Italien: Weihnachtszeit und Dreikönigsfest

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Weihnachten wird am 25. Dezember im Kreise der Familie gefeiert und ist das wichtigste Fest in Italien. Es wird die Geburt Jesu gefeiert, die Familien versammeln sich, um gemeinsam zu essen, zu spielen und Geschenke auszutauschen.

Die Kinder schauen am Weihnachtsmorgen nach, ob der Weihnachtsmann (ein alter Mann mit weißem Bart, der auf einem Schlitten reist) – „Babbo Natale“ genannt – ihnen die Geschenke gebracht hat, die sie in den an ihn adressierten Briefchen aufgezählt hatten.

Das Abendessen an Heiligabend („Vigilia“) ist genauso wichtig wie das am Weihnachtstag und wird „Cenone“ (großes Abendessen) genannt: Zu diesem Anlass wird sehr viel gekocht, vor allem Fisch. Typische Gebäcke, wie z.B. „panettone“, „pandoro“ (traditionelle Kuchen) oder „torrone“ (Süßigkeit aus Zucker, Honig, Nüssen oder Mandeln in Barrenform), werden sehr geschätzt.

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Der Weihnachtsbaum wird oft zusammen mit der Krippe (Darstellung der Geburt Jesu) am 8. Dezember aufgebaut – am Tag der Unbefleckten Empfängnis. In Italien gibt es viele Krippenausstellungen, die berühmteste ist die Ausstellung in Neapel.

Der 26. Dezember, der Tag nach Weihnachten, nennt sich „Santo Stefano“ und wurde nach dem ersten christlichen Märtyrer benannt. An diesem Abend werden oft die Reste der vorherigen beiden Abendessen aufgetischt. Am 31. Dezember („San Silvestro“) wird das vergangene Jahr mit den Neujahrsfeierlichkeiten („Capodanno“) abgeschlossen und mit „panettone“ sowie Sekt gefeiert. Das Dreikönigsfest

Die Weihnachtszeit endet am 6. Januar mit dem Dreikönigsfest („L’Epifania“). Für Christen ist es der Tag, an dem die Heiligen Drei Könige Jesus sahen und ihn als Gott wiedererkannten.

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Der 6. Januar ist besonders für die Kinder von Bedeutung, da die Tradition besagt, dass eine Hexe (alt, hässlich, mit Buckel, einer großen Nase und einem spitzen Kinn, einem Schultertuch, einem langen Rock mit vielen Flicken und einem Hut auf dem Kopf) – „Befana“ genannt – von Haus zu Haus fliegt, um die Strümpfe der lieben Kinder mit vielen Bonbons zu füllen, während die bösen Kinder stattdessen Kohle bekommen!

Die „Befana“ ist eine typisch italienische Tradition, noch nicht ganz von der „fremden“ Figur des Weihnachtsmanns verdrängt, die auch die Gelegenheit bot, den mageren Familienhaushalt zu ergänzen. Dabei trugen viele Leute in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Kleidung der alten Hexe und gingen von Haus zu Haus, um Gaben zu bekommen – meist in Form einer Sachspende. Im Gegenzug sprachen sie Glückwünsche aus und trugen ein Lächeln im Gesicht.

Nach einer Zeit, in der die Befana in Vergessenheit geraten war, erlebt sie nun ihre zweite Jugend, die an die Wiederentdeckung und Aufwertung der antiken Wurzeln, Traditionen und der Authentität gebunden ist. Woher kommt die Befana? Ihr Name leitet sich von Epifaniam ab, das aus dem griechischen Wort „Epiphaneia“ stammt und „Erscheinung“ bedeutet. Es bezieht sich auf das Ereignis der Heiligen Drei Könige, denen Jesus als Gott erschienen ist. Der Ursprung der Befana, wie wir sie in Italien kennen, könnte in den nordischen Völkern (den Kelten) liegen. An diesen Ursprung wäre die Tradition gebunden, die noch heute in vielen italienischen Städten befolgt wird: Eine Puppe in Form der Befana wird als Symbol der ganzen Schwierigkeiten, die während des Jahres aufgetreten sind bzw. noch aus dem Winter hervorgehen werden, auf dem Marktplatz verbrannt.

