Deutschland: Völklingen – die Hütte lebt!

Völklinger Hütte

Vor 26 Jahren wurde die Roheisenproduktion der Völklinger Hütte eingestellt. Heute ist das Weltkulturerbe Völklinger Hütte eines der wichtigsten Industriedenkmäler der Welt.

In der industriellen Blütezeit der Völklinger Hütte lag stets ein feiner Ruß über der Stadt. Und wer mit weißem Hemd das Haus verließ, konnte durchaus mit einem grauen nach Hause kommen. Heute besitzt Völklingen eine der bedeutendsten Weltkulturerbestätten der Industriekultur – die Völklinger Hütte. Sie ist weltweit das einzige Eisenwerk vom Ende des 19. Jahrhunderts, das vollständig erhalten ist. 1994 wurde die Völklinger Hütte in der Nähe von Saarbrücken zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Der drohende Verfall konnte so abgewendet werden, das Gelände ist mittlerweile zu etwa 70% restauriert.

„Aus einer Niederlage haben wir einen Sieg gemacht“,  bringt Generaldirektor Meinrad Maria Grewenig die Geschichte der Völklinger Hütte auf den Punkt.  In der Tat war vor 26 Jahren die Bestürzung groß, als das Eisenwerk am 4. Juli 1986 geschlossen werden musste. Eine weltweite Krise der Stahlindustrie bedeutete für die Roheisenphase der Völklinger Hütte das wirtschaftliche Aus. Völklinger Hütte

Die Ernennung zum Weltkulturerbe kam gerade noch rechtzeitig, um den drohenden Verfall aufzuhalten. Zu Beginn mussten selbst die Denkmalpfleger davon ausgehen, dass das stillgelegte Bauwerk langfristig nicht zu retten sein würde. Das Schlagwort vom „kontrollierten Verfall“ machte die Runde. Heute ist klar: Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte kann dauerhaft und für Generationen erhalten werden.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist aber nicht nur ein Industriedenkmal. Die Völklinger Hütte lebt. Wo einst Schornsteine qualmten und ohrenbetäubender Lärm den Arbeitsalltag bestimmte, finden heute Konzerte und hochkarätige Ausstellungen statt. Viel besucht ist die Ausstellung „Asterix & Die Kelten“ (verlängert bis 15. August 2012). Mehr als 60.000 Besucher wollten bereits sehen, wie die berühmten Comic-Figuren Asterix und Obelix auf ihre keltischen Wurzeln treffen.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte erfindet sich ständig neu. Auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei ist der ‚wilde‘ Industrielandschaftsgarten „Das Paradies“ entstanden. Im Jahr 2012 beweisen die Performance-Künstler EVA & ADELE mit ihren Kunstinstallationen, dass „Das Paradies“ auch ein Ort der Kunst ist. „FUTURING“ ist der Slogan von EVA & ADELE, der dazu aufruft, die Grenzen zwischen Kunst und Alltag zu überschreiten. Ein Motto, das sich auch das Weltkulturerbe Völklinger Hütte auf die Fahnen geschrieben hat.

Ab Herbst 2012 steht die Pop-Kultur im Fokus. Ausstellungen zu dem bedeutenden britischen PopArt-Künstler Allen Jones und zum „Mythos Ferrari“ leiten über zu „Generation Pop“ im Jahr 2013. „Generation Pop“ vereint die wichtigen Erfindungen und das Lebensgefühl der Pop-Kultur in einer großen Ausstellung.

Öffnungszeiten:
Täglich von 10 bis 19 Uhr Völklinger Hütte

Eintritt (gilt für das Weltkulturerbe und alle Ausstellungen):
Ermäßigt: 10 €; Normal: 12 €
Kinder und Jugendliche im Klassenverband: 3 €
Familien ( 2 Erwachsene mit Kindern/Jugendlichen bis 16 Jahre): 25 €

www.voelklinger-huette.org

Deutschland: Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Völklinger Hütte

In der industriellen Blütezeit der Völklinger Hütte lag stets ein feiner Ruß über der Stadt. Und wer mit weißem Hemd das Haus verließ, konnte durchaus mit einem grauen nach Hause kommen. Heute besitzt Völklingen eine der bedeutendsten Weltkulturerbestätten der Industriekultur – die Völklinger Hütte. Sie ist weltweit das einzige Eisenwerk vom Ende des 19. Jahrhunderts, das vollständig erhalten ist. 1994 wurde die Völklinger Hütte in der Nähe von Saarbrücken zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Der drohende Verfall konnte so abgewendet werden, das Gelände ist mittlerweile zu zwei Dritteln restauriert.

Seitdem erwacht das Industriedenkmal zu neuem Leben. Es ist ein einzigartiger Ort der Industriekultur, wurde zum Drehort für den fünften Teil der „Wilden Kerle“ und ist Schauplatz großer Ausstellungen wie „Die Kelten – Druiden. Fürsten. Krieger.“ oder „Macht & Pracht“. 6.000 Meter Besucherwege stehen den Besuchern offen: Sie führen tief hinein in die dunklen Gänge der Möllerhalle und bis in 45 Meter Höhe.

„Aus einer Niederlage haben wir einen Sieg gemacht“,  bringt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, die Geschichte der Völklinger Hütte auf den Punkt.  In der Tat war vor 25 Jahren die Bestürzung groß, als das Eisenwerk am 4. Juli 1986 geschlossen werden musste. Eine weltweite Krise der Stahlindustrie bedeutete für die Roheisenphase der Völklinger Hütte das wirtschaftliche Aus.

Die Ernennung zum Weltkulturerbe kam gerade noch rechtzeitig, um den drohenden Verfall aufzuhalten. Zu Beginn mussten selbst die Denkmalpfleger davon ausgehen, dass das stillgelegte Bauwerk langfristig nicht zu retten sein würde. Das Schlagwort vom „kontrollierten Verfall“ machte die Runde. Heute ist klar: Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte kann dauerhaft und für Generationen erhalten werden.