Deutschland: Exklusiver Rückzugsort nur für Frauen

Foto: Schüle’s Gesundheitsresort & Spa

„Ladies’ Spa“ im Schüle’s Gesundheitsresort im Allgäu

Voll und ganz abgestimmt auf die Bedürfnisse seiner weiblichen Gäste eröffnet Schüle’s Gesundheitsresort & Spa in Oberstdorf im November zusätzlich zu seiner 2.200 Quadratmeter großen Wellness-Landschaft einen weiteren Relaxbereich: Das „Ladies´ Spa“ bietet auf 300 Quadratmetern eine Rückzugsoase nur für Frauen – mit Bio-Sauna, Dampfbad und Infrarotsauna. Von dort aus ermöglichen großzügige Panorama-Fensterfronten einen freien Blick auf die umliegenden Gipfel der Allgäuer Alpen. Gemeinsame Zeit mit der Freundin ermöglichen auch die eigens angelegten Anwendungsräume „for two“. Dazu passend hat das Hotel ein spezielles Package geschnürt: Beim „Ladies´ Days“-Arrangement ab 420 Euro pro Frau im Doppelzimmer können weibliche Gäste vier Tage lang alle Annehmlichkeiten des 4-Sterne-Superior-Hotels auskosten und erhalten außerdem je eine 60-minütige Gesichtbehandlung, eine klassische Maniküre und eine Aromaöl-Massage. Für Gaumenfreuden sorgt die im Angebot enthaltene Verwöhn-Pension, Kaffee-Plausch am Nachmittag inklusive. Buchbar ist das Angebot für drei Nächte vom 8. November bis 20. Dezember 2013, vom 3. Januar bis 27. Februar und vom 5. März bis 31. Oktober 2014.

Deutschland: Schwelgen am Schluchsee

SchluchseeIm Dreiländereck, hoch oben in den Bergen, steht ein Wellnesshotel. Den Wald im Rücken und vor sich den schönen Schluchsee, sonst nichts. Aber das genügt. Denn im Inneren wartet ein kleines Paradies aus Ruhe, Wasser, Wellness und guter Küche.

Die Schwarzwaldbahn schnauft unbeirrt bergan. Von Freiburg müht sie sich eine Stunde in den Schwarzwald hoch. Dann kommt die Station Aha. Der Name ist Programm. Denn wer hier aussteigt, staunt nicht schlecht. Der schöne Schluchsee glitzert still im Sonnenlicht. Ringsherum waldbewachsene Berge, soweit das Auge reicht.  Ein paar Meter nur, und man fällt geradewegs in den Auerhahn. Das Wellnesshotel steht wie ein Platzhirsch allein am See, getrennt nur durch den schmalen Streifen der Bundestrasse 500. Sanfter Vogelgesang im Foyer macht klar: Hier gehen die Uhren anders. Hier läuft alles ganz entspannt.

Ganzheitlich genießen

Entspannung, gesunde Ernährung, Bewegung und positives Denken sind die vier Säulen, auf denen für Ferdinand Thoma, den Geschäftsführer des Auerhahns, die Gesundheit steht. Dieser ganzheitliche Ansatz ist nicht neu. Doch schon nach wenigen Minuten des Gesprächs mit ihm merkt man, dass der gebürtige Schweizer ein Mann mit grundlegenden Überzeugungen ist, die er in seinem Haus ganz selbstverständlich zusammenführt.

Da ist zum einen die Küche des Hauses: Hier gibt es fast ausschließlich Bio-Kost oder Produkte aus der Region. Tiermilcherzeugnisse und Geschmacksverstärker sind in Soßen und Suppen tabu. Sogar das Salz kommt unbehandelt aus den Bergstollen von Berchtesgaden oder Persien statt gebleicht aus industriellen Salinen. Und wer eine Glutenunverträglichkeit hat, bekommt hier auf Anfrage sogar Brot und Kuchen ohne das Klebereiweiß des Weizens.

NW_am_See_900_300dpiDoch nicht nur Fit-Food wird hier groß geschrieben. Morgens gibt es natürlich auch Eier mit Speck, und einmal pro Woche abends ein deftiges Schwarzwald-Büffet mit Wurstsalat, Schäufele und Braten.

Überhaupt wird die Küche im Auerhahn nie kalt. Denn die meisten Gäste buchen sinnvollerweise „Aha Inklusiv“. Und dazu gehören neben vielen anderen Leistungen und einer Schiffsfahrt auf dem Schluchsee drei Hauptmahlzeiten, Kaffee und Kuchen am Nachmittag und eine stets zugängliche Snackbar mit frischen und getrockneten Früchten, Croissants und Tee zum Selberbrühen.

Spa-Spass ohne Ende

Die Wellness-Gäste sind also weitgehend unter sich. Deshalb dürfen sie sich mittags auch im Bademantel ins Restaurant „Bollenhut“ setzen. Sehr praktisch, wenn man sich zwischen zwei Behandlungen stärken will. Denn Kosmetik und Massagen, Fitness-Raum, Sauna, Schwimmbad und Solebecken befinden sich im Untergeschoss des Hauses.

Ganze 2000 Quadratmeter misst der Spa-Bereich des Auerhahns. Das Besondere hier: Wellness-Anwendungen mit Essenzen aus selbst gesammelten und verarbeiteten Fichtenschösslingen und Holunderblüten – beides wächst quasi vor der Tür. Herr Thoma ist stolz auf die kleine Home-made-Kollektion an Kosmetika. Und tatsächlich zaubert eine Massage mit Fichtennadelöl einen authentischen Hauch von Schwarzwald in die Nase, pflegt eine Gesichtsmaske mit Holunderblüten die Haut frühlingsfrisch. Und wenn man von all den Beauty-Behandlungen mit Elfenentspannung und Sprudelbädern bei Kerzenlicht genug hat, kann man in dem großzügigen Pool mit Glaskuppel seine Runden drehen, oder sich im wohlig-warmen Solebecken 20 Minuten einsalzen lassen.

Da lässt der Durst nicht lange auf sich warten. Deshalb gibt es gleich nebenan einen Raum mit echtem „Edelsteinelixier“. Das sind 13 Glas-Ballons mit frischem, „levitiertem“ Quellwasser und verschiedenen Edelsteinen. Das Wasser, wurde zuvor in Zentrifugen beschleunigt und besitzt so eine größere, aufnahmefähigere Oberfläche. Dadurch kann es die Energie und Information der Edelsteine aufnehmen, die eine jeweils unterschiedliche, aber immer positive Wirkung auf die Gesundheit haben.

Basenbäder und Bewegung

Auch Basenpulver kommen aus Ferdinand Thomas’ Labor. Sie sind wie alles andere auch Teil seines Wellness-Konzepts: Die Auszeit nutzen, um den Körper zu entsäuern – so sein Motto. Schließlich seien etwa 90 Prozent aller Erwachsenen durch Ernährungsfehler und Bewegungsmangel „sauer“, ist Thoma überzeugt. Wer das genau wissen will kann einen so genannten Prefit Bodyscan im Hause machen. In nur 25 Minuten weiß man Bescheid über seinen Body Mass Index, den Fettstoffwechsel, Energiehaushalt sowie den Fitness- und Säurestatus im Körper.

Entsäuern fördert die Entschlackung: mit Basenbädern, der Einnahme von Basenpulver, basischer Kost und einem gerüttelt Maß an Bewegung. Die wird auch vom Hause aus angeboten. Jeden Morgen liegt das Faltblatt „Auerhahn heute“ auf dem Frühstückstisch, wo man das ganze Tagesprogramm noch einmal übersehen kann: Je nach Wochentag gibt es Nordic Walking-Touren, Aqua-Gymnastik Pilates, Yoga oder Progressive Muskelentspannung. Auch Leihfahrräder stehen von Frühjahr bis Herbst vor der Tür zur Verfügung.

Damit kann man den Schluchsee umrunden oder Touren nach Titisee oder zum Feldberg unternehmen. Das Wegenetz ist gut ausgebaut, vor allem aber für Wanderer. Die Möglichkeiten, von hier aus in den Schwarzwald zu laufen, sind schier unerschöpflich.

Für Fans des Sees: Die Segelschule liegt gleich vis-à-vis vom Hotel. Tennis-Freunde finden hinter dem Haus zwei Quarzsandplätze. Und so bekommt jeder das, was er sucht: vor allem aber Ruhe und Entspannung, innere Einkehr und ganz sicher den Impuls für einen Neuanfang daheim.

Bianca Lorenz

Rheinland-Pfalz: Wellness im Walnusshimmel

 

Zwei Tage ruhen, zwei Tage verwöhnen lassen? Im Lindner Hotel & Spa Binshof bei Speyer geht das mit Würde und Stil. Denn hier salbt man die Gäste mit kostbaren Nussölen der Region.

Speyer am Rhein ist für vieles bekannt: für Kelten und Krieger, Römer und Revolutionen, für Kaiser, Könige und Bischöfe – kurz 2000 Jahre Stadtgeschichte, die vor allem im Mittelalter weit über die Grenzen unseres Landes hinaus Bedeutung hatte. So habe ich es in der Schule gelernt. Und tatsächlich zieht der Dom, das bedeutendste romanische Gotteshaus und trutziges Wahrzeichen der Stadt, noch heute jedes Jahr tausende Besucher in seinen Bann.

Zwei Tage abtauchen

Doch mich lockt diesmal nicht die Geschichte, sondern purer Genuss in die Nähe der stolzen Pfälzer Kurstadt. Denn keine zehn Minuten vor den Toren Speyers, gibt es die wahrhaft erquickenden „Speisen“ für Leib und Seele. Am Rande des kleinen Örtchens Otterstadt, das auch für seine sieben Naturseen bekannt ist, steht der Spa Binshof. Ein moderner, mediterraner Wellness-Tempel mit Hotel, in dessen Inneren man den Müßiggang verehrt. Wer hier herkommt, will nicht so schnell wieder weg. „Etwa 60 Prozent unserer Gäste verlassen das Gelände überhaupt nicht“, berichtet der Hoteldirektor Kai Harmsen. Warum auch? Will, wer hierher kommt doch vor allem eines: seine Ruhe. Diese jedoch auf hohem Niveau. Gepflegte 133 Zimmer, zwei Restaurants, ein Bistro und im Sommer noch die Piazetta Sonnenterrasse im römischen Stil sorgen dafür, dass es einem an nichts fehlt.

Das Herzstück aber und der Grund, weshalb es viele Gäste sogar aus Stuttgart oder dem Westerwald auf dieses Fleckchen verschlägt, ist die ausgedehnte Bade- und Saunalandschaft. Auf 5200 Quadratmetern findet das Herz eines Alltagsausteigers alles, was es begehrt: ein beheiztes Schwimmbecken, finnische Sauna, Kelosauna, Dampfbad, Tepidarium, Hamam, Rasoul-Bad und ein erfrischender Kaltwasserpool. Der ideale Platz also, um mal zwei Tage oder länger einfach abzutauchen.

Das Rauschen des Wassers

Während ich im Außenbecken versuche, die glitzernden, blubbernden Sauerstoffblasen unter Wasser einzufangen, stelle ich mir vor, wie das Ganze wohl ohne die goldene Herbstsonne wirken würde, mit der Gott die „Toskana Deutschlands“ meist reichlich verwöhnt. Oder ohne die saftig grünen Wiesen, auf denen die vielen Ruheliegen stehen. Ich komme zu dem Schluss. Genauso schön. Denn egal, ob Sommersonne oder Schneelandschaft – an diesem Ort kann man sich ziel- und gedankenlos von den Wassern treiben lassen. Das Gestern und das Morgen zerschmelzen zwischen dem Gluckern und Rauschen der Düsen und Fontänen aus denen das mineralische Element in einem unendlichen Kreislauf zu strömen scheint.

Das nachdrücklichste Erlebnis jedoch habe ich in der Solegrotte. Das Wasser ist hier mit 12-15 Prozent Sole aus dem Toten Meer gesättigt. Arme, Beine und Kopf – die Körperteile, die sonst so ruhelos sind, können hier sorglos an der Oberfläche treiben. Es dauert eine Weile, bis ich sie wirklich voll und ganz dem Wasser anvertraue. Über mir ein schummriges Dunkel, auf dem verschiedene Lichtreflexe spielen. Schöner ist nur noch im Weltraum schweben, meine ich. Dazu dringen verzückende Klänge über den Schädelknochen ins Gehirn. Die Qualität dieser Musik ist faszinierend. Ich lerne: Unter Wasser hört man auch ohne Ohren perfekt!

Solcherart durch und durch gebadet und gepökelt brauche ich erst mal eine Pause. Denn für den Kreislauf sind die Wärme und die vielen Mineralien im Solebad anregend und anstrengend zugleich. Mit dem Bademantel schlürfe ich ins Zimmer und entschlafe zufrieden dem ersten Tag.

Neugeboren in Nussöl

Morgens bin ich putzmunter. Ein Blick aus dem Fenster verrät, dass manch Mutiger schon um acht ein eisiges Bad im Saunapool wagt. Nach einem gesunden Frühstück im Salier-Restaurant lasse auch ich mich deshalb nicht lange bitten und starte einen ersten Schwitzgang in der finnischen Blocksauna des Gartens. Danach ein üppiges Sonnenbad auf der Außenliege. Nicht mal lesen kommt mir in den Sinn. Einfach nur sein und genießen. Der Arbeitsspeicher im Gehirn leert sich langsam. Nach dem zweiten Gang in der Kräutersauna zeigt die Wanduhr eins. Unglaublich wie die Zeit vergeht! Und da der Magen auch schon knurrt, bestelle ich mir im Vitalbistro, gleich neben dem Wellnessbad, einen Salat. Alles üppig, frisch und raffiniert gewürzt.

Meine Haut ist weich, aber auch trocken. Deshalb gönne ich mir einen echten Neustart: ein Wellness-Package mit kostbaren Nussölen. Zuerst ein Mandelöl-Salbei-Peeling. Meersalz scheuert unter den geübten Händen von Virginia Michel meine alte Haut ab. Das Mandelöl spendet ihr Feuchtigkeit. Danach geht’s für 20 Minuten in ein Walnussölbad mit Rosmarin. Es duftet ganz zart nach der Götterfrucht, die hier fast überall an den Bäumen wächst.

Der Höhepunkt aber ist eine Ganzkörpermassage mit Haselnussöl. Es duftet wie im Advent und fühlt sich an wie ein Weihnachtsgeschenk. Kein Wunder, denn Frau Michel massiert wie ein Engel. Alle Öle stammen aus der Wonnegauer Ölmühle von Thomas Steger bei Worms und werden kalt, aber mit viel Liebe gepresst.

Eins ist jetzt schon klar. Mit dieser neuen Haut führt kein Weg mehr zurück in die Sauna. Das muss einwirken und bleiben. Also auf ins Tepidarium. Bei angenehmen 38 Grad öffnen sich die Poren noch einmal so richtig und nehmen das Haselnussöl dankbar auf.

Innen und außen runderneuert, genieße ich des abends in der Pfälzer Stube ein zartes Stück Lamm. Dazu gibt’s edle Tropfen aus den lokalen Weinbergen. Ein neuer Mensch in zwei Tagen. Einem Werbespruch würde man das nicht glauben. Dem eigenen Gefühl schon.

Bianca Lorenz

 

Deutschland: Das Friedrichsbad in Baden-Baden

Baden wie die Römer

Weißer Marmorfußboden, glänzende Armaturen, Säulen und Kuppeldecken. Darunter sprudelt Thermalwasser aus zwölf Quellen. Im Friedrichsbad erwartet den Besucher eine außergewöhnliche Atmosphäre – und eine besondere Massage.

Das römisch-irische Bad steht genau da, wo vor über 2000 Jahren die Römer ihre Bäder betrieben. Das palastähnliche Gebäude aus Sandstein schmiegt sich ideal an den steilen Hang. Der Bau wirkt mit seiner reich verzierten Fassade eher filigran als wuchtig. Der Grundriss folgt einer strengen Symmetrie, innen schaffen Marmor, Messing, Stuck, Säulen und Fresken ein sinnliches Ambiente. Es ist kein Zufall, dass sich Karl Dernfeld beim Bau des Friedrichsbads in den Jahren 1869 bis 1877 ganz dem Stil der klassischen Antike verschrieben hat. Hohe Herrschaften aus nah und fern kamen zum Florentinerberg, um in der Kuppelhalle wie römische Kaiser zu baden – zur Freude von Großherzog Friedrich I., dem Auftrags- und Namensgeber des Bäderjuwels.

Auch heute noch, 135 Jahre später, ist das Friedrichsbad Wahrzeichen Baden-Badens und Magnet für viele Wellnessfreunde, die das Besondere suchen. Das im Renaissance-Stil erbaute Gebäude galt bei seiner Eröffnung 1877 als das modernste Badehaus Europas. Eindrucksvolle Duscharmaturen, handbemalte Majolika-Kacheln und der prächtige Kuppelsaal garantieren Einblick in jahrhundertealte Badetraditionen. Energie tanken und abschalten vom Alltag können Besucher während der 17 aufeinander abgestimmten Wohlfühlstationen.

Eine der ersten Stationen im Friedrichsbad ist die Seifenbürstenmassage. Der Körper wird mit einer milden Seife eingeschäumt und danach mit kräftigen, gleichmäßigen Bewegungen gebürstet. Ein unvergleichliches Gefühl – und eine effektive Schönheitskur. Das achtminütige Hautpeeling plus Massageanwendung entfernt abgestorbene Hautschüppchen und sorgt für eine gute Durchblutung. So ist die Haut optimal auf das anschließende Dampfbad vorbereitet. Die wechselnden Temperaturen und das wertvolle Thermalwasser in den verschiedenen Becken des Friedrichsbades wirken wohltuend auf Körper und Geist. Highlight und Mittelpunkt des Friedrichsbads ist das überkuppelte Bewegungsbad. Die 17,5 Meter hohe Kuppel ist eine sogenannte Pendentifkuppel – das heißt, sie besteht aus zwei Geschossen. Im unteren Bereich zieren korinthische Säulen, im oberen Bereich jugendliche Atlanten das Innere. Der Raum selbst ist mit Blattwerk, Ranken und Muscheln verziert – Schönheit, so weit das Auge blickt.

Infos

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 9 bis 22 Uhr.

Die Verweildauer beträgt 3 ½ Stunden mit Seifenbürstenmassage und 3 Stunden ohne Seifenbürstenmassage.

Letzter Einlass ist 2 Stunden vor Ende der Badezeit.

Männer und Frauen baden im Friedrichsbad montags, donnerstags und samstags getrennt. Alle anderen Tage und Feiertage sind gemischte Badetage. Das Friedrichsbad ist ein textilfreies Bad.

Handtücher, Badeschuhe sowie Seife und Creme sind im Preis von 21 Euro inbegriffen (exklusive Seifenschaummassage 10 Euro). Kindern unter 14 Jahren ist der Eintritt ins Friedrichsbad nicht gestattet – sie werden aber von 1 ½ bis 12 Jahren im Kinderparadies professionell betreut.

Italien: Mit Sissi im Apfelbad

Südtirol setzt bei den Relax-Angeboten auf Apfelwellness – nicht nur während der Blüte im Mai.

Wenn Thea Kofler ihre Zutaten zusammenrührt, dann geschieht dies mit einer unglaublichen Schnelligkeit, Erfahrung, Vorsicht. Kein Wunder: Ihr Arbeitsmaterial ist hochempfindlich, leicht verderblich und will deswegen rasch verwendet – in diesem Fall aufgetragen – werden. Thea Kofler ist Chef-Kosmetikerin im Wellnesstempel des Verdinserhofs in Schenna bei Bozen. Und was sie mir nun auf den Rücken aufträgt und dort mit Nachdruck verreibt, ist Apfel. 100 Prozent Natur. Wohlriechend. Und pflegend: Das Peeling etwa, das sie aus geriebenem Apfel, Meeressalz und dem uralten Schönheitsmittel Honig zusammengemengt hat, soll all die abgestorbenen Hautschüppchen entfernen und gleichzeitig die Durchblutung aktivieren. Das Ergebnis: eine zum Reinbeißen duftende, seidig-weiche Haut.

Gülderling, Golden Delicious oder Elstar – was gerne vernascht wird, lässt sich auch wunderbar zum Entspannen, Salben und Hübschen einsetzen. Angeblich schmiert sich sogar Michelle Obama täglich mit einer Apfelcreme ein. Zu welcher Apfelsorte man beim Apfel-Wellness greift, ist im Grunde egal – bis auf eines: Der Apfel, der auf der Haut landet, sollte aus biologischem Anbau stammen. Das Schönheitsritual ist ein ganzjähriges: es beginnt zur Blütezeit im Frühsommer, wenn sich die Bäume weißrosa verfärben, und endet noch lange nicht im Herbst, wenn die prallen Früchte die Äste gen Boden ziehen – denn Äpfel können wunderbar gelagert werden.

Schönheitsrituale mit Äpfeln haben nicht nur in der Apfelanbauregion Südtirol eine lange Tradition. Schon in der Antike und unter den Germanen galt die Frucht als Schönheitsmittel und Bewahrer ewiger Jugend. Die Frucht stammt ursprünglich aus Asien. Über die Seidenstraße gelangte sie nach Europa, wo sie zuerst von den Griechen kultiviert wurde und dann – den Römern sei Dank – im heutigen Südtirol landete. Dort lag auch Kaiserin Elisabeth alias Sissi gerne im Apfelbad.

Dass die Frucht nicht nur die Küche, sondern auch das Bad und viele Wellnesstempel eroberte, hat einen einfachen Grund: Äpfel haben denselben pH-Wert wie unsere Haut. Dadurch eignen sich Pflege-Produkte auf Apfel-Basis besonders für empfindliche Haut. Äpfel beinhalten zudem direkt unter der Schale viele Pektine – so heißt der Stoff, der den Cholesterin-Wert senkt und die Durchblutung verbessert, sodass die Haut strahlt. Hyaluronsäure verbessert zudem die Feuchtigkeitsaufnahme, Vitamine und Spurenelemente straffen und verjüngen damit das Gewebe. Und alle diese Stoffe wirken sowohl von innen als auch von außen. Über eine sanfte Massage etwa. Nach dem Peeling dringt das Apfelöl besonders leicht in die Poren der nun freien Haut ein.

Das Öl hat Thea Kofler schon vor zwei Tagen zubereitet: In Sonnenblumenöl, „es kann auch ein anderes neutrales Basisöl sein“, hat sie kleine Apfelstückchen gegeben, zwei Tage durchziehen lassen und das Öl dann mithilfe eines Tuchs abgeseiht. „Ganz wichtig ist, dass Sie das Öl frisch verwenden“, mahnt Thea Kofler. Ebenso wie die Masken und Peelings aus der köstlichen Frucht. Denn das Fruchtfleisch von Äpfeln färbt sich, einmal geschält, schnell braun. Um Badeessenzen, Öle, Peelings oder Masken aus Apfel herzustellen, brauche man „weder viel Zeit, noch ein Chemiestudium oder exotische Zutaten“, sagt Thea Kofler.

Martina Hahn

Infos: www.schenna.com