nachzüglers alle Skifahren“, freut sich das Ehepaar Ritter aus Augsburg und schwingt ab in Richtung Tal.Angesichts der schweren Zusammenstöße, die in den vergangenen Jahren passierten, wie zum Beispiel der Unfall des damaligen thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, verweist Tüchterle darauf, dass hier bereits die Jüngsten in den Skikursen mit den FIS-Regeln für sicheres Skifahren vertraut gemacht werden.

Zudem besteht in Südtirol Helmpflicht für Kinder. Aber auch Erwachsene sind hier viel öfters als in Deutschland mit Kopfschutz anzutreffen. Und Raser kommen hier nicht unbedingt ungestraft davon. Denn immer wieder patrouillieren Gendarmen auf Skiern und ziehen Rowdys zur Rechenschaft.

„Auch wenn wir dank Beschneiungskanonen schneesicher sind, bieten wir zahlreiche weitere Attraktionen“, informiert Anna Mayrhofer vom Tourismusverband Ferienregion Kronplatz. Für Langläufer ist die Höhenloipe am Würzjoch das Zuckerl schlechthin. Am Fuß des mächtigen Peitlerkofels führt sie auf 2000 Meter Höhe durch die traumhaft schöne Dolomitenlandschaft.

Der Nachwuchs dagegen fiebert zusammen mit Papa dem Aufstieg auf die Taistner Alm auf mehr als 2000 Meter Höhe entgegen – oder eher der Abfahrt. Denn belohnt wird der Fußmarsch mit einer rasanten vier Kilometer langen Schlittenfahrt ins Tal. Insgesamt 25 Rodelbahnen in der Region sorgen – teilweise sogar nachts – für viel Gaudi auf zwei Kufen.

Freudig erwartet uns nach der Rückkehr in unser Domizil Pension Brückele in Prags der treue und kinderliebe Schäferhund Bruno. Wie ein verwunschenes Märchenschloss wirkt das Häuschen mit seinen Holztürmchen, das ganz allein in Mitten des Naturparks Fanes Sennes Prags liegt. Die Preise sind günstig, die Zimmer einfach, aber das Essen hervorragend. Jeden Abend verwöhnt uns Sepp Schuster mit einem köstlichen Dreigänge-Menü. Selbst der Schauspieler und Westernheld Terence Hill zog während seiner Dreharbeiten dort Heidis Gastfreundschaft und die Kochkünste ihres Mannes einem Fünf-Sterne-Etablissement vor. Beim Schlafengehen blicken wir noch in den funkelnden Sternenhimmel und freuen uns über die herrliche Stille und gute Luft, die unsere Träume hier begleiten.

Petra Keidel-Landsee

 

Info

Ferienregion Kronplatz

Tourismusverband Ferienregion Kronplatz;

Michael-Pacher-Strasse 11a; I-39031 Bruneck; Tel: (+39) 0474/555447;  www.kronplatz.com

Das Feriengebiet umfasst 13 Gemeinden mit abwechslungsreichen Programmen für Winter wie Sommer. Gratis-Skibusse zum Kronplatz.

Das Skigebiet Kronplatz: 116 Pistenkilometer, 32 Beförderungsanlagen; Beförderungskapazität ca. 60.000 Personen pro Stunde.

(Kronplatz-Skipässe können gegen geringen Aufpreis mit dem Dolomiti-Skigebiet mit 1.200 Pistenkilometern, kombiniert werden.)

Übernachtung

Pension Gasthof Brückele, Familie Schuster, Ausserprags 4, 39030 Prags (BZ)

Dolomiten – Südtirol, Telefon +39 0474 748613, www.gasthof-brueckele.it

Hotel Garberhof **** Superior
Fam. A. Pobitzer
Staatsstraße 25, 39024 Mals
Italien – Südtirol

Telefon +39 0473 83 13 99
www.garberhof.com

Anreise: über die Brennerautobahn, vor Brixen Richtung Bruneck nach Prags

Flughäfen: Innsbruck, Verona, Treviso, Venedig

USA: Skifahren mit Lindsey Vonn in Vail, Colorado

Lindsey Vonn mit Nachwuchs-Läuferinnen in Vail

Lindsay Vonn als Skilehrerin

In Vail, dem größten Ski Resort Nord-Amerikas, erhält der weibliche Nachwuchs in Zukunft prominente und professionelle Unterstützung. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Lindsey Vonn hat ein spezielles Förderprogramm für talentierte Mädchen zwischen 5 und 15 Jahren entwickelt. Trainiert wird in kleinen Gruppen mit maximal vier Teilnehmerinnen. „’Ski Girls Rock’ ist eine schöne Gelegenheit für mich, etwas weiterzugeben und gleichzeitig auch etwas zurückzugeben. Ich habe viel Unterstützung in Vail erfahren und möchte nun gern mit meinem Programm Mädchen inspirieren und sie für ihr eigenes Potenzial sensibilisieren. Eine Gruppe Ski-Lehrerinnen, die meine Leidenschaft für den Wintersport teilen, werden die jungen Talente fördern, fordern und unterstützen,“ so Ski-Star Lindsey Vonn, die in Vail wohnt.
Im Fokus des Trainingsprogramms stehen neben den Ski-Techniken auch die Förderung sozialer Kompetenzen sowie die Stärkung der Persönlichkeit. Einige der Mädchen werden am Ende der Saison nach Vail eingeladen, um eine Trainingseinheit mit Initiatorin Lindsey Vonn zu absolvieren.
Angeboten wird das „Lindsey Vonn“-Programm von der Lionshead Ski & Snowboard School in Vail.
Weitere Informationen: www.snowusa.com und www.SkiGirlsRock.com