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In der Tat ist die Befana in der ländlichen Welt sehr verwurzelt: Sie erschien im Winter, in der schwierigsten Zeit für die Bauern. Auch die Gaben, die heute sehr verschieden ausfallen, waren für eine lange Zeit die Früchte dieser Jahreszeit: Orangen, Mandarinen und Nüsse. Auch die Kohle ist ein Winterprodukt.

Es gibt auch Menschen, die behaupten, die Befana habe ihren Ursprung in der Bibel. Sie beziehe sich auf die Begegnung der Heiligen Drei Könige, die vom Kometen geführt wurden, aber den Weg zum Jesuskind nicht fanden und eine alte Frau um Auskunft baten. Die alte Frau verweigerte ihre Hilfe und wollte ihnen nicht folgen, um das Jesuskind zu besuchen. Später bereute sie, nicht mitgegangen zu sein, und nachdem sie einen Korb mit Gebäck vorbereitet hatte, verließ sie das Haus und suchte die drei Könige, jedoch ohne Erfolg. Somit hielt sie an jedem Haus an, das auf ihrem Weg lag, um den Kindern, die sie dort antraf, die Süßwaren zu geben, in der Hoffnung, dass eines von ihnen der kleine Jesus sei. Seither reise sie durch die Welt, gebe allen Kindern Geschenke und bitte um Verzeihung für ihr Verhalten. Mit der Befana wird die Weihnachtszeit beendet: Man sagt, dass das Dreikönigsfest der Abschluss aller Festlichkeiten ist.

Das Lied der Befana

Sie kommt, sie kommt, die Befana
sie kommt aus dem Gebirge in finsterer Nacht.
Wie erschöpft sie ist!
Schnee, Frost und Nordwind umgeben sie.
Sie kommt, sie kommt, die Befana.
Sie hat die Hände auf der Brust gekreuzt,
und der Schnee ist ihr Mantel
und der Frost ihr Schild
und der Wind ihre Stimme.
Sie hat die Hände auf der Brust gekreuzt.
Sie nähert sich langsam, langsam
dem Landhaus, dem abgelegenen Haus
um zu sehen, um zuzuhören
nun etwas näher, nun etwas ferner.
Langsam, langsam, langsam, langsam.
Was befindet sich in diesem Landhaus?
Ein leichtes reibendes Geräusch.
Alles ist ruhig, alles ist schwarz.
Ein Lämpchen kommt vorbei und leuchtet.
Was befindet sich in diesem Landhaus?
Sie schaut und schaut…drei Bettchen
mit drei schlafenden Kindern, lieben Kindern.
Sie schaut und schaut…auf die Fensterrahmen
dort sind drei Strümpfe, lang und dünn

Von Giovanni Pascoli

 

Frankreich: Das Ecomusée d’alsace im Elsass wird zum Adventsdorf

Seufert,

Noch ist der Teig für die Plätzchen ein bisschen klebrig. „Einfach noch weiter kneten“, sagen Manon Morgen und Funda Kara. Bredala, die für das Elsass typischen Plätzchen, wollen sie mit den Besuchern zaubern. Es ist kalt in der guten Stube. Rauch zieht aus dem Ofen in den Raum. Gemütlichkeit sieht anders aus. Die beiden jungen Frauen tragen keine flotten Shirts und lässige Jeans, sondern Kleider mit weiten Schürzen, die Haare unter einer hübschen Haube züchtig versteckt.

Im Ecomusée d’alsace, Foto: Diana Seufert

Im Ecomusée d’alsace, Foto: Diana Seufert

Sie und weitere 150 Freiwillige wollen das elsässische Dorfleben wie vor 100 Jahren wieder zum Leben erwecken. Das Ecomusée d’Alsace von Ungersheim – das Freilichtmuseum wenige Kilometer nördlich von Mulhouse – steht derzeit ganz im Zeichen von Weihnachten.
Stimmungsvoll sind die mehr als 70 Häuser geschmückt und verbreiten eine heimelige Atmosphäre. Draußen kräht der Hahn lauthals, während drinnen im großen Haus zusammen mit den Besuchern die Plätzchen ausgestochen oder aus süßem Hefeteig Manalas, Hefemänner, geformt werden. Nicht nur Kinder machen sich gerne ans Werk. Auch viele Erwachsene holten sich so die Erinnerungen an schöne Kindertage wieder zurück.
Im Ecomusée d’alsace, Foto: Diana Seufert Vor 30 Jahren öffnete das Freilichtmuseum im Oberelsass seine Pforten und ist seither zum Besuchermagnet geworden. Fast 200 000 Gäste zählt man jährlich. Und schon bei der Eröffnung der Weihnachtsschau, die bis 4. Januar geht, strömen die Besucher in Scharen. Sie lassen sich gefangen nehmen von der interessanten Symbiose zwischen historischen Häusern und der Moderne, die immer wieder miteinander verwoben werden.
„Unser Museum ist einzigartig“, schwärmt Direktor Eric Jacob. Denn es werden nicht nur über 40 000 Exponate aus dem Alltag ausgestellt, sondern hier wird das Dorfleben Anfang des 20. Jahrhunderts lebendig. Drei Häuser seien sonntags regelmäßig bewohnt, erzählt er. „Wir wollen die Zeiten nicht verklären, sondern authentisch darstellen und Emotionen vermitteln.“ Das ist dem Direktor wichtig.
Durch die Häuser streifen, einen Blick in die Spezerei mit den historischen Spielsachen und der hübschen Puppenstube werfen, Schmied und Wagner, Schuhmacher und Töpfer über die Schulter schauen oder selbst beim Backen und Töpfern Hand anlegen: Die Besucher sollen eintauchen in die Welt der Vorfahren, die bei weitem nicht so romantisch war, sondern harte, mühevoller Arbeit und Entbehrung bedeutete. Um Holz zu sparen, trafen sich die Familien eines Dorfes früher reihum in den einzelnen Häusern. Während die Frauen für das Essen zuständig waren oder auch strickten, fertigen die Männer unterschiedliche Bastelarbeiten an. „Das war einfach das Fernsehen vor vielen Jahrzehnten“, sagt Jacob.

Seufert,  Ecomusée d’Alsace
Einer der 150 Freiwilligen ist Guy Macchi. Der 66-jährige Sundgauer ist gelernter Mauer und hat beim Wiederaufbau der Häuser geholfen. Bei der Kutschenfahrt über das weitläufige Gelände gerät er ins Schwärmen. „Wir wollten die alten Gebäude nicht verfallen lassen“, erzählt er mit einem Leuchten in den Augen. Das älteste Gebäude, ein Wohnhaus aus Turckheim, ist von 1492. Auf das Fachwerk mit den verschiedenen Konstruktionen lenkt er den Blick. Gleich neben dem Wohnturm von Mulhouse schmiegt sich ein Fischerhaus von 1520 an den kleinen See, den sich die Enten erobert haben. Jetzt im Winter müssen sie das Wasser nicht mit den Störchen teilen. Im Frühjahr dagegen kommen wieder mehr als 30 Brutpaare zurück und bauen ihre Nester auf den Dächern weiter aus. „Das kann auch ein Problem werden“, macht Experte Macchi deutlich. Denn so ein Nest wiegt mehrere Hundert Kilogramm. „Eine schwere Last für so ein altes Haus.“
Ecomusée d’Alsace, SeudertAnfang der 1980er Jahre wurden die ersten Häuser auf das zehn Hektar große Dorf „umgepflanzt“. Mit 19 Gebäuden startete das Museum, nun sind es über 70. „Die alten Häuser können uns Antworten geben für das Zusammenleben der Menschen für die Zukunft.“ Davon ist Jacob überzeugt. Und deshalb entsteht inmitten der historischen Gebäude eines aus dem 21. Jahrhundert aus Holz und Lehm, an dem Interessierte gerne mithelfen können. Zum Gelände, dessen Fläche sich vervierfacht hat, gehören auch Wald, Streuobstwiesen mit 215 diversen historischen Apfelsorten, Rebland, Kräuter- und Gemüsegärten sowie Seen.
Ecomusée d’Alsace, SeufertWeihnachtliche Atmosphäre verströmt das Museum allerorten – nicht nur in den drei Gärten, die dem Christkind, dem Nikolaus und dem bösen Hans Trapp, dem elsässischen Knecht Ruprecht, gewidmet sind. Die Blicke zieht vor allem das blaue Haus des Christkinds und dessen zauberhafter Garten auf sich: mysteriös, poetisch und geheimnisvoll zugleich. Die Krippe der Handwerker wird auch schnell zum Besuchermagnet, die Geschichte des Weihnachtsbaums gibt neue Einblicke auf die grünen Zweige und das abendliche Schauspiel erinnert an die Geburt des Jesuskindes – Weihnachtsstimmung ohne kommerziellen Kitsch und blinkende Lichterketten.

Text und Fotos: Diana Seufert
Info
Das Ecomusée d’Alsace
Im Freilichtmuseum im Elsass, zwischen Colmar und Mulhouse, haben Besucher seit 1984 die Möglichkeit, in den historischen Häusern das dörfliche Leben kennenzulernen. 150 Freiwillige und 40 hauptamtliche Mitarbeiter vermitteln ein authentisches Bild. Mittlerweile ist es eines der bedeutendsten Museen Europas.
Zu erreichen ist das Gelände nicht nur mit dem Auto, sondern auch per Zug über Straßburg oder Mulhouse an den Bahnhof Bollwiller. Wer will, kann sich von dort mit der Pferdekutsche abholen lassen und im Hotel im Museum übernachten.
Geöffnet hat das Freilichtmuseum bis 4. Januar und macht danach wieder im Frühjahr auf.

Holland: Der Sinterklaas kommt an

Sinterklaas Parade

Während sich die Kinder hierzulande noch ein wenig gedulden müssen, starten die holländischen Kleinen bereits Mitte November in die Weihnachtszeit. Gespannt erwarten sie die Ankunft des Nikolaus, der auf Holländisch „Sinterklaas“ heißt. Die niederländischen Kinder glauben, dass er jedes Jahr mit einem Dampfboot aus dem fernen Spanien anreist, um Kinder zu beschenken – und wenn nötig, sie zu tadeln oder gar mit zurück nach Spanien zu nehmen.
Offiziell landet Sinterklaas am 16. November zum 66. Mal mit seinem Schiff in den Niederlanden, diesmal in Groningen. Anschließend reist er bis zum 5. Dezember durch das ganze Land. Sinterklaas besucht die Kinder immer ein bisschen früher als sein deutsches Pendant: Der eigentliche Nikolaus-Tag findet nicht wie in Deutschland am 6., sondern am Abend des 5. Dezembers statt. Mit der Landung von Sinterklaas wird traditionell die Weihnachtssaison in den Niederlanden eröffnet. Stimmungsvolle  Weihnachtsmärkte, fantasievolle Festivals, festlich beleuchtete Städte und adventliche Ausstellungen locken Besucher aller Altersklassen an.

Besonders spektakulär ist die Parade, die zu Ehren von Sinterklaas durch Amsterdam zieht. Diese Parade hat 2013 ihr Jubiläum, denn Sinterklaas feiert seine 75. Ankunft in Amsterdam. Am 17. November werden neben Sinterklaas rund 700 „Schwarze Peter“ erwartet, die in prächtigen Wagen durch Amsterdam fahren und 5.000 Kilogramm Gebäck an die 300.000 erwarteten Kinder, Eltern und Großeltern am Straßenrand verteilen. Während des Einzugs spielen ungefähr acht Pietenbands, die für gute Stimmung sorgen. Die Fahrt führt vom Fluss Amstel zum Schifffahrtsmuseum. Bei dem etwa ein Kilometer langen Festzug handelt es sich nach Angaben der Veranstalter um die längste Nikolaus-Parade der Welt.

 

Italien: So wird Weihnachten gefeiert – Natale all‘Italiana

In Italien wird zur Weihnachtszeit gleich viermal gefeiert: Die Festtage beginnen mit dem 6. Dezember, dem Tag des heiligen Nikolaus (San Nicola), der den Kindern kleine Geschenke vor die Tür des Schlafzimmers stellt. Eine Woche später, am 13. Dezember feiern die Italiener das Fest der Santa Lucia, der „Botin des Lichts“, die im Jahre 281 in Sizilien geboren wurde und ihr ganzes Vermögen den Armen vermachte. Dort erinnert heute noch der Torrone dei poveri, eine Süßspeise aus Kichererbsen und Zucker, an die Heilige.

Auf den Plätzen und in den Kirchen des Landes finden sich in der Adventszeit festlich geschmückte Krippen und Tannenbäume. Während Krippen in Italien eine lange Tradition haben, ist der Weihnachtsbaum erst in den letzten Jahrzehnten Bestandteil der Weihnachtsfestlichkeiten geworden. Ein besonders schönes Exemplar wird seit 1982 jedes Jahr auf dem Petersplatz in Rom neben der großen Krippe aufgestellt. Während der Baum schon etwa zehn Tage vor Weihnachten in feierlichem Glanz erstrahlt, wird die Krippe erst an Heiligabend eröffnet. Auch in den Familien ist die Krippe der Mittelpunkt der Weihnachtszeit. Sie wird etwa zwei Wochen vor Weihnachten aufgestellt und über die Jahre immer wieder mit neuen Figuren ergänzt. Die Figur des Christkinds wird jedoch erst in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember um Mitternacht in die Krippe gelegt.

Als Zeichen des Beginns der Weihnachtsfeierlichkeiten werden am 24. Dezember in Rom Kanonenschüsse vom Castel St. Angelo abgefeuert. In den Familien wird der Heilige Abend meist mit einem Festmahl eingeläutet. Traditionell gibt es Fisch, aber auch Gemüse und Geflügel sind beliebt. Als Nachtisch wird meist Panettone gereicht. Nach dem Essen wird Tombola gespielt, eine Art Bingo. Am späten Abend gehen die meisten Italiener zur Christmette oder verfolgen am Fernseher die Zelebration aus dem Petersdom. Die Kinder müssen mit der Bescherung bis zum Morgen des 25. Dezember warten. Dann kommt das Christuskind Bambinello Gesu und stellt den Kindern die Geschenke unter den Tannenbaum.

Einer der wichtigsten Termine am Ersten Weihnachtsfeiertag ist der Gottesdienst auf dem Petersplatz, bei welchem der Papst den Gläubigen in verschiedenen Sprachen den Segen „Urbi et orbi“ erteilt.

Am 6. Januar, dem Dreikönigsfest, feiert man in Italien die gute Hexe Befana. Die italienischen Kindern stellen am Vorabend ihre Schuhe vor die Tür oder hängen Strümpfe vor den Kamin. Dem Volksglauben nach soll sich die Befana nicht schnell genug auf den Weg zur Krippe gemacht und den Stern verpasst haben. Seitdem irrt sie auf der Suche nach dem Christkind durch die Welt und hinterlässt in jedem Haus für die artigen Kinder kleine Geschenke und Süßigkeiten, für die unartigen schwarze Kohlenstücke.

Christian Nowak



Italien: Weihnachten in Neapel

Prächtige Krippen sind um die Weihnachtszeit überall in den Kirchen Italiens zu bewundern. Auch in den italienischen Familien hat il presepio einen hohen Stellenwert und ist wichtiger als der Weihnachtsbaum. Eine ganz besonders reiche Krippentradition findet man in Neapel und in der Region Kampanien. Ursprünglich wurde in der Krippe die Heilige Familie dargestellt, später kamen immer mehr bemalte Terrakotta-Figuren von Eseln, Ziegen und Schafen dazu. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden erste Figuren aus Holz und seit dem Barock hielten zunehmend Alltagsszenen und Landschaftsbilder ihren Einzug in die Darstellung der Weihnachtsgeschichte. Zu den traditionellen biblischen Figuren gesellten sich volkstümliche Charaktere, detailgetreue Abbildungen von Alltagsgegenständen und kulinarischen Köstlichkeiten.

Die Via San Gregorio Armeno, in der Altstadt von Neapel, ist das Zentrum des neapolitanischen Krippenkunsthandwerks. In den kleinen Geschäften, die in der Weihnachtszeit besonders gut besucht sind, kann man phantasievolle Krippenfiguren vom Jesuskind über exotische Tierfiguren bis hin zu Politikern bewundern und darüber hinaus Rohlinge zur eigenen Gestaltung erstehen.
Die größte Krippe „Cuciniello“ wird im Museo Nazionale die S. Martino ausgestellt. In ihr befinden sich 162 Menschen, 80 Tiere, 28 Engel und etwa 450 Miniaturgegenstände.

Vom 4. Dezember 2011 bis 7. Januar 2012 findet in der Kirche San Severo al Pendino zum 26. Mal die Krippenausstellung Mostra di Arte Presepiale statt. Die Ausstellung bietet einen umfangreichen Einblick in die Kunst des neapolitanischen Krippenbaus.

Christian Nowak

Kolumbien: Weihnachten in Medellín

Koulmbien, Lichterfest MedellinJedes Jahr im Dezember verwandeln mehr als 15 Millionen Glühbirnen und unzählige Lichtgirlanden Medellín, im Nordwesten Kolumbiens, in ein unbeschreibliches Lichtermeer.

Kolumbien und Weihnachten sind zwei Begriffe, die man wohl eher selten in einem Atemzug nennt. Doch Kolumbien hat sich – nicht nur zu dieser Jahreszeit – zu einem attraktiven Reiseland gewandelt und überrascht mit kultureller Vielfalt, unzähligen Festivals und unberührter Natur.

Nicht nur Kulturschätze wie die präkolumbianische „Verlorene Stadt“, die Salzkathedrale von Zipaquirá oder das geschichtsträchtige Cartagena de Indias an der Karibikküste ziehen immer mehr Touristen an. Es ist auch die Lebensfreude und Herzlichkeit der Kolumbianer, die Besucher begeistert. Insbesondere zur Weihnachtszeit wohnt den Dörfern und Städten Kolumbiens ein besonderer Zauber bei. Herausgeputzt, festlich geschmückt, durchdrungen von Musik und Tanzveranstaltungen präsentieren sich die Gemeinden im Bestreben um die schönste und aufwendigste Weihnachtsdekoration.

Dabei spielt Medellín eine herausragende Rolle. Bekannt für ihr mildes Klima und ihre Blumenpracht, ist die Stadt auch berühmt für ihren weihnachtlichen Lichterglanz. „Los Alumbrados de Medellín” nennt sich das Lichterfest, das in Kolumbien für Weihnachten steht, wie hierzulande der Nürnberger Christkindlesmarkt.Info:

Info: www.colombia.travel