Niederlande: Die Neue Wildnis kommt in deutsche Kinos

Sonnenuntergang in Flevoland_Quelle EMS Films

Sonnenuntergang in Flevoland_Quelle EMS Films

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Donnerstag den 9. April startet der niederländische Dokumentarfilm Die Neue Wildnis in den deutschen Kinos. Mit fast zwei Jahren Produktionszeit ist das Werk die aufwendigste niederländische Dokumentation aller Zeiten. Aus den 380 Stunden Filmmaterial, das zahlreiche Kamerateams produziert haben, ist ein etwa 97 Minuten langes Meisterwerk über die Schönheit der niederländischen Natur in der Provinz Flevoland entstanden.

Die neue Wildnis in Flevoland

Kämpfende Hirsche_Quelle EMS Films

Kämpfende Hirsche_Quelle EMS Films

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles steht im Zeichen der Natur in Europas größtem Naturgebiet, den Oostvaardersplassen in der jüngsten niederländischen Provinz Flevoland. Zwar wurde die Provinz von Menschenhand geschaffen, indem Land trockengelegt und dem Meer abgerungen wurde, aber sie ist doch eine der unberührtesten Naturlandschaften Europas. Bei der Trockenlegung der zwölften Provinz der Niederlande gab es zuerst Pläne, die Oostvaardersplassen zu einem Industriegebiet zu machen. Da der Boden aber zu nass war, entschied man sich dafür, der Natur ihren Lauf zu lassen. Somit gilt Flevoland als das Resultat des größten Einpolderungsprojektes aller Zeiten.
Überall in dieser niederländischen Provinz wandert man auf ehemaligem Meeresgrund und das trockenen Fußes, obwohl das Land im Schnitt fünf Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Ein halbes Jahrhundert nach der Einpolderung sind auf diesem einstigen Meeresboden prächtige Naturgebiete entstanden. Flora und Fauna schufen sich ihre eigenen Lebensräume, wodurch heute ein Sumpfgebiet mit Mooren, Weideland und einer vielseitigen Tierwelt, darunter Wildpferde und hunderte Vogelarten entstand. Besucher können in dieser einzigartigen Region beispielsweise die holländischen „Big Five“, die „Fünf Großen“ der neuen Wildnis in den Oostvaarderplassen entdecken, die Stille im ruhigen Herzen des Horsterwolds erfahren oder sich im Waterloopbos bei einer Wanderung durch die dortige Testanlage der Deltawerke für die Häfen von Vlissingen und Lagos überraschen lassen. Die Natur der Oostvaardersplassen lieferte die Kulisse für den preisgekrönten Naturfilm Die Neue Wildnis. Der Film zeigt prächtige Bewegtbilder dieses einzigartigen Stücks Wildnis und lädt Besucher dazu ein, die unerwartete Natur in diesem „neuen Land“ zu entdecken.

Rennende Wildpferde_Quelle EMS Films

Rennende Wildpferde_Quelle EMS Films

Deutschland/Berlin: Live at Mauerpark

Musik im Mauerpark

Einst Todesstreifen zwischen Ost und West, ist der Grünstreifen am Mauerpark heute die Spielwiese für Berliner und ihre Gäste. Am Wochenende wird der Park zu einer riesigen Freiluftbühne:  Eine Slideshow von Sven Kästner.

Deutschland: Weihnachtsmärkte in Franken

2.Plönlein.jpg

Das „Plönlein“ mit dem Siebersturm in Rothenburg

Mit Tradition, romantisch und stimmungsvoll: Die Weihnachtsmärkte in Fürth, Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl

Advent, jedem das andere: locker und lustig am Punschstand oder mit Kind und Kegel zum Christkindlmarkt; vorweihnachtliche Festlichkeit mit klassischer Musik und feinen Genüssen oder Rückzug ins Bauernhaus mit einem Gläschen Hochprozentigen hinterm Kaminfeuer. Die drei Mittelalterstädte bieten eine Vielfalt an stimmigen Feiern und traditionellem Brauchtum.

Christkind und Mittelaltermarkt in Fürth

Eben noch Waldorfschülerin, steht Lena nun auf dem Balkon des Handwerkerhauses auf der Fürther Freiheit. Ein Chor stimmt Weihnachtslieder an. Plötzlich Licht, ein Raunen geht durch die Menge. Da ist es, das Christkind. Das Fürther Christkind in seinem langen, weißen Gewand, eine Krone auf dem goldgelockten Haar, eingerahmt von vier Engeln. „Vom Himmel hoch, da komm ich her, wie war mein Weg so weit und schwer. Doch weil ich weiß, dass diese Stadt so schöne alte Kirchen hat, komm‘ ich besonders gern, begleitet von einem hellen Stern“, verkündet es feierlich.

1.Engelprolog.jpg

Lena, Waldorfschülerin, ist in diesem Jahr Christkind in Fürth

Alle Jahre wieder, am Donnerstag vor dem ersten Advent, wird in Fürth der Weihnachtsmarkt mit dieser Zeremonie eröffnet. Umringt von Kindern, bahnt sich das Christkind seinen „irdischen“ Weg durch „Lichterglanz und Budenzauber“. „Andere wollten Prinzessin werden, ich seit meiner Kindheit Christkind“, erzählt die junge Frau. Als Christkind besucht sie Obdachlose, Kranke, Altenheime, Kinderheime. „100 Termine stehen bis Weihnachten an“, erzählt sie bei einem leckeren Eierpunsch, der der beste in ganz Deutschland sein soll. Punsch wurde übrigens in Indien erfunden und als „punch“ von den Engländern nach Europa gebracht. „Im Punch steckt das Wort Fünf, indisch „pantsch“. Der war nämlich eine Mischung aus fünf Zutaten: Rum oder Arak, Wein oder Wasser, Tee, Zucker und Zitronensaft – verdammt gut, genauso wie der „weiße“ Winzer-Glühwein.

4.Mittelalter-Pärchen.jpg

In Fürth ist der Mittelaltermarkt mit Getränken, Plätzchen und Speisen nach alten Rezepten sehr beliebt

Nur wenige Schritte sind es zu den Buden des Mittelaltermarktes, aus denen es duftet, funkelt und schalmeit; Öllampen und Kerzen sorgen für Atmosphäre. Oscar, der Feuertänzer, schwingt brennende Fackeln zur Musik auf historischen Instrumenten; Schmiede hämmern „alte“ Ritterhelme in Form; Zauberer ziehen Kinderscharen um sich, Filzer werkeln an ihren bunten Kreationen. Fröstelnde Besucher können sich in einem Eichenzuber aufwärmen – dazu werden Honigkekse und Hypocrass aus Wermut und Rosenwasser gereicht – angeblich nach Rezepten der Hildegard von Bingen.

Auf der „Altstadtweihnacht“ auf dem Waagplatz dürfen nur lokale Künstler Marktstände mieten: Hutmacher, Buchbinder, Kerzenzieher, Schnitzer, Glasbläser. Zehn Tage lang können Besucher und Künstler ausführlich und intensiv miteinander ins Gespräch kommen. „Hier werdet Ihr kaum Japaner und Chinesen sehen, die sind in Nürnberg“, bemerkt der Veranstalter nicht ohne Ironie.

4a.Sterne.jpg

Vieles wird vom Glanz des Budenzaubers überstrahlt. Ein zweiter Blick aber lohnt sich. Denn das 1000 Jahre alte Fürth hat mehr als 2000 Baudenkmäler, fast keine Kriegslücken. Der alte Handelsweg, von Frankfurt nach Prag, führt über den „Grünen Markt“ mit schönen Kaufmannshäusern. Gebaut wurden sie in Fachwerk, später, für die Reichen, in Sandstein; ab 1850 wurde Schiefer über das Fachwerk genagelt. Juden und Christen lebten hier ohne Trennung Haus an Haus, Ghettos gab es keine. – Bummelt man gegen Mittag über die Gustav-Straße, Fürths Kneipenmeile, erklingt vom Rathausturm „Stairway to heaven“ von Led Zeppelin. Fehlt da nicht etwas? Ja, natürlich: das Bier! Gibt es aber wirklich überall, im „Grüner“-Brauhaus muss es allerdings ein Tucher Hefeweizen sein. Köstlich zum „Schäufele ofenfrisch“ – knusprigem Schweinefleisch mit Blaukraut.

Weihnachts-Wintermärchen in Rothenburg ob der Tauber

Bereits seit dem 15. Jahrhundert verwandelt sich Rothenburg ob der Tauber alljährlich zum Advent in ein Weihnachts-Wintermärchen. Hier, wo sich Burgenstraße und romantische Straße kreuzen, verbinden sich Sightseeing und Adventsfreuden in fußgängerfreundlicher Nachbarschaft. Zwei Besonderheiten hat das Städtekleinod von Natur aus zu bieten: den Mauerring und die romantischen Fachwerkhäuser mit Siebersturm am Plönlein und entlang der Schmiedgasse. Vor solcher Kulisse mundet auch hier, in der Weinbaustadt Rothenburg, „weißer“ Winzerglühwein zu altdeutschem Weihnachtsgebäck.

6.Reiterlesmarkt.jpg

Der Reiterlesmarkt von Rothenburg gilt als einer der schönsten in Franken

Die Auftritte des „Rothenburger Reiterle“, einer Figur aus mystisch grauer Vorzeit, gelten als Höhepunkte der Adventszeit. Und die glitzernde Weihnachtswelt in der Herrengasse muss man gesehen haben! Ob mit oder ohne Schnee, im Weihnachtsdorf der Käthe Wohlfahrt ist immer Bilderbuch-Winter: 30.000 der schönsten deutschen Weihnachtsartikel in festlicher Dekoration sind ganzjährig im Angebot – von 50 Cent bis zur ‚Spieldose der Welt‘ in limitierter Serie zu fast 2000 Euro. Kunstvollen Baumschmuck gibt es, Krippenfiguren, Rauschgoldengel und die wertvollen Pyramiden aus dem Erzgebirge gibt es Unikate hervorragender Künstler und Kunsthandwerker. Mittendrin öffnet sich die Himmelspforte; sie führt direkt in das Deutsche Weihnachtsmuseum: was für ein Erlebnis! Man läuft auf Sternenboden, schaut in blauen Himmel mit weißen Wolken, erfährt alles über Weihnachtsbäume, -schmuck und -bräuche vom späten 16. Jahrhundert bis in unsere Zeit. Ein Weihnachtstraum!

8.Historischer Baumschmuck.jpg

Zauberhafter Baumschmuck aus vergangener Zeit im Weihnachtsmuseum von Rothenburg

Draußen im Lichtermeer treibt einen kalter Wind in die prachtvolle St.-Jakobs-Kirche. Prunkstück des gotischen Baus ist der Heilig-Blut-Altar mit Szenen aus der Passions-geschichte – um 1500 von Tilman Riemenschneider geschnitzt. „Rothenburg hat auch jüdische Tradition. Heute noch stehen in der Judengasse 600 Jahre alte Häuser. Man spricht auch vom fränkischen Jerusalem“, erläutert Gästepfarrer Gussmann. Wird es Nacht, ruft der Nachtwächter zum Rundgang mit Hellebarde und Laterne durch Tore und düstere Gassen, Tore, über Plätze in diffusem Licht. Spannend und kurzweilig sind seine Geschichten über die Stadt und ihre Menschen im Mittelalter.

Ihr Kinderlein kommet – nach Dinkelsbühl

Was wäre Weihnachten ohne „Ihr Kinderlein kommet“? Das Lied ist im nahen Dinkelsbühl entstanden; Christoph von Schmid, Theologe, Erzähler und damals erfolgreicher Jugendschriftsteller hat im 18. Jahrhundert den Text verfasst, sein Komponist blieb unbekannt. Weihnachtsstimmung kommt auf, wenn das Lied durchs Münster St. Georg rauscht. Die mächtige, spätgotische Hallenkirche mit dem zu kurz geratenen romanischen Westturm steht im Schnittpunkt zweier mittelalterlicher Handelswege, Kern der Freien Reichsstadt Dinkelsbühl.

17.Saxophonistinnen.jpg

Diese kleinen Saxophonistinnen gehören zum Advents-Jugendorchester Dinkelsbühl.

Die Neugier auf die adventsgeschmückten, großen Fachwerkhäuser draußen vor der Kirche treibt die Besichtigung voran. Fünf prächtige Giebelhäuser, um 16. Jahrhundert erneuert, boten Kaiser Karl V. und Schwedens König Gustav Adolf eine standesgemäße Herberge. Ein Steinwurf weiter beeindrucken das einstige Lagerhaus „Schranne“ sowie das „Deutsche Haus“. Dessen reich dekorierte Fassade aus rotem Fachwerk soll eine der schönsten Süddeutschlands sein. Die historische Altstadt mit Mauerring und unzähligen Türmen zeigt sich nahezu unversehrt. Das haben die Bürger ihrem – bayrischen – König Ludwig I., dem Großvater des Romantikers und Schlösser-Sammlers Ludwig II., zu verdanken. „Es bleibt alles so, wie es ist“, war sein Credo und seine Allerhöchste Anordnung. Nichts durfte abgerissen oder verändert werden.

Die Leuchte folgen einem leuchtenden Stern. Der weist den Weg zum Weihnachtsmarkt im idyllischen Innenhof des Heilig-Geist-Spitals. Hier dreht sich vieles um Musik, Licht und wunderschönes Kunsthandwerk. Zwischen den Ständen begrüßt in Mitra und rotem Mantel mit weißem Rauschebart der Bischof-Nikolaus die Besucher. Auf der Bühne musizieren Kinder, spielen mal Besinnliches, mal Jazz. Dann endlich wieder die obligaten Bratwürstl, gebrannte Mandeln, noch einen Glühwein – das schmeckt auch dem Christkind und seinem Engel.

Text und Fotos: Katharina Büttel

Deutschland: Barrierefreie Weihnachtsmärkte in Erfurt und Magdeburg

Weihnachtsmarkt-Magdeburg-Foto-Andreas-Lander

Weihnachtsmarkt-Magdeburg-Foto-Andreas-Lander

Die Städte Erfurt und Magdeburg gehören zu den deutschen Vorreitern im barrierefreien Städte-Tourismus. Sie engagieren sich dafür, dass auch Menschen mit Behinderungen sowie Senioren und Familien mit kleinen Kindern zauberhafte Adventsmärkte genießen können.

Sie ist da, die schönste Zeit des Jahres. Erfüllt von Lebkuchenduft und Lichterzauber stimmen jetzt überall in Deutschland besinnliche Adventsmärkte auf das nahende Christfest ein. Man schaut, genießt und trifft sich zum Glühweinplausch. Für Menschen im Rollstuhl, mobilitätseingeschränkte Menschen und Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen wird der Besuch eines Weihnachtsmarktes jedoch oftmals zur Herausforderung. Enge Marktgassen, hohe Kabelbrücken oder Kopfsteinpflaster können unüberwindbare Barrieren darstellen. Diesen Anforderungen stellen sich die Veranstalter der Adventsmärkte in Erfurt und Magdeburg. Unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland engagieren sich die Städte und weitere Mitgliedsregionen dafür, ihre Weihnachtsmärkte für alle Menschen und alle Generationen zugänglich zu machen.

Erfurt: 164. Erfurter Weihnachtsmarkt

Das Ensemble aus Dom Sankt Marien und Sankt Severikirche thront majestätisch über dem Domplatz der thüringischen Landeshauptstadt. Es bildet die monumentale Kulisse für den Erfurter Weihnachtsmarkt. Stände mit Thüringer Rostbratwurst, Erfurter Schittchen (Stollen), Töpferwaren, Handwerkskunst und Christbaumschmuck reihen sich entlang der Marktgassen rund um die funkelnde Weihnachtstanne und 12 Meter hohe Weihnachtspyramide. Für Menschen im Rollstuhl sowie mobilitätseingeschränkte Gäste ermöglichen abgesenkte Bordsteine und eine ebene Pflasteroberfläche einen genussvollen Marktbesuch. Kabelbrücken sind niedrig gehalten und zwischen den Marktständen bieten außerordentlich breite Gassen reichlich Platz für alle. Toiletten und Parkplätze für Menschen mit Behinderungen befinden sich im Weihnachtsmarktbereich. Und wer anschließend die Erfurter Altstadt besichtigen möchte, die seit dem Mittelalter fast vollständig erhalten geblieben ist und als größtes Flächendenkmal Deutschlands gilt, kann den Altstadt-Bus mit Hebebühne und Stadtführer nutzen oder bei einer Stadtführung mit dem Weihnachtsmann oder Weihnachtsengel die Altstadt erkunden. Der Erfurter Weihnachtsmarkt ist bis zum 22. Dezember täglich geöffnet.

Weihnachtsmarkt-Erfurt-Foto-B-Neumann-ETMG

Weihnachtsmarkt-Erfurt-Foto-B-Neumann-ETMG

Magdeburg: Kinderfreundlichster Weihnachtsmarkt Mitteldeutschlands

Der Magdeburger Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt vor dem Rathaus lässt in diesem Jahr Kinderherzen besonders hoch schlagen. Denn der Weihnachtsmann hat hier ein neues Zuhause gefunden. Bis Heiligabend wird er ein eigenes Haus im erstmals errichteten Kinderdorf bewohnen. Man kann ihm zusehen, wie er mit seinen Wichteln telefoniert und den Wunschzettelbriefkasten leert. An manchen Tagen erzählt er Märchen am Kamin und verteilt Autogrammkarten. Magdeburg ist damit die erste deutsche Stadt mit einem Wohnhaus für den Weihnachtsmann. Zum Kinderdorf gehören auch ein Bastelhaus, eine Backstube und eine Märchengasse. Zudem bieten Karussells, eine Märcheneisenbahn, ein Riesenrad und eine Eislaufbahn reichlich Vergnügen für die Kleinsten. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkung ist der Markt über abgesenkte Bordsteine barrierefrei zugänglich. Zur Überwindung von Kabelbrücken wird jedoch eine Begleitperson empfohlen. Der Magdeburger Weihnachtsmarkt ist bis zum 30. Dezember täglich außer am 24. und 25. Dezember geöffnet.

 

 

Deutschland: Berlin feiert – Vor 25 Jahren fiel die Mauer

IMG_0336-Mauergedenkstätte Bernauer Straße

Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße

Rund um das historische Ereignis vom 9. November 1989 können Berliner und Besucher auf verschiedenen Stadtführungen Zeitgeschichte hautnah erleben.

Wer erinnert sich noch an die vielen Schicksale, dramatischen Begebenheiten, die sich an der Bernauer Straße in Bezirk Mitte nahe der Bornholmer Brücke abspielten? Damals und dort wurde Weltgeschichte geschrieben.

„Im Nieselregen standen wir, mein Sohn und ich, gegen 23 Uhr auf der leeren Brücke im Westbezirk Wedding, als sich endlich, langsam, das eiserne Tor auf der Ostseite öffnete: ein, zwei Menschen zwängten sich durch; ängstlich ihre Gesichter, ungewiss, was mit ihnen nun geschehen würde. Dann kamen sie, drängten nach, Hunderte, Tausende – ich habe schon wieder eine Gänsehaut“, erzählt eine Zeitzeugin, während wir mit dem Stadtführer Stefan Danziger von GetYourGuide vom Mauer-Pavillon die Bernauer Straße entlang zur Oderberger Straße wandern. Und dann? Die Gruppe bleibt stehen: „Wir waren überwältigt, emotional überfordert; das Gefühl der Befreiung trug uns und schüttelte uns. Die Menschen weinten, lachten, umarmten sich, sangen. Kerzen wurden angezündet, bunte Blumensträuße überdeckten die Trabis; „these funny little cars“, jubelte die Frau aus London neben mir unter Tränen. Sektkorken knallten. Freunde und Fremde, alle küssten und drückten sich, fassten sich an den Händen. Das war ein Moment für die Ewigkeit“. Die Stimme der Berlinerin wird leise, flattert.

1.Mauerfall.jpg

Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße

„So eindringlich kann ich Euch den Moment des Mauerfalls leider nicht schildern, ich war zu jung. Einige Schauplätze aber, die sich ins Gedächtnis und in die Geschichtsbücher eingebrannt haben, sehen wir auf unserer einstündigen Tour in kurzen Abständen“, erklärt der 31-Jährige mit dem Charme einer echten Berliner Schnauze. Mit viel Wissen, auch anschaulich mit historischen Fotografien unterlegt, erzählt er – voller Ernst und unterhaltsam zugleich – von den Schicksalen, die einzelnen Menschen nach dem Mauerbau am 13. August 1961 hier widerfahren sind.

„Zum Beispiel Else: die alte Frau, die aus Verzweiflung über die plötzliche Trennung von ihren Verwandten aus dem Fenster ihres Hauses direkt an der Bernauer Straße ins rettende Feuerwehrtuch auf der Westseite springt – und doch den Tod findet“. Oder der NVA-Soldat Conrad Schumann, der während seiner Kontrollgänge an der Mauer zwei Stunden lang seine Flucht im Kopf durchspielte, vor Nervosität eine Zigarette nach der anderen rauchte; immer wieder mal den Stacheldraht neben ihm heimlich niederdrückte – und dann in Uniform, Stahlhelm und Stiefeln mit seinem spontanen „Sprung in die freie Welt“ das Jahrhundertfoto lieferte. Oder die mutigen Tunnelbauer, die sich gerade hier immer neue Tricks einfallen lassen mussten, um an ihren unterirdischen „Bauwerken“ arbeiten zu können, ohne entdeckt zu werden. „Die Jungs konnten keine Sandberge hintereinanderauftürmen. Sie trugen unentwegt Tüten und Taschen mit dem abgetragenen Erdreich – zur Tarnung zugedeckt mit Äpfeln und Birnen – heimlich weg. Und das, je nach Beschaffenheit der Tunnel, zum Teil über zwei Jahre hin“. Doch auch bei dieser „Mauerüberwindung“ haben DDR-Bürger ihr Leben verloren oder wurden gefasst und saßen später über Jahre wegen Republikflucht hinter Gefängnismauern.

IMG_0322

Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße

Die traurige Geschichte des Chris Gueffroy, der das vorletzte Todesopfer der Honecker-Diktatur an der Berliner Mauer war, der letzte, der durch Schusswaffen ums Leben kam, erzählt Stefan mit leiser Stimme. Sein Schicksal ist besonders tragisch: Chris hörte von einem befreundeten Grenzer, dass der Schießbefehl am Todesstreifen aufgehoben worden sei. Dieses Signal ließ ihn die Flucht wagen. Er hatte es fast geschafft, war sozusagen mit einem Bein schon im Westen, aber die Soldaten waren schneller – und schossen ihn gnadenlos nieder. Sie haben Chris die Freiheit nicht gegönnt.

Wer mehr über Berlin zur Zeit des Mauerfalles, und zwar aus erster Hand, erfahren möchte, dem bietet GetYourGuide eine private, nicht ganz alltägliche Tour an: mit einem Zeitzeugen als Guide. Mit ihm taucht der Besucher in das geteilte Berlin ein, erfährt viel über Leben und Alltag in der DDR und besucht weitere Schauplätze der Geschichte, wie Mauerpark und Nordbahnhof mit der neuen Installation „Aktenmauer“ des Berliner Künstlers Ben Wargin.

Katharina Büttel

IMG_0341-Mauergedenkstätte Bernauer Straße

Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße, Maueropfer

IMG_0328-Mauergedenkstätte Bernauer Straße

Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße

IMG_0339-Die doppelte Pflasterreihe

Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße, doppelte Pflastersteinreihe

Deutschland: Familienurlaub im Fichtelgebirge

Mountainbike am Ochsenkopf , Tourismus GmbH Ochsenkopf

Mountainbike am Ochsenkopf

Ein Urlaubsort für alle – für Groß und Klein, Jung und Alt – gibt es das überhaupt? Es sieht ganz danach aus. Petra Keidel-Landsee hat die Ferienregion Ochsenkopf mit Oma, Opa, Mann und Kind bereist. Ihr Urteil: Das Fichtelgebirge ist für Familien wie geschaffen.

Schöne Aussicht
Die erste Hürde ist geschafft; Oma Nora ist ganz begeistert von unserem Urlaubsdomizil, dem Landhaus Preißinger in Warmensteinach im Fichtelgebirge. “Selbst die Obermutter der Nation, Helga Beimer, war hier schon“, verrät mir meine Mutter und zeigt auf die Fotos im Entree des Drei-Sterne-Hauses, die davon zeugen, dass hier eine Folge der Kultserie gedreht wurde.

Landhaus Preissinger

Landhaus Preissinger

Herzlich empfängt uns die Wirtsfamilie gleich bei der Ankunft mit einem kleinen Umtrunk. Wir relaxen in den Korbmöbeln auf der riesigen Gartenterrasse und genießen die fantastische Aussicht. Weit schweift der Blick über dunkle Wälder hinüber zur tschechischen Grenze und zum Ochsenkopf mit seinem markanten Asenturm.

Jagen und Wandern
Am nächsten Tag ist der 1.024 Meter hohe Ochsenkopf unser Ziel, „der Erlebnisberg für die ganze Familie“, wie es im Prospekt heißt. Erst einmal gehen wir am Fuße des Südhangs mit Pfeil und Bogen auf die Pirsch. Man muss schon genau schauen, um die lebensgroßen Tierattrappen aus Schaumstoff im dichten Wald zu finden.

Der Hirsch ist erlegt

Der Hirsch ist erlegt

“Ich hab den Hirsch“, freut sich Oma, spannt den Bogen und zielt. Doch unser Nachwuchs ist schneller und genauer. Exakt trifft er das runde Schwarz in der Mitte, während Omas Pfeil noch durch die Luft surrt. Beim 3-D Bogenschießen im Outdoorpark Oxsenkopf macht nicht nur Opa, sondern selbst den Kindern das Wandern Spaß.

Auf zum Klettern

Nach erfolgreicher Jagd und einer kleinen Stärkung nehmen wir den angrenzenden Kletterwald ins Visier. “Das ist nichts für mich“, meint Oma und macht es sich mit ihrem Buch in der Sonne gemütlich. Opa Wastl bleibt bei uns. Etwas skeptisch schaut er im Kletterwald nach oben. Schließlich baumeln nicht in jedem Wald ein Bobby Car, Bierbänke, Holzfässer oder ein Schlitten in mehreren Meter Höhe.

Kletterwald Oxenkopf

Ab in die Tonne im Kletterwald Oxenkopf

Opa und ich bleiben lieber am Boden, während sich der Nachwuchs und mein Mann in die Sicherheitsvorkehrungen einweisen lassen, bevor es auf den Parcours in luftiger Höhe geht. “Papa, du wirst mich jetzt beneiden, dass ich kleiner bin als Du“ trumpft unser Sohn auf, während er mit dem Bobbycar souverän über den schmalen Steg fährt, derweil sich mein Mann langsam durch die Tonne robbt.

Kreationen aus Wildkräutern
Zum Abendessen treffen wir uns alle im Gasthof “Deutscher Adler“ in Bischofsgrün. Der heilklimatische Kurort bildet zusammen mit den Gemeinden Warmensteinach, Fichtelberg, und Mehlmeisel die Erlebnisregion Ochsenkopf. Interessiert studiert unser Sohn Valentin die Speisekarte und frägt skeptisch: “Kann man Schlangenknöterich wirklich essen?“ Mit einem verschmitzten Lächeln kommt Chefkoch Thomas Puchtler an unseren Tisch und hält ihm die Vogelmiere mit ihrem langen Schopf unter die Nase. “Das ist der Punker unter den Wildkräutern.“ “Riecht nach Pilzen“, sagt Oma und beißt genüsslich in die längliche Dolde des Spitzwegerichs. Wir lassen uns die Schweinelendchen mit Vogelmiere, Saibling in Schlangenknöterich und Holunderblüteneisgugelhupf zum Nachtisch bestens munden. Nicht nur im Deutschen Adler wird mit Wildkräutern gekocht. Mehr als zehn Wirte der Region bieten kulinarische Reisen durch den Kräutergarten an.

Sicher am Seil
Am nächsten Morgen brechen wir wieder zum Ochsenkopf auf. Denn meine Männer haben sich zu einem Adrenalinkick zwischen Himmel und Erde entschieden: Der längste Zipline-Park Deutschlands steht auf unserem Programm.

Rein in die Gurte im Ziplinepark

Rein in die Gurte im Ziplinepark

Die Guides Tim und Tina führen die angemeldete Gruppe in die Sicherheitsvorkehrungen ein. Alle werden mit Sicherheitsgurten und Handschuhen ausgestattet. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir die erste Plattform auf halber Höhe im Südhang des Ochsenkopfs. Ich behalte zusammen mit Oma lieber die Bodenhaftung. Mir wird schon vom Zuschauen schwindlig, als ich meinen Mann, Opa und Sohn in rund zwanzig Meter Höhe durch die Lüfte sausen sehe. Insgesamt elf Zwischenstopps mit Plattformen in den Baumkronen dienen zum Umhängen zur nächsten Ziplinebahn. Auf fünf von ihnen geht es bei den so genannten Base-Jumps, den seilgesicherten Absprüngen, bis zu 22 Meter in die Tiefe. Die längste der insgesamt 2.200 Meter langen Seil-Strecke ist rund 400 Meter lang. “Ich fliege“, ruft mein Sohn begeistert und sogar Opa hat leuchtende Augen, als er wieder landet.

 

Fertig zum Absprung

Fertig zum Absprung

Mountainbiken im Fichtelwald
Direkt beim Zipline-Park befindet sich auch das Bullheadhouse, der Treffpunkt für Biker. Dort leihen wir uns alle bis auf Oma Mountainbikes aus. Dank des Sessellifts mit Fahrradhaltern schweben wir bequem von der Talstation Süd in Fleckl hinauf auf den Ochsenkopf. Rund zwei Kilometer geht es durch den mystischen Fichtelwald mit den wie von Riesenhand hingeworfenen und mit Moos bewachsenen Granitformationen. Opa und ich wählen die leichte Route, während Vater und Sohn die Herausforderung auf der anspruchsvolleren suchen.
Nach so viel Action lassen wir es am nächsten Tag gemütlicher angehen. Wir besuchen das Waldhaus Mehlmeisel. Hier haust Hansi, der streichelbedürftige Hirsch samt Artgenossen im Wildgehege. Rund um das Waldhaus gibt es auf dem Erlebnispfad jede Menge Holz, nicht nur in Form von Bäumen, die in den Himmel wachsen. Groß aufgeschichtet befindet sich ein Ster Holz, damit man sich unter dieser Größenordnung auch was vorstellen kann. Aber wir erfahren hier auch, welche Spuren ein Luchs hinterlässt und auch sonst noch jede Menge über das Öko-System Wald.

Mit Kettcars ins Tal
Zum Abschluss unserer Familienreise unserer ruft noch einmal der Berg; diesmal jedoch der Geiersberg bei Oberwarmensteinach. Familie Nickl hatte die witzige Idee, ihren Schlepplift im Sommer umzufunktionieren.

Downhill mit dem Kettcar

Downhill mit dem Kettcar

Wir nehmen in den großen Kettcars mit luftgefüllten Reifen Platz. Das Lenkrad der so genannten Dèvalkarts wird in den Schlepperbügel eingehängt und schon zuckeln wir bequem den Berg hinauf. Von dort sausen wir ohne störenden Motorenlärm über Stock und Stein den Hügel hinunter und lassen uns den Wind um die Nase wehen.
Schnell geht unser letzter Urlaubstag zu Ende. Und eines ist sicher, wir kommen wieder. Schließlich gibt es im Fichtelgebirge noch so vieles zu erkunden, wie etwa den Echowaldweg, den Geopark oder das Felsenlabyrinth.

Petra Keidel-Landsee

 

Deutschland: Hessens Brauereien, Keltereien und Winzer

Kelterer_(c) Odenwald Gasthaus e.V.

Kelterer_(c) Odenwald Gasthaus e.V.

In Hessen befindet sich nicht nur eines der berühmtesten Weinanbaugebiete Deutschlands – der Rheingau – sondern auch die Heimat des Apfelweins und verschiedener Biersorten. Ob einmal selber keltern, sein eigenes Bier brauen oder im Weinfass übernachten, es gibt viele Möglichkeiten für Neugierige

Kelter-Tour auf der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute

Die Landschaft zwischen Main und Taunus wird seit Jahrhunderten von Streuobstwiesen geprägt. Diese sind die Grundlage für das hessische Nationalgetränk – den Apfelwein. Bei der 12. Kelter-Tour auf der hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute erleben Gäste am Sonntag, den 21. September 2014 zwischen 11 und 18 Uhr nicht nur naturbelassene Streuobstwiesen, Lehrgärten und Lehrpfade, sondern haben auch die Möglichkeit, an verschiedenen Stationen Apfelwein selber zu keltern. Neben „Stöffche“-proben und Geschichten rund um den Apfelwein wird an jedem Standort auch ein buntes Programm für die kleinen Besucher angeboten, das für Unterhaltung und gute Laune sorgt.

Die Welt des Hochprozentigen: Schlitzer Destillerie im Vogelsberg

Liebhaber von Hochprozentigem genießen Brände, Schnäpse und Liköre bei einer Gruppenführung durch die Schlitzer Destillerie im Vogelsberg mit allen Sinnen. Bei dem zweistündigen Rundgang sehen sie die Kornbrennerei, die Grundstoffdestillation, den Lagerkeller und die Edelobstbrennerei und erfahren Wissenswertes über die Welt der Destillerie. Im Anschluss haben die Teilnehmer die Möglichkeit, die 31 verschiedenen Spirituosen zu kosten und sich ausgewählte Andenken mit nach Hause zu nehmen. Die Mindestteilnehmerzahl für die Führung beträgt 15 Personen und kostet fünf Euro pro Teilnehmer, abends und an Samstagen sechs Euro pro Person.

Wirtshauskelterer im Odenwald: Keltereiführungen und Apfelweinprobe

Dem hessischen Nationalgetränk auf der Spur: Apfelweinfans haben die Möglichkeit, bei einer Führung mit Apfelweinprobe hinter die Kulissen von zwei Odenwälder Wirthauskeltereien zu schauen. Im Hotel-Restaurant Dornröschen in Höchst-Annelsbach wird die Herstellung des Apfelweins erklärt und die Teilnehmer verkosten verschiedene sorten- und lagenreine Weine. Die Führung inklusive Weinprobe ist nach Vereinbarung für zehn Euro pro Person buchbar. Im Odenwald-Gasthaus Johanns Stuben in Reichelsheim lernen Gäste bei der „Odenwälder Apfelweinprobe“ verschiedene Apfelweinspezialitäten kennen. Das Angebot inklusive Odenwälder Vesper kostet 19,90 Euro pro Person und ist ab 15 Personen auf Anfrage buchbar.

„Hopfen und Malz“: Zu Gast im Brauhaus Castel in Wiesbaden

Ob Maibock, Narren-Pils oder auch der Doppelbock „Castelator“ – die kleine Wiesbadener Brauerei Castel lässt keinen Anlass aus, um ihr eigenes Bier aus ausgewählten Zutaten herzustellen. Auch Gäste haben hier die Möglichkeit, ihr eigenes Getränk zu brauen. Wiesbaden-Besucher können die Brauerei beispielsweise im Rahmen des Programms „Hopfen und Malz“ erleben. Das Paket enthält eine Brauereiführung, eine Bierprobe sowie eine Vesper, kostet 11,50 Euro pro Person und ist für Gruppen ab zwölf Personen auf Anfrage buchbar.

Bier selber brauen: Hessens einziges Brauereimuseum mit Brauwerkstatt

Im Brauereimuseum im nordhessischen Malsfeld erleben Liebhaber des Hopfensafts Braukultur und alte Traditionen hautnah, denn sie können hier ihr eigenes Bier herstellen. Bei thematischen Führungen unter dem Motto „Brauereikultur zum Anfassen und Schmecken – erleben mit allen Sinnen“ oder einem „Vier-Bier-Menü“ mit nordhessischen „Häpperchen“ lernen Besucher alles rund um das alkoholische Lieblingsgetränk der Deutschen. Das Brauereimuseum hat von April bis Oktober immer sonntags und Feiertags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Gruppenführungen (ab zehn Personen) können nach Absprache durchgeführt werden.

Kirschenstadt Witzenhausen: Likör aus heimischem Obst brennen

Wie viel Zucker gehört in den Likör? Was bedeutet Sprit oder mazeriert? Dies und noch weitere spannende Fakten lernen Interessierte bei einem Likörseminar in der Manufaktur „Witzenhäuser Spezialitäten“ im Witzenhäuser Stadtteil Kleinalmerode in Nordhessen kennen. Hier stellen die Teilnehmer ursprüngliche Liköre nach alten Rezepten her und dürfen anschließend den abgefüllten und etikettierten Likör mit nach Hause nehmen. Das Seminar ist nach Vereinbarung buchbar und kostet zwölf Euro pro Person (ab zehn Personen). Bei einer Plantagenwanderung mit Verkostung werden die Teilnehmer direkt in den Kirschplantagen edlen Tropfen verwöhnt. Die rund zweistündige Tour kostet sechs Euro pro Person.

Bensheim im Zeichen des Weins: „Bergsträßer Winzerfest“

Vom 6. bis zum 14. September 2014 heißt es beim traditionellen Bergsträßer Winzerfest in Bensheim wieder rund 160 Weine aus allen Bergsträßer Weinlagen genießen und die Winzer persönlich kennen lernen. Weine, Perlwein und Sekt – neun Tage wird auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone sowie in Winzerhöfen, Straußwirtschaften und Weinlokalen zünftig gefeiert. Darüber hinaus bilden der Winzerfestumzug am ersten Sonntag mit aufwendig geschmückten Wagen, Musikkapellen und Folkloregruppen sowie das Brillantfeuerwerk am letzten Samstag des Winzerfests ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Übernachten im Weinfass: Hotel Lindenwirt in Rüdesheim am Rhein

Nicht nur für Weinliebhaber ist die Übernachtung in einem echten Weinfass eine Besonderheit. Die sechs Fässer des Hotels Lindenwirt, die einst zur Weinlagerung dienten, wurden in den 1970er-Jahren zu kleinen Hotelzimmern ausgebaut. Heute befinden sich in ihnen jeweils zwei Betten mit einer Länge von 1,85 Meter. Darüber hinaus verfügt jedes Weinfass über ein „Wohnzimmerchen“ mit TV und ein komfortables, helles Badezimmer mit Dusche, WC und Waschbecken. Buchbar ist das Weinfass ab 37 Euro pro Peron im Zweibettzimmer inklusive Frühstücksbuffet.

Deutschland: Lassaner Winkel – eine Welt mit Himmelsaugen

K800_Lassan (2)

Man erzählt sich, Wolf Biermann habe in Lassan vor langer, langer Zeit sein Segelboot von einem Schiffsbauer aufpolieren lassen. Aus dieser Verbundenheit heraus ist die „Ballade von der alten Stadt Lassan“ entstanden.

„Am Peenestrom, am Peenestrom / Da liegt ein Wrack aus Holz und Stein / Seit fünf mal hundert gleichen Jahrn / die alte Stadt Lassan / Die Stadt liegt da auf Grund und träumt / Und kommt nie los und wird nicht flott…“
Biermann frühe Prophezeiung hat sich bewahrheitet. Bis heute ankert Lasssan am Ufer der Peene. Und, was man leider auch sagen muss: Es ist noch immer nicht viel los in diesem städtischen Landflecken. Keine verruchte Nachtbar, keine Disco, ja nicht einmal ein heiß vor sich hinsprudelndes Thermalbad gibt es in der tiefen ostpommerschen Provinz. Andererseits kann, wer möchte, sich von Singvögeln wecken lassen, Fischadler bei der Jagd beobachten oder seltene Orchideenarten studieren. Wer also einen stillen Urlaub sucht, Rücksprache mit der Natur, die Besinnung auf sich selbst, der ist im Lassaner Winkel genau richtig.
K800_Lassan (19)Schön ist es hier. Weit liegt das Land unter dem hohen Himmel. In sanften Schwingen breitet sich die Erde aus. Gelb und riesig stehen die Getreidefelder. Einige reichen bis an den Horizont. Man glaubt die Krümmung in der Erdoberfläche zu sehen. Eingestreut in dieser offenen Landschaft liegen lichte Wälder, Obstwiesen, Dörflein mit freilaufendem Federvieh und Himmelsaugen. So nennen die Einwohner die kleinen eiszeitlichen Sölle, die Teiche, in denen sich die Sonne spiegelt.
Die Peene, ein norddeutscher Fluss, der 136 km lang von Mecklenburg nach Vorpommern fließt, hat im Lassaner Winkel ein unverwechselbares, (noch) ungezähmtes Landschaftsbild geschaffen. Eine amtliche Inventur ergab, dass hier mittlerweile 750 Farn- und Blütenarten heimisch sind, von denen rund 180 landesweit als gefährdet gelten. So die Trollblume, das Preußische Laserkraut, Mehlprimeln, Fliegen-Ragwurz, die Prachtnelke, Sumpf-Sitter oder das Ostsee-Knabenkraut. Die Schilfgürtel des Flusses sind Heimat vieler kleiner Tiere. In den Peenewiesen brütet der Kranich, See-, Schrei- und Fischadler jagen hier, Störche, Graureiher, Höckerschwäne, Blessgänse sowie zahlreiche andere seltene Wasservögel.

K800_Schwanentanz (11)Mehr als 160 Brutvogelarten sind erfasst, Tüpfelsumpfhuhn, Wachtelkönig, Uferschnepfe, Rohrdommel,, Bekassine, Weißbartseeschwalbe, wer kennt heute noch die Namen?
Das zivilisatorische Zentrum dieser paradiesischen Landschaft ist Lassan, die kleinste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Nur 1400 Menschen leben in ihr. Der Stadtname ist slawischer Herkunft. Er bedeutet so viel wie „Waldbewohner“ oder „Ort im Wald“. 1136 wurde die Fischersiedlung erstmals urkundlich erwähnt. 1274 erhielt sie vom Pommernherzog Barnim I. das Stadtrecht. Einen Steinwurf weit von der Insel Usedom entfernt gelegen, entwickelte sich der Ort schnell zu einer passablen Bleibe. Die Fischerei war über Jahrhunderte hinweg das Rückgrat der Stadt.
Lassan siedelt auf einem langen, schmalen Moränenhügel, der gerade einmal Platz für zwei Straßen und vier Häuserzeilen bietet. Das markanteste Ausrufezeichen dieser Kleinstadtidylle ist die St. Johannis-Kirche, ein imposantes Gotteshaus aus Feld- und Backsteinen, dessen älteste Teile aus dem 13./14. Jahrhundert stammen.

K800_Lassan (17) Der mächtige, 57 Meter hohe Kirchturm, auf dem eine barocke Haube sitzt, war von alters her den Seeleuten ein sicherer Wegweiser in den Lassaner Hafen. Umrahmt wird die Kirche von kleinen Häuschen im Fachwerkstil, von denen sich viele durch prächtige Haustüren auszeichnen. Bis ins 20. Jahrhunderts hinein gab es in Lassan holzverarbeitendes Gewerbe. Von den damals 2000 Bürgern hatten zehn Prozent etwas „mit Holz zu tun“. Arbeiteten als Tischler, Holzbildhauer und Drechsler. Die „Lassaner Türen“ sind Zeugen dieser kreativen Zeit und zu einem stehenden Begriff geworden. Der berühmteste Sohn der Stadt ist der mittelalterliche Maler und Bildhauer Bernt Notke (1435-1509), der als Lübecker Bildhauer und Maler in die Geschichte einging. Ein Denkmal am Hafen erinnert an ihn.
K800_Lassaner Türen (1)Doch auch von heutigen Kulturtaten ist zu berichten. Eine wahre Revolution löste im Jahre 2000 die Gründung der Theatergruppe „Sinnflut“ durch kunstbegeisterte Lassaner Bürger aus. Geweckt hatte die Spielfreude der Gemeindepfarrer Phillip Graffam. Von dem Zugereisten stammt das Wort von den Menschen im Lassaner Winkel, die wie ein „Lanz Bulldog“ wären. Auch diese alten Traktoren, meinte er, mussten erst „vorgeheizt werden“, bevor der Motor ansprang. War er aber einmal am Laufen, dann konnte ihn nichts mehr halten. Das Theater konnte zwar die Realität aus Arbeits- und Hoffnungslosigkeit nicht ändern, aber es fegte (zumindest teilweise) die schlechte Laune weg, brachte wieder Leben „in die Bude“, in die von der Wende gebeutelte alte Stadt Lassan. Gespielt wurde und wird alles, was Sinn macht. Vom Krimi übers Krippenspiel bis hin zu Sketchprogrammen. Die Anschrift der Enthusiasten lautet übrigens: www.theater-lassan.de.

Text und Fotos: Bernd Siegmund

Barrierefrei reisen: Grenzenloses Urlaubsgefühl an der Nordsee

PM_barrierefreier_Nordseeurlaub - MARTIN ELSEN/ Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH

 

Die niedersächsische Nordsee versteht sich als Urlaubsregion für alle Gäste − ob mit oder ohne Handicap.
Die Anreise zum Urlaubsort ist für Menschen mit Handicap oftmals eine Herausforderung. An der niedersächsischen Nordsee ist der Reiseweg behindertenfreundlich ausgelegt. So startet ein Inselurlaub auf Borkum mit einer entspannten Fährüberfahrt mit der Reederei AG „EMS“: Ebenerdig gelegene Einrichtungen, stufenlose Gangways und der Gepäckservice der Reederei erleichtern den Urlaubsstart.
Wer nicht auf Luxus verzichten möchte, quartiert sich in das komfortable Vier-Sterne-Hotel COLUMBIA in Wilhelmshaven ein. Die speziell auf Rollstuhlfahrer ausgerichteten Zimmer mit Ausblick auf den Banter See sind ganz auf die Bedürfnisse gehandicapter Gäste angepasst. Die Einrichtung der Badezimmer ist barrierefrei angelegt und kann bequem auf individuelle Wünsche angepasst werden. Eine Verbindungstür zum nebengelegenen Zimmer bietet sich ideal für Begleitpersonen an.
Zahlreiche Kulturangebote finden in barrierefreien Veranstaltungsherbergen statt: Zahlreiche Museen in Cuxhaven, die Kulturinsel auf Borkum und das Deutsche Luftschiff- und Marinefliegermuseum „Aeronauticum“ in Nordholz sind nur einige Beispiele für rücksichtsvoll aufgebaute und leicht zugängliche Lokalitäten. Im Freizeitbad „Gezeitenland“ auf Borkum sind Sauna- und Wellnessdeck problemlos über Rampen erreichbar. Die Nordseetherme Bensersiel verfügt über einen mobilen Lift, mit dem Rollstuhlfahrer in jedes Becken gelangen.
Der einmalige Ausblick auf das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer befreit und verleiht neue Kraft für den Alltag − mit den „Wattmobilen“ ist dies auch für gehbehinderte Urlauber möglich. Diese speziellen Wagen mit drei breiten Rädern ermöglichen denjenigen, die nicht so gut zu Fuß sind, das Watt zu erkunden. Schlickige Erkundungswanderungen sind so etwa an der Wurster Nordseeküste, in Butjadingen und im Wangerland kein Problem mehr.
Auf Norderney wird Rollstuhlfahrern Abwechslung pur geboten: Das Baden im Meer stellt mit dem kostenfreien „Ballonrollstuhl“ kein Problem mehr dar, denn das Mobil kann direkt vom Strand ins Wasser gefahren werden. Noch mehr Mobilität erlaubt das „cad.weazle“: Das aufladbare Gefährt speist seine Energie durch eine Batterie, die an ein Solarsonnendach gekoppelt ist, und bietet gleichzeitig Schutz vor Sonne und Regen.

Deutschland: Gentle Running

aaa

Die Kunst der Bewegung mit Wim Luijpers im artepuri med Gesundheitszentrum entdecken

Joggen wird von Anfängern oftmals als anstrengend empfunden – irgendwie geht es nicht richtig voran, und der Spaßfaktor hält sich in Grenzen. Der Grund dafür liegt in den meisten Fällen am Laufstil. Körpervorlage, Beinarbeit sowie der dynamische Beckeneinsatz sind entscheidend, sich nicht selbst auszubremsen. Diesem „Selbstbremsen“ kann mit der Feldenkraismethode entgegengewirkt werden. Wie das genau funktioniert, zeigt vom 2. bis 5. Oktober 2014 Wim Luijpers: Dann ist der Laufexperte wieder zu Gast im artepuri® med Gesundheitszentrum in Binz auf Rügen.

Das sogenannte „Gentle Running“-Konzept – entwickelt von Wim Luijpers – bildet die Grundlage für das viertägige Laufseminar. Es fußt auf den Erkenntnissen des israelischen Forschers Dr. Moshé Feldenkrais und stellt die Beziehungen zwischen unserem Denken, dem Einsatz unserer Körperdetails und der optimalen Qualität unserer Bewegungen in den Fokus. Feldenkrais ging davon aus, dass ein Mensch nach dem Bild handelt, welches er von sich selbst macht. Dieses Bild („self image“) ist seiner Überzeugung nach teils ererbt, teils anerzogen und kommt darüber hinaus durch Selbsterziehung zustande. Wenn jemand danach strebt, sein Handeln zu ändern, muss er selbst dieses „self image“ variieren bzw. erweitern.

Wim Luijpers Maxime lautet daher: „Gentle Running schafft Bewusstsein. Es ist der perfekte Einstieg in ein neues Laufen mit Körper, Geist und Seele.“ Ob Anfänger, Gelegenheitsjogger oder Profi – das Seminar am Binzer Ostseestrand richtet sich an ambitionierte Läufer aller Leistungsklassen.

Sein Wissen vermittelt der Laufexperte niederländischer Herkunft auch in seinem neuen Bestseller „GEHEN – die Medizin des 21. Jahrhundert“.

Das mit dem Upstalsboom Hotel meerSinn im Ostseebad Binz auf Rügen kooperierende artepuri® med Gesundheitszentrum zählt zu Deutschlands führenden Oasen für ganzheitliches Wohlbefinden und Medical Wellness. Bewusstsein für ein gesundes Leben zu schaffen und die Selbstheilungskräfte seiner Gäste zu stärken – dies ist das Ziel des artepuri® med Gesundheitszentrums. Auf 800 Quadratmetern bietet ein breitgefächertes Spezialisten-Team aus Medizinern, Physiotherapeuten, Heilpraktikern, Sport-wissenschaftlern, Masseuren und Osteopathen ganzheitliche und individuell zugeschnittene medizinische Leistungen auf höchstem ästhetischem Wohlfühlniveau. Das Team arbeitet und handelt nach der Philosophie von Dr. med. Alex Witasek, ärztlicher Berater und geistiger Vater von artepuri®, der ein innovatives Gesundheitskonzept entwickelte, welches Erfahrungen der Natur mit dem Wissen der Medizin vernetzt und die Fähigkeit des Körpers zur Selbstregeneration in den Fokus stellt. Von diesem Konzept ist auch die österreichische „Agentur für Gesundheit & Wellness“ überzeugt und verlieh dem Vier-Sterne Superior Bio-Vitalhotel bereits zum dritten Mal den European Health & Spa Award in der Kategorie ‘Best Medical Spa’.

Deutschland: Reiseservice für Senioren und Menschen mit Behinderung

 loving senior couple on beach

Die Leipziger Reiseagentur Ettlich hat sich auf die Organisation von seniorengerechten und barrierefreien Tagesausflügen und Urlaubsreisen spezialisiert. Zentrale Anliegen sind die Integration gehandicapter und hilfebedürftiger Menschen in die Gesellschaft, die Verbesserung ihrer Lebensqualität sowie der Abbau von Ängsten, Unsicherheiten und Skepsis auf Reisen.

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen, Verbänden, Vereinen und der IHK Leipzig. Außerdem werden in sozialen Einrichtungen wie der Arbeiterwohlfahrt, Volkssolidarität, DRK, ASB oder Diakonie Infoveranstaltungen durchgeführt.

Kunden werden von der Erstberatung, der Buchung, diversen Vorbereitungen auf den Ausflug oder die Reise bis nach der Reise betreut. Wenn notwendig, werden examiniertes Pflegepersonal oder Begleitpersonen für die Kunden organisiert.

Das Programm der Reiseagentur Ettlich reicht von einer barrierefreien Stadtrundfahrt mit Reiseführer – auch in Gebärdensprache – über einen Nachmittagsausflug und Tagesfahrten an beliebte barrierefreie und seniorengerechte Ziele bis hin zu Urlaubsreisen ins Ausland.

Für Tagesausflüge werden geeignete Ausflugsziele recherchiert, damit auch Rollis mitfahren können. Über Partnerunternehmen stehen behindertengerechte Busse mit Hebebühne, Rampe und Lift für festsitzende Rollstuhlfahrer zur Verfügung.

Die Leistungen der Agentur beinhalten immer einen Haustür- und Gepäckservice. Kunden werden stets abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Für Urlaubsreisen wurde eine Vielzahl von barrierefreien Hotels ausgewählt, die auf unterschiedliche Grade der Behinderung eingerichtet sind. Kurzum, Kunden werden von der Urlaubsplanung bis zur Rückreise zuverlässig betreut. Wenn nötig, beinhaltet dieser Komplett-Service auch eine Beratung beim Kunden.

Ettlich_Logo_rgb

Einige ausgewählte Angebote im Jahr 2015:

Am 26.3. führt eine Tagesfahrt für Senioren in Zusammenarbeit mit Geißler Reisen zur Kamelienblüte auf Schloss Pillnitz.

Vom 20.4. bis 25.4. geht es für Senioren, ebenfalls mit Geißler Reisen, mit dem Bus nach Rügen. Unter dem Motto fit und vital werden Kreideanwendung, Massage, Walking, Strandgymnastik und Aqua-Rhythmik angeboten.

Reisen für Menschen mit Behinderung werden unter anderem mit den Veranstaltern Runa-Reisen, Accamino-Reisen und Eberhardt-Rolli-Reisen durchgeführt. Angeboten werden auch Reisen für Gehörlose und ärztlich begleitete Reisen. Barrierefreie Hotels gibt es z. B. in Koblenz, Buckow, Kühlungsborn, Bad Herrenalb, im Salzburger Land und im Sauerland.

Dr. Christian Nowak und Dr. Peter Müller

Deutschland: Knie-Active im Schwarzwald

Knie_Active

Ganzheitliches Regenerationsprogramm bei Knie-Arthrose ohne OP

„Wenn’s zwickt, ist es noch nicht zu spät!“ – Das neue Regenerationsprogramm Knie-Active schafft Linderung bei Knie-Arthrose ohne Operation. Vom 16. bis 19. Oktober 2014 bietet Bad Wildbad gezieltes Training und Umstellung der eigenen Sport- und Ernährungsgewohnheiten gegen die häufigste Gelenkerkrankung und verbreitete Volkskrankheit. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Forschung im Enztal entstand die Kooperation aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Gesundheitszentrum TRIMEDIC und der Touristik Bad Wildbad GmbH.

Die Knie-Active-Pauschale beinhaltet unter anderem eine exklusive Knie-Bewegungs- und Belastungsanalyse mittels Bewegungskoordinationsmessung im BioMotion Center des KIT, individuelle therapeutische und ernährungstechnische Beratungen sowie eine maßgeschneiderte Knie-Arthrose-Schulung mit Training und deren praktischer Umsetzung für Zuhause.

Bad Wildbad steht mit seinen über 10.000 Jahre alten Thermalquellen seit Jahrhunderten für die Heilung bei orthopädischen Leiden. Gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Sell, renommierter Kniespezialist und Chefarzt des Rheuma- und Orthopädie-Zentrums Sana-Klinik Bad Wildbad, Prof. Dr. Achim Bub, Ernährungswissenschaftler am KIT und Prof. Dr. Thorsten Stein, Leiter des BioMotion Centers des KIT entwickelte die Touristik Bad Wildbad das einmalige Programm Knie-Active für Gäste, die auch weiterhin fit bleiben wollen. Die einzelnen Termine finden sowohl in Karlsruhe, als auch in dem spezialisierten Gesundheitsort im Nordschwarzwald statt.

„Geballte Fachkompetenz an einem Platz, individuelle Analysen im sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen BioMotion Center in der größten Forschungseinrichtung Europas und alltagstaugliche Möglichkeiten zur Verbesserung der eigenen Gesundheit – unser Programm Knie-Active spricht genau diejenigen an, die gegen den Knieschmerz vorgehen wollen, um weiterhin aktiv zu bleiben. Und zwar ohne Operation, sondern durch gezieltes Training und Umstellung der eigenen Sport- und Ernährungsgewohnheiten“, freut sich Bernhard Mosbacher aus Bad Wildbad über die gelungene Kooperation zwischen der Forschung und dem Tourismus. Auf der neuen Expertenseite „Arthrose – Erkennen & Behandeln“ informieren die Fachärzte des Gesundheitsprogramms über die verbreitete Volkskrankheit mit ihren Anzeichen und Heilungsmöglichkeiten.

Das Regenerationsprogramm Knie-Active in Bad Wildbad ist erstmalig buchbar vom 16. bis 19. Oktober 2014 für maximal acht Teilnehmer. Weitere zwei Termine im Frühling sowie im Herbst 2015 sind ebenfalls in Planung. Es beinhaltet drei Übernachtungen im 4-Sterne Hotel, die physiotherapeutische Analyse des Bewegungsapparats mit komplexer Funktionsdiagnostik, die Kniearthrose-Schule, individuelle wissenschaftliche Ganganalysen im BioMotion Center des KIT, eine Ernährungsberatung bei Arthrose sowie die praktische Umsetzung des Koordinationstrainings und des individuellen Trainingsplans. Eine private medizinische Beratung bei Prof. Dr. Sell ist auf Wunsch zubuchbar.