Italien: Die schönsten Weihnachtsmärkte

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Weihnachtsmärkte in Südtirol

Der größte Weihnachtsmarkt Italiens findet seit nunmehr 20 Jahren in Bozen statt. Prächtig geschmückte Plätze und romantisch-winterliche Gassen locken alljährlich zahlreiche Besucher in die Landeshauptstadt Südtirols, um dieses einzigartige Flair rund um den Waltherplatz zu genießen. Neben dem Christkindlmarkt in Bozen finden auch in zahlreichen anderen Städten traditionelle Weihnachtsmärkte statt: In Brixen beeindruckt der Weihnachtsmarkt durch die prächtige Kulisse des Doms und die Jahrhunderte alten Bauten der Stadt. Der Weihnachtsmarkt in der bekannten Kurstadt Meran gilt als besonders malerisch und in Sterzing, in 1000 Metern Meereshöhe gelegen, erlebt man die urigen Gassen und Plätze festlich geschmückt, an den Ständen stellen einheimische Handwerker ihre Kunstwerke aus. Authentisches wird dem Besucher bei der Bergweihnacht am Pragser Wildsee vom 4. bis zum 8. Dezember geboten: 30 Handwerker aus dem Hochpustertal stellen ihre traditionellen Produkte beim Weihnachtsmarkt aus, feierliche Weihnachtsklänge erklingen von Bläserkapellen und kleineren Chören.

Infos: www.suedtirol.info/Erlebe-Suedtirol/Christkindlmaerkte.html 

 

Größter künstlicher Weihnachtsbaum weltweit erstrahlt in Gubbio

Am Hang des Monte Ingono wird auch in diesem Jahr wieder ein 800 m hoher und 400 m breiter Weihnachtsbaum aus hunderten farbigen Lichtern erstrahlen. Der Lichterbaum des mittelalterlichen Ortes Gubbio wurde 1991 als größter unnatürlicher Weihnachtsbaum ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Nachdem im letzten Jahr Papst Franziskus die Lichtinstallation von seiner Residenz im Vatikan aus mithilfe eines Tablet-Computers einschaltete, wird in diesem Jahr der internationalen Organisation Ärzte ohne Grenzen, die 1999 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, diese Ehre zu teil. Die Zeremonie, die sich weit über die Grenzen des umbrischen Städtchens hinaus großer Beliebtheit erfreut, wird am 7. Dezember live im italienischen Fernsehen übertragen.

Infos: www.alberodigubbio.com 

 

Christkindlmarkt und Krippenausstellung in Verona

Verona-Besucher können vom 20. November bis 27. Dezember die besonders romantische Atmosphäre des Christkindlmarkts in der Stadt von Romeo & Julia genießen und an rund 30 Ständen auf der Piazza dei Signori vorbei zu schauen. Kein geringerer als der Nürnberger Christkindlmarkt stand Pate für die Ausgabe in Verona und lockt nicht nur Einheimische, die Nürnberger und Veroneser Leckereien zu probieren.

Eine Besonderheit ist die Krippenausstellung in der berühmten Arena di Verona, dem Wahrzeichen Veronas. Die internationale Krippenausstellung findet dieses Jahr bereits zum 32. Mal mit Krippen aus aller Welt statt Während der Weihnachtszeit wird die Arena außerdem von einem hellen Weihnachtsstern erleuchtet, der aus dem Amphitheater heraus scheint und die Besucher verzaubert.

Infos: www.tourism.verona.it/de/events

 

Arezzo – Città di Natale

Vom 4. bis 27. Dezember findet zum ersten Mal “Città di Natale“ (Stadt der Weihnacht) in Arezzo statt. Die Straßen und Plätze der toskanischen Stadt werden mit weihnachtlichen Motiven erleuchtet, Stände mit Spezialitäten, Konzerte und Aufführungen beleben das historische Zentrum. Rund 70 Veranstaltungen stehen in der Vorweihnachtszeit und über die Feiertage auf dem Programm. Auch der bekannte Markt für Antiquitäten, Fiera Antiquaria, ist Teil des Events ebenso eine Krippenausstellung und eine Fahrt mit der Dampflock von 1905, die in die malerische Umgebung Arezzos führt.

Infos: www.arezzocittadelnatale.it 

Deutschland: Weihnachtsmärkte in Franken

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Das „Plönlein“ mit dem Siebersturm in Rothenburg

Mit Tradition, romantisch und stimmungsvoll: Die Weihnachtsmärkte in Fürth, Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl

Advent, jedem das andere: locker und lustig am Punschstand oder mit Kind und Kegel zum Christkindlmarkt; vorweihnachtliche Festlichkeit mit klassischer Musik und feinen Genüssen oder Rückzug ins Bauernhaus mit einem Gläschen Hochprozentigen hinterm Kaminfeuer. Die drei Mittelalterstädte bieten eine Vielfalt an stimmigen Feiern und traditionellem Brauchtum.

Christkind und Mittelaltermarkt in Fürth

Eben noch Waldorfschülerin, steht Lena nun auf dem Balkon des Handwerkerhauses auf der Fürther Freiheit. Ein Chor stimmt Weihnachtslieder an. Plötzlich Licht, ein Raunen geht durch die Menge. Da ist es, das Christkind. Das Fürther Christkind in seinem langen, weißen Gewand, eine Krone auf dem goldgelockten Haar, eingerahmt von vier Engeln. „Vom Himmel hoch, da komm ich her, wie war mein Weg so weit und schwer. Doch weil ich weiß, dass diese Stadt so schöne alte Kirchen hat, komm‘ ich besonders gern, begleitet von einem hellen Stern“, verkündet es feierlich.

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Lena, Waldorfschülerin, ist in diesem Jahr Christkind in Fürth

Alle Jahre wieder, am Donnerstag vor dem ersten Advent, wird in Fürth der Weihnachtsmarkt mit dieser Zeremonie eröffnet. Umringt von Kindern, bahnt sich das Christkind seinen „irdischen“ Weg durch „Lichterglanz und Budenzauber“. „Andere wollten Prinzessin werden, ich seit meiner Kindheit Christkind“, erzählt die junge Frau. Als Christkind besucht sie Obdachlose, Kranke, Altenheime, Kinderheime. „100 Termine stehen bis Weihnachten an“, erzählt sie bei einem leckeren Eierpunsch, der der beste in ganz Deutschland sein soll. Punsch wurde übrigens in Indien erfunden und als „punch“ von den Engländern nach Europa gebracht. „Im Punch steckt das Wort Fünf, indisch „pantsch“. Der war nämlich eine Mischung aus fünf Zutaten: Rum oder Arak, Wein oder Wasser, Tee, Zucker und Zitronensaft – verdammt gut, genauso wie der „weiße“ Winzer-Glühwein.

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In Fürth ist der Mittelaltermarkt mit Getränken, Plätzchen und Speisen nach alten Rezepten sehr beliebt

Nur wenige Schritte sind es zu den Buden des Mittelaltermarktes, aus denen es duftet, funkelt und schalmeit; Öllampen und Kerzen sorgen für Atmosphäre. Oscar, der Feuertänzer, schwingt brennende Fackeln zur Musik auf historischen Instrumenten; Schmiede hämmern „alte“ Ritterhelme in Form; Zauberer ziehen Kinderscharen um sich, Filzer werkeln an ihren bunten Kreationen. Fröstelnde Besucher können sich in einem Eichenzuber aufwärmen – dazu werden Honigkekse und Hypocrass aus Wermut und Rosenwasser gereicht – angeblich nach Rezepten der Hildegard von Bingen.

Auf der „Altstadtweihnacht“ auf dem Waagplatz dürfen nur lokale Künstler Marktstände mieten: Hutmacher, Buchbinder, Kerzenzieher, Schnitzer, Glasbläser. Zehn Tage lang können Besucher und Künstler ausführlich und intensiv miteinander ins Gespräch kommen. „Hier werdet Ihr kaum Japaner und Chinesen sehen, die sind in Nürnberg“, bemerkt der Veranstalter nicht ohne Ironie.

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Vieles wird vom Glanz des Budenzaubers überstrahlt. Ein zweiter Blick aber lohnt sich. Denn das 1000 Jahre alte Fürth hat mehr als 2000 Baudenkmäler, fast keine Kriegslücken. Der alte Handelsweg, von Frankfurt nach Prag, führt über den „Grünen Markt“ mit schönen Kaufmannshäusern. Gebaut wurden sie in Fachwerk, später, für die Reichen, in Sandstein; ab 1850 wurde Schiefer über das Fachwerk genagelt. Juden und Christen lebten hier ohne Trennung Haus an Haus, Ghettos gab es keine. – Bummelt man gegen Mittag über die Gustav-Straße, Fürths Kneipenmeile, erklingt vom Rathausturm „Stairway to heaven“ von Led Zeppelin. Fehlt da nicht etwas? Ja, natürlich: das Bier! Gibt es aber wirklich überall, im „Grüner“-Brauhaus muss es allerdings ein Tucher Hefeweizen sein. Köstlich zum „Schäufele ofenfrisch“ – knusprigem Schweinefleisch mit Blaukraut.

Weihnachts-Wintermärchen in Rothenburg ob der Tauber

Bereits seit dem 15. Jahrhundert verwandelt sich Rothenburg ob der Tauber alljährlich zum Advent in ein Weihnachts-Wintermärchen. Hier, wo sich Burgenstraße und romantische Straße kreuzen, verbinden sich Sightseeing und Adventsfreuden in fußgängerfreundlicher Nachbarschaft. Zwei Besonderheiten hat das Städtekleinod von Natur aus zu bieten: den Mauerring und die romantischen Fachwerkhäuser mit Siebersturm am Plönlein und entlang der Schmiedgasse. Vor solcher Kulisse mundet auch hier, in der Weinbaustadt Rothenburg, „weißer“ Winzerglühwein zu altdeutschem Weihnachtsgebäck.

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Der Reiterlesmarkt von Rothenburg gilt als einer der schönsten in Franken

Die Auftritte des „Rothenburger Reiterle“, einer Figur aus mystisch grauer Vorzeit, gelten als Höhepunkte der Adventszeit. Und die glitzernde Weihnachtswelt in der Herrengasse muss man gesehen haben! Ob mit oder ohne Schnee, im Weihnachtsdorf der Käthe Wohlfahrt ist immer Bilderbuch-Winter: 30.000 der schönsten deutschen Weihnachtsartikel in festlicher Dekoration sind ganzjährig im Angebot – von 50 Cent bis zur ‚Spieldose der Welt‘ in limitierter Serie zu fast 2000 Euro. Kunstvollen Baumschmuck gibt es, Krippenfiguren, Rauschgoldengel und die wertvollen Pyramiden aus dem Erzgebirge gibt es Unikate hervorragender Künstler und Kunsthandwerker. Mittendrin öffnet sich die Himmelspforte; sie führt direkt in das Deutsche Weihnachtsmuseum: was für ein Erlebnis! Man läuft auf Sternenboden, schaut in blauen Himmel mit weißen Wolken, erfährt alles über Weihnachtsbäume, -schmuck und -bräuche vom späten 16. Jahrhundert bis in unsere Zeit. Ein Weihnachtstraum!

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Zauberhafter Baumschmuck aus vergangener Zeit im Weihnachtsmuseum von Rothenburg

Draußen im Lichtermeer treibt einen kalter Wind in die prachtvolle St.-Jakobs-Kirche. Prunkstück des gotischen Baus ist der Heilig-Blut-Altar mit Szenen aus der Passions-geschichte – um 1500 von Tilman Riemenschneider geschnitzt. „Rothenburg hat auch jüdische Tradition. Heute noch stehen in der Judengasse 600 Jahre alte Häuser. Man spricht auch vom fränkischen Jerusalem“, erläutert Gästepfarrer Gussmann. Wird es Nacht, ruft der Nachtwächter zum Rundgang mit Hellebarde und Laterne durch Tore und düstere Gassen, Tore, über Plätze in diffusem Licht. Spannend und kurzweilig sind seine Geschichten über die Stadt und ihre Menschen im Mittelalter.

Ihr Kinderlein kommet – nach Dinkelsbühl

Was wäre Weihnachten ohne „Ihr Kinderlein kommet“? Das Lied ist im nahen Dinkelsbühl entstanden; Christoph von Schmid, Theologe, Erzähler und damals erfolgreicher Jugendschriftsteller hat im 18. Jahrhundert den Text verfasst, sein Komponist blieb unbekannt. Weihnachtsstimmung kommt auf, wenn das Lied durchs Münster St. Georg rauscht. Die mächtige, spätgotische Hallenkirche mit dem zu kurz geratenen romanischen Westturm steht im Schnittpunkt zweier mittelalterlicher Handelswege, Kern der Freien Reichsstadt Dinkelsbühl.

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Diese kleinen Saxophonistinnen gehören zum Advents-Jugendorchester Dinkelsbühl.

Die Neugier auf die adventsgeschmückten, großen Fachwerkhäuser draußen vor der Kirche treibt die Besichtigung voran. Fünf prächtige Giebelhäuser, um 16. Jahrhundert erneuert, boten Kaiser Karl V. und Schwedens König Gustav Adolf eine standesgemäße Herberge. Ein Steinwurf weiter beeindrucken das einstige Lagerhaus „Schranne“ sowie das „Deutsche Haus“. Dessen reich dekorierte Fassade aus rotem Fachwerk soll eine der schönsten Süddeutschlands sein. Die historische Altstadt mit Mauerring und unzähligen Türmen zeigt sich nahezu unversehrt. Das haben die Bürger ihrem – bayrischen – König Ludwig I., dem Großvater des Romantikers und Schlösser-Sammlers Ludwig II., zu verdanken. „Es bleibt alles so, wie es ist“, war sein Credo und seine Allerhöchste Anordnung. Nichts durfte abgerissen oder verändert werden.

Die Leuchte folgen einem leuchtenden Stern. Der weist den Weg zum Weihnachtsmarkt im idyllischen Innenhof des Heilig-Geist-Spitals. Hier dreht sich vieles um Musik, Licht und wunderschönes Kunsthandwerk. Zwischen den Ständen begrüßt in Mitra und rotem Mantel mit weißem Rauschebart der Bischof-Nikolaus die Besucher. Auf der Bühne musizieren Kinder, spielen mal Besinnliches, mal Jazz. Dann endlich wieder die obligaten Bratwürstl, gebrannte Mandeln, noch einen Glühwein – das schmeckt auch dem Christkind und seinem Engel.

Text und Fotos: Katharina Büttel