Dänemark: Kopenhagen – Die handliche Hauptstadt

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Tivoli, Foto: Cees van Roeden

Kopenhagen ist handlich. Die dänische Hauptstadt macht es Besuchern leicht, sie zu erobern. Die Innenstadt ist so klein, dass man fast alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß entdecken kann. Schnell fühlen sich Besucher heimisch. Die Stadt am Øresund macht einen weltoffenen Eindruck, die Bewohner sind alles andere als nordisch-verschlossen. An Sonnentagen fühlen sich Besucher, die über den Strøget bummeln, der Lebensader der Stadt und mit 1,8 Kilometern längsten Einkaufsstraße Europas, bei all den Straßencafés und Straßenmusikern in eine südliche Stadt versetzt. Dass es auch in Kopenhagen in den letzten Jahren die sozialen Verwerfungen gegeben hat wie in anderen Metropolen auch – so hat sich das einst so tolerante Dänemark das strengste Ausländerrecht der EU zugelegt – fällt im Alltag nicht auf.

Das perfekte Touristenziel

Zugegeben: Unter den In-Zielen auf dem Kontinent läuft Barcelona dem kleinen Kopenhagen spielend den Rang ab. Aber ganz gerecht ist das nicht. Wenn diese Stadt nicht existierte, hätten Touristiker sie als Städtedestination erfinden müssen. Denn Kopenhagen ist alles: eine Shoppingstadt par excellence, eine Metropole voller Sehenswürdigkeiten, Kirchen und Museen, eine gastronomische Hochburg und eine perfekte Destination für Familien. Selbst wer Royales schätzt, kommt hier auf seine Kosten. Doch der Reihe nach:

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Shopping in Kopenhagen ist ein so großes Vergnügen, weil das Angebot im Vergleich zu anderen Städtezielen durch typisch Dänisches und zugleich Originelles ergänzt wird: durch Design. Was dänisches Design auszeichnet, genial im Großen, überraschend praktisch im Kleinen, verrät am schnellsten Illums Bolighus – nicht zu verwechseln mit dem berühmten Kaufhaus Illum ganz in der Nähe – am Amagertorv, einem der ungezählten quirligen Plätze der Stadt.

Drei Tage reichen nicht aus, um nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens abzuhaken. Ein Muss ist der Vergnügungspark Tivoli mitten in der Stadt, der 30.000 Besucher und mehr am Tag anzieht. Einer von ihnen, Michael Jackson, war seinerzeit so fasziniert von den 25 historischen Karussells, den vielen Lichtern und 400.00 Blumen, der überbordenden Gastronomie mit 30 Restaurants und 10.000 Sitzplätzen, dass er den 1874 gegründeten Park kurzerhand kaufen, in Kisten packen und in die USA verschiffen wollte.

Mehr als nur die Kleine Meerjungfrau

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Foto: Rasmus Flindt Pedersen

Die meistfotografierte Maid der Stadt ist die Kleine Meerjungfrau, die – überraschend klein – auf einem Findling an der Uferpromenade Langelinie sitzt. Künstlerisch wertvollere Plastiken birgt die Ny Carlsberg Glyptotek, das größte Museum der Stadt mit einer der berühmtesten Gemäldesammlung auf dem ganzen Globus. Wer’s eine Nummer kleiner mag, sollte die intimste Gemäldesammlung der Stadt besuchen, Den Hirschsprungske Samling mit meisterhaften Werken der immer noch zu wenig bekannten genialen Skagenmaler.

Ob historisch oder hochmodern: Wer beeindruckende Architektur schätzt, wird beim Spaziergang in Kopenhagen so manchen Abstecher machen – zum Schwarzen Diamanten beispielsweise, dem hypermodernen Erweiterungsbau der Königlichen Bibliothek, oder hinaus zu Kopenhagens neuestem Stadtteil Ørestad. Dort liegt VM Bjerget, der „WW Berg“, eine villenartige Wohnsiedlung, die pyramidenartig elf Stockwerke aufsteigt. An historischen Gebäuden ist Kopenhagen unendlich reich, denn die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg nicht bombardiert. Die Börse, das Kastell, die Christians Kirke, die Liste der sehenswerten Gebäude ließe sich noch ellenlang fortsetzen.

Von Nyhavn nach Christiania

Idyllisch ist die Szenerie am Nyhavn, dem Stichkanal, den Christian V. im 17. Jahrhundert vom Hafen bis zum Kongens Nytorv anlegen ließ. Einst sündige Meile, ist die historische Häuserzeile mit ihren touristisch herausgeputzten einstigen Mastrosenkneipe beliebter und den historischen Schiffen, die hier vor Anker liegen, Treffpunkt der Kopenhagen-Touristen. Für junge Stadturlauber besitzt die legendäre „Freistadt“ Christiania eine große Anziehungskraft, in der die Bewohner seit vier Jahrzehnten – mehr oder weniger erfolgreich – mit alternativen Lebensformen experimentieren. Auch hier gibt es durchaus idyllische Ecken. Aber Achtung: Wer hier ungeniert fotografiert, kann sich schnell großen Ärger einhandeln.

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Ob eine Billig-Pizza in Christiania oder im multikulturellen Stadtviertel Nørrebro oder ein – sündhaft teures – Dinner im Restaurant Kadeu mit einem Michelin-Stern: In Kopenhagen ist der Tisch reich gedeckt. Hier gibt es übrigens mehr Sternerestaurants als in jeder anderen skandinavischen Stadt. Typisch dänisch ist das Smørrebrød, was eigentlich „Butterbrot“ bedeutet, aber viel mehr ist. Alles, was aus dem Meer kommt, wird zum Smørrebrød verarbeitet, von Krabben bis zum Kaviar, außerdem Schinken, Käse, Eier… Urlaubern reichen zwei, drei dieser köstlichen, aber keineswegs billigen Kreationen, um von der frohkost-Zeit (Lunch) bis zum middag (Dinner) durchzuhalten. Ältestes und berühmtestes Smørrebrød-Restaurant ist Ida Davidsen in der Store Kongensgade 70. Die Speisekarte, mehr ein Zettel, mit 150 Angeboten ist 1,40 Meter lang.

Ein Bett für jeden Geldbeutel

Das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten ist so vielfältig wie die ganze Stadt. Es reicht von Quartieren für junge Leute wie die Cab Inns über solide, meist gemütliche und geschmackvoll ausgestattete Mittelklassehäuser – originell ist das Copenhagen Admiral (Tolbodgade 24-28) in einem 200 Jahre alten, umgebauten Speicher – bis hin zu Luxushäusern. Allen voran das Flaggschiff D’Angleterre am Kongens Nytorv. Wer von den Großen dieser Welt etwas auf sich hält, steigt hier ab. Alfred Hitchcock drehte hier Szenen zu seinem Thriller „Der zerrissene Vorhang“. Noch in keinen Film sondern gerade mal ins Internet hat es das Hotel Babette Guldsmeden geschafft, das vierte Kopenhagener Haus der Guldsmeden-Hotelgruppe, die sich auf nachhaltig und unter strengsten ökologischen Gesichtspunkten geführte Boutique- Hotels spezialisiert hat. Kein Wunder: Es ist gerade erst eröffnet worden. Alle Zimmer im Babette Guldsmeden sind mit balinesischen Möbeln, Himmelbetten und Original-Kunstwerken ausgestattet.

Eine kinderfreundliche Stadt

Auch das macht Kopenhagen so liebenswert: Kinder jeden Alters sind immer und überall willkommen, selbst in den „vornehmsten“ Hotels. Das äußert sich nicht in überzogener Herzlichkeit, sondern darin, dass stets an den Nachwuchs gedacht wird. So besitzen die vielen übers Stadtgebiet verteilten Würstchenbuden selbstverständlich ein zusätzliches, tiefer hängendes Ablagebrett, das Kinder gut erreichen können. Spielecken bei Behörden, in Museen, in Banken und Geschäften sind eine Selbstverständlichkeit. So fällt es Kopenhagen-Touristen leichter als in anderen Städten, ihre Kinder mit auf den Citytrip mitzunehmen.

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Foto: Kim Hansen, Louisiana Museum of Modern Art

Zu sehen und zu unternehmen gibt es für die Kleinen und Kleinsten auch abgesehen vom Tivoli mehr als genug – eine Hafenrundfahrt beispielsweise, ein Besuch in Nordeuropas größtem Aquarium Den Blaa Planet oder ein Nachmittag im Experimentarium City mit Spaß und Spiel auf 3000 Quadratmetern. Und da gibt es ja noch das Königliche Kopenhagen. Schloss Rosenborg, ein Renaissanceschloss wie aus dem Märchenbuch, fasziniert Eltern wie Kinder gleichermaßen – der Rittersaal, das Schreibzimmer Christians IV., die Kronjuwelen in der Schatzkammer. Im – eigentlich aus vier Palais bestehenden – Schloss Amalienborg, der königlichen Residenz, dürfen die kostbar, aber überladen ausgestatteten Privatgemächer zweier Könige besichtigt werden. Wenn die Königin anwesend ist, findet um 12 Uhr mittags die Wachablösung im großen Stil statt. Die Garde zieht jeden Tag von ihrer Kaserne quer durch die Stadt bis zum Schloss.

Königin Margrethe II. ist äußerst beliebt. Seit 42 Jahren im Amt, ist sie volksnah und bescheiden geblieben und hat sich auch als Designerin, Grafikerin und Bühnenbildnerin einen Namen gemacht. Für die Kettenraucherin, die aber seit ein paar Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit raucht, ist es selbstverständlich, dass ihre Luxuskarosse an der Ampel bei Rot hält und auf Grün wartet – zum Gaudi der Touristen, die dann einmal eine leibhaftige Königin aus der Nähe sehen können. Ein wahres Volksfest ist der Geburtstag der Königin am 16. April, bei dem ihr Tausende, fähnchenbewaffnete Verehrer vor dem Schloss zujubeln. In Dänemark, so spötteln Zyniker, sind auch die Gegner der Monarchie Royalisten.

Horst Schwartz

Schweden: Kunst im Untergrund – die Stockholmer Tunnelbana

Wer in die U-Bahn steigt, möchte möglichst schnell sein Ziel erreichen. Das kann man auch mit der Stockholmer Tunnalbana. Doch man kann sich auch Zeit lassen und an jeder Station aussteigen und die U-Bahnfahrt so zu einem Kunsterlebnis machen – eine wunderbare Beschäftigung an verregneten Tagen. Denn die Bahnhöfe der Tunnelbana bilden die längste Galerie der Welt – behaupten zumindest die Stockholmer. Besonders reizvoll sind diese Streifzüge im 10-Minuten-Takt der blauen Metrozüge zu nächtlicher Stunde. Wenn die Züge fast menschenleer über die Bahnhöfe huschen und die letzten Nachtschwärmer zu Skulpturen auf den Sitzbänken werden, hat man die nötige Muße, um die moderne Kunst auf sich wirken zu lassen.

Ganz bewusst haben sich die Stockholmer im Untergrund gegen fahles Neonlicht, eintönig gekachelte Wände und überlebensgroße Reklametafeln entschieden. Für die Pendler, die tagtäglich mit der Tunnelbana zur Arbeit fahren, sind die Kunstwerke an den Tunnelwänden zwar nur Hintergrundkulisse, trotzdem ist jeder Stockholmer stolz auf seine Metro. Mittlerweile sind fast alle der 100 Stationen in irgendeiner Weise künstlerisch gestaltet. Mehr als 125 verschiedene Künstler haben in den letzten 40 Jahren an den Stationen der Untergrundbahn ihre Spuren hinterlassen.

Die in den Fels gehauenen Tunnel sind zur Spielwiese der künstlerischen Avantgarde geworden, die ihre moderne Höhlenmalerei als Kunst für die Masse versteht. Die Fahrt durch die Stockholmer Unterwelt offenbart immer wieder Überraschendes: Die freundlich lachende Sonne am Thorildsplan oder den imaginären Blick durch den Fels auf einen strahlend blauen Himmel. In der Station Rådmansgatan weisen Strindbergs stechende Augen den Touristen den Weg zu seinem Museum. Solna Centrum ist ein Alptraum in Grün und Blutrot: Die Wandgemälde „Schweden in den Siebzigern“ illustrieren die Zerstörung der Natur, die Vergiftung der Gewässer und den Tod des Waldes in düsteren Bildern.

Höhepunkt der unterirdischen Bilderreise ist die blaue Linie von Kungsträdgården nach Akalla und Hjulsta. Beinahe jede Station auf dieser Linie ist ein kolossales Kunstwerk, überraschend, faszinierend oder dramatisch, ein überzeugender Sieg über die Monotonie öffentlicher Verkehrsmittel. Die Station Stadion mit ihren bunten Wegweisern, den Blumen und dem leuchtenden Regenbogen, der über die rauen Felswände fließt, strahlt Fröhlichkeit und Optimismus aus. Tekniska Högskolan dagegen ist geometrisch gestaltet, die strengen Formen der Kunstwerke in dieser Station symbolisieren die vier Elemente. Die Faszination für die Tunnelkunst erfasst nicht nur Besucher, auch die hartnäckigsten Graffiti-Sprayer sind beeindruckt, und verschonen Wanddekorationen, Skulpturen, Reliefs und Mosaike.

Christian Nowak

Slideshow: Motive aus der Stockholmer U-Bahn

 

 

Norwegen: Oslo – eine Stadt im Wandel

Schöner kann eine Stadt kaum liegen! Denn das Zentrum Oslos schmiegt sich um den hufeisenförmigen Fjord mit seinen grünen Inseln, die Außenbezirke ziehen sich die Berghänge hinauf und verlaufen sich schließlich im Grün der Wälder. Wie ein Amphitheater zwischen Meer und Wald wirkt die norwegische Hauptstadt, hier lässt es sich gut leben. Kein Wunder, dass die Bevölkerung in den letzten zehn Jahren um rund 150 000 gewachsen ist und Prognosen gehen davon aus, dass dieser Trend auch in den nächsten Jahren anhalten wird.

Ähnlich verhält es sich mit den Touristenzahlen, obwohl Oslo zu den teuersten Städten der Welt zählt, zieht die norwegische Hauptstadt ständig mehr Besucher an. Doch schon lange verlässt sich Oslo nicht mehr nur auf seine einmalige Lage. Die reichlich sprudelnden Öleinnahmen sorgen für gut gefüllte Kassen, Staatsverschuldung ist für die Norweger ein Fremdwort. So bleibt genügend Spielraum für kulturelle Großprojekte und eine Rundumerneuerung der Stadt.

Seit einigen Jahren investiert die Stadt viel Geld in das Projekt Fjordbyen – die Stadt am Fjord. Es ist das größte städtebauliche Konzept, seit König Christian IV. Anfang des 17. Jahrhunderts das alte Kristiania nach einem verheerenden Brand hinter der Festung Akershus neu errichten ließ. Seit dieser Zeit war Oslo zwar die unumstrittene Hauptstadt des Landes, doch das Fjordufer wurde immer mehr zu einer tristen Gegend mit Hafenanlagen, Industriegebieten, Eisenbahngleisen und einem Gewirr von Autobahnen. Dies soll sich in den nächsten Jahren grundlegend ändern. Die Seeseite der Stadt soll zur Schokoladenseite werden und vor allem wieder für die Allgemeinheit zugänglich sein. Diese Revitalisierung der Wasserlagen am Fjord und an den Flüssen, insbesondere entlang der Flüsse Akerselva und Alnaelva, wird das Stadtbild in struktureller, funktioneller sowie ästhetischer Hinsicht komplett verändern.

Das neue Wahrzeichen der Stadt

Seit den 1950er Jahren ist das Rathaus aus rotbraunen Ziegelsteinen das Wahrzeichen der Stadt. Was musste der klobige Bau nicht alles an Kritik einstecken und auch heute noch haben die Osloer ein eher zwiespältiges Verhältnis zu ihrem Wahrzeichen. Mit der Fertigstellung der Oper im Jahr 2008 besitzt Oslo nun ein neues Wahrzeichen an ebenso prominenter Stelle, das im Gegensatz zum Rathaus aber von Anfang an mit Lob überschüttet wurde.

Der von dem international anerkannten Architekturbüro Snøhetta geplante mormorweiße Bau am Fjord hat mittlerweile fast ein Dutzend Preise eingeheimst. Mit der Oper ist den Osloern der große Wurf gelungen, die Vorstellungen sind fast immer ausverkauft, das Haus gilt als architektonisches Meisterwerk und neues Wahrzeichen der Stadt und lädt Besucher zudem noch als begehbares Kunstwerk zum Verweilen und Schauen ein. Im Rahmen des Projektes Fjordbyen spielt die neue Oper als Prestigobjekt zwar eine wichtige Rolle, macht aber nur einen kleinen Teil aus. So soll sich die Umgebung der Oper – der Stadtteil Bjørvika – nach und nach in ein attraktives und lebendiges Viertel mit Wohnungen, Büros, Geschäften und Restaurants verwandeln. Dazu gehört auch die Fertigstellung eines weiteren Tunnels, durch den mehr als 100 000 Autos pro Tag aus der Hafengegend verbannt werden.

Vorbild Aker Brygge

Angefangen hat die Umgestaltung der Stadt mit Aker Brygge. Vor gut 20 Jahren befand sich jenseits des Hafenbeckens Pipervika noch eine der größten Werften des Landes. Als sie schließen musste, entstand aus der ehrwürdigen Schiffswerft ein komplett neuer Stadtteil, der durch seine faszinierende Mischung aus alten Backsteinbauten und moderner Glas- und Stahlarchitektur beeindruckt. Die Osloer, vor allem die Jüngeren, haben diese Vergnügungsmeile begeistert angenommen. Sobald die Sonne sich blicken lässt, schlendern sie über die Uferpromenade, genießen die wärmenden Sonnenstrahlen auf den Bänken, schnuppern die Seeluft vom nahen Fjord, lauschen dem Live-Jazz von den Pontons und genießen ein Bier im Freien. Mittlerweile wird auch in Aker Brygge wieder gebaut, um das Angebot an Wohnungen und Büros, teils auf künstlichen Inseln, zu erweitern.

Man darf gespannt auf die nächsten Jahre sein: 2013 soll das neue Munch/Stenersenmuseum zum 150. Geburtstag des bekanntesten norwegischen Malers in der Nähe der Oper fertig werden. Das 57 Meter hohes Glasgebäude „Lambda“ wurde von dem spanischen Büro Herreros geplant. Dort, wo heute noch die ziemlich hässliche Uferstraße verläuft, wird dann die Dronning Eufemias Gate entlang führen, ein mehr als 40 Meter breiter, begrünter Boulevard mit nur wenig Autoverkehr. 2016 wird auch die neue Deichmannsche Bibliothek zwischen dem Boulevard und der Oper fertiggestellt sein. Ein Besuch in Oslo lohnt sich also in jedem Fall.

Christian Nowak

 

 

 

Christian Nowak: DuMont Bildatlas Hurtigruten

Hurtigruten ChristianDuMont Bildatlas Hurtigrugen – die Bilder des Fotografen Gerald Hänel und die Texte von Christian Nowak zeigen faszinierende Panoramen und stimmen auf die Reise entlang der norweigschen Küste ein. Sechs Kapitel geben einen Überblick über die traditionelle norwegische Postschifflinie. Zu jedem Kapitel gehören Hintergrundreportagen und Specials, die aktuelle und interessante Themen aufgreifen. Eines der DuMont Themen stellt Ihnen zahlreiche, den Jahreszeiten entsprechende Ausflugsprogramme vor: Seekajaktouren, Walsafaris, Konzerte, Wikingerfeste oder abenteuerliche Schlittenhundefahrten. Lesen Sie den Hurtigruten-Steckbrief“ und seien Sie gespannt auf das, was der Kapitän der Lofoten“ zu berichten hat. Den Abschluss eines jeden Kapitels bilden Infoseiten mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, die auf der nebenstehenden detaillierten Reisekarte leicht zu lokalisieren sind. Besondere Empfehlungen des Autors finden sich in den DuMont Aktivtipps: Bestaunen Sie die in Felsen geritzten Motive am Altafjord, besuchen Sie den Svartisen-Gletscher und den Kjosfos-Wasserfall und lassen Sie sich auf keinen Fall das Nordkap entgehen. Nach so einer lange Anreise ist ein Besuch dort Pflicht! Abgerundet wird der Bildatlas durch das Servicekapitel, das praktische und allgemeine Informationen für die Vorbereitung der Reise beinhaltet sowie Daten und Fakten zur Destination liefert.

Der DuMont Bildatlas bietet ein umfassendes Service-Paket: lebendige Bilder, Top-Sehenswürdigkeiten, zuverlässige Karten, praktische Hinweise, Hintergrundinformationen, Tipps für Aktivitäten und besondere Erlebnisse sowie alle wichtigen Fakten zur Organisation der Reise. Kompakt zusammengefasst und übersichtlich ist der DuMont Bildatlas ideal zum Vorbereiten einer Reise und zur Orientierung vor Ort.

Dänemark: Leuchtturm in den Dünen

Rubjerg Knude, Visit Denmark

„Warum baut man einen Leuchtturm mitten in die Sanddünen? Die Antwort auf diese Frage bekommen Urlauber in Nordjütland aus dem Munde eines „echten Vendelbos“. So nennen sich die Einheimischen im hohen Norden Dänemarks. Naturführer wie Jakob Kofoed machen mit Interessierten unter anderem Touren entlang der Küste und auf die Wanderdüne Rubjerg Knude. Sie ist noch etwa 100 Meter hoch und wandert mit hoher Geschwindigkeit weiter. Vor wenigen Jahren verschüttete sie auch den Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr unter sich. Heute ist er wieder freigelegt und bietet Material für viele Geschichten.

Schweden: Das älteste Passagierschiff der Welt fährt auf dem Götakanal

MS Juno Copyright: Strömma AB Seit 140 Jahren – seit 1874 – ist die M/S Juno auf dem schwedischen Götakanal unterwegs. Damit ist sie das älteste Passagierschiff der Welt mit Kabinen an Bord, das noch im Dienst ist. Neben der Juno sind noch zwei weitere unter Denkmalschutz stehende Schiffsveteranen im Einsatz für Kreuzfahrten auf dem Göta Kanal. Die M/S Wilhelm Tham zählt ebenfalls mehr als hundert Jahre. Sie wurde 1912 in Dienst gestellt. Und die jünste der drei Schwestern ist mit 83 Jahren die M/S Diana von 1931. Auch sie ist eine Spezialanfertigung für den Götakanal.
Nicht nur die Schiffe sind kulturhistorische Kleinode. Auch das Fahrwasser, der Göta Kanal selbst ist ein Kulturdenkmal ganz besonderer Dimension. Das 190 Kilometer lange Bauwerk mit seinen historischen Schleusen, mit all den gusseisernen Klapp-, Roll- und Ziehbrücken sowie etlichen Gebäuden entlang des Kanals ist Schwedens größte kulturhistorische Sehenswürdigkeit. Das Leben an Bord und auch die Landgänge sind voller historischer Bezüge und nostalgischer Momente. Darüberhinaus erleben die Gäste die verschiedensten Landschaften: die Schärenküste im Osten, weite Seen im Inland, tiefe Wälder im Nationalpark Tiveden und die fruchtbaren Weiten Götalands. Und zwischendrin immer wieder sommerlich lebhafte Hafenstädtchen.

Rasso Knoller: Finnland – Ein Länderportrait. Lesung auf der Buchmesse

Der typische Finne sitzt am See, gerade aus der Sauna gekommen, greift er als Erstes zum Handy. Vermutlich ruft er aber nur seinen Anrufbeantworter an. Denn er spricht nicht gern. Das kennt man ja schon aus den Filmen von Aki Kaurismäki. Und in denen trinken die Männer auch gern. Am liebsten Bier oder Wodka. Und viel. Dagegen macht der Nachwuchs in den PISA-Statistiken seit geraumer Zeit Furore. Lesen, Schreiben, Rechnen: Überall ist das finnische Kind ganz vorn mit dabei. Und Skispringen kann es auch, denn das lernt es ebenfalls in der Schule. Alles Klischees? Der Journalist Rasso Knoller hat die besten Voraussetzungen, diese Frage zu beantworten. Er hat mehrere Jahre in Finnland gelebt und gearbeitet. Aber viel wichtiger: Er hat unzählige Saunagänge zusammen mit Finnen hinter sich. Bei knapp hundert Grad wird auch der schweigsamste Finne gesprächig. Und erzählt dann, wie es wirklich zugeht in seinem Land.

Weitere Infos: Rasso Knoller, Finnland. Ein Länderportrait, Ch.Links Verlag, 16,90 Euro


Island: Spektakuläre Eruptionen am Lavafeld Holuhraun

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Vulkan-Tourismus auf Island

Aktuell zieht ein heißes Thema viele Reisende auf die Insel im Nordatlantik. Die Ausbrüche der Vulkane Bardarbunga und Dyngjujökull rücken Island ins Rampenlicht und locken Schaulustige. Zwar ist der Risikobereich rund um das aktive Vulkangebiet gesperrt, dennoch ist das Interesse hoch.

Großen Andrang verzeichnen Anbieter wie Mýflug Air, Heli Iceland oder Reykjavík Helikopters, die Rundflüge um die Eruption anbieten. Weniger abenteuerlustige Island-Urlauber können Europas größten Gletscher, den Vatnajökull, auf dessen Gebiet sich auch die aktiven Vulkane befinden, von der sicheren anderen Seite bestaunen. Dort im Süden des Landes lockt ein Naturerlebnis an der Küste: Die Gletscherlagune Jökulsarlón ist mit dem Auto erreichbar und macht es möglich, Eisberge und Robben aus nächster Nähe zu erleben. Hinzu kommt der Kick des Vulkanausbruchs in nur 70 Kilometer Luftlinie Entfernung. Die knackenden und krachenden Geräusche des sich bewegenden Mega-Gletschers machen das Naturschauspiel perfekt.

„Viele Reisende fürchten sich davor, dass der Vulkanausbruch Flugpläne durcheinanderwirbeln oder ihre Reise in Island beeinträchtigen könnten“, sagt Svana Fridriksdóttir, Sprecherin von WOW air in Reykjavík. „Allerdings ist seit dem Beginn der gesteigerten seismischen Aktivität im August 2014 noch keine einzige Flugverbindung beeinträchtigt gewesen. Reisen sind völlig unbedenklich. Ein sehr guter Zeitpunkt also für einen Island-Trip: Die Preise für Unterkünfte sind im Herbst und Winter günstiger als im Sommer, die touristischen Highlights weniger besucht, die Spannung um den Vulkan ist ungebrochen.“

Aber nicht nur Islands Vulkane bieten Höhepunkte, in Winter lockt Island Urlauber mit Polarlichtern, einem Bad in heißen Quellen, Höhlen- und Gletschertouren, Schneemobilfahrten und einzigartiger Natur. Die Hauptstadt Reykjavík ist berühmt für ihre lebendige Kultur- und Kunstszene, hervorragende Restaurants und ihr pulsierendes Nachtleben.

Weitere Informationen zum Vulkanausbruch auf dem WOW air Blog:

http://wow-air.de/magazine/blog/Spektakularer-Lavafluss,-ohne-Flugausfalle

Schweden: Die Top 10 Sehenswürdigkeiten von Stockholm

1 Stadshuset

Hier werden die Nobelpreise verliehen. Die mit Mosaiken reich geschmückten Innenräume sind sehenswert. Noch schöner ist aber der Blick vom 106 Meter hohen Turm.

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An dem charakteristischen Turm mit seiner Gusseisenspitze erkennt man sie schon von Weitem. Drinnen haben 17 schwedische Monarchen ihre letzte Ruhestätte gefunden.

3 Königliches Schloss

Für den Besuch des Schlosses mit seinen vielen unterschiedlichen Museen, sollte man mehrere Stunden einplanen. Ein beliebtes Fotomotiv ist jeden Mittag die Wachablösung durch die Soldaten des königlichen Regiments.

4 Stortorget

Einer der schönsten Plätze Europas: alte Häuser, kleine Cafés und viel gute Stimmung. An der Nordseite des Platzes liegt in dem ehemaligen Gebäude der Börse das Nobelmuseum.

5 Nationalmuseum

Die größte Kunstsammlung Schwedens umfasst neben den bedeutendsten Werken aller wichtigen schwedischen Künstler auch eine bemerkenswerte Sammlung französischer Maler.

6 Insel Skeppsholmen

Die kleine Insel erreicht man über eine Brücke. Auf ihr liegen gleich drei Museen: das Ostasiatische, das Architektur- und das Moderne Museum. Am beeindruckendsten ist das Moderne Museum in dem u.a. wichtige Gemälde von Picasso, Dalí und Matisse ausgestellt sind.

7 Freilichtmuseum Skansen

Bereits 1891 eröffnet, wurden hier Gebäude aus allen Teilen des Landes zusammengetragen. Im Tierpark sind die großen Säugetiere des Nordens zu sehen. Ein ideales Ausflugsziel für Familien.

8 Vasa-Museum

So als sei es erst gestern gesunken, kann man hier das größte Kriegsschiff aus der Flotte Gustav Adolfs bestaunen, das 1628 bei seiner Jungfernfahrt im Hafen unterging.

9 Schloss Drottningholm

Wegen seines barocken Gartens zählt das etwas außerhalb gelegene Schloss zum UNESCO-Weltkulturerbe. Absolut sehenswert ist auch das kleine Schlosstheater, bei dem wie in alten Zeiten die Bühnenmaschinerie noch manuell bedient wird.

10 Millesgården

Das Heim und Atelier des Bildhauers Carl Milles (1875–1955) ist heute ein Museum. Im großen Garten seines Hauses, der hoch über einem Meeresarm liegt, stehen viele seiner Statuen.

Rasso Knoller: Nordeuropa – Porträt einer Region

785 Nordeuropa USDänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und das weit draußen im Atlantik gelegene Island werden auch unter dem Begriff »Nordeuropa« zusammengefasst: Fünf Länder, die auf eine lange gemeinsame aber nicht immer harmonische politische Vergangenheit zurückblicken können. Ein gut ausgebautes Sozialsystem, lange Zeit vordere Plätze im PISA-Vergleich der Schulen und erfolgreiche Frauen in Politik und Wirtschaft – auf der Habenseite haben die Nordlichter vieles gemeinsam. Aber genauso groß wie die Gemeinsamkeiten sind auch die Unterschiede. Neidisch blicken die klammen Isländer auf den norwegischen Ölreichtum, kopfschüttelnd kommentieren die Schweden die dänische Alkoholpolitik, irritiert reagieren die Finnen auf die dänische Wortgewalt. Und die Rivalität zwischen Norwegen und Finnland auf der einen und Schweden auf der anderen Seite ist ohnehin legendär. Erstmals stellt Rasso Knoller  die nordischen Fünf gemeinsam vor.

Grönland: Rock ’n’ Roll in der Diskobucht

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Neun Monate ist kein Durchkommen rund um Grönland. Aber dann kann man an Bord eines Expeditionsschiffes das Wunder des arktischen Sommers hautnah erleben.

Zart taucht die Mitternachtssonne die stille, arktische Landschaft aus Fels, Eis und Meer in magisches Licht – goldfarben wie schmelzendes Edelmetall. Morgens, Schlag acht Uhr kracht, bebt und vibriert es. Voller Schwung schlägt der Bug der ‚MS Disko II hart auf die Wellen, unsanft werden die Passagiere geweckt. „Zur Abwechselung tanzen wir jetzt Rock ’n’ Roll, doch bei der Einfahrt in die Diskobucht ist das Wasser wieder sanft und süß“, tönt heiter und beschwingt die Stimme des Kapitäns über das Mikrofon.

1.Kamiken.jpgDabei haben sich die Gäste in den vergangenen Tagen wahrlich nicht gelangweilt. Sie haben den längsten Fjord der Welt, den Kangerlussuaqfjord, durchfahren, in Sisimiut erstmals arktisches Festland betreten. In Ukkusissat, 500 Kilometer nördlich des Polarkreises, tanzten sie mit Grönlands Ureinwohnern, den Inuits. An der Gletscherfront des Eqip Sermia schauten sie begeistert den Eiskolossen zu, wie sie mit donnerndem Getöse ins Meer kalbten. Doch der sechste Tag an Bord soll den Höhepunkt bringen.

Einfahrt in den Eisfjord

Sehnsuchtsziel ist der sagenhafte Kangia Ilulissat Eisfjord an der Westküste. Aber noch tänzelt die Disko II, Eisklasse 1A, vorbei an Schären nach Süden. Aus den Orten hört man ab und an das Heulen der Hunde. Plötzlich verändert sich etwas. Je mehr das Schiff in die spiegelglatte Diskobucht vordringt, umso größer und häufiger werden die Eisberge. Im Licht der Morgensonne strahlen sie blau, türkis und weiß wie Diamanten. Bizarre Skulpturen, manche höher als 100 Meter. Wie Fregