USA: In den rauchenden Bergen

Pechschwarze Nacht! Doch dann flammt zwischen Tannen plötzlich ein Licht auf. Kurz darauf ein zweites, ein drittes, ein viertes. Schließlich ein Leuchten und Flackern, als loderten in der Ferne Lagerfeuer. Zuerst nur unkoordiniert, dann als rhythmisches Blinken, das sich wellenartig durch die Nacht bewegt. Bald sind die Zuschauer im Wald der Smoky Mountains umzingelt von schwärmenden Glühwürmchen, einige funkeln grüngelb, andere bläulich, manche surren den Menschen frech um die Köpfe. Der ganze Wald scheint in Bewegung zu sein.

Jedes Jahr während zwei Wochen im Juni schwärmen die seltenen Leuchtkäfer zur Partnersuche aus. In Gruppen von mehreren Dutzend blinken sie gleichzeitig sechsmal hintereinander, dann folgt eine Pause von mehreren Sekunden. Das Phänomen der synchron blinkenden Glühwürmchen wurde vor gut 25 Jahren entdeckt, als ein Anwohner Wissenschaftler hierher führte. Seitdem wollen immer mehr Parkbesucher die Tiere beobachten.

Mit einem ortskundigen Führer lassen sich die „Fireflys“ in einem einsamen Waldabschnitt erleben, doch die meisten fahren im Shuttlebus zu offiziellen Beobachtungsstellen. Der Gästeansturm ist ein alltägliches Bild im Great Smoky Mountains National Park an der Grenze zwischen North Carolina und Tennessee. Seit seiner Einrichtung 1934 entwickelte er sich mit über neun Millionen Gästen jährlich zum meistbesuchten Nationalpark der USA, denn hier kann man neben den faszinierenden Glühwürmchen noch wilde Natur und noch wildere Bären entdecken.

Einsamkeit oder Massenbetrieb

Der Reisende hat die Wahl, zum Beispiel beim Erklimmen des Clingmans Dome, des höchsten Gipfels im Park: Reiht er sich in das Heer der Familien und Reisegruppen, die im rhythmischen „flip-flop“ ihrer Badeschuhe die 200 Meter vom Parkplatz zum Aussichtsturm spazieren. Oder wandert er unter Strapazen über den legendären Appalachian Trail herauf, der über 3500 Kilometer durch 14 Bundesstaaten verläuft.

Beim Ausblick sieht man Grün in allen denkbaren Nuancen: grasgrün, moosgrün, lindgrün, tannengrün, olivgrün. Der Regenwald der Smoky Mountains gehört zu den vielfältigsten des Landes – Wissenschaftler zählten hier mehr Baumarten als in ganz Europa zusammen. Die Gletscher der Eiszeit waren nie bis hierher gelangt, sodass unzählige Tier- und Pflanzenarten die Berge als Rückzugsgebiet nutzten.

Als die ersten Forscher in diese Wildnis eindrangen, gerieten sie in Ekstase angesichts der Fülle bislang unbekannter Arten. Sie verschifften Tausende Ableger von Azaleen, Rhododendren und Magnolien in die englische Heimat, wo sie heute in kaum einem Garten fehlen. Überall in den Smoky Mountains findet man Grotten und Wasserfälle, reißende Flüsse, blühende Wiesen und verwunschene Täler.

Auch Spuren menschlicher Besiedelung gibt es noch, zum Beispiel im Tal von Cades Cove – dem meistbesuchten Ort im meistbesuchten Park des Landes. Trotz der Blechkarawane, die sich täglich über die 17 Kilometer lange Rundstrecke schiebt, erhält man hier einen Eindruck von einem Appalachendorf des 19. Jahrhunderts: Kleine Bauernhöfe mit Scheune, Räucherhaus, Schweinestall und Maisspeicher gruppieren sich um weiß gestrichene Kirchen.

Zurück zur Natur

Mehrere Wassermühlen dienten zum Mahlen von Mais und Sägen von Holz. Überliefert ist ein reges Gemeindeleben, geprägt von harter Arbeit. Die Familien, die hier wohnten, zahlten den Preis für den Erhalt der Berglandschaft – bei der Gründung des Parks vor 75 Jahren mussten sie gehen. Vielleicht eine verspätete Strafe für die Taten ihrer Vorfahren, die einst die hier lebenden Cherokee-Indianer von ihrem Land vertrieben hatten.

Einige Siedler zogen gegen die Enteignung durch alle gerichtlichen Instanzen, andere nahmen das Angebot der Regierung an, noch bis zu ihrem Lebensende zu bleiben. Der größte Teil des Gebietes wurde jedoch Holzfirmen abgekauft. Gerade noch rechtzeitig: Bis zu drei Viertel der Bäume waren 1934 abgeholzt, das Land durchzogenvon Bahnlinien und bedeckt von Sägemühlen und Holzfäller-Camps. Wild lebende Tiere wie die Braunbären waren damals ausgerottet.

„Bären treffe ich auf fast jeder Wanderung“, kann Liz Domingue heute dagegen berichten. Die junge Wanderführerin läuft mit Besuchern zur einzigen bewirtschafteten Berghütte des Parks auf den rund 2000 Meter hohen Mount Leconte. Schon nach einer halben Stunde hat die Gruppe den Pfad für sich alleine: „Die Wanderfreude des durchschnittlichen Parkbesuchers endet allerspätestens nach einer Meile“, sagt Liz.

Der Weg führt durch ein kleines Flusstal, dessen Boden von einem violetten Teppich bedeckt ist: abgefallene Blüten von bis zu vier Meter hohen Rhododendren. Liz stöbert wabbelige Pilzungetüme, kleine Orchideen und mannshohe Farne auf. Immer wieder huschen Eichhörnchen vorbei, und einmal leuchtet es orangefarben von einem schwarzen Stein: ein prächtiger Rotwangen-Waldsalamander.

Berge Blau wie Rauch

Doch das harmonische Bild wird auch durch Flächen mit Baumskeletten unterbrochen, Resultat periodischer Schädlingsattacken: In den 1920er-Jahren vernichtete der asiatische Kastanienrindenkrebs alle Amerikanischen Kastanien, in den 1960ern saugte eine Pflanzenlaus den Frasertannen den Saft aus. Und vor acht Jahren wurde eine weitere Laus entdeckt, die inzwischen alle Hemlocktannen befallen hat.

Kurz vor dem Gipfel ziehen Nebelschwaden über den Weg. Schon die Cherokee-Indianer nannten die Berge „Blau wie Rauch“: Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit hängt im Sommer meist eine bläuliche Dunstglocke über den Wäldern. Bald darauf kommen wacklige Holzhütten in Sicht – die Mount Leconte Lodge. Ein rustikales Camp ohne Strom und Duschen, aber dafür mit deftigem Bergsteigeressen am prasselnden Kaminfeuer.

„Hier oben lernt man wahre innere Ruhe“, sagt Allyson Virden, die hier für eine Saison beschäftigt ist – fast neun Monate fern der Zivilisation. Einmal im Jahr bringt ein Helikopter Konserven, Kerosin und Baumaterial; frische Wäsche und Gemüse werden von Lamas getragen. Gedanken an einen Kneipenbesuch zum Feierabend oder eine kleine Shopping-Tour kommen bei Alleyson nicht auf: „Der kürzeste Weg ins Tal ist acht Kilometer lang.“

Oliver Gerhard

Info:

Nationalpark: Der Park erstreckt sich über die Bundesstaaten North Carolina und Tennessee. Eingänge befinden sich in Gatlinburg, Townsend und Cherokee. Der Park ist ganzjährig geöffnet, im Winter sind einige Straßen gesperrt. Der Eintritt ist frei. Great Smoky Mountains National Park, 107 Park Headquarters Road, Gatlinburg, TN 37738, Tel. 001-865-436 1200, www.nps.gov/grsm.

Glühwürmchen: Das Phänomen ist über ca. zwei Wochen Mitte Juni zu erleben. Der offizielle Beobachtungspunkt befindet sich am Campingplatz Elkmont. Ein Shuttle bringt Besucher aus Gatlinburg und vom Sugarlands Visitor Center dorthin.

Reisezeit: In den Sommermonaten und während des Indian Summer im September/Oktober sind die Besucherzahlen im Nationalpark am höchsten. Für Highlights wie Cades Cove oder die Strecke zum Clingmans Dome sollte man möglichst den frühen Morgen nutzen.

Unterkunft: LeConte Lodge, rustikal mit Stockbetten, nur für Wanderer erreichbar, Reservierung jährlich ab 1. Oktober für die nächste Saison, www.leconte-lodge.com

Eagles Ridge Resort, Blockhäuser für Selbstversorger in Parknähe, 2740 Florence Drive, Pigeon Forge, TN 37863, 001-865-286 1351, www.eaglesridge.com

Falling Waters Resort, geräumige Yurten an einem See im Wald, 10345 US Hwy. 74 West, Bryson City, NC  28713, Tel. 001-800-451 9972, www.fallingwatersresort.com

Auskunft: Tennessee Tourism, Horstheider Weg 106a, 33613 Bielefeld, Tel. 0521-986 04 15, www.tennessee.de; North Carolina Tourism, www.visitnc.de

Mit ärztlicher Begleitung nach Patagonien

Feuerland, Thomas Cook

Der Reiseveranstalter Thomas Cook bietet ab Sommer 2014 in dem Katalog „Rundreisen der sorglosen Art“ sieben neue ärztliche begleitete Reisen an. Eine der neuen Touren ist eine 15-tägige Rundreise durch Patagonien „Wilde Naturschönheit Patagoniens“. Die Tour die in Kooperation mit Tour Vital, Deutschlands Marktführer für ärztlich begleitete Rundreisen, veranstaltet wird, führt u.a. in die Nationalparks Torres del Paine, Perito Moreno, Los Glaciares und Feuerland sowie die südlichste Spitze des Kontinents.

Die 15-tägige Reise, beispielsweise am 11. Oktober 2014, ist ab 3.299 Euro pro Person buch-bar. Sie beinhaltet neben dem Linienflug mit der LATAM Airlines Group ab/nach Frankfurt nach Santiago de Chile und zurück ab Buenos Aires via São Paolo drei Inlandsflüge sowie alle Steuern und Gebühren. Zudem sind der Zug zum Flug, zwölf Übernachtungen in Vier-Sterne- oder guten Mittelklassehotels mit Frühstück, die Transfers in klimatisierten Reisebussen, Besichtigungen und Eintritte laut Programm, die Begleitung durch einen reiseerfahrenen Tour Vital-Arzt, eine deutschsprachige Reiseleitung sowie ein Reiseführer im Preis enthalten. Die Wintermonate von Oktober bis März gelten als die beste Reisezeit für die Region.

USA: New Age in Sedona

Die Gegend um Sedona mit ihrer faszinierenden Bergwelt gehört zu den schönsten der gesamten Vereinigten Staaten. Die New Age Bewegung interessiert sich aber nicht nur für die landschaftliche Schönheit des Gebiets sondern auch für die Energieströme die man hier spüren kann. Innerhalb kürzester Zeit hat sich in der 10000 Seelen Gemeinde eine regelrechte „New Age Industrie“ entwickelt.

Sedona ist ein reiner Touristenort und bietet außer relativ teuren Souvenirläden, Restaurants und Hotels nur wenig. Trotzdem ist er eines der schönsten Reiseziele Arizonas, denn die Umgebung ist mit dem Wort „spektakulär“ fast noch untertrieben beschrieben. Hier taucht man in eine Traumwelt aus leuchtend roten Bergen, majestätischen Felsspitzen und steilen Canyonwänden ein.

Bekannt wurde Sedona  in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als sich hier viele Künstler niederließen und damit den Spuren von Max Ernst folgten. Der bekannte Surrealist hatte sich auf seiner Flucht vor den Nazis in Sedona niedergelassen. Auf die Künstler folgten die Rentner, die als Gäste den Tourismus ankurbelten oder sich gleich ganz niederließen und die Stadt als Altersruhesitz wählten.

Mit dem gemütlichen Rentnerleben war es vorbei, als Leute aus der New-Age-Bewegung in der Umgebung des Ortes angeblich besonders starke Schwingungen im Energie-Schaltnetz der Erde entdeckten. Seitdem kommen deren Jünger hierher um ihre telepathischen Fähigkeiten zu stärken, mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen, ihr „wahres Ich“ zu finden oder ein UFO zu sehen. Die fliegen angeblich besonders häufig in der Gegend um den Bell Rock herum.

Magischer Ort: Das Medicine Wheel bei Sedona

Doch dies ist nicht der einzige Ort mit magischen Kräften: Vom Boynton Canyon geht eine Energie aus, die die Kreativität fördern soll und auch Airport Mesa und Cathedral Rock sind wegen ihrer starken Energieströme zu Pilgerstätten der New Age Bewegung geworden. Inzwischen bieten in der 10.000 Seelen Gemeinde schon mehrere hundert Lehrer und Erleuchtete ihre Dienste an. Vom Reikikurs, über Selbsterfahrungsgruppen bis hin zu Touren zu den energiereichen Orten wird alles geboten. Die jedoch kann man auch selbst erforschen, denn die Energiewirbel, die der Fachmann Vortex nennt, konzentrieren sich auf die vier genannten Stellen und die sind mit dem Mietwagen und einer anschließenden Wanderung leicht zu erreichen. Dass man aber die Energieströme wirklich spürt, dafür gibt es keine Garantie.

Rasso Knoller

 

Karibik: Zwischen Korallen, Reggae und Natur

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Mit der Norwegian Epic in die Karibik

Es riecht nach Salz. Weniger nach Fisch oder Meer, einfach nur nach Salz. Der Himmel ist blau mit nur einigen kleinen Wölkchen behangen und liegt wie ein subtropisches Tuch über mir. Das Wasser unter mir zeigt gar keine Farbe. Es schäumt. Sonntag um 16 Uhr legt der Ozeanriese Norwegian Epic von der Pier in Miami ab. Die meisten Leute, die uns zuwinken, tun dies von den anderen Megaschiffen aus, die ebenfalls in diesem Moment in See stechen. Unser Signalhorn blökt noch um einiges lauter, als das der anderen. Die Skyline von Miami, die Hochhäuser und die Brücke, zoomen sich langsam weg und lösen sich in Nichts auf.

Kapitän Trygve Vorren hat das Schiff gegen die offene See gedreht. Wir, groß und weiß nehmen die Fahrt in die westliche Karibik auf. In den Mayastätten Chacchoben, Costa Mexiko und Honduras werden wir an Land gehen. Dort wo die weißen und pudrigen Strände Lagunen säumen und Legenden und Ruinen die Landschaft mit einem Geheimnis aufladen.

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Norwegian Epic heißt das Schiff. Seit seiner Taufe ist es in amerikanischen Gewässern unterwegs. Das Herzstück des Schiffes ist das Pool Deck 15. An der Bar sieht man amerikanische Mittelschichtsurlauber, die sich vor dem hellen Himmel gegenseitig fotografieren. Ein Deck höher steht Linda mit ihrem Mann Gerry. Sie ist Immobilienmaklerin aus Michigan. Ihr Mann arbeitet bei der Bank. Beide halten einen Cocktailbecher in der Hand. „Die sieben Tage hier, das ist unser Jahresurlaub. Wir arbeiten hart. Wir brauchen Entspannung.“

Zum Entspannen gehe ich dann doch lieber in meine Kabine. Ich blicke vom Balkon aufs Meer. Das hat etwas ungemein Beruhigendes. Es scheint als lächele die ganze Welt einen an. Nach einer Stunde mache ich mich auf den Weg in die Lounge, zu anderen Alleinreisenden. Robert sitzt an der Bar und nippt an seinem Cocktail. Er hat ein kleines Studio gebucht, geräumig und stilvoll eingerichtet, mit Fenster zum Gang. „Ist vom Flur nicht einsehbar“, sagt Robert. Ohne Fenster und Balkon, das wäre für mich die Hölle. Ich möchte das Meer sehen und riechen.

Wir beide werden in sieben Tagen gemeinsam mit fast 4000 Passagieren 1607 Seemeilen zurücklegen. Wir werden sieben Tage auf einem 329 Meter langen und 40 Meter breiten Gefährt gefangen sein. Sieben Tage das Gleiche: Den gleichen Sonnenaufgang, den gleichen Sonnenuntergang, Frühstück vom Buffet, Sport im Fitnessstudio mit Blick auf das Meer, Mittag vom Buffet. Wir werden die gleiche Hitze ertragen und die gleiche Aufzugsmusik im Fahrstuhl hören.

Abends sehe ich Robert wieder. Robert tanzt im Zweiviertel-Takt zur Disco-Musik. Ich sehe nur noch blasslila Hosenanzüge, luftige bunte Sommerkleider und weiße Freizeitschuhe. Und ich sehe Michael Jackson. Das Double singt Lieder aus den 80ger Jahren. Viele, der Gäste kommen aus einem Amerika, das die Welt nicht so gut kennt: Indiana, Tennessee, Wyoming.

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Ein paar Europäer findet man auch. Sogar aus Deutschland, aus Hamburg. Andreas und Kerstin haben diese sieben Tage Urlaub gebucht, um die Freiheit zu genießen, an Land zu gehen und durch fremde Länder zu stöbern. In der Handtasche befindet sich nur das Nötigste für unterwegs. Sie wollen Maya Städte besuchen. Sie informierten sich in Reisebüchern über Yucatán, wo die Maya vor eineinhalbtausend Jahren die Paläste und Tempel ihrer Stadtstaaten in den dampfenden Regenwald bauten, oder an Buchten wie in Tulum Terrassenfelder und schwimmende Gärten anlegten, ihre Welt mit sprechenden Bildern aus den rund 800 Glyphen ihrer Schriftsprache schmückten und den Mondmonat auf 23 Sekunden genau berechneten. Eine Hochkultur, deren rasanter Untergang bis heute rätselhaft ist.

Alle Schiffe halten in Costa Maya in Mexiko. Eine halbe Stunde Busfahrt und dann ist man mitten im Dschungel zwischen Maya-Pyramiden und Tempeln in Chacchoben. Wer hofft, jetzt mit den Geheimnissen der Maya allein zu sein, der wird enttäuscht. Obwohl noch nicht vom Massentourismus überlaufen, etliche sonnenverbrannte Touristen sind bereits da und klettern zwischen den Ruinen, die zum Teil noch vom Regenwald überwuchert sind. In San Miguel, der Hauptstadt der Insel Cozumel, befinden sich im Regionalmuseum Ausgrabungsstücke der Maya-Kultur. Auch wer sich zuvor in die Welt der Maya vertieft hat, wird während dieser Stippvisite die Rätsel der geheimnisvollen Hochkultur nicht verstehen. Aber immerhin, Maya Kultur für Anfänger.

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Robert entscheidet sich für den Naturpark und besucht die verschmusten Delfine. Samantha ist ein achtjähriges Delfinweibchen. Zusammen mit einem Dutzend ihrer Artgenossen lebt sie in der Lagune Colombia im Naturpark Faro Celarain. Die Touristen, die sie besuchen, stehen bis zum Bauch im glasklaren Wasser der Karibik und dürfen unter Leitung eines Trainers die handzahmen Tiere streicheln.

Die Einheimischen offerieren den Epic-Leuten am Kai, sich mit einem grünen Leguan fotografieren zu lassen. Ein schöner Tagesabschluss, findet ein Pärchen. In den folgenden Seetagen an Bord lerne ich, was „Rollen“ und „Stampfen“ bei schwerer See bedeutet. Ich habe festgestellt, dass das Meer nicht immer ein und dasselbe Meer ist. Das Wasser verändert sich. Mal ist es trübe, lichtlos und wirkt bedrohlich. Mal leuchtet der See hell aquamarin, mal tiefblau oder fast violett.

Nach zwei Seetagen hat man genug vom prallgefüllten Veranstaltungskalender mit all seinen Spiel-und Spaßaktivitäten, Bordfesten, Discos und Bühnenshows. Die verbreiten zwar eine Menge Partylaune, kitzeln das Adrenalin und machen müde Knochen munter. Ich möchte wieder festen Boden unter den Füssen spüren und freue mich schon auf den Morgen im Hafen, auf Honduras mit dichten Regenwäldern und unberührten Riffs.

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Während aus dem Nabel des Schiffs der Anker an seiner Kette in die Tiefe rattert, strömen die ersten Gäste nach draußen. Die Epic-Leute suchen sich zu zweit, zu viert oder in kleinen Gruppen ihren Weg über die Gangway in die Hafenstadt.

Die See vor der Insel Honduras ist hellblau, so dass man den weißen Meeresgrund sehen kann. Glasklares Wasser sagen die Leute dazu. Noch immer ist die Karibik fast geruchlos. Der Strand ist pudrig, fast weiß. In einiger Entfernung beginnen violette, wolkenartige Korallenformationen. Hinter den Korallen wird das Wasser in kartographisch – präzisen Stufen immer dunkler. Statt Piratenschiffe kreuzen Glasbodenboote vor den Korallenbänken vor Honduras. Schwerfällig teilen sie das Wasser, denn sie sind entsetzlich überladen mit Kreuzfahrern, die sich diese Exkursion nicht entgehen lassen wollten.

Im lagunenflachen Wasser erlernt eine Gruppe das Schnorcheln. Gut 50 Leute treiben reglos auf den Wellen. Das Ganze wirkt wie das Resultat einer Schiffskatastrophe.

Am späten Nachmittag gehen wir wieder auf das heimatlich anmutende Schiff zurück. Hier trifft man auf Bekannte, die vorgestern noch Unbekannte waren. Ich begrüsse den Kabinensteward, dessen asiatisches Gesicht mir vertraut geworden ist. Der Geruch der Kabine, das frisch aufgeschlagene Bett ist eine kleine Welt für sich geworden.

Heidrun Lange

FIAT schwimmt auf Kreuzfahrtschiff zu

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Der Empfang war einer echten Diva würdig: Eine Flotte schwimmender FIAT 500 geleitete die MSC Divina nach ihrer 18-tägigen Atlantiküberquerung am 19. November 2013 mit einer spektakulären Show in den Hafen von Miami. Von hier aus werden nun ganzjährig Kreuzfahrten durch die Karibik angeboten. Schon vom Abfahrtshafen Venedig an war als Reminiszenz an die Heimat des Kreuzfahrtunternehmens ein metallic-roter Cinquecento mit an Bord.

USA: Ski-Spaß in Northstar-at-Tahoe

Shaun White, Goldmedaillen-Gewinner im Snowboarden, erklärt Northstar-at-Tahoe zu seinem Trainings- und Hausberg ©Vail ResortsJeden Winter heißt es für viele Freizeitsportler: Ski heil – auch in den US-amerikanischen Wintersportorten Vail, Baever Creek, Breckenridge und Keystone (Colorado) sowie Heavenly (Kalifornien).

Vereint werden die Orte in der weltweit führenden Skigebiets-Company Vail Resorts, das seit diesem Jahr auch das kalifornische Northstar-at-Tahoe integriert. Egal ob Anfänger oder Profi auf schwarzen Pisten, Sie können ein 1.215 Hektar großes Skigebiet (ca. 1.200 Fußballfelder) erobern. 95 Pisten locken zum Kurvenschwung. 19 Lifte führen auf den Mount Pluto (2.624 Meter) und zu den ausschließlich schwarzen Pisten sowie ins unpräparierte, jedoch gesicherte Wald-Gebiet Sawtooth Ridge oder wahlweise auf den 2.475 Meter hohen LookOut Mountain. Von hier geht‘ s entweder direkt bergab oder zum Mount Pluto. Dieses Gebiet ist den Genuss-Ski geeignet. Fünf Terrain Parks und die knapp sieben Meter hohe Shaun White-Halfpipe stehen hier zur Verfügung. Sie ist namentlich dem Goldmedaillen-Gewinner im Snowboarden gewidmet. Shaun ist derzeit im Northstar-at-Tahoe-Skigebiet anzutreffen. Der Profi hat Northstar zu seinem Haus- und Trainingsberg erklärt.

KF

 

Costa Rica: Der Corcovado-Nationalpark, grünes Dickicht und Papageiengeschrei

Auf Nahrungssuche: der Ameisenbär ©José R.

Costa Rica ist weltweit bekannt für seine zahlreichen Reservate und Nationalparks.

Fast ein Drittel des Landes sind Naturschutzgebiete. Costa Rica kann 35 davon vorweisen. Welchen also sollte man besuchen? Den Corcovado-Nationalpark (41.788 Hektar) auf der Halbinsel Osa. Laut „Nacional Geographic“ ist das der biologisch vielfältigste Ort der Welt. Das ist er vielleicht auch deswegen, weil noch keine Schneisen geschlagen wurden. Oder, weil er bis in die 60er Jahre von Menschen unberührt blieb.  Es gehört ein wenig Abenteuergeist dazu, diesen Nationalpark zu erkunden. In diesem Stück Regenwald gibt es mehr als 140 Arten Säugetiere wie etwa Ozelots oder Pumas. Die noch größte existierende Population an hellroten Aras ist hier anzutreffen und 375 weitere Vogelarten. In den Wipfeln der 850 Baumarten schwingen sich nicht nur Affen. 6.000 unterschiedliche Insekten schwirren umher; 120 Reptilien- und Amphibien wurden festgestellt. Ein guter Start für Wanderungen und Charter in den Nationalpark ist der Ort Puerto Jimenez. Tipps gibt die Parkverwaltung, die hier ansässig ist.

KF

Service: Dengue-Fieber auf dem Vormarsch

Aedes_aegypti_biting_humanIn zahlreichen Ländern Mittel- und Südamerikas breitet sich das durch Mücken übertragene Dengue-Fieber weiter aus. Hohe Erkrankungszahlen melden die Länder Brasilien, Mexiko, Honduras, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Honduras, Kolumbien, Peru, Puerto Rico und Venezuela. Costa Rica verzeichnet mit 28 700 registrierten Fällen seit Beginn des Jahres die schwerste Epidemie seit zehn Jahren.  In Honduras, wo bislang rund 19 000 Menschen erkrankt sind, hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Reisende nach Mittel- und Südamerika sollten durch konsequenten Mückenschutz einer Infektion mit dem Dengue-Virus vorbeugen, empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin.

„Die Virusinfektion tritt in den meisten Ländern Mittel- und Südamerikas ganzjährig auf. Das Risiko einer Infektion ist während der derzeitigen Regenzeit jedoch deutlich erhöht“, erklärt Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Es ist zudem davon auszugehen, dass nur ein Teil der Erkrankungen registriert werden und die tatsächlichen Fallzahlen noch höher liegen“. Weil die Infektion unspezifische Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen zeige, blieben viele Fälle von Dengue-Fieber unentdeckt.
Die Infektionserkrankung ist in den meisten tropischen und subtropischen Ländern verbreitet. Schwerpunkte liegen im süd- und südostasiatischen Raum, in Lateinamerika, Zentralafrika und in der Karibik. In diesen Regionen erkranken nach Schätzungen der WHO jedes Jahr etwa 50 bis 100 Millionen Menschen an Dengue-Fieber.
Das Virus wird von der ägyptischen und der asiatischen Tigermücke übertragen. Die Mücken sind vorwiegend tagsüber aktiv, insbesondere in der Morgen- und Abenddämmerung. Schutz vor ihren Stichen bieten Mückenschutzmittel zum Auftragen auf die Haut mit dem Wirkstoff DEET (Diethyl-m-Toluamid) in einer Konzentration ab 30 Prozent. Tagsüber sollten Reisende zu heller und geschlossener Kleidung greifen. Dunkle Kleidung lockt Mücken eher an. Da Moskitos durch dünne Materialien hindurch stechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Moskitonetze über dem Schlafplatz und an Fenster und Türen sind abends und nachts als Schutz vor den Insekten ratsam. Eine Impfung gegen Dengue-Fieber existiert nicht.
Symptome der Erkrankung sind Fieber und starke Kopf- und Gliederschmerzen. Obwohl Fieber und Schmerzen nach etwa einer Woche abklingen, leiden die Patienten meist noch mehrere Wochen unter allgemeiner Abgeschlagenheit. Medikamente für eine spezifische Behandlung der Infektion existieren nicht, die Krankheit heilt für gewöhnlich von alleine aus. Bei schweren Krankheitsverläufen können das hämorrhagische Dengue-Fieber oder das Dengue-Schock-Syndrom auftreten, die beide zum Tode führen können. Nach einer Erkrankung sind Betroffene gegen den Virentyp, der sie befallen hat, immun. Stecken sie sich jedoch mit einer anderen Variante des Virus ein weiteres Mal an, verläuft die Erkrankung meist sehr schwer. Das Dengue-Virus kommt in vier Varianten, sogenannten Serotypen, vor. Die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa 2,5 Prozent.

 

 

Panama: Ja der Hut, der steht ihm gut

PanamahutHumphrey Bogart, der Gangsterboss Al Capone sowie US-Präsident Theodore Roosevelt machten den Panamahut berühmt – seit August kursiert die Nachricht in den Medien, dass er sogar auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes gesetzt werden soll. Dabei ist seine Bezeichnung irreführend. Der Hut stammt nämlich gar nicht aus Panama, sondern aus Ecuador. Seine Verbindung zu Panama hat der Hut zum Einen der Handelsdrehscheibe Panama Stadt und dem berühmten Kanal zu verdanken, hierüber erfolgte nämlich seine Verbreitung in die weite Welt. Schon während des Baus, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, verwendeten die Arbeiter auf den Baustellen des Kanals das luftig leichte Strohgeflecht als wirksamen Sonnenschutz. Trotzdem gibt es in Panama einen ähnlichen Strohhut wie der aus Ecuador. Zu finden ist er dort vor allen Dingen in der Umgebung von Penonomé, der Provinzhauptstad Coclés an der Pazifikseite Panamas. Die Hüte sind grober geflochten, strohgelb und schwarz geringelt, mit einer breiten nach oben geklappten Krempe. Die Bauern der Provinz, die vorrangig mit dem Zuckerrohranbau beschäftigt sind – dafür ist die Gegend bekannt – verwenden die Hüte noch heute bei der Feldarbeit. Wer einen solchen, echten Panamahut erstehen möchte, muss auf Penenomés Straßen an Ständen suchen, da sie in umliegenden Städten produziert werden. Die Preise rangieren zwischen 10 bis gar 150 US-Dollar. Die teuersten Exemplare sind so dicht geflochten, dass man in ihnen sogar Wasser transportieren kann.

Service: Sicher und sorglos reisen

Gebeco

Neue Gebeco Broschüre „sicher und sorglos“

Insgesamt 18 Reisen mit Arzt sind in der neuen Gebeco Broschüre „sicher und sorglos – Erlebnisreisen mit ärztlicher Begleitung“ gebündelt. Die Broschüre trifft heute bundesweit in den Reisebüros ein. Sie enthält Reisen innerhalb Europas und in ferne Länder aus den Gebeco Katalogen 2014.

Sicher um die Welt mit Gebeco und ärztlicher Begleitung

Seit zwei Jahren bietet der Kieler Reiseveranstalter Gebeco ärztlich begleitete Reisen an. Nun hat der Veranstalter die „Reisen mit Arzt“ in seiner neuen, heute erscheinenden Broschüre „sicher und sorglos“ zusammengefasst. Prinzip aller Reisen: Ein reisemedizinisch geschulter Arzt begleitet die Gruppenreisen vom Abflug in Deutschland bis zur Rückkehr. Er steht den Gebeco Gästen bei medizinischen Fragen 24 Stunden am Tag mit Rat und Tat zur Seite und informiert sie zum Beispiel über die Gesundheitsrisiken des jeweiligen Urlaubslandes.

„Wir freuen uns über eine steigende Nachfrage nach Gruppenreisen mit medizinischem Begleiter“, berichtet Gebeco Vertriebs- und Marketingchef Jens Hulvershorn. „Die Gäste auf diesen Reisen sind meist etwas älter, das heißt über 40, gebildet und wohlhabend. Sie schätzen das sichere Gefühl, im Urlaubsland einen deutschsprachigen, reisemedizinisch geschulten Arzt an ihrer Seite zu haben“. Das Konzept ist vor allem auf Rundreisen in fernen und exotischeren Ländern, zum Beispiel in Asien oder Südamerika, bei Gebeco Gästen beliebt. So beinhaltet die neue Broschüre zum Beispiel Reisen nach Indien, China, Kambodscha, Vietnam und Laos, sowie nach Südamerika.

Gebeco kooperiert mit dem Centrum für Reisemedizin

Seit mehr als 25 Jahren bietet das Centrum für Reisemedizin (CRM) eine umfassende und qualifizierte reisemedizinische Beratung an. Bis heute hat das CRM wesentlich dazu beigetragen, Gesundheitsprobleme von deutschen Reisenden zu minimieren. Das Centrum berät sowohl Ärzte, Apotheker und medizinisches Fachpersonal, als auch Reisende selbst. Gebeco kooperiert seit 2011 mit dem CRM, das die fachliche Qualifikation aller Ärzte auf den Gebeco Reisen durch länderspezifische Schulungen gewährleistet. Mit ihnen können die Gebeco Gäste „sicher und sorglos“ die Welt erkunden.

Alle Reisen aus der neuen Gebeco Broschüre „sicher und sorglos – Erlebnisreisen mit ärztlicher Begleitung“ im Überblick

Irland – Die grüne Insel erleben, 8-Tage-Erlebnisreise ab € 1.495

Italien, Sizilien – Land des ewigen Frühlings, 9-Tage-Erlebnisreise ab € 1.395

Türkei – Westtürkei ausführlich, 15-Tage-Erlebnisreise ab € 1.385

Türkei – Höhepunkte der Westtürkei, 8-Tage-Erlebnisreise ab € 1.075

Usbekistan – Höhepunkte Usbekistans, 12-Tage-Erlebnisreise ab € 1.845

Marokko – Straße der Kasbahs, 10-Tage-Erlebnisreise ab € 1.425

Südafrika – Wilde Küste und grüne Berge, 14-Tage-Erlebnisreise ab € 2.875

Israel – Israel Highlights, 7-Tage-Erlebnisreise ab € 1.445

Indien – Auf den Spuren des klassischen Rajasthans, 20-Tage-Erlebnisreise ab € 2.295

Indien – Erlebnis-Rajasthan, 12-Tage-Erlebnisreise ab € 1.395

Vietnam, Laos, Kambodscha – Höhepunkte Indochinas, 23-Tage-Erlebnisreise ab € 3.295

Vietnam und Kambodscha – Glanzlichter Vietnams und Kambodscha, 21-Tage-Erlebnisreise ab € 3.295

China – Historische Plätze in China, 12-Tage-Erlebnisreise ab € 1.645

China – Zum Kennenlernen, 9-Tage-Erlebnisreise ab € 1.145

China – Faszination Tibet, 14-Tage-Erlebnisreise ab € 2.395

Kuba – Karibische Vielfalt, 16-Tage-Erlebnisreise ab € 2.895

Mexiko – México clásico, 13-Tage-Erlebnisreise ab € 2.595

Peru, Bolivien, Argentinien, Chile – Südamerika – von Machu Picchu zum Zuckerhut, 16-Tage-Erlebnisreise ab € 4.295

 

Die neue Gebeco Broschüre „sicher und sorglos – Erlebnisreisen mit ärztlicher Begleitung“ ist ab sofort bestellbar unter:

http://www.gebeco.de/service/services/katalogbestellung

Panama: Adrenalinkicks in den Baumwipfeln – Canopy in Boquete

Canopy in ChiriquiDas kleine Bergdorf Boquete zählt zu den Highlights in Panama. Der Ort im Hochland der Provinz Chiriquí besticht durch ein malerisches Panorama: Die roten Hausdächer des Ortes heben sich von den saftig grünen, nebelumhüllten Bergen ab, welche das liebliche Tal des Río Caldera umschließen. Zu einer der aufregendsten Arten, den Nebelwald rund um Boquete kennenzulernen, zählt die Boquete Zip Line Canopy Tour. Wer diese Tour bucht, sollte ein bisschen Mut mitbringen und vor allen Dingen nicht unter Höhenangst leiden. Die Teilnehmer schwingen sich dabei in Höhe der Baumkronen der Urwaldriesen über Seilbahnen von Plattform zu Plattform. Da schwebt man durchaus 30 bis gar 60 Meter über der Erde. Auf einer Länge von rund drei Kilometern sind 13 Plattformen angebracht, was die Tour zur längsten in Panama und zur zweitlängsten in Mittelamerika macht.  

British Virgin Islands: Weiße Segel unter der Karibiksonne

Mit dem „Star Clipper“ durch die schillernden Wasser der British Virgin Islands

Von der Hängematte vor „Foxy’s Bar“ schweift der Blick über Bucht und Meer. Leise rollen die Wellen heran, überspülen den elfenbeinpudrigen Strand, Palmenwedel wiegen sich träge im Wind. Eine Frau streift barfuss über den Saum der weitgefächerten Brandung. Ihre Fußabdrücke füllen sich mit Wasser, Augenblicke später hat das Meer alle Spuren verwischt. Warm der Wind, warm die Wellen, warm der Sand: Süßes Nichtstun unter Palmen, Rum Punch unter Zunge und Gaumen, so frisch, so kühl, so fruchtig. Angehaltener Traum. Don’t move – das hört man oft in der karibischen See.

Foto: Katharina Büttel

Ortsbestimmung: Fliederfarbene Häuschen mit weißen Dächern und rosa Türen im Grün der White Bay. Kennen Sie nicht? Auf dem winzigen Eiland Jost van Dyke. Kennen Sie nicht? Auf den Britischen Jungferninseln, (BVI). Kannte ich bis dato auch nicht. Kleine Antillen, Inseln über dem Wind östlich von Puerto Rico, wo das Karibische Meer und der Atlantik zusammenschwappen. Die Einwohner, so an die 18000, schwarzer Hautfarbe zumeist und Nachfahren afrikanischer Sklaven. Neben der britischen Kronkolonie gibt es noch die benachbarten US Virgin Islands. Ganz anderes Feeling meinen alle, die mal dort waren. Viel mehr Leute, vielmehr Rummel, amerikanisch eben.

Foto: Katharina Büttel

Sint Maarten, eine Insel, zwei Länder. Der Norden gehört zu Frankreich, der Süden zu Holland. Im Yachthafen vom Hauptort Philipsburg wartet die weiße Viermast-Bark „Star Clipper“, 115 Meter lang, 15 Meter breit. Für Kapitän Loretto Mancino und seine Crew heißt es am Abend: Sail away, Leinen los! Es erklingt der Soundtrack aus dem Kolumbus-Film „1492: Conquest of Paradise“. Welch ein Spektakel! In wenigen Minuten takelt sich der Großsegler fast selbsttätig auf, dank starker Hydraulik. Keiner muss mehr in die Wanten steigen und auf die Rahen klettern. Wind frischt auf, Wellen klingen. Winden knarzen, Seile quietschen, Segeltuch flattert, grummelt und bollert wie ein aufziehendes Gewitter. Hinreißend romantisch!

Die British Virgin Islands, aus Vulkanen geboren, sind ein Traum zum Segeln: Stetige Passatwinde und türkisfarbenes Wasser. Wilde Felsenberge und sattgrüne Macchia von weißen Stränden umschlungen. Unberührte Natur, Kulturschätze kaum.

Am nächsten Mittag: Ankern vor Anguilla in der Road Bay. Schon wieder ein anderes Land, jetzt die Engländer. Wie ein Aal schlängelt und räkelt sich die flache, schmale Insel im Meer, 25 Kilometer lang, fünf breit. Mit eleganten Resorts und ausgezeichnetem Golfplatz. Der klapprige Inselbus bringt uns zu dem allerschönsten Traumstrand der gesamten Karibik: An der Shoal Bay kräuseln sich smaragdfarben die Wellen auf strahlendweißem Korallensand, Strand und Meer soweit das Auge reicht. Wenige Touristen nur, keine Casinos, nette Beachbars, bunte Fische und am Strand spielt eine Reggae-Band – was will man mehr.

Auf dem Weg nach Virgin Gorda, der „Dicken Jungfrau“, passieren wir den engen Francis Drake Channel und sehen bald einen wirklich schnuckeligen Hafen, Marina Bay. Kaum mehr als ein pastellbunter Würfelhäuserhaufen mit einer Puppenstubentankstelle für Eis und Benzin. Und dem Bitter End Yacht Club, feinste Segleradresse im Inselreich, und der Sunset Bar, wo zum Tagesausklang so richtig die Post abgeht. Hier werden die BVI’s sehr amerikanisch.

Wir genießen lieber das beschauliche Bordleben. Die Gäste auf dem Star Clipper sind Foto: Katharina Bütteleine interessante Melange aus Amerikanern, Briten, Franzosen, Deutschen, Italienern und Russen. Jeden Abend treffen sich alle im kleinen, feinen Restaurant zum exquisiten Dinner. Danach gesellt man sich zum Pianospieler oder trifft sich auf einen Drink an der Tropical Bar auf dem Hauptdeck, alles schick in Teak und Messing. Es ist eine Nacht, in der man nicht schlafen gehen will. Satt leuchten die Sterne am Himmel, an Land funkeln die Lichter die Hänge hinauf.

Weiter geht die Fahrt frühmorgens unter vollem Tuch – das sind 3365 Quadratmeter voll Wind! Und wie er segelt, der Windjammer, gebläht, selbst bei mäßiger Brise! Jederzeit – Prinzip der Reederei – können die Passagiere den Seeleuten bei ihrer Segelkunst zuschauen, selbst auch mit Hand anlegen. Ziel ist Norman Island im scheinbar undurchdringlichen Gewirr der vielen Jungferninselchen. Das bot einst Seeräubern ideale Verstecke. Hier muss wohl R. L. Stevenson den Schauplatz seiner berühmten „Schatzinsel“ gefunden und sie wohl auch dort geschrieben haben.

Foto: Katharina Büttel

Von Norman Island ist es zur Hauptinsel Tortula nicht weit. Man ankert auf Reede. Tenderboote bringen die Gäste an den Zuckerstrand. Längst hat das Sportteam im Schatten einer Palme Kajaks, Wasserski und das Bananenboot ausgebreitet. Von hier führen alle Wege nach Road Town. Es ist kein altes, eher ein konstruiertes Dorf im bunten Karibikstil, wo Banken und Firmen aus aller Welt Briefkästen angenagelt haben – in die niemals Steuerbescheide eingeworfen werden! Im kleinen Hafen wiegen sich die Yachten, deren Eigner zur Happy Hour die In-Kneipe „Pusser’s“ bevölkern, Einheimische sieht man kaum. Wer bummeln will, schlendert durch die Main Street. Bei „Sunny Caribee“ gibt es einheimische Gewürze, im „Pusser’s Company Store & Pub“ den besten Rum.

„Pina Colada oder Rum Punch?“, fragt die Schaffnerin an Bord der Scenic Railway auf der Insel St. Kitts. Wir sitzen auf dem offenen Oberdeck der farbig angestrichenen Eisenbahn und genießen eine der schönsten Bahnstrecken der Welt. Bei leiser Musik und Insel-Historie fährt sie rund um’s Eiland. Es geht durch Zuckerrohrfelder, vorbei an Windmühlen, die Küste entlang, hinauf in den Regenwald, den Vulkan Mount Liamuiga im Blick und die Schwesterinsel Nevis. Weiter über Stahlbrücken, die sich über tiefe Canyons spannen, hinab in die kleinen Örtchen, etwa St. Paul’s, und nach gut drei Stunden wieder zurück in den Hauptort Basseterre. Auf dem Inselduo geht es noch gelassener zu, als in der Karibik eh schon üblich. Mit Affenzahn geht hier gar nichts. Aber Affen gibt es auf St. Kitts mehr als genug. Mittags ist Affenhitze und Affenzeit! So kann es passieren, dass eine Grüne Meerkatze oder ihr ganzer Trupp anrückt, auf die Waggons springt und saufen will – gern auch mal Rum Punch.

Das Meer ist friedlich, der weiße Segler lichtet die Anker und gleitet lautlos ins Abendrot hinein. Die Antilleninsel St. Barthélemy ist Frankreichs glamouröser Außenposten, das karibische St. Tropez. Angenehmes, Teures, angenehm Teures kommen hier zusammen: Die oberen Zehntausend geben sich ein Stelldichein, Royals und halb Hollywood machen hier Ferien. Im Hafen von Gustavia liegen die Millionärsyachten dicht an dicht; in den Restaurants stehen die Köche aus Paris hinter dem Ofen. Showtime und Starreigen ist fast immer. Sehen und gesehen werden, das ist hier wichtig! Beim Sundowner im In-Treff „Carré d’Or“ oder im „Le Select“, dem ältesten Lokal der Insel. Oder natürlich beim Shopping in den unzähligen Nobelboutiquen, wo Kreditkarten schmelzen wie Butter unter der Sonne. Aber auf St. Barth sei man diskret, sehr diskret und verkrümele sich eher an die 22 Traumstrände, versteckt und verschwiegen, bitte sehr! In St. Jean ist „Nikki Beach Bar“ die prominente und originelle Adresse für das St. Barth-Feeling und den Kult-Cocktail „Hibiscus“ – gemixt aus Rum, Baileys, Kokos und Grapefruit: Karibik in Flüssigform.

Text und Fotos Katharina Büttel