Papua-Neuguinea: Das Sing Sing in Goroka

Goroka Sing Sing Singen, tanzen, wilde Blicke

Fehden zwischen en einzelnen Stämmen gehören in Papua Neuguinea zum Alltag. Doch wenn die Krieger in Goroka mit bunt bemalten Gesichtern, wilden Masken und spitzen Speeren in die Arena einmarschieren, muss niemand  Angst haben – in der Stadt im Hochland werden nur die besten Tänzer gesucht. Und: Solange in Goroka getanzt wird, schweigen die Waffen der Stammeskrieger.

Die Straße nach Goroka ist hervorragend ausgebaut – das ist selten in Papua Neuguinea. Auf ihr rasen Lastwagen von Exxon durch die Berge. Sie bringen Baumaterial zur größten Baustelle des Landes: Unter dem Dschungel des Hochlands liegt eines der größten Erdgasvorkommen der Welt. Es wird vom amerikanischen Energiekonzern ausgebeutet. Ab 2014 soll das Gas durch die Leitungen an die Küste fließen. Damit wird ein unermesslicher Reichtum ins Land gelangen. Geld, das – wie viele fürchten – nicht der Bevölkerung zu Gute kommen wird. Das Gas wird eher neue Konflikte schaffen denn alte lösen.

Goroka Sing Sing

Von Reichtum ist bis dato in Goroka nichts zu spüren. Ruhig und friedlich liegt die Kleinstadt mit ihren 20.000 Einwohnern inmitten des Hochlands – auf 1600 Meter, umgeben von fruchtbarem Land und gesegnet mit einem geradezu perfekten Klima. Tagsüber steigt die Temperatur regelmäßig bis an die 30 Grad Grenze. Nachts aber sinkt sie wegen der Höhenlage auf angenehme 12 oder 13 Grad.

Auf mich wirkt Goroka wie ein verschlafenes Provinzstädtchen. Für die Papuas aber ist es eines der großen Zentren – und Mitte September der wichtigste Ort des Landes.

Am Tag nach meiner Ankunft bricht der Sturm los: Tausende Menschen – Männer und Frauen, Kinder und Alte – strömen in die Stadt; lagern im Park und kampieren am Stadtrand. Sie alle sind Teilnehmer oder Besucher des Goroka Sing Sings. Bei diesem Tanz- und Kulturfestival kommen die Stämme aus ganz Papua zusammen. Drei Tage – von Freitag bis Sonntag – werden sie in den Straßen der Stadt und auf dem Goroka Show Ground feiern – auf einem riesigen Sportplatz, auf dem sonst das regionale Rugbyteam seine Spiele austrägt. Goroka Festival

Gelb sind die Gesichter der Huli Krieger bemalt, tief schwarz die des Rapako-Stamms. Auf dem Kopf sitzt ihnen eine weit ausladende Kopfbedeckung aus Gras und Moos. Ihre Köper sind mit feuchter Erde beschmiert, um den Hals tragen sie gelbe Ketten – und einen Halsschmuck aus Knochenstäbchen. Ein jedes  symbolisiert zehn geschlachtete Schweine und da die wichtige Statussymbole sind, sind die Rapakokrieger allesamt mächtige Männer. Laut singend und von Trommelschlägen unterstützt tanzen sie ihren rhythmischen Kriegstanz.

Ganz anders geschmückt und bemalt sind die Männer aus der Provinz Enga. Hier dominieren die Farben rot und gelb. Die dichten Vollbärte sind weiß gefärbt. Auf dem Kopf tragen sie eine Art roter Strickmütze, aufgepeppt mit unzähligen Vogelfedern. Die langen bunten Federn der Paradiesvögel  spielen beim Schmuck vieler Stämme eine wichtige Rolle: Je länger und bunter, desto besser. Nur daran, dass ein Stammeskrieger in einer Tanzpause das Handy aus dem Lendenschurz zieht, erkenne ich, dass die  Zivilisation auch hier schon ihre Spuren hinterlassen hat.Goroka Festival

Das erste Sing Sing in Goroka  organisierte die australische Provinzregierung  im Jahre 1957. Australien verwaltete Papua Neuguinea von 1949 bis 1975  als Treuhandgebiet. Das Ziel des Festes: Die verfeindeten Stämme des Hochlands sollten friedlich miteinander feiern. So jedenfalls hatten sich die Australier das vorgestellt. Nicht wer die tapfersten Krieger stellte, sondern  wer die besten Tänzer mit den schönsten Kostümen präsentierte, sollte entscheidend sein. Für die Sieger lobten die Australier stattliche Geldpreise aus.

Allerdings trat das genaue Gegenteil ein: In den Monaten nach der Veranstaltung bekämpften sich die Stämme besonders heftig. Erst nach einigen Jahren verstanden die Weißen, was sie mit den Sing Sing ungewollt angerichtet hatten: Es war der Geldpreise für die Sieger, der Streit auslöste. Den Unterlegenen war das Urteil der Jury egal. Sie forderten – mitunter mit Waffengewalt – den ihnen zustehenden Anteil am Preis. Auch deswegen wird heute allen Teilnehmern des Sing Sings ein Antrittsgeld überreicht, einen Preis für den Sieger gibt es nicht mehr.

Rasso Knoller

Goroka, Enga tribe

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch Lesereisen Papua- Neuguinea.

Deutschland/Berlin: Live at Mauerpark

Musik im Mauerpark

Einst Todesstreifen zwischen Ost und West, ist der Grünstreifen am Mauerpark heute die Spielwiese für Berliner und ihre Gäste. Am Wochenende wird der Park zu einer riesigen Freiluftbühne:  Eine Slideshow von Sven Kästner.

Schweden: Kunst im Untergrund – die Stockholmer Tunnelbana

Wer in die U-Bahn steigt, möchte möglichst schnell sein Ziel erreichen. Das kann man auch mit der Stockholmer Tunnalbana. Doch man kann sich auch Zeit lassen und an jeder Station aussteigen und die U-Bahnfahrt so zu einem Kunsterlebnis machen – eine wunderbare Beschäftigung an verregneten Tagen. Denn die Bahnhöfe der Tunnelbana bilden die längste Galerie der Welt – behaupten zumindest die Stockholmer. Besonders reizvoll sind diese Streifzüge im 10-Minuten-Takt der blauen Metrozüge zu nächtlicher Stunde. Wenn die Züge fast menschenleer über die Bahnhöfe huschen und die letzten Nachtschwärmer zu Skulpturen auf den Sitzbänken werden, hat man die nötige Muße, um die moderne Kunst auf sich wirken zu lassen.

Ganz bewusst haben sich die Stockholmer im Untergrund gegen fahles Neonlicht, eintönig gekachelte Wände und überlebensgroße Reklametafeln entschieden. Für die Pendler, die tagtäglich mit der Tunnelbana zur Arbeit fahren, sind die Kunstwerke an den Tunnelwänden zwar nur Hintergrundkulisse, trotzdem ist jeder Stockholmer stolz auf seine Metro. Mittlerweile sind fast alle der 100 Stationen in irgendeiner Weise künstlerisch gestaltet. Mehr als 125 verschiedene Künstler haben in den letzten 40 Jahren an den Stationen der Untergrundbahn ihre Spuren hinterlassen.

Die in den Fels gehauenen Tunnel sind zur Spielwiese der künstlerischen Avantgarde geworden, die ihre moderne Höhlenmalerei als Kunst für die Masse versteht. Die Fahrt durch die Stockholmer Unterwelt offenbart immer wieder Überraschendes: Die freundlich lachende Sonne am Thorildsplan oder den imaginären Blick durch den Fels auf einen strahlend blauen Himmel. In der Station Rådmansgatan weisen Strindbergs stechende Augen den Touristen den Weg zu seinem Museum. Solna Centrum ist ein Alptraum in Grün und Blutrot: Die Wandgemälde „Schweden in den Siebzigern“ illustrieren die Zerstörung der Natur, die Vergiftung der Gewässer und den Tod des Waldes in düsteren Bildern.

Höhepunkt der unterirdischen Bilderreise ist die blaue Linie von Kungsträdgården nach Akalla und Hjulsta. Beinahe jede Station auf dieser Linie ist ein kolossales Kunstwerk, überraschend, faszinierend oder dramatisch, ein überzeugender Sieg über die Monotonie öffentlicher Verkehrsmittel. Die Station Stadion mit ihren bunten Wegweisern, den Blumen und dem leuchtenden Regenbogen, der über die rauen Felswände fließt, strahlt Fröhlichkeit und Optimismus aus. Tekniska Högskolan dagegen ist geometrisch gestaltet, die strengen Formen der Kunstwerke in dieser Station symbolisieren die vier Elemente. Die Faszination für die Tunnelkunst erfasst nicht nur Besucher, auch die hartnäckigsten Graffiti-Sprayer sind beeindruckt, und verschonen Wanddekorationen, Skulpturen, Reliefs und Mosaike.

Christian Nowak

Slideshow: Motive aus der Stockholmer U-Bahn

 

 

Frankreich: Der Westen Korsikas zwischen Calvi und Ajaccio

Offiziell gilt Kolumbus als Entdecker Amerikas. Auch wenn er nur durch Zufall auf den neuen Kontinent gestoßen ist, denn eigentlich wollte er ja nach Indien segeln. Genau genommen hat er Amerika aber nur wiederentdeckt, denn schon 500 Jahre vor ihm war höchstwahrscheinlich schon der Isländer Leif Eriksson dort. Soweit sind sich die Historiker einig, doch bei Kolumbus‘ Geburtsort streiten sie sich, ob er nun Spanier, Italiener, Portugiese oder gar Franzose war. Lange schien Genua die besten Argumente zu haben und verwies auf das Testament des genuesischen Seefahrers in spanischen Diensten.

Doch auch die Korsen sind felsenfest davon überzeugt, dass Kolumbus in Calvi geboren wurde. Sie verweisen auf die angeblichen Reste seines Geburtshauses in der Zitadelle und um ihren Anspruch zu untermauern, haben sie kurzerhand eine Straße und einen Platz nach ihm benannt. Seit dem 550jährigen Jubiläum der Entdeckung Amerikas 1992 gibt es an der Außenmauer der Zitadelle auf dem Place Christophe Colomb eine Bronzebüste in einem halben Boot. Da bis jetzt selbst die gentechnische Untersuchung seiner Knochen keine eindeutige Klärung brachte, darf sich Calvi wohl noch eine Weile als Geburtsort des großen Entdeckers fühlen.

Eigentlich hat Calvi das Heischen nach Aufmerksamkeit gar nicht nötig, denn die Stadt und ihre Umgebung gelten als Côte d’Azur Korsikas. Die mächtige Zitadelle thront weithin sichtbar auf einem ins Meer ragenden Felsen und gilt mit der von Bonifacio als imposantestes Bauwerk aus der Genuesenzeit. Auch der Jachthafen und der Quai Landry am Fuß der Festungsmauern brauchen sich vor der Côte d’Azur auf dem Festland nicht zu verstecken. In den Bars und Restaurants herrscht im Sommer Hochbetrieb, hier trifft man sich am Abend nach einem Strandtag in der Bucht von Calvi. Dass es am Quai eher mondän als volkstümlich zugeht, überrascht nicht bei den meist großen Jachten im Hafen.

Der Garten Korsikas

Zwischen den beiden Touristenzentren Calvi und L’Île Rousse erstreckt sich die Balagne. Eingeklemmt zwischen zwei wüstenhaften Gebieten, im Nordosten der Désert des Agrigates und im Südwesten der Balagne Déserte, breitet sich ein fruchtbares Hügelland bis zu den Gebirgen Zentralkorsikas aus. Dank der guten Böden gedeihen im Garten Korsikas Zitrusfrüchte, Oliven und Vermentinu-Trauben der Spitzenklasse. Doch selbst hier können die Menschen kaum noch von der Landwirtschaft leben, deshalb sind viele in die Städte oder gleich aufs Festland gezogen und haben ihre Felder der Maccia überlassen.

Nur wenige Touristen machen sich von den Stränden ins Hinterland auf, zu den kleinen Dörfern mit uralten, windschiefen Häusern aus Natursteinen, die oft wie Adlernester auf Bergrippen und Hügelkuppen thronen. Früher waren die rund zwei Dutzend Dörfer der Balagne durch den Anbau von Zitronen, Clementinen, Orangen und Mandeln relativ wohlhabend, heute sind die landwirtschaftlichen Erzeugnisse zwar immer noch gefragt, doch eine wirtschaftliche Bedeutung haben sie kaum noch. Nur der Tourismus bietet eine Chance, dass die wunderschönen Dörfer nicht noch weiter überaltern und entvölkern.

Die Küste der kariösen Felsen

Zwischen Porto und Piana schlängelt sich die Straße kurvenreich durch die bizarre Felslandschaft der Calanche de Piana, überall möchte man anhalten und atemlos auf das Gebirge der kariösen Steine schauen. Schon in Porto sind nicht der Ort oder der Strand die größte Attraktion, sondern die roten, zerfressenen Felsen der Steilküste, die bei Sonnenuntergang regelrecht zu glühen anfangen. Noch viel dramatischer sind die Calanche de Piana, hier erreichen die Verwitterungen, die Steine wie Bienenwaben aussehen lassen, ihren Höhepunkt. Je nach Tageszeit erscheinen die Felsen in allen Rot-, Rosa- und Brauntönen, wer nur etwas Fantasie besitzt, erkennt allerlei Gesichter und Figuren. Einer Legende nach sollen die Tafoni sogar ein Werk des Teufels sein. Kein Wunder also, dass sie auch so manchen Literaten beeindruckt haben. Der korsische Dichter Pierre Bonardi schrieb:„ Felsen des Gemetzels, ein letztes Aufbäumen blutverschmierter Gladiatoren, eine ganze Armee von vor Blut triefenden Tieren und Männern sind dort, dem Stoß des Monte-Cinto und des Monte Rotondo Widerstand leistend.“

Die Heimat des Großen Korsen

In Ajaccio begegnet man Napoleon auf Schritt und Tritt. Seine Präsenz ist so auffällig, dass man sich irgendwann fragt, womit der französische Kaiser diese unverblümte Huldigung eigentlich verdient hat. Er wurde zwar hier am 15. August 1769 geboren, doch schon mit neun Jahren verließ er die Stadt in Richtung Festland. Seine weiteren Aufenthalte in Ajaccio waren nicht unbedingt von Liebe geprägt und kurz. Immerhin machte er seine Geburtsstadt 1811 zur Hauptstadt Korsikas, negierte aber gleichzeitig ihre Autonomieansprüche. Nicht gerade beliebt machte er sich durch die Zwangsrekrutierung Tausender Korsen für seine Armee. Auch sein Bruder Lucien war für negative Schlagzeilen gut, als er einen Aufstand blutig niederschlug. Als Napoleon mit all seinen Großmachtplänen gescheitert war und 1814 abdanken musste, war die Freude in Ajaccio groß.

Heute ist sein Geburtshaus in der Rue Saint-Charles ein vielbesuchtes Museum. Interessant ist der weitverzweigte Stammbaum, der verdeutlicht, über welche Macht der Napoleon-Clan einst verfügte. Der gegenwärtige Chef des Hauses Bonaparte, Prinz Charles Napoleon, auch Napoleon VII. genannt, hat nur einige Jahre in der Lokalpolitik mitgemischt und sich dann frustriert auf das Festland abgesetzt. Im Rathaus huldigt man dem großen Korsen mit Devotionalien wie der bronzenen Totenmaske. Auf der Place de Gaulle zeigt er sich mit seinen vier Brüdern als römischer Imperator, auf der Place Maréchal Foch gibt er den Ersten Konsul, mit Löwen zu seinen Füßen. Höhepunkt des Napoleonkults ist die Place d’Austerlitz, die Heldentaten vor ihm in Stein gemeißelt, wacht er am Ende einer Triumphtreppe auf einem Sockel mit strengem Blick und Dreispitz über seine Geburtsstadt. Als Dank an ihn und seine Sippe gibt es auch noch den Cours Napoleon, die Rue Bonaparte, die Rue du Roi de Rome, die Rue Letizia und die Rue du Cardinal Fesch.

Christian Nowak

Norwegen: Oslo – eine Stadt im Wandel

Schöner kann eine Stadt kaum liegen! Denn das Zentrum Oslos schmiegt sich um den hufeisenförmigen Fjord mit seinen grünen Inseln, die Außenbezirke ziehen sich die Berghänge hinauf und verlaufen sich schließlich im Grün der Wälder. Wie ein Amphitheater zwischen Meer und Wald wirkt die norwegische Hauptstadt, hier lässt es sich gut leben. Kein Wunder, dass die Bevölkerung in den letzten zehn Jahren um rund 150 000 gewachsen ist und Prognosen gehen davon aus, dass dieser Trend auch in den nächsten Jahren anhalten wird.

Ähnlich verhält es sich mit den Touristenzahlen, obwohl Oslo zu den teuersten Städten der Welt zählt, zieht die norwegische Hauptstadt ständig mehr Besucher an. Doch schon lange verlässt sich Oslo nicht mehr nur auf seine einmalige Lage. Die reichlich sprudelnden Öleinnahmen sorgen für gut gefüllte Kassen, Staatsverschuldung ist für die Norweger ein Fremdwort. So bleibt genügend Spielraum für kulturelle Großprojekte und eine Rundumerneuerung der Stadt.

Seit einigen Jahren investiert die Stadt viel Geld in das Projekt Fjordbyen – die Stadt am Fjord. Es ist das größte städtebauliche Konzept, seit König Christian IV. Anfang des 17. Jahrhunderts das alte Kristiania nach einem verheerenden Brand hinter der Festung Akershus neu errichten ließ. Seit dieser Zeit war Oslo zwar die unumstrittene Hauptstadt des Landes, doch das Fjordufer wurde immer mehr zu einer tristen Gegend mit Hafenanlagen, Industriegebieten, Eisenbahngleisen und einem Gewirr von Autobahnen. Dies soll sich in den nächsten Jahren grundlegend ändern. Die Seeseite der Stadt soll zur Schokoladenseite werden und vor allem wieder für die Allgemeinheit zugänglich sein. Diese Revitalisierung der Wasserlagen am Fjord und an den Flüssen, insbesondere entlang der Flüsse Akerselva und Alnaelva, wird das Stadtbild in struktureller, funktioneller sowie ästhetischer Hinsicht komplett verändern.

Das neue Wahrzeichen der Stadt

Seit den 1950er Jahren ist das Rathaus aus rotbraunen Ziegelsteinen das Wahrzeichen der Stadt. Was musste der klobige Bau nicht alles an Kritik einstecken und auch heute noch haben die Osloer ein eher zwiespältiges Verhältnis zu ihrem Wahrzeichen. Mit der Fertigstellung der Oper im Jahr 2008 besitzt Oslo nun ein neues Wahrzeichen an ebenso prominenter Stelle, das im Gegensatz zum Rathaus aber von Anfang an mit Lob überschüttet wurde.

Der von dem international anerkannten Architekturbüro Snøhetta geplante mormorweiße Bau am Fjord hat mittlerweile fast ein Dutzend Preise eingeheimst. Mit der Oper ist den Osloern der große Wurf gelungen, die Vorstellungen sind fast immer ausverkauft, das Haus gilt als architektonisches Meisterwerk und neues Wahrzeichen der Stadt und lädt Besucher zudem noch als begehbares Kunstwerk zum Verweilen und Schauen ein. Im Rahmen des Projektes Fjordbyen spielt die neue Oper als Prestigobjekt zwar eine wichtige Rolle, macht aber nur einen kleinen Teil aus. So soll sich die Umgebung der Oper – der Stadtteil Bjørvika – nach und nach in ein attraktives und lebendiges Viertel mit Wohnungen, Büros, Geschäften und Restaurants verwandeln. Dazu gehört auch die Fertigstellung eines weiteren Tunnels, durch den mehr als 100 000 Autos pro Tag aus der Hafengegend verbannt werden.

Vorbild Aker Brygge

Angefangen hat die Umgestaltung der Stadt mit Aker Brygge. Vor gut 20 Jahren befand sich jenseits des Hafenbeckens Pipervika noch eine der größten Werften des Landes. Als sie schließen musste, entstand aus der ehrwürdigen Schiffswerft ein komplett neuer Stadtteil, der durch seine faszinierende Mischung aus alten Backsteinbauten und moderner Glas- und Stahlarchitektur beeindruckt. Die Osloer, vor allem die Jüngeren, haben diese Vergnügungsmeile begeistert angenommen. Sobald die Sonne sich blicken lässt, schlendern sie über die Uferpromenade, genießen die wärmenden Sonnenstrahlen auf den Bänken, schnuppern die Seeluft vom nahen Fjord, lauschen dem Live-Jazz von den Pontons und genießen ein Bier im Freien. Mittlerweile wird auch in Aker Brygge wieder gebaut, um das Angebot an Wohnungen und Büros, teils auf künstlichen Inseln, zu erweitern.

Man darf gespannt auf die nächsten Jahre sein: 2013 soll das neue Munch/Stenersenmuseum zum 150. Geburtstag des bekanntesten norwegischen Malers in der Nähe der Oper fertig werden. Das 57 Meter hohes Glasgebäude „Lambda“ wurde von dem spanischen Büro Herreros geplant. Dort, wo heute noch die ziemlich hässliche Uferstraße verläuft, wird dann die Dronning Eufemias Gate entlang führen, ein mehr als 40 Meter breiter, begrünter Boulevard mit nur wenig Autoverkehr. 2016 wird auch die neue Deichmannsche Bibliothek zwischen dem Boulevard und der Oper fertiggestellt sein. Ein Besuch in Oslo lohnt sich also in jedem Fall.

Christian Nowak

 

 

 

Cabo Verde: Fogo – Ein perfekter Vulkankegel mitten im Meer

Alle Kapverdischen Inseln wurden aus dem Feuer des Erdinnern vor Urzeiten geboren. Auf Fogo scheint diese Geburt aber erst gestern vollzogen worden zu sein: Der Vulkan gab ihr die Form, spie den imposanten Kegel aus, der das unverwechselbare Markenzeichen der Insel ist. Fast 3.000 Meter ragt das perfekt geformte Dreieck in den Himmel, weithin sichtbar als unübersehbares Menetekel.

Dem Feuer verdankt Fogo alles. Es schuf den fruchtbaren Boden und nimmt ihn den Menschen immer wieder fort. Ohne Vorwarnung, auch wenn sie ihn gerade mühsam beackert haben. Die Fahrt von der Inselhauptstadt Sao Filipe an der Küste Fogos, bis hinauf zur Caldeira, dauert ungefähr zwei Stunden, in denen 100.000 dramatische Jahre Erdegeschichte zu Augenblicken komprimiert werden.

Lavaströme, Ascheberge und Tuffkegel

Anfangs beherrscht noch sonnenverbranntes Savannengras die Landschaft. Zu beiden Seiten der Straße gehen endlose Dörfer fast nahtlos ineinander über. Die Menschen nutzen jeden Quadratmeter des trockenen Bodens, ringen ihm in mühseliger Arbeit ein paar grüne Halme ab. Aber die meisten Pflanzen vertrocknen, noch bevor die Ernte eingebracht werden kann. Ein fast aussichtsloses Unterfangen in dieser archaischen Landschaft das Überleben zu sichern. Mit zunehmender Höhe werden die Dörfer seltener und die Landschaft immer lebensfeindlicher.

Dutzende Parasitärkrater überziehen den Berghang wie übergroße Pickel. Relikte einer langen vulkanischen Vergangenheit prägen hier das Bild der Insel: Erodierte Lavaströme, Ascheberge, Schlackehaufen und Tuffkegel lassen Menschen, Tieren und Pflanzen kaum eine Chance. Für den flüchtigen Besucher geht die Reise durch eine grandiose Welt, geformt von Naturgewalten. Rücksicht auf menschliche Bedürfnisse kann hier niemand erwarten.

In der Caldeira

Dann führt die Straße schnurgerade in die Caldeira hinein. In einen halbkreisförmigen Einsturzkrater mit acht Kilometern Durchmesser. Es sind die Reste eines gewaltigen Urvulkans 1.700 Meter über dem Meer. Geologen vermuten, dass dieser Vulkan den heutigen Kegel noch um 1000 Meter überragt hat, bis er in einer gewaltigen Katastrophe weg gesprengt wurde. Hier ist alles Schwarz – gerade so als ob der Vulkan sämtliche Farben verschlungen hätte.

Trotz Sonnenschein und strahlend blauem Himmel hat die Szenerie etwas Bedrohliches. Die Landschaft ist bizarr und faszinierend, übersät von dunkler, scharfkantiger Lava in allen erdenklichen Formen. Aber mitten im Krater leben Menschen! Ein paar Dutzend Häuser, die meisten aus scharfkantigen Basaltsteinen errichtet, zeugen von dem ungebrochenen Optimismus auch den widrigsten Bedingungen zu trotzen. Mittelpunkt des kleinen Ortes ist die Cooperativa. Sie dient als Minisupermarkt und Bar und ist Treffpunkt für Einheimische und Touristen.

Auf den Pico

Im Dorf beginnt der Aufstieg auf den fast 3.000 Meter hohen Pico de Fogo. Schon bald nach dem Verlassen des Dorfes treibt der Wind plötzlich einen atemberaubenden Gestank nach faulen Eiern heran. Er kündigt den Wechsel von monochromer, schwarzer Einöde zu einer bunten Farbenpracht an. Rund 50 Jahre lang schlummerte der Vulkan. Gelegentliche leichte Erdstöße nahm niemand ernst. Auch nicht die Bewohner von Cha das Caldeiras, die sich im Kesselboden direkt unter dem Vulkankegel angesiedelt hatten, wähnten sich in Sicherheit.

Doch am 2. April 1995 war es dann mit der Ruhe vorbei. Der Pico erwachte urplötzlich wieder zum Leben. Die Bergflanke brach auf und gewaltige Lavamassen ergossen sich in die Caldeira. Die einzige Straße wurde zerstört, das Dorf musste evakuiert werden. Am schlimmsten traf es die Weinkooperative, denn die Lava begrub einen Großteil der Weinstöcke unter sich und zerstörte damit die Lebensgrundlage vieler Menschen.

Eine trügerische Ruhe

Heute ist der Pico de Fogo wieder ein zahmer Riese mit einem zackig abgerissenem Hauptgipfel. Dort, wo vor vier Jahren die Lava hervorquoll, ist die Bergflanke aber noch immer schrundig zerklüftet, so wie eine frische Wunde. Ätzende und stinkende Schwefelschwaden dringen hier aus Spalten und Rissen. Mit jedem Schritt wird die Erde heißer, die schon erstarrte Außenhaut immer dünner. Plötzlich ist Gelb die dominierende Farbe. In allen Schattierungen von zartem Hellgelb über Goldgelb bis hin zu einem kräftigen Orange reicht die Farbpalette.

Um die fauchenden Löcher, die wie dunkle Augen wirken, bilden sich zarte Nadeln kristallinen Schwefels. Nach dieser grandiosen Farbenorgie ist der Gipfel fast eine Enttäuschung. Ein paar Rauchschwaden sind die einzigen Anzeichen, dass unter dem Vulkankegel noch Leben ist. Dafür entschädigt jedoch die Aussicht. Santiago und das kleine Brava sind gut zu erkennen und auch die anderen Inseln des Archipels sind im fernen Dunst zu erahnen.

Mehr als 1000 Meter unter dem Gipfel prallen die Passatwolken gegen den Berg und kriechen dann langsam über den Boden der Caldeira. Sie sorgen dafür, dass der Nordostteil Fogos eine grüne Oase inmitten der Lavamassen ist. Vom Gipfel aus sind die einzelnen Lavaströme noch gut zu unterscheiden. Der von 1951 ist durch Erosion schon braun geworden, der vom letzten Ausbruch 1995 ist dagegen noch tiefschwarz. Die Lavaströme haben das kleine Dorf regelrecht in die Zange genommen. Erst unmittelbar vor den ersten Häusern stoppte die meterhohe Lava.

Christian Nowak

Cabo Verde: Grogue – Das Lebenselixir von Santo Antão

Die alten Kupferkessel sind löchrig und von Grünspan überzogen. Jahrelang wurde in ihnen Grogue destilliert, jetzt warten sie darauf, in Luís Werkstatt ausgebessert zu werden. Luís ist Kesselflicker in der Ribeira do Paul auf Santo Antão. Ohne ihn würde die Insel wohl schon bald auf dem Trockenen sitzen, würde der Strom aus Zuckerrohrschnaps, der die ganzen Kapverden bei Laune hält, schon längst versiegt sein.

Aus seiner kleinen Werkstatt dröhnen die Hammerschläge monoton im Sekundentakt. Im Moment wird gerade ein neuer Kessel aus dickem Kupferblech gedengelt. Der Lehrling sitzt im Kessel und kontert die Nieten, die Luís mit wuchtigen Hammerschlägen durch das Blech treibt. Zwei Wochen dauert es, bis der Kessel fertig ist. Stolz zeigt Luís auf den kleinen Zettel an der Wand, auf seine Konstruktionszeichnung. Mehr als diese Zeichnung, ein Stück Kupferblech und seinen Hammer braucht er nicht, um einen perfekt geformten Kupferkessel herzustellen.

Die Ribeira do Paul ist ein wildzerklüftetes Tal zwischen bizarr gefalteten Berghängen und seit jeher das Zentrum der Zuckerrohrschnapsproduktion, der auf den Kapverden Grogue heißt. Das Tal liegt auf der dem Passatwind zugewandten und damit feuchten Seite der Insel. Hier ist die Vegetation teilweise üppig tropisch mit Bananenstauden, Kokospalmen, Papayas, Mangos und Brotfruchtbäumen.

Aber auf dem größten Teil des fruchtbaren Bodens wird Zuckerrohr angebaut. Das Zuckerrohr kam schon mit den ersten schwarzen Sklaven aus Afrika und schon bald danach fingen die Menschen auf Santo Antão an, Schnaps zu brennen. Anfangs war das Brennen illegal, aber niemand kümmerte sich um das Verbot, es wurde eben schwarz gebrannt. Bis die Behörden Mitte des letzten Jahrhunderts aufgaben und stattdessen beschlossen, sich am Gewinn der Schnapsbrenner mit einer Steuer zu beteiligen.

Über der ganzen Ribeira do Paul liegt ein charakteristischer Geruch nach vergorenem Zuckerrohrsaft. Die zahlreichen Rauchsäulen, die im ganzen Tal in den blauen Himmel aufsteigen, sind weitere, untrügliche Wegweiser zu den Destillerien. Oft versteckt hinter hohen Mauern, so als ob es noch verboten wäre, steht die Trapiche, die Zuckerrohrpresse. Früher wurde sie von Mulis oder Ochsen angetrieben, heute sind es meistens lärmende Benzinmotoren. Stundenlang wird die Maschine mit einer unendlichen Kette von Zuckerrohrstängeln gefüttert. Zwischen mehreren rotierenden Stahlwalzen wird der trübe, grünbraune Saft aus dm Zuckerrohr gepresst und kommt anschließend zum Gären in mehrere tausend Liter fassende Tanks. Die ausgepressten Reste werden getrocknet und dann unter dem Destillierofen verfeuert.

Der fermentierte Zuckerrohrsaft wird eimerweise in einen von Luís Kupferkesseln gekippt und zum Kochen gebracht, was dem Tal seinen charakteristischen Geruch verleiht. Irgendwann beginnt das Destillat dann tröpfchenweise zu fließen. Jetzt gilt es den richtigen Zeitpunkt abzupassen, wann statt Methylalkohol genießbarer Grogue herauskommt. Jeder Schnapsbrenner hat ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt, trotzdem schmeckt der Schnaps in jeder Kneipe anders.

Grogue ist ein Rachenputzer, besonders wenn man ihn noch warm direkt aus dem Destillierapparat trinkt. In jeder Kneipe auf Santo Antão bekommt man ihn nicht in Schnapsgläsern ausgeschenkt, sondern gleich die ganze Flasche auf den Tisch gestellt. So wie es zu John Waynes Zeiten im wilden Westen üblich war. Für die nicht ganz so harten gibt es aber auch noch die entschärfte Version, den Ponche. Das ist Grogue, gestreckt mit Limonen und Honig. Davon kann man schon ein paar Gläser trinken, ohne gleich zu erblinden.

Christian Nowak

Cabo Verde: Trittsteine im Atlantik zwischen Europa und Afrika

Bom dia, Cabo Verde! Willkommen auf den Kapverdischen Inseln – im Niemandsland zwischen Europa, Afrika und den beiden Amerikas – winzige Punkte in der Weite des Ozeans. Braune, verdorrte Geröllwüsten vulkanischen Ursprungs, bizarr gefaltete Gebirge, endlose Sandstrände und hin und wieder ein paar grüne Tupfer tropischer Vegetation – neun Inseln mit Herz und Seele, die niemand vergisst, der sie gesehen hat.

Die Kapverden – Inseln unter dem Wind, Inseln über dem Wind

Ilhas de Sotavento, Ilhas de Barlavento – Inseln unter dem Wind, Inseln über dem Wind. Der Wind ist hier allgegenwärtig, prägt Menschen und Landschaft. Fast das ganze Jahr hindurch bläst der Nordostpassat – verlässlich, stetig, treu. Manchmal, wenn der Harmattan aus der fernen Sahara Staubfahnen über das von der Trockenheit IMG_0478kerbarmungslos geschundene Land jagt, erscheint die Luft trübe und die Sonne milchig. Nur im Sommer, wenn der feuchtheiße Südwestwind weht, steigt die Hoffnung auf Regen. Dann prallt der Passat gegen die hohen Bergkämme, steigen die Wolken auf und kühlen sich ab, kondensieren, spenden in den höheren Lagen ein wenig Feuchtigkeit in Form von Wolken und Nebel. Gerade genug für ein paar grüne Oasen inmitten von Schutt und Geröll. Die Inseln ohne hohe Berge gehen leer aus, ihnen bleibt nur die Hoffnung auf den spärlichen Niederschlag, der an ein paar Tagen im Jahr etwas Linderung bringt. Viel zu oft aber vergehen Jahre ganz ohne Regen – auch die Kapverden bleiben von der Sahelkatastrophe nicht verschont.

Eine Geschichte zum Weinen

Cabo Verde – Inseln am grünen Kap von Afrika, ein Name wie er tragischer nicht sein könnte. Wer kann hier leben? Wer der Armut und der Dürre trotzen, fernab vom 21. Jahrhundert, am Rande der Zeit? Beim Blick in die Geschichte wird es düster: 500 Jahre portugiesische Kolonie, als ausgebeuteter Außenposten zwischen den Welten.IMG_0318k Piratenunterschlupf und Zwischenstation im Sklavenhandel zwischen Afrika und Amerika, dann Kohlehafen der East India Company. Dazwischen immer wieder Hungersnöte und Elend – eine Geschichte zum Weinen. Als letzte Hoffnung blieb immer wieder nur die Emigration. Hunderttausende machten sich im Laufe der Jahrhunderte auf den Weg in eine bessere Zukunft, hauptsächlich nach Amerika. So ist es nicht verwunderlich, dass heute mehr Kapverdianer im Ausland als auf den Inseln leben. Aber immer war die Trauer der Auswanderer groß, und die Bande in die alte Heimat blieben bestehen – materiell und immateriell.

Unerschütterlicher Optimismus

Auch wenn jede Insel ihre landschaftlichen Höhepunkte hat, das wirklich Faszinierende sind die Menschen. Geboren aus einer ewigen Vermischung von Schwarz und Weiß, die alle nur erdenklichen Brauntöne der Haut hervorgebracht hat. Europa, Indien, Afrika – die Erdteile haben ihre Spuren hinterlassen und an Augen-, Haar- und Hautfarbe mitgewirkt. Bei solch einer Vielfalt sind auch genetische Kapriolen nicht verwunderlich, die manchmal dunkelhäutige Menschen mit blonden Kraushaaren und blauen Augen IMG_1023khervorbringen. Allen Kapverdianern gemeinsam ist der unerschütterliche Optimismus und die ansteckende Fröhlichkeit. Weder die jahrhundertelange Ausbeutung durch die Kolonialherren noch die zahlreichen Dürrekatastrophen haben daran etwas ändern können. “Wir sind Kapverdianer und leben am schönsten Ort der Welt”, ist ihre Botschaft, so als sei die Geschichte der letzten 500 Jahre spurlos an ihnen abgeprallt.

In jedem noch so entlegenen Dorf schlägt dem Fremden eine unglaubliche Freundlichkeit entgegen. Dem vielstimmigen Bom dia kann man sich einfach nicht entziehen. Es ist ein ehrlich gemeinter Gruß, begleitet vom einem entwaffnenden Lächeln und dem Versuch trotz unüberwindlicher Sprachbarriere ein wenig über den Besucher zu erfahren.

Christian Nowak

 

Cabo Verde: Inseln des Windes und des ewigen Sonnenscheins

 

Auf den Kapverdischen Inseln weht ein ständiger Wind vom Atlantik. Er wirbelt Staub auf, formt die Landschaft und erfreut die Surfer.

Mehr als 300 Sonnentage auf Sal

Pfeilschnell jagen die Kitesurfer und Surfer unter den Augen der schläfrigen Sonnenanbeter am Strand über das Wasser. Eine schnelle Wende, Fahrt aufnehmen und schon kann das Adrenalin wieder durch den Körper strömen. Hier, an der Punta Preta, auf der Kapverdeninsel Sal werden Surferträume wahr, hier können sich die Besten hemmungslos dem Geschwindigkeitsrausch hingeben. Und danach an den Strandbars der Luxushotels mit Gleichgesinnten über Wind und Wellen fachsimpeln. Grund zur Klage gibt es so gut wie nie, denn auf 300 Sonnentage und den stetigen Wind kann man sich hier verlassen.

Ilhas de Sotavento, Ilhas de Barlavento – Inseln unter dem Wind, Inseln über dem Wind, haben die Portugiesen den Archipel vor dem grünen Kap von Afrika genannt. Ein Name, wie er passender nicht sein könnte, denn der Wind ist allgegenwärtig. Fast das ganze Jahr hindurch bläst der Nordostpassat – verlässlich, stetig, treu, und wenn er mal Pause macht, löst ihn der Harmattan ab, ein heißer Wüstenwind, der die Luft mit feinem Saharasand trübt. Im Sommer ist dann der feuchtheiße Südwestwind an der Reihe, der die Hoffnung auf Regen mit sich bringt. Seit Ewigkeiten formt der Treibstoff der Surfer Menschen und Landschaft, zerzaust das Gemüt und die wenigen Palmen, wirbelt Staub auf und treibt ihn ungehindert über die kahle, platte Wüsteninsel, die nur zum Baden und Surfen taugt.

Dünen soweit das Auge reicht

Auch Boavista gilt bei Surfern seit Jahren als Top-Spot. Hier ist der heiße Atem der Sahara besonders deutlich zu spüren, denn keine Kapverdeninsel liegt näher an Afrika. Schattenlose, menschenleere Sandstrände, die sich irgendwo im Hitzedunst am Horizont verlieren, gehen nahtlos in endlose Dünenlandschaften über. Einzig verstreute Dattelpalmen, die auch noch den letzten Tropfen Feuchtigkeit aus dem sandigen Meer saugen, trotzen der Trockenheit. Doch die schöne Kulisse, die gut für jeden Werbeprospekt wäre, täuscht. Unerbittlich laugt der Wind den Boden aus, treibt den Sand über die Insel, dringt in alle Ritzen, verweht Straßen und begräbt Hoffnungen.

Vielleicht bringt irgendwann der Tourismus die Rettung, denn die Voraussetzungen für Strandliebhaber und Sonnenhungrige könnten kaum besser sein. Boavista könnte mit allen Strandtraumzielen dieser Welt mithalten. Doch in Cabo Verde gehen die Uhren langsamer als anderswo und so wird es wohl noch eine Weile dauern, bis die hochfliegenden Pläne vom massenhaft besuchten Traumziel Wirklichkeit werden. Noch döst die Insel am Rand der Zeit und kann mit ihrem spröden Charme nur wenige Besucher anlocken.

Doch der Wind bringt auch Leben. Nicht den flachen Inseln Sal und Boavista, die gehen leer aus. Die gebirgigen Eilande Fogo, Santo Antão und São Nicolau haben mehr Glück. Denn wenn der Passat gegen ihre hohen Bergkämme prallt, steigen Wolken auf, kühlen sich dabei ab, die Luftfeuchtigkeit kondensiert, und hüllt die höheren Lagen in feuchten Nebel. So kommt genug Feuchtigkeit für ein paar grüne Oasen auf der Windseite zusammen, im Windschatten bleiben Schutt und Geröll ohne Vegetation.

Cabo Verde: São Nicolau – Auf der Suche nach den letzten Drachenbäumen

São Nicolau, mit 346 Quadratkilometern die fünftgrößte Insel der Kapverden, wäre sicherlich ein Touristenmagnet, wenn die Verkehrsanbindung nicht so schlecht wäre. Denn landschaftlich hat die Insel viel zu bieten und muss sich nicht hinter der größeren Schwester Santo Antão verstecken.

Die vier- bis fünfstündige Passage von Sal oder São Vicente mit dem betagten Frachtschiff, das sich traditionell an keinen Fahrplan hält, tun sich nur wenige Besucher an. So bleibt nur die Anreise mit dem Flugzeug. Auf dem kleinen Flugplatz landen aber selbst in der Hauptsaison nur selten mehr als 3-4 Maschinen pro Woche. Erschwerend kommt hinzu, dass wegen der kurzen Landebahn selbst die Fokker 50 der TACV São Nicolau nur halbvoll anfliegen können. So ist es nicht verwunderlich, dass die wenigen Sitzplätze in den Maschinen heiß begehrt sind und so mancher Tourist Opfer der nicht immer nachvollziehbaren Buchungspolitik der Fluglinie wird.

Ist man dann aber auf São Nicolau gelandet, sollte man sich mindestens eine Woche Zeit nehmen, denn die Insel bietet exzellente Tourenmöglichkeiten und viel Abwechslung. Klimatisch ist die Insel zweigeteilt, nördlich des Monte-Gordo-Massivs, stauen sich die Passatwolken, deshalb ist es hier feucht und grün. Der weitaus größere Teil São Nicolaus südlich des Monte Gordo und der weit nach Osten reichende Finger sind trocken und wüstenhaft.

Das beste Standquartier ist die charmante, ein wenig verschlafen wirkende Inselhauptstadt Vila da Ribeira Brava mit ihren schönen, pastellfarbenen Kolonialbauten. Der Hauptplatz zählt architektonisch zum Schönsten, was die Kapverden zu bieten haben. Noch ist die touristische Infrastruktur selbst im Hauptort äußerst bescheiden, einige Pensionen und Restaurants sind neben einigen kleinen Läden schon alles. Individualisten, die abseits des Massentourismus wohnen und wandern möchten, werden schnell dem Charme dieses vergessenen Eilandes verfallen und wünschen, sie hätten mehr Zeit eingeplant.

Entlang der Hauptstraße, die von Vila da Ribeira Brava kurvenreich und beileibe nicht auf direktem Weg nach Tarrafal führt, befinden sich die Ausgangspunkte der meisten Wanderungen. Regelmäßig fahren Aluguers zwischen den beiden Hauptorten, so dass man nie lange auf eine Transportmöglichkeit warten muss. Tarrafal, auf der Sonnenseite der Insel gelegen, hat mittlerweile den Hauptort Vila da Ribeira Brava in Bezug auf die Einwohnerzahl überflügelt und besitzt wirtschaftlich wegen des Hafens und der Thunfischfabrik wohl auch die besseren Zukunftsaussichten. Wegen des langen Sandstrandes im Ort und der Nähe zu einem der schönsten Wanderreviere bei Praia Branca lohnt auch Tarrafal einen Aufenthalt.

Die Berge São Nicolaus sind zwar nicht so hoch und die Ribeiras nicht so steil wie auf Santo Antão, was den Vorteil hat, dass die meisten Wanderungen nicht so anstrengend sind. Spektakuläre Ausblicke gibt es aber trotzdem genug. Erstaunlich grün und dank künstlicher Bewässerung intensiv landwirtschaftlich genutzt, ist das weite, dicht besiedelte Fajãtal. Hier kann man relativ einfache Spaziergänge und Wanderungen unternehmen. Spektakulärer ist die Kulisse am Vulkan Monte Gordo, an dessen Nordflanke dank der Feuchtigkeit spendenden Passatwolken üppig grüne Wälder wachsen. Wild, rau und einsam ist die Landschaft zwischen Monte Gordo und Praia Branca sowie an der Nordküste um Ribeira Funda und Ribeira da Prata.

Drachenbäume wachsen zwar auch auf Santo Antão und Brava, aber nirgendwo sind sie so häufig wie auf São Nicolao. Besonders zahlreich und stattlich kommen sie im Fãjatal vor.

Nicht versäumen sollte man einen Abstecher auf den schmalen Finger, der sich weit nach Osten erstreckt. Eine Pflasterstraße führt bis zum einzigen Ort Juncalinho, der nur rund 500 Einwohner hat, ansonsten ist dieser Inselteil verlassen. Sonnenverbrannte, fast vegetationslose Steinwüste soweit das Auge reicht, hier zeigt sich die immer mehr zunehmende Trockenheit der Kapverden, die eine Folge der sich ausdehnenden Sahelzone ist. Denn noch vor einer Generation war dieser Inselteil besiedelt, bewirtschafteten Bauern ihre Felder. Geblieben sind die gepflasterten Maultierpfade, die immer mehr verfallen und verlassene Dörfer wie Morro Alto, die an bessere Zeiten erinnern. Hier kann man endlos durch eine vom Vulkanismus geprägte Wüste wandern, die Aussicht entlang menschenleerer Küsten genießen und an einsamen Stränden baden.

Christian Nowak

Cabo Verde: Boavista – Sonne, Sand und schöne Strände

Schon beim Anflug auf Boa Vista sieht man das Kapital der Insel – ihre kilometerlangen Sandstrände. Aber auch die Probleme Boa Vistas sind augenscheinlich, denn der Sand bleibt nicht dort, wo ihn Einheimische und Touristen gerne hätten – am Strand. Der ständig kräftig wehende Wind treibt ihn stattdessen über die gesamte Insel und so müssen die Sandmassen in einer beständigen Sisyphosarbeit aus Dörfern und von Straßen weggeschafft werden.

Traumstrände und Wüstensand

Boa Vista, was soviel wie „schöner Anblick“ bedeutet, verdankt ihren Namen wohl einem der ersten Seefahrer, Aloiso Cadamosto, der hier im 15. Jahrhundert vorbeikam. Sie ist mit 620 Quadratkilometern die drittgrößte und östlichste Insel der Kapverden, nur 50 km von Sal und rund 450 km vom afrikanischen Kontinent entfernt.

Die Besiedlung verlief relativ schleppend, anfangs lebten auf dem kargen Eiland nur ein paar Hirten. Erst als der Salzhandel Anfang des 17. Jahrhunderts in Schwung kam, wurde der erste Ort, Povação Velha, gegründet. Rund 100 Jahre später entwickelte sich dank des immer mehr aufblühenden Salzhandels Porto Inglês, das heutige Sal Rei, zur wichtigsten Stadt der Insel und sollte sogar Hauptstadt des gesamten Archipels werden. Doch die guten Jahre waren bald vorbei, Dürrekatastrophen, Gelbfieberepidemien und der Zusammenbruch des Salzhandels brachten Armut und Elend.

Heute ist Boa Vista eine Insel im Umbruch, die in den nächsten Jahren ihr Gesicht wohl vollständig verändern wird. Erste Anzeichen wohin die Entwicklung geht, sieht man schon am Praia da Chave südlich von Rabil, wo ein riesiger Hotelkomplex entstanden ist. Und auch Rabil dehnt sich immer weiter aus. Es gibt viele, die Boa Vista besser für den Massentourismus geeignet halten als Sal, vor allem nach Fertigstellung des neuen internationalen Flughafens.

Die Inselhauptstadt Sal Rei ist eine einzige Baustelle, vor allem in den Außenbezirken entstehen unzählige Neubauten, wobei allerdings auf vielen Baustellen die Arbeit oft monatelang ruht und es nicht sicher ist, ob sie jemals wieder aufgenommen wird. Seit einigen Jahren haben vor allem Italiener die Insel für sich entdeckt – als Touristen und Investoren.

Boa Vista ist sicher keine klassische Wanderinsel, schon wegen des relativ flachen Inselreliefs kann sie Santo Antão keine Konkurrenz machen. Die höchsten Berge erreichen nicht einmal 400 m, deshalb darf man hier keine wilden Schluchten und spektakulären Ausblicke erwarten. So kommen die meisten Touristen wegen der phantastischen Strände zum Baden nach Boa Vista. Doch hin und wieder sollte man zu einer Erkundungstour aufbrechen. Wer dies tut, wird schnell feststellen, dass die Insel groß und relativ schlecht erschlossen ist. Preisgünstige Aluguers verkehren praktisch nur zwischen Sal Rei und Rabil, alle anderen Strecken muss man mit dem Taxi zurücklegen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Pisten in solch einem schlechten Zustand sind, dass das Befahren selbst mit einem Allradfahrzeug mühsam und zeitraubend ist. Da fast alle Touristen in und um Sal Rei wohnen, bieten sich in erster Linie Ausflüge von der Inselhauptstadt aus an.

Empfehlenswert ist die Küstenwanderung in Richtung Süden zum endlosen Sandstrand Praia da Chave, aber auch ein Ausflug zur Nordküste, zum Wrack der „Santa Maria“ ist problemlos machbar. Von Rabil oder Estância de Baixo ist die wüstenhafte Dünenlandschaft der Deserto Viana gut zu Fuß zu erreichen. Für alle anderen Unternehmungen, wie den Wanderungen zum Praia de Santa Mónica oder nach Oi d’ Água muss man sich für Hin- und Rückfahrt ein Taxi mieten.

Cabo Verde: Mindelo – Heimliche Hauptstadt und Hafenstadt mit Seele

Die Kinder von Mindelo sind allgegenwärtig. Von früh bis spät toben sie vor der Schule Jorge Barbosa und machen den Platz mitten im Zentrum von Mindelo zum Pausentreff. Das Gewirr ihrer hellen Stimmen übertönt mühelos den Autoverkehr. In jeder Pause versammeln sie sich um den längst ausgetrockneten Brunnen mit der Weltkugel. Unentwegt werfen sich die Mannschaften einen kleinen Gummiring mit Wucht und Geschmeidigkeit zu. Wird er mal nicht gefangen, schwillt der Geräuschpegel fast bis zur Schmerzgrenze an. Die schlichten Schuluniformen sollen für Gleichheit sorgen, aber die Gesichter bleiben vielfältig. Sie erzählen die Geschichte der letzten 500 Jahre. Von der immerwährenden Vermischung von Europa und Afrika. In allen Brauntönen schimmert ihre Haut, von einem nur zart angedeuteten Hellbraun über Bronze bis hin zum Blauschwarz sind alle nur denkbaren Farbtöne vertreten. Sie sind die fröhliche, optimistische Seele der Kapverden.

Die heimliche Hauptstadt der Kapverden

Ein paar Schritte weiter, den rosafarbenen Präsidentenpalast im Blick, sind aus deinem kleinen Café die Mornas von Cesaria Evora zu hören. Es sind Lieder von melancholischer Traurigkeit, die tief unter die Haut gehen. Sie haben die Ende2011 verstorbene „Diva mit den nackten Füßen“ berühmt gemacht. Keine hatte soviel Gefühl und Nostalgie in der Stimme. Gebannt muss man ihr zuhören, wenn sie das Schicksal der Sklaven in ihren Balladen besingt oder wenn sie Dürre und Hunger und Emigration in zarte Lieder verpackt. Ihr ganzes Leben hat sie in Mindelo verbracht. Hat in Bars gesungen, um zu überleben. Hat miterlebt wie der Hafen Ende der 1950er Jahre immer mehr an Bedeutung verlor und viele Künstler ins Ausland gingen. Sie ist geblieben. Hat sich den Schmerz von der Seele gesungen.

Der Harmattan, ein heißer, trockener Wind, kommt direkt aus der Sahara. Über 500 Kilometer weit bringt er im Januar unzählige, mikroskopisch kleine Sandkörnchen. Sie machen die Luft über Mindelo trübe, die ansonsten zum Greifen nahe Nachbarinsel Santo Antão verschwindet dann für Tage hinter einem undurchdringlichen Dunstschleier. Doch der Harmattan hat auch seine Guten Seiten. Wenn die Sonne gelblichrot und diffus wird, werden die Schiffswarcks im Hafen zu schwarzen Silhouetten.

Mindelo ist keine Liebe auf den ersten Blick. Die Vororte sind ein Sammelbecken für all diejenigen, die nicht unbedingt freiwillig sondern eher aus Verzweiflung in die Stadt gekommen sind. In der Hoffnung auf Arbeit und ein menschenwürdiges Leben. Aber Mindelo kann ihnen diese Hoffnung nicht erfüllen. In diesen Vororten wird die Statistik plötzlich lebendig, die lapidar feststellt, dass die Kapverden zu den ärmsten Ländern der Welt gehören. Auch die rostenden Schiffswracks im Hafen lassen Mindelo nicht reizvoller erscheinen.

Irgendwann springt dann aber der Funke über. Zeigt sich dem Reisenden der Charme der Stadt. An der Hafenstraße, sie Promenade uz nennen, wäre nicht angemessen, steht das Denkmal von Amilcar Cabral, der den Inseln die Freiheit gebracht hat und schaut in die Ferne. Zu seinen Füßen haben sich Matrosen und Zocker niedergelassen. Gleich daneben steht der Torre de Belem, ein Nachbau des Vorbildes in Lissabon, aber auf kapverdische Maße reduziert. Autos und Lastwagen rumpeln spärlich beschattet von einigen Palmen über das Basaltpflaster, vorbei an den bunten Fassaden der Kolonialhäuser.

Im Fischmarkt hinter dem Torre de Belem schlägt das Herz der Stadt und verschlägt es einem den Atem. In der Halle drängen sich die Marktfrauen, streiten, zanken und zetern mit Kunden und Konkurrentinnen gleichermaßen. Zentnerschwere Thunfische werden von Pick-Ups auf die Straße geworfen, in die Markthalle gezerrt und in einer blutigen Prozedur in kleine Stücke zerteilt. Hier gibt es alles, was das Meer zu bieten hat. Vor der Markthalle gibt es die Zutaten zum Fisch. Die Frauen stehen und sitzen am Straßenrand und verkaufen Kräuter und Gemüse, kostbare Beilagen in einem ausgedörrten Land.

Seine Existenz verdankt Mindelo nur der strategisch günstigen Lage mitten im Atlantik, auf halben Wege zwischen Europa und Südamerika. Ansonsten hätte sich wohl niemand die Mühe gemacht, die Insel zu besiedeln. Nach der Entdeckung 1462 geriet sie für Jahrhunderte in Vergessenheit. Nur für Piraten war der natürliche Hafen ein idealer Unterschlupf. Erst als die Schiffe statt unter Segeln mit Kohle die Weltmeere befuhren, kam für Mindelo eine kurze Zeit des Aufschwunges. Denn die Engländer benötigten Kohlebunker auf der Insel. Mindelo wurde wichtigster Zwischenstop bei der Atlantiküberquerung. Aber der Boom dauerte nicht einmal 50 Jahre, größere Reichweiten und der Vormarsch der Dieselmotoren ließen Mindelo schnell in der Bedeutungslosigkeit versinken. Letzte Spuren der Vergangenheit sind die typischen Kolonialbauten am Hafen.

Aber auch heute hat Mindelo noch immer viel von einer Hafenstadt. Für kapverdische Verhältnisse geht es in den Straßen hektisch zu. Ein ungewohnt reichhaltiges Angebot an Läden und Restaurants unterstreicht Mindelos Bemühen Praia den Ruf als wichtigstes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum streitig zu machen. Und dann gibt es natürlich noch die vielen Kneipen und Bar rund um den Hafen, von denen einige nach Einbruch der Dunkelheit nicht unbedingt zum Besuch einladen.

Christian Nowak