Cabo Verde: Boavista – Sonne, Sand und schöne Strände

Schon beim Anflug auf Boa Vista sieht man das Kapital der Insel – ihre kilometerlangen Sandstrände. Aber auch die Probleme Boa Vistas sind augenscheinlich, denn der Sand bleibt nicht dort, wo ihn Einheimische und Touristen gerne hätten – am Strand. Der ständig kräftig wehende Wind treibt ihn stattdessen über die gesamte Insel und so müssen die Sandmassen in einer beständigen Sisyphosarbeit aus Dörfern und von Straßen weggeschafft werden.

Traumstrände und Wüstensand

Boa Vista, was soviel wie „schöner Anblick“ bedeutet, verdankt ihren Namen wohl einem der ersten Seefahrer, Aloiso Cadamosto, der hier im 15. Jahrhundert vorbeikam. Sie ist mit 620 Quadratkilometern die drittgrößte und östlichste Insel der Kapverden, nur 50 km von Sal und rund 450 km vom afrikanischen Kontinent entfernt.

Die Besiedlung verlief relativ schleppend, anfangs lebten auf dem kargen Eiland nur ein paar Hirten. Erst als der Salzhandel Anfang des 17. Jahrhunderts in Schwung kam, wurde der erste Ort, Povação Velha, gegründet. Rund 100 Jahre später entwickelte sich dank des immer mehr aufblühenden Salzhandels Porto Inglês, das heutige Sal Rei, zur wichtigsten Stadt der Insel und sollte sogar Hauptstadt des gesamten Archipels werden. Doch die guten Jahre waren bald vorbei, Dürrekatastrophen, Gelbfieberepidemien und der Zusammenbruch des Salzhandels brachten Armut und Elend.

Heute ist Boa Vista eine Insel im Umbruch, die in den nächsten Jahren ihr Gesicht wohl vollständig verändern wird. Erste Anzeichen wohin die Entwicklung geht, sieht man schon am Praia da Chave südlich von Rabil, wo ein riesiger Hotelkomplex entstanden ist. Und auch Rabil dehnt sich immer weiter aus. Es gibt viele, die Boa Vista besser für den Massentourismus geeignet halten als Sal, vor allem nach Fertigstellung des neuen internationalen Flughafens.

Die Inselhauptstadt Sal Rei ist eine einzige Baustelle, vor allem in den Außenbezirken entstehen unzählige Neubauten, wobei allerdings auf vielen Baustellen die Arbeit oft monatelang ruht und es nicht sicher ist, ob sie jemals wieder aufgenommen wird. Seit einigen Jahren haben vor allem Italiener die Insel für sich entdeckt – als Touristen und Investoren.

Boa Vista ist sicher keine klassische Wanderinsel, schon wegen des relativ flachen Inselreliefs kann sie Santo Antão keine Konkurrenz machen. Die höchsten Berge erreichen nicht einmal 400 m, deshalb darf man hier keine wilden Schluchten und spektakulären Ausblicke erwarten. So kommen die meisten Touristen wegen der phantastischen Strände zum Baden nach Boa Vista. Doch hin und wieder sollte man zu einer Erkundungstour aufbrechen. Wer dies tut, wird schnell feststellen, dass die Insel groß und relativ schlecht erschlossen ist. Preisgünstige Aluguers verkehren praktisch nur zwischen Sal Rei und Rabil, alle anderen Strecken muss man mit dem Taxi zurücklegen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Pisten in solch einem schlechten Zustand sind, dass das Befahren selbst mit einem Allradfahrzeug mühsam und zeitraubend ist. Da fast alle Touristen in und um Sal Rei wohnen, bieten sich in erster Linie Ausflüge von der Inselhauptstadt aus an.

Empfehlenswert ist die Küstenwanderung in Richtung Süden zum endlosen Sandstrand Praia da Chave, aber auch ein Ausflug zur Nordküste, zum Wrack der „Santa Maria“ ist problemlos machbar. Von Rabil oder Estância de Baixo ist die wüstenhafte Dünenlandschaft der Deserto Viana gut zu Fuß zu erreichen. Für alle anderen Unternehmungen, wie den Wanderungen zum Praia de Santa Mónica oder nach Oi d’ Água muss man sich für Hin- und Rückfahrt ein Taxi mieten.

Cabo Verde: Mindelo – Heimliche Hauptstadt und Hafenstadt mit Seele

Die Kinder von Mindelo sind allgegenwärtig. Von früh bis spät toben sie vor der Schule Jorge Barbosa und machen den Platz mitten im Zentrum von Mindelo zum Pausentreff. Das Gewirr ihrer hellen Stimmen übertönt mühelos den Autoverkehr. In jeder Pause versammeln sie sich um den längst ausgetrockneten Brunnen mit der Weltkugel. Unentwegt werfen sich die Mannschaften einen kleinen Gummiring mit Wucht und Geschmeidigkeit zu. Wird er mal nicht gefangen, schwillt der Geräuschpegel fast bis zur Schmerzgrenze an. Die schlichten Schuluniformen sollen für Gleichheit sorgen, aber die Gesichter bleiben vielfältig. Sie erzählen die Geschichte der letzten 500 Jahre. Von der immerwährenden Vermischung von Europa und Afrika. In allen Brauntönen schimmert ihre Haut, von einem nur zart angedeuteten Hellbraun über Bronze bis hin zum Blauschwarz sind alle nur denkbaren Farbtöne vertreten. Sie sind die fröhliche, optimistische Seele der Kapverden.

Die heimliche Hauptstadt der Kapverden

Ein paar Schritte weiter, den rosafarbenen Präsidentenpalast im Blick, sind aus deinem kleinen Café die Mornas von Cesaria Evora zu hören. Es sind Lieder von melancholischer Traurigkeit, die tief unter die Haut gehen. Sie haben die Ende2011 verstorbene „Diva mit den nackten Füßen“ berühmt gemacht. Keine hatte soviel Gefühl und Nostalgie in der Stimme. Gebannt muss man ihr zuhören, wenn sie das Schicksal der Sklaven in ihren Balladen besingt oder wenn sie Dürre und Hunger und Emigration in zarte Lieder verpackt. Ihr ganzes Leben hat sie in Mindelo verbracht. Hat in Bars gesungen, um zu überleben. Hat miterlebt wie der Hafen Ende der 1950er Jahre immer mehr an Bedeutung verlor und viele Künstler ins Ausland gingen. Sie ist geblieben. Hat sich den Schmerz von der Seele gesungen.

Der Harmattan, ein heißer, trockener Wind, kommt direkt aus der Sahara. Über 500 Kilometer weit bringt er im Januar unzählige, mikroskopisch kleine Sandkörnchen. Sie machen die Luft über Mindelo trübe, die ansonsten zum Greifen nahe Nachbarinsel Santo Antão verschwindet dann für Tage hinter einem undurchdringlichen Dunstschleier. Doch der Harmattan hat auch seine Guten Seiten. Wenn die Sonne gelblichrot und diffus wird, werden die Schiffswarcks im Hafen zu schwarzen Silhouetten.

Mindelo ist keine Liebe auf den ersten Blick. Die Vororte sind ein Sammelbecken für all diejenigen, die nicht unbedingt freiwillig sondern eher aus Verzweiflung in die Stadt gekommen sind. In der Hoffnung auf Arbeit und ein menschenwürdiges Leben. Aber Mindelo kann ihnen diese Hoffnung nicht erfüllen. In diesen Vororten wird die Statistik plötzlich lebendig, die lapidar feststellt, dass die Kapverden zu den ärmsten Ländern der Welt gehören. Auch die rostenden Schiffswracks im Hafen lassen Mindelo nicht reizvoller erscheinen.

Irgendwann springt dann aber der Funke über. Zeigt sich dem Reisenden der Charme der Stadt. An der Hafenstraße, sie Promenade uz nennen, wäre nicht angemessen, steht das Denkmal von Amilcar Cabral, der den Inseln die Freiheit gebracht hat und schaut in die Ferne. Zu seinen Füßen haben sich Matrosen und Zocker niedergelassen. Gleich daneben steht der Torre de Belem, ein Nachbau des Vorbildes in Lissabon, aber auf kapverdische Maße reduziert. Autos und Lastwagen rumpeln spärlich beschattet von einigen Palmen über das Basaltpflaster, vorbei an den bunten Fassaden der Kolonialhäuser.

Im Fischmarkt hinter dem Torre de Belem schlägt das Herz der Stadt und verschlägt es einem den Atem. In der Halle drängen sich die Marktfrauen, streiten, zanken und zetern mit Kunden und Konkurrentinnen gleichermaßen. Zentnerschwere Thunfische werden von Pick-Ups auf die Straße geworfen, in die Markthalle gezerrt und in einer blutigen Prozedur in kleine Stücke zerteilt. Hier gibt es alles, was das Meer zu bieten hat. Vor der Markthalle gibt es die Zutaten zum Fisch. Die Frauen stehen und sitzen am Straßenrand und verkaufen Kräuter und Gemüse, kostbare Beilagen in einem ausgedörrten Land.

Seine Existenz verdankt Mindelo nur der strategisch günstigen Lage mitten im Atlantik, auf halben Wege zwischen Europa und Südamerika. Ansonsten hätte sich wohl niemand die Mühe gemacht, die Insel zu besiedeln. Nach der Entdeckung 1462 geriet sie für Jahrhunderte in Vergessenheit. Nur für Piraten war der natürliche Hafen ein idealer Unterschlupf. Erst als die Schiffe statt unter Segeln mit Kohle die Weltmeere befuhren, kam für Mindelo eine kurze Zeit des Aufschwunges. Denn die Engländer benötigten Kohlebunker auf der Insel. Mindelo wurde wichtigster Zwischenstop bei der Atlantiküberquerung. Aber der Boom dauerte nicht einmal 50 Jahre, größere Reichweiten und der Vormarsch der Dieselmotoren ließen Mindelo schnell in der Bedeutungslosigkeit versinken. Letzte Spuren der Vergangenheit sind die typischen Kolonialbauten am Hafen.

Aber auch heute hat Mindelo noch immer viel von einer Hafenstadt. Für kapverdische Verhältnisse geht es in den Straßen hektisch zu. Ein ungewohnt reichhaltiges Angebot an Läden und Restaurants unterstreicht Mindelos Bemühen Praia den Ruf als wichtigstes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum streitig zu machen. Und dann gibt es natürlich noch die vielen Kneipen und Bar rund um den Hafen, von denen einige nach Einbruch der Dunkelheit nicht unbedingt zum Besuch einladen.

Christian Nowak

Ägypten: Hoffnung am Nil

Tempel Karnak

Tempel Karnak

Ab 24. Dezember wieder Direktflüge nach Luxor

Traurig liegt eine Armada von Kreuzfahrtschiffen im Hafen von Luxor, Droschkenkutscher dösen auf ihren Kutschböcken vor sich hin und die meisten Andenkenverkäufer haben ihre kleinen Läden längst gegen eine Arbeit auf dem Zuckerrohrfeld eingetauscht. Selten landet ein Flugzeug in der weltbekannten Stadt am Nil und auch dort, wo im Jahr 2010 noch Zigtausenden Touristen viel Geduld abgefordert wurde, bis auch sie ungestört ein Foto von den wunderbaren Reliefs im Karnak-Tempel schießen konnten, herrscht nahezu gähnende Leere.

Begrüßung deutscher Touristen in Assuan

Begrüßung deutscher Touristen in Assuan

Die Unsicherheit in Europa in Bezug auf die Sicherheit am Nil fordert einen immensen Tribut von der großen Mehrheit der Menschen zwischen Luxor und Assuan, deren Existenz auf Gedeih und Verderb von der Prosperität des Tourismus abhängt. Seit der Revolution vor nahezu vier Jahren leben sie von der Hand in den Mund und hoffen inständig auf die Rückkehr der Touristen. Und endlich scheint sich ihr Ausharren auszuzahlen. Könnte es ein besseres Hoffnungszeichen geben, als dass sich die TUI als Deutschlands größter Reiseveranstalter gerade Luxor als Präsentationsort für die neuen Sommerkataloge 2015 auserwählt hat? Nahezu euphorisch werden die Busse mit den Teilnehmern der Veranstaltung in den kleinen Straßen der Stadt begrüßt, mit lautem Hallo winken die Einwohner den Fremden zu und langsam kehrt wieder ein Lächeln auf die seit Jahren verzweifelten Gesichter zurück.

Junge Ägypter in der Karnak Tempelanlage

Junge Ägypter in der Karnak Tempelanlage

Im 250 Kilometer entfernten Hurghada brummt der Tourismus bereits wieder und Tourismusminister Hisham Zaazou gibt sich optimistisch, dass die Zahl der Ägypten-Besucher im nächsten Jahr wieder an alte Rekorde heranreichen wird. Auch Reisleiter Amro, der in den letzten Jahren seine Wohnung aufgeben und sein Auto verkaufen musste, hofft auf baldige Besserung: „Es ist in diesem Jahr erst mein vierter Einsatz als Reiseleiter, aber ich freue mich darauf, bald wieder regelmäßig unsere Gäste durch die kulturhistorisch einmaligen Tempelanlagen aus mehreren Jahrtausenden führen zu dürfen.“ Ab dem 24. Dezember wird es wieder eine direkte Flugverbindung der SunExpress von mehreren deutschen Flughäfen nach Luxor geben und Tourismusminister Zaazou überlegt, zusätzlich einen Shuttleflieger zwischen Hurghada und Luxor einzusetzen.

Text und Fotos: Michael Juhran

Tunesien: Interview mit der Tourismusministerin

 Hotel Radisson Blue Djerba

„Entscheidungen dauern zu lange“

Tunesien gilt in der Reisebranche als das Land Nordafrikas, das nach dem politischen Frühling und den Wirren danach die größte Chance hat, wieder Fuß zu fassen. Dies in vielerlei Hinsicht – was die demokratischen Bestrebungen betrifft beispielsweise und auch den Tourismus. Entsprechend selbstbewusst trat Amel Karboul, die tunesische Tourismusministerin, auf, als sie kürzlich in Berlin für ihr Land warb.

Ministerin Amel KarboulDas Gespräch mit ihr war [herz-]erfrischend. Nicht weil uns da eine junge, elegante, hübsche Frau gegenübersaß. Sondern weil ich noch nie eine solch reflektierende und solch [selbst-]kritische Tourismusministerin [oder einen Tourismusminister] erlebt habe. Frau Karboul klopfte sich nicht – wie es viele Ministerkollegen der Mittelmeerländer tun – unablässig auf die Schulter, im Gegenteil. Die Tatsache, dass sie offensichtlich parteipolitisch nicht gebunden ist, macht ihr ein solches Verhalten natürlich leichter.

Der Kommunikation standen auch keine Hürden im Wege: Ministerin Karboul spricht fließend Deutsch; auch in sprachlichen Nuancen ist sie ihren deutschen Gesprächspartnern gewachsen – wenn nicht gar überlegen. Sie hat in Deutschland studiert und einen Masterabschluss der Universität Karlsruhe – in Maschinenbau. 2007 gründete sie ihr eigenes Unternehmen „Change, Leadership & Partners“ mit Hauptsitz in Köln und Niederlassungen in London und Tunis, dessen Vorstand sie heute noch ist. Zudem ist sie mit einem Deutschen verheiratet und hat zwei Töchter, fünf und zehn.

„Wir müssen langfristiger denken“

Tunesien, sagt sie, habe „einen unglaublichen Reichtum“ an Kultur und Natur – um gleich hinzuzufügen: „Ist das glaubhaft, wenn das eine Tourismusministerin sagt?“ Aus diesem Reichtum habe das Reiseland Tunesien in der Vergangenheit zu wenig gemacht. Gerade nach der Jasminrevolution werde bei dem Versuch, den Tourismus wieder auf die Beine zu stellen, zu kurzfristig gedacht. Sie hat zwar Verständnis dafür, dass Hoteliers stets an die nächste Saison denken und diese die Frage bewegt, ob sie ihre Betten voll bekommen. Aber sie persönlich habe gelernt, „langfristig zu denken“.

6 Sidi Bou SaidDer Ministerin werden auch „zu wenige touristische Produkte entwickelt“. Andererseits „dauern Entscheidungen in meinem Land viel zu lange.“ Und: „Was mir auf den Tisch kommt, könnte oft drei Etagen darunter entschieden werden.“

„Ich habe viele Fehler gemacht“, gibt die Ministerin unumwunden zu. So hatte sie gedacht, sie könne „das Ministerium leiten wie der Generaldirektor eines Unternehmens“. Doch das öffentliche Leben in Tunesien hat mehr Facetten, als dass sie sich in ein solches Schema pressen ließen. Bei allem Frust, bei allen Widerständen auch im eigenen Land: „Ich bin jeden Morgen motiviert!“ betont die Ministerin. Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ministerium spricht sie höchstes Lob aus: „Wir arbeiten alle hart, sehr hart.“

Tunesien hat ein Flugproblem

2 GewürzverkaufAmel Karboul ist zu klug um zu leugnen, was faul ist im Staate Tunesien. Pragmatisch will sie in kleinen Schritten Missstände abbauen, die den Tourismus berühren. Das Land muss sauberer werden. Die Flughäfen sollten besser funktionieren. Das Taxiwesen muss unbedingt besser funktionieren. „Das mit dem Gepäck muss ebenfalls schneller gehen“, fordert zudem die Ministerin. 100 neue Saisonangestellte beim Gepäcktransport sollen Abhilfe schaffen. Auch Tunis wird, wie sie betont, bislang „nicht promotet“. Dabei ist Tunis eine der wenigen Hauptstädte am Mittelmeer.

Die Ministerin ist überzeugt, mehr, sogar viel mehr Touristen ins Land holen zu können, wenn es da nicht ein Hindernis gäbe: „Wir haben ein Flugproblem.“ Es gibt einfach zu wenig Flüge von Deutschland nach Tunesien. Sie spricht jetzt mit Easyjet. Und vielleicht tut sich ja auch etwas bei Tunisair: Die Fluggesellschaft habe jetzt, so schmunzelt die Ministerin, eine Frau als Chef.

Horst Schwartz

Mückenschutz wird für Reisende immer wichtiger

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Während der Kampf gegen Malaria in den letzten Jahren deutliche Erfolge verzeichnen konnte, sind andere mückenübertragene Infektionskrankheiten weltweit auf dem Vormarsch. So wurde etwa Dengue-Fieber noch in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts nur vereinzelt registriert. Heute zählt das Fieber zu den häufigsten Infektionskrankheiten und ist in etwa 100 Ländern verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit jedes Jahr etwa 50 bis 100 Millionen Menschen daran erkranken.

Grund ist die zunehmende Ausbreitung der Überträgermücke. Vor allem für Reisende in tropische und subtropische Regionen wird umfassender Mückenschutz deshalb immer wichtiger. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin anlässlich des Weltgesundheitstages der WHO hin. Dieser wird in diesem Jahr zum Schwerpunktthema „vektorübertragene Erkrankungen“ veranstaltet.

Obwohl Malaria mit geschätzten 200 Millionen Fällen pro Jahr noch immer zu den relevantesten und häufigsten Infektionserkrankungen gehört, konnte die Erkrankung – und ihre Überträgerin, die Anopheles-Mücke, – in den vergangenen Jahren deutlich zurückgedrängt werden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind die Fallzahlen seit dem Jahr 2000 um etwa 29 Prozent gesunken.

Eine andere Mückenart hingegen breitet sich weltweit immer weiter aus: Die ägyptische und asiatische Tigermücke. Sie überträgt sowohl Dengue- als auch Chikungunya- Fieber. „Diese Mücken sind sogenannte ‚Kulturfolger‘ – sie siedeln in städtischen Gebieten und können problemlos in verschmutztem Wasser brüten, etwa in Abwasserkanälen, auf Müllhalden oder in Slums“, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Mit der Ausdehnung der Städte und Slums, vor allem in Schwellenländern, gewinnt auch die Tigermücke zunehmend an Lebensraum.“ Durch den Klimawandel und mit Hilfe des weltweiten Handels- und Tourismusverkehrs wandert das anpassungsfähige Insekt heute auch in Länder außerhalb der Tropen und Subtropen ein und siedelt sich dort an.

Ausbrüche von Dengue-Fieber treten in fast allen Ländern der Tropen und Subtropen regelmäßig auf. Schwerpunkte liegen im süd- und südostasiatischen Raum sowie in Lateinamerika, Zentralafrika und in der Karibik. Auch in Europa ist Dengue-Fieber inzwischen angekommen: 2010 wurde das Virus erstmals in Kroatien und Südfrankreich übertragen. Im Winter 2012/13 brach die Krankheit auf der Atlantikinsel Madeira aus.

Chikungunya-Infektionen treten vorwiegend in Afrika, Südostasien, dem indischen Subkontinent und auf den Inseln im Indischen Ozean auf. Im Dezember 2013 hat das Virus den Atlantik überwunden und ist erstmals auf den amerikanischen Kontinenten aufgetreten. Ebenfalls zu den mückenübertragenen Infektionen zählen West-Nil-Fieber und Japanische Enzephalitis. Diese Erkrankungen sind jedoch deutlich seltener.

„Durch die zunehmende Verbreitung der Vektoren und die gestiegene Reiseaktivität stellen mückenübertragene Infektionen – und insbesondere Dengue-Fieber und auch immer noch Malaria – für Reisende ein relevantes Gesundheitsrisiko dar“, sagt Jelinek. So nimmt die Zahl der importierten Dengue-Fieber-Infektionen seit Jahren zu: 2001 registrierte das Robert Koch-Institut noch 60 eingeschleppte Fälle in Deutschland, im Jahr 2010 schon 595. 2013 wurde die Erkrankung bereits bei 879 Reiserückkehrern diagnostiziert.

Gegen viele mückenübertragene Infektionen, etwa Dengue-, Chikungunya-, oder West Nil-Fieber, existieren keine Impfungen. Auch Prophylaxe-Medikamente, wie etwa gegen Malaria, gibt es nicht. Deshalb ist bei Reisen in Verbreitungsgebiete konsequenter Mückenschutz wichtig. Dafür eignen sich etwa Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyl-m-Toluamid). Da die Überträgermücken auch tagsüber aktiv sind, sollten Reisende zu heller und geschlossener Kleidung greifen. Weil Moskitos durch dünne Materialien hindurch stechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Moskitonetze über dem Schlafplatz und an Fenster und Türen sind nachts als Schutz vor den Insekten unverzichtbar.

Kenia: Auf Safari im Land der Zwerge

Fotograf: Carsten Heinke,

Der uralte Arabuko-Sokoke-Wald hütet seltene Naturschätze. Unter riesigen Duftbäumen leben sonderbare Winzlinge wie Rüsselhündchen und Mini-Antilopen.
Vorsichtig schiebt Alex Mwalimu ein paar herabhängende Drähte mit einem Stock beiseite. Die kleine Wandergruppe kann das Tor passieren. Den schwerstgewichtigen Bewohnern des Arabuko-Sokoke-Waldes verwehrt der schwach elektrisch geladene Vorhang den Zutritt nach draußen. „Das 420 Quadratkilometer große Gebiet jenseits des Zaunes sollte den rund 100 Dickhäutern reichen“, rechtfertigt der Wissenschaftler die Sicherheitsmaßnahme. Nur unweit entfernt liegen die beliebten Badeorte Kilifi und Malindi.
Auch wenn Arabuko „Ort der Elefanten“ heißt, gehe es hier längst nicht allein um sie, sondern um ein komplettes Biotop einzigartiger Vielfalt, sagt der 52-Jährige, der seit 1997 für den staatlichen Kenya Wildlife Service arbeitet.

Fotograf: Carsten Heinke,
Der Arabuko-Sokoke-Wald im Osten Kenias ist das letzte verbliebene Stück des riesigen tropischen Trocken-Urwaldes, der sich einst an der ostafrikanischen Küste von Somalia bis Mosambik erstreckte. Nur sechs Quadratkilometer davon gehören zum Nationalpark.

„Trotz strenger Gesetze wird weiter illegal gerodet und gewildert. Deshalb unterstützt uns der Naturschutzbund Deutschland, den Wald zu kontrollieren und die Armut der Leute mit alternativen Verdienstmöglichkeiten zu bekämpfen“, erklärt Alex Mwalimu. So fördere man neben Ökotourismus auch Imkerei und Pilzzucht, Heilpflanzenanbau, Baumschulen und Schmetterlingsfarmen. Die bekannteste, das „Kipepeo-Projekt“ in Gede, gibt es seit 1993. Die berühmte Ruinenstadt nahe Malindi wird von vielen Touristen besucht. Nicht wenige schauen auch bei Edmund Karisa vorbei.

Arabuko-Sokoke

 Edmund ist der Herr der Falter

 Der versteht es, seine Gäste zu beeindrucken. Mit den Bewegungen eines Zauberkünstlers greift der Biologe ins Dunkel des Insektuariums, schaut vielversprechend ins Publikum und öffnet einen hölzernen Verschlag. Hunderte von farbenprächtigen, buntgemusterten Faltern flattern heraus, verteilen sich in den schattigen Räumen, auf Blüten, Blättern, Köpfen, Schultern.

Fotograf: Carsten Heinke, Arabuko-ButterflyFarmStolz lässt Edmund seine großen weißen Zähne blitzen. Er ist der Herr der Schmetterlinge, kennt alle bislang bekannten 260 Spezies, die den Arabuko-Sokoke-Wald bevölkern.

 „Die Leute sammeln die Raupen, bringen sie uns und bekommen Geld dafür. Viele hundert Familien leben davon“, erzählt der 40-Jährige. Im Puppenstadium werde ein Teil der Tiere verkauft. Bevorzugte Abnehmer seien Zoos und Botanische Gärten in Japan, Südafrika, den USA und Großbritannien. „Wenn es genug Regen und damit genug Nahrung gibt, können wir bis zu 500.000 Exemplare im Jahr exportieren“, so Karisa.
Außer Schmetterlingen leben 650 Pflanzen-, 230 Vogel- und 40 Säugetierarten sowie Amphibien und Reptilien in Arabuko-Sokoke. Etliche unter ihnen sind endemisch. Damit zählt der kenianische Küstenwald zu den 25 weltweit wichtigsten Plätzen biologischer Vielfalt und, zusammen mit dem benachbarten Mangrovenwald Mida Creek, in den jährlich zigtausende Zugvögel kommen, zu den international bedeutendsten Vogelschutzgebieten.

Tierwelt im XS-Format

Lichter, sonnendurchfluteter Mischwald. Mit ihren hellen, grau bis rot gefärbten, oft kerzengeraden Stämmen und den gefiederten Laubblättern bestimmen verschiedene Arten von Johannisbrotbäumen (Afzelia und Brachystegia) das Bild. Kurz vor der Trockenzeit blühen sie. Einige, wie der Mbambakofi (Afzelia quanzensis), verströmen dann einen betörenden Duft. Wenn der Regen beginnt, färbt sich ihr Laub rot. Noch bevor es abgeworfen wird, wachsen die neuen hellgrünen Blätter.

Fotograf: Carsten Heinke, Über eine steile Treppe klettern die Wanderer auf einen einzeln stehenden Baumriesen. Es ist ein dicker Ostafrikanischer Kopal (Hymenaea verrucosa), den die Engländer wegen seines festen Harzes Amber Tree (Bernsteinbaum) nennen. Doch auch auf der Aussichtsplattform, die sich in seiner ausladenden Krone befindet, wartet man vergeblich auf große Herden. Es ist eine Safari ins Land der tierischen Zwerge.
Ein Pieps. Ein Rascheln. Bevor es die Kameralinse gefunden hat, ist das Goldrücken-Rüsselhündchen im Gebüsch verschwunden. Der scheue Insektenfresser, der wie eine Kreuzung zwischen Spitzmaus und Wildschweinbaby aussieht, gehört zu den Tierarten, die es nirgends sonst auf der Welt gibt. Genauso wie der Sansibar-Ducker, eine Mini-Waldantilope, die winzige Sokoke-Eule oder das mit den Mardern verwandte Weißschwanz-Ichneumon. Auch das vom Aussterben bedrohte Moschusböckchen oder die äußerst seltene Afrikanische Goldkatze – eine Art Luchs im Hauskatzenformat – sind im Arabuko-Sokoke-Wald zu Hause.

Text und Fotos Carsten Heinke

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Info: Kenias Küste 

Anreise: Der Flug dauert etwa acht Stunden. Infos und Buchung zum Beispiel unter www.condor.com oder telefonisch unter 01805/767757. Einreise: Mit noch mindestens 6 Monate gültigem Reisepass und einem Visum, das vorab bei der kenianischen Botschaft in Berlin beantragt werden kann oder problemlos direkt bei der Einreise an den internationalen Flughäfen von Mombasa und Nairobi ausgestellt wird. Gebühr: 50 US-Dollar oder 40 Euro (zahlbar nur bar).

Botschaft von Kenia: Markgrafenstraße 63, 10969 Berlin, Telefon 030/ 259266-0 oder 030/ 259266-11, www.embassy-of-kenya.de

Übernachtungs-Tipps: Nahe Arabuko Sokoke, umgeben vom Watamu Marine Nationalpark und dem Mida Creek Vogelparadies, liegt das Temple Point Resort mit 20 individuell gestalteten Chalets im Swahili-Stil. Das von einem deutschen Management geführte Viersternehotel verfügt über insgesamt 104 Zimmer, davon 70 Garden Rooms, 20 Bayview Rooms und 14 Bayview Superior Rooms. Einzelpreis (jeweils pro Person im Standard-DZ mit HP) bei Meiers Weltreisen ab 52 Euro in der Nebensaison (11.3. bis 30.4.), maximal 78 Euro im Zeitraum 22.12. bis 1.1., bei Boomerang (mit VP inkl. Softdrinks und Tischwein während der Mahlzeiten) ab 70 Euro in der Nebensaison (8.4. bis 20.7.), maximal 99 Euro im Zeitraum 22.12. bis 3.1. Informationen und Buchung über Tour & Tech GmbH, Hamburg, Telefon 040/ 739 263 76, E-Mail angelika.ahlers@tourtech.de

In den schlichten, naturnahen „Arabuko Jamii Villas“ unmittelbar am Arabuko-Sokoke-Wald bekommt man die Übernachtung mit Frühstück für zwei Personen im DZ ab 13 Euro, für vier Personen ab 40 Euro, E-Mail arabukojamiilodge@yahoo.com

Pauschalreise: Neckermann Reisen bietet zum Beispiel eine Woche (sechs Nächte) im DZ, all inclusive, im Sentido Neptune Paradise & Village Beach Resort nördlich von Mombasa mit Flug ab/nach Frankfurt mit Condor für 667 Euro pro Person. Bei Thomas Cook Reisen gibt es drei Nächte im Swahili Beach Resort (fünf Sterne, Diani Beach) im DZ mit Halbpension, Transfer und Flug von/nach Frankfurt für 1176 Euro. Telefon 01803/ 22 67 46 (neun Cent aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Min), www.thomascook.de/pauschalreisen

Gastro-Tipps: Das Seafood Restaurant „Imani Dhow“ in der Severin Sea Lodge nördlich von Mombasa liegt in einem umgestaltetes Segelschiff und gehört zu den besten Lokalen des Landes gehört. Abendessen wird von 19 bis 22.30 Uhr serviert. Vorspeisen: Avocado-Garnelen-Cocktail ca. 7, Palmenherzensalat 6 Euro. Hauptgerichte: Meeresfrüchteplatte für 2 mit Hummer, Garnelen, Red Snapper, Tintenfisch und Biogemüse für 54 Euro, eine Hummervariation aus Gegrilltem, Thermidor und Jummer Imani pro 100 Gramm (mindestens 600 Gramm) für 6 Euro. Getränke: eine Tasse Kenia-Kaffee oder -Tee 2,20 Euro, Infos und komplette Speisekarte unter www.severin-kenya.com/deutsch
Einen sehr guten Ruf genießt das von Italienern geführte, stilvolle Restaurant „Tangeri“ im Küstenort Malindi, mit großer Veranda und gemütlichem Ambiente. Ein Abendessen mit alkoholfreien Drinks, Dessert und Kaffee kostet zwischen 30 und 40 Euro. Adresse: Seafront Malindi, Mama Ngina Rd., Telefon +2540422131420.

Aktivitäten: Begleitete Wanderungen durch den Arabuko-Sokoke-Nationalpark organisiert der staatliche Kenya Wildlife Service (www.kws.go.ke). Für eine Führung durchs Schmetterlingshaus „Kipepeo Butterfly Project“ in Gede nahe Malindi zahlen Erwachsene einen Euro Eintritt, Kinder 50 Cent, www.kipepeo.org

Fremdenverkehrsamt Kenia, Telefon 02104/83 29 19, www.magical-kenya.de

 

Tansania: Flirt unter Löwen

Tanzania

Unterwegs im Tarangire, Arusha und Lake Manyara National Park

Die beiden Löwen brüllen sich an. Fauchen. Erheben drohend die dicken Pranken – von Liebe keine Spur. Und doch bietet sich uns zwei Minuten später ein grandioses Schauspiel: Ein Löwenpärchen bei der Paarung. Sich aneinander reibend. Uns einfach ignorierend. Dabei sitzen wir keine zehn Meter entfernt in einem sicheren Safari-Jeep und staunen nur. Vier Monate später wird die Löwin dann ihre Jungen zur Welt bringen.

Seit einer Woche reisen wir durch Tansania. Wir wollen den Norden kennenlernen. Ohne die famose Serengeti. Ohne den Ngorongoro Crater, den berühmten Park am Rande der Serengeti. Auch ohne den höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo, zu besteigen, oder in der „Hatari-Lodge“ aus dem gleichnamigen Film mit John Wayne und Hardy Krüger zu übernachten. Wir können hervorragend ohne die großen Ressorts und Ferienanlagen. Im Gegenteil: Um die grandiose Tierwelt Afrikas kennenzulernen, haben wir bewusst drei kleine, weniger bekannte Nationalparks ausgewählt: Der Tarangire, Arusha und Lake Manyara National Park enttäuschen uns nicht.

Auch Horst Bachmann, unser Guide im Tarangire National Park, ist von der Szene mit den Löwen beeindruckt. Seit Jahren lebt der Franke in Tansania. Seine heimelige Meru View Lodge liegt inmitten von Blumen-, Bananen- oder Maisplantagen im fruchtbaren Tal westlich des Kilimandscharos. Dort beherbergt Bachmann nicht nur Bergsteiger, die den höchsten Gipfel Afrikas (5 895 Meter) erklimmen wollen. Von hier aus führt er auch Gruppen in die Nationalparks des Landes. Doch aus dieser Nähe hat auch er noch kein Löwenpärchen bei der Familienplanung beobachten können.

Der Tarangire National Park ist nach Arusha und Lake Manyara der dritte Park auf unserer Safari durch den Norden Tansanias. Die ersten beiden Tage beobachten wir im Arusha National Park Giraffen, die gemächlich durch die Savanne schreiten. Sehen zankende Äffchen. Und pirschen uns zu Fuß mit bewaffnetem Wildhüter durch hohes Steppengras in den Bergwald. Im Lake Manyara National Park stoßen wir mit unserem Safari-Jeep auf Zebras, die größten Rasenmäher der Welt, die sich nach jeder Regenzeit durch das hohe Gras fressen – und gefährliche Flusspferde. Nur in der Dämmerung verlassen sie das sumpfige Wasser. Wehe dem, der sich den Tieren dann in den Weg stellt und ihren Rückzug in den Fluss behindern könnte. Von den „Big Five“ – so nannten Großwildjäger einst die begehrtesten Jagdtrophäen Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard – sehen wir in den beiden Parks nur Leoparden nicht. Doch auch sie gibt es hier. Elefanten

Der Tarangire National Park

Ein Höhepunkt der Safari-Reise bildet jedoch der Tarangire National Park, bekannt für seine schönen Savannen-Landschaften, seine Elefantenherden und Löwen. Denn der Tarangire-Fluss führt ganzjährig Wasser undlockt gerade zur Trockenzeit von Juli bis Oktober Tiere aus der wasserarmen Umgebung an – etwa die zehn Dickhäuter, darunter zwei Jungelefanten, die jetzt unseren Jeep einkreisen. Es verursacht ein mulmiges und zugleich aufregendes Gefühl, den Dickhäutern und ihren Füßen, die einen halben Meter Durchmesser erreichen können, so nahe zu sein. Auch Bachmann wirkt leicht angespannt und zeigt sich besonders aufmerksam – er weiß, wie aggressiv Elefanten werden können. Wir betrachten leise, aber mit großem Respekt die hungrigen Elefanten – locker 200 Kilo Grünzeug kann ein Elefant pro Tag futtern, „der Horror aller Baumliebhaber“, wie Bachmann lachend sagt. Mit ihrem Rüssel, der viele tausend Muskeln enthält und mit dem ein Elefant mit 60 Kilometer pro Stunde wie mit einem Baseballschläger um sich schlagen kann, können die riesigen Tiere gezielt ein Gänseblümchen von der Wiese, aber auch Blätter, Rinden und Wurzelnaus Bäumen und Büschen zupfen. Dass die Büsche in der afrikanischen Wildnis auch mal voller Dornen sind, macht Elefanten nichts aus – die vier Zentimeter dicke Haut schützt sie vor Verletzungen.

80 Jahre alte Elefanten

Bis zu 70, 80 Jahre alt werden Elefanten in der Regel alt. Sie könnten noch ein höheres Alter schaffen, würden sie meist nicht eines natürlichen Todes sterben – und verhungern: Bis zu sechs Mal bekommen Elefanten neue Zähne. Sind dann die letzten Zähne abgenutzt, können sie nicht mehr die zum Überleben benötigten 200 Kilo Futter schaffen – und sterben. Nach einer halben Stunde erst zieht die Herde weiter. Wir blicken ihr noch lange nach. Die Dickhäuter gehen unter die Haut; kaum ein Tier gilt als so weise. Und klug: „Ein Elefant vergisst nie“, sagt Bachmann. „Wer einem Elefanten ein Leid antut und nach 30 Jahren wiederkommt, an den erinnert sich der Elefant. Das hat schon mancher Wilderer nicht überlebt“.

Denkt man an Safari und Afrika, fallen meist die Namen von Ländern wie Kenia, Südafrika oder Namibia. Oder in Tansania nur der Ngorongoro Crater. Dort, sagt man, gebe es die weltweit größte Raubtierdichte. Das stimmt, doch auch die kleineren Safari-Parks in Tansania haben viel zu bieten: Rund ein Fünftel des Landes ist Nationalpark, vieles davon wunderschöner Nebelwald voller Moose, Farne – und den Big Five. „Zwar ist die Serengeti, was Raubkatzen angeht, nicht zu toppen“, sagt Horst Bachmann. Doch auf sich paarende Löwen treffen dort Touristen auch nur selten. Zebras

Martina Hahn

Info:

Beste Reisezeit: Juni bis Oktober und Dezember bis April. Ideal sind Juni und Februar. Die restliche Zeit ist mit Regenschauern zu rechnen. Die große Regenzeit ist April und Mai.

Anreise: Flüge nach Tansania  ab ca. 850 Euro inklusive Steuern und Luftverkehrsabgabe, täglich mit KLM via Amsterdam,   5 x wöchentlich mit Ethiopean Airlines ab Frankfurt via Addis Abeba, 1 x wöchentlich non stop mit Condor.

Einreise: Das Visum bei der Einreise auf dem Flughafen kostet 50 Euro. Reisepass ist erforderlich.

Veranstalter: Die 15-tägige Kleingruppenreise „Tansania – Löwen, Land und Leute“ mit Safari, Kultur und Strandurlaub auf Sansibar bietet Diamir ab 2.590 Euro inklusive Flug an. Buchung über Diamir Erlebnisreisen, Berthold-Haupt-Str. 2,  01257 Dresden,  Telefon 0351/312077,  www.diamir.de

Ngurdoto Lodge und Meru View Lodge: Übernachtung mit Frühstück im Doppelzimmer ab 90 EUR (Einzelzimmer 45 Euro). Buchung über Debbie & Horst Bachmann, Post Office Box 515, Usa River, Tanzania, Telefon(+255) 784 419 232, www.ngurdoto-lodge.com oder www.african-view.com

Büffel Parkeintritt: Eine Safari in Parks wie Lake Manyara oder Tarangire ist mit 35 US-Dollar Eintritt pro Person am Tag billiger als etwa im Ngorongoro Crater (50 US-Dollar) – bei dem zudem 200 Dollar extra für das Fahrzeug anfallen

Hintergrund-Infos: Ein Reiseportal zu Tansania in deutscher Sprache ist www.tansania.de. Dort finden sich Details zum Reiseland, Fakten zur Einreise, Kosten für Nationalparkgebühren etc.

Mehr zu Tansania hier:  Zu Besuch bei den Massai

Cabo Verde: Lava und Schwefel am Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Schwefel am Pico Pequeno nach dem Ausbruch von 1995

Beim Ausbruch im Jahr 1995 hat sich an der Flanke des Pico des Fogo der Pico Pequeno gebildet. Hier erfolgte die Eruption und von hier floss auch die Lava in die Caldera. Noch einige Jahre nach Ende des Ausbruchs war die Hitze zu spüren und aus einigen Spalten stieg auch noch Dampf auf. Großflächige Schwefelfelder breiteten sich auf der Lava aus, die allerdings im Laufe der Jahre immer mehr verblassten. Auch der Ausbruch von 2014 passiert in der Gegend des Pico Pequeno.

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Foto: C. Nowak, Schwefel am Pico Pequeno nach dem Ausbruch von 1995

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Foto: C. Nowak, Schwefel am Pico Pequeno nach dem Ausbruch von 1995

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Foto: C. Nowak, Blick vom Pico Pequeno auf die Caldeira

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder am Pico Pequeno an der Flanke des Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder in der Caldera vom Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder in der Caldera vom Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder in der Caldera vom Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder in der Caldera vom Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder in der Caldera vom Pico de Fogo

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Foto: C. Nowak, Lavafelder in der Caldera vom Pico de Fogo

Cabo Verde: Der Vulkanausbruch des Pico de Fogo von 1995

Fast 3000 Meter hoch ragt der perfekt geformte Kegel des Pico de Fogo in den blauen Himmel, weithin sichtbar als Wahrzeichen der Insel Fogo. Seit jeher leben Menschen in zwei kleinen Dörfern inmitten der Caldeira. Ein paar Dutzend Häuser, die meisten aus scharfkantigen Basaltsteinen errichtet, zeugen von dem ungebrochenen Optimismus auch den widrigsten Bedingungen zu trotzen. Doch am 2. April 1995 war es mit der Ruhe vorbei, der Pico erwachte urplötzlich wieder zum Leben. Die Bergflanke brach auf und Lavamassen ergossen sich in die Caldeira. Die einzige Straße wurde zerstört, das Dorf musste evakuiert werden. Am schlimmsten traf es die Weinkooperative, die Lava begrub einen Großteil der Weinstöcke unter sich und zerstörte die Lebensgrundlage der meisten Menschen. Heute ist der Pico de Fogo wieder ruhig, nur einige gelbe Schwefelfelder und rauchende Spalten zeugen noch vom Ausbruch von 1995.

Der Film entstand zu einem relativ frühen Zeitpunkt des Ausbruchs im Jahr 1995.

http://youtu.be/FNNoMvxfsMw

Expertentipps für reiselustige Best Ager

Indien (c) indisches Fremdenverkehrsamt

Indien (c) indisches Fremdenverkehrsamt

Katrin Grünwald, Leiterin des Rundreise-Portals e-kolumbus verrät Tipps und Tricks

Kurkonzerte, Bingo-Nachmittag und Tanztee – das war gestern, die Generation 50Plus ist statistisch gesehen aktiv und reiselustig. Der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg zufolge wollen zwei Drittel der Über-60-Jährigen ihren Urlaub aktiv gestalten. Der große Vorteil der Altersgruppe: Sie verfügen über mehr Zeit und Geld. Viele Reiseveranstalter haben entsprechend reagiert und Best-Ager-Reisen in ihr Repertoire aufgenommen. Die Experten von e-kolumbus, dem umfassenden Buchungs- und Vergleichsportal für Rundreisen weltweit, helfen Reiselustigen dabei, die passende Reise zu finden. Katrin Grünwald, die seit 2012 das Rundreise-Portal e-kolumbus leitet, verrät Tipps und Tricks für aktive Best Ager.

Indien (c) pixabay.com

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F: Welche Zielgruppe nutzt die umfangreichen Dienste von e-kolumbus hauptsächlich?

A: Aufgrund der Vielfältigkeit der Produkte können wir praktisch jeder Zielgruppe eine passende Reise anbieten. Unser Angebot geht von Young-Line-Reisen (speziell für Reisende zwischen 20 und 35 Jahren) über Selbstfahrertouren bis hin zu ärztlich begleiteten Urlauben. Unsere Hauptzielgruppe liegt jedoch bei den sogenannten „Best Agern“, der 50plus-Generation. Im Jahr 2014 lag das Durchschnittsalter der e-kolumbus-Bucher bei 51 Jahren.

Afrika_509239 (c) pixabay.com

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F: Gibt es besondere Angebote für ältere Reisende? Welche Urlaubsformen sind bei den Best Agern besonders beliebt?

A: Vor allem unsere ärztlich begleiteten Reisen in ferne Zielgebiete, wie zum Beispiel nach Indien oder Südafrika, sind bei älteren Kunden sehr beliebt. Hier reist ein ausgebildeter Arzt als Teil der Reisegruppe mit und hilft bei gesundheitlichen Problemen. Man darf diese Form des Reisens aber nicht falsch verstehen. Die Teilnehmer sind meist sehr fit, fühlen sich jedoch einfach sicherer, wenn sie rund um die Uhr einen Deutsch sprechenden Arzt um Rat fragen können. Wichtig ist den Best Agern vor allem Freizeit für individuelle Interessen, kleine Gruppengrößen und eine garantierte Durchführung.

Afrika_427138 (c) pixabay.com

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F: Viele ältere Menschen leben alleine und haben Bedenken, solo in den Urlaub zu fahren. Gibt es für sie spezielle Angebote?

A: Es gibt viele Veranstalter, die sich auf Alleinreisende spezialisiert haben. Dies kann sich unterschiedlich bemerkbar machen: Zum einen gibt es Reisen, zum Beispiel in die Toskana, eigens für Leute, die allein unterwegs sind. Spezielle Programmpunkte, gemeinsame Essenstische und weitere Aspekte ermöglichen ein schnelles Kennenlernen der Reisegruppe. Zum anderen gibt es auch reguläre Gruppenreisen, zum Beispiel nach Dalmatien, für die Alleinreisende keinen Einzelzimmeraufschlag zahlen müssen.

Toskana_504303 (c) pixabay.com

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F: Wie finden Interessierte die passende Reise auf e-kolumbus und was müssen sie beachten?

A: Um unseren Kunden schnell und gezielt das richtige Angebot präsentieren zu können, arbeiten wir bei e-kolumbus mit verschiedenen Suchfiltern. Suchen lässt sich außer nach einer Destination auch nach verschiedenen Themen, wie Aktivreisen, ärztlich begleitete Reisen, Studienreisen, oder nach Merkmalen, wie „inklusive Flug“, „kleine Reisegruppe“ sowie „garantierte Durchführung“. Wichtig ist jedoch immer, den Verlauf und die Leistungen einer Reise genau zu lesen, um zu sehen, ob die Reise auch wirklich den Vorstellungen entspricht. Leider machen wir immer wieder die Erfahrung, dass die Reisedetails nicht oder nur ungenau gelesen werden.

Toskana (c) e-kolumbus

Toskana (c) e-kolumbus

F: Warum sollten Urlaubsreife über das Portal e-kolumbus buchen?

A: Unser großer Vorteil gegenüber den traditionellen Reisebüros ist, dass wir an allen sieben Tagen der Woche erreichbar sind. Als Buchungs- und Vergleichsportal bieten wir außerdem die Möglichkeit, Reisen von verschiedenen Veranstaltern miteinander zu vergleichen – sowohl inhaltlich wie auch preislich. Auch eine intensive Beratung vor der Buchung ist uns sehr wichtig: Unsere erfahrenen Serviceteam-Mitarbeiter stehen den suchende Kunden mit Rat und Tat zur Seite, recherchieren individuell passende Angebote und sind gerne bei der Buchung behilflich. e-kolumbus bietet zudem zusätzliche Leistungen an, wie die Bereitstellung von Hintergrundinformationen über die Zieldestinationen, Hilfe bei der Visabeschaffung und Unterstützung bei der Suche nach einer passenden Reiseversicherung.

Katrin Grünwald (30) ist seit 2009 bei der e-domizil GmbH tätig und leitet seit 2012 das Rundreise-Portal e-kolumbus. Sowohl privat als auch beruflich erkundet sie auf Rundreisen die Welt, wobei es ihr vor allem der afrikanische Kontinent angetan hat. Weitere Informationen zu den Afrika-Rundreisen von e-kolumbus finden Sie unter: www.e-kolumbus.de/rundreisen/afrika.

 

 

Botswana: Mobile Camping Safari in Savuti und Moremi

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Es ist dunkel. Keine Lampen weit und breit. Nur der Mond taucht die Lichtung, auf der unser Zelt steht, in ein milchiges Licht. Ein ungewöhnliches Geräusch hat uns geweckt. Wir liegen in unserem Zelt und horchen angestrengt. Ein Schnüffeln, ganz nah, direkt an der Zeltwand, genau auf Höhe unserer Liegen! Das Schnüffeln wandert langsam einmal um unser Zelt und entfernt sich dann wieder. Eine neugierige Tüpfelhyäne hat uns besucht.

Wir befinden uns auf einer sogenannten Mobile Camping Safari in Botswana, und es ist unsere erste Nacht. Unsere Campsite liegt im Savuti Wildtierreservat und ist nichts anderes als eine sandige Lichtung mitten in einem der tierreichsten Gebiete Afrikas. Hier gibt es keine Zäune oder andere Einrichtungen, die Mensch und Tier trennen. Man ist Gast im Reich der Tiere. Und so bekommen wir nachts, aber auch am Tage, mehrfach Besuch der etwas anderen Art. Aber gerade das ist es, was diese Art des Reisens zu etwas ganz Besonderem macht.

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Jeden Morgen kurz vor Sonnenaufgang werden wir von Six mit einem freundlichen „Good Morning“ geweckt. Vorher hat er bereits die beiden Handwaschbecken vor unserem Zelt mit Wasser gefüllt, so dass wir uns kurz frisch machen können, bevor es ein schnelles Frühstück mit Müsli, Joghurt, Toast, Honig, Kaffee und Tee gibt. Dann nur noch schnell die Fotoausrüstung gepackt und ab geht’s mit unserem Guide Frank auf den morgendlichen Game Drive im offenen Land Cruiser. Frank steuert den Wagen durch den typischen tiefen Sand und beugt sich dabei weit aus dem Fahrzeug. Er liest in dem Sand wie in einem Buch. An Hand der Spuren kann er genau sagen, welche Tiere uns einen nächtlichen Besuch abgestattet haben. Oftmals lohnt es sich, den Spuren zu folgen. An diesem Morgen werden wir mit zwei prächtigen Löwen belohnt.

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Aber man sollte nicht nur nach den großen Katzen Ausschau halten. Botswana hat mehr zu bieten. Hier gibt es Elefanten, Giraffen, Flusspferde, Paviane und zahlreiche Antilopenarten. Auch die Vogelwelt ist extrem vielfältig.

Am späten Vormittag wird es heiß. Es ist Ende September, und die Trockenzeit erreicht ihren Höhepunkt. Die Tiere verziehen sich in den Schatten, und auch wir kehren für eine lange Mittagspause in unser Camp zurück. Während wir unterwegs waren, haben Chaka und Six sich um unser leibliches Wohl gekümmert und ein schmackhaftes Mittagessen zubereitet. Wie sie das machen, bleibt uns ein Rätsel: Gekocht wird über dem offenen Feuer und sämtliche Zutaten müssen mitgebracht werden. Einen Supermarkt gibt es hier nicht. Aber trotz dieser Umstände werden wir fürstlich versorgt.

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Die Mittagspause nutzen wir für eine schnelle Dusche. Wir haben uns den Luxus eines „On Suite Bathroom“ gegönnt. Klingt edel? Ist aber nichts anderes als ein kleiner Anbau am Zelt, in dem an einer Stange ein Wassereimer hängt, den Six und Chaka für uns mit Wasser füllen. Wir schaffen es, mit einem Eimer für zwei Personen auszukommen. Wasser ist knapp. In dem Anbau befindet sich auch die Toilette. Letztendlich nichts anderes als ein Loch im Boden mit einem Plastiksitz drüber. Aber gerade auf Grund der nächtlichen Besucher im Camp sind wir froh, dass wir uns diesen „Luxus“ gegönnt haben und nachts nicht das Zelt verlassen müssen.

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Unsere Jungs versorgen uns bestens. Gegen 15:30 Uhr gibt’s Tee, Kaffee und Gebäck, bevor es dann auf den Nachmittags-Game-Drive geht. Es ist immer noch heiß, aber die ersten Tiere machen sich auf dem Weg zu den wenigen Wasserlöchern, und so gibt es wieder genug zu sehen und zu fotografieren. Die Zeit verfliegt und plötzlich müssen wir uns beeilen, um rechtzeitig wieder im Camp zu sein. Die Parkregeln besagen, dass man nach 18:30 Uhr, also kurz nach Sonnenuntergang, nicht mehr im Park unterwegs sein darf.

Zurück im Camp verstauen wir kurz die Fotoausrüstung, holen ein kühles Bier aus der Kühlbox und ab geht‘s ans Lagerfeuer. Hier diskutieren wir mit Frank über die Erlebnisse des Tages und über Gott und die Welt, bis Six uns zum Essen bittet.

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Ein Abendessen mitten im Busch. Es ist stockdunkel. Das Camp wird nur von ein paar Petroleumlampen beleuchtet. Das Lagerfeuer knistert. Und während wir ein tolles Drei-Gänge-Menü verspeisen, erwachen rings um uns die Geräusche der Nacht. Es raschelt, es grummelt, es schnurrt. Frank kann jedes Geräusch erklären. Manchmal holt er seine Taschenlampe heraus und leuchtet in die Dunkelheit. Und da sind sie dann, unsere heimlichen Besucher. Zum Beispiel ein Honigdachs. Oder eine Hyäne. Andere Tiere hört man eher aus der Ferne. Das Röhren der Löwen oder das Trompeten der Elefanten erklingt fast die ganze Nacht.

Safari-Tage sind anstrengend, und so verziehen wir uns früh in unser Zelt und lassen uns von der Geräuschkulisse in den Schlaf wiegen. Mal hören, wer uns heute Nacht besucht.

Angelika Stern

https://www.facebook.com/AngelikaSternFotografie

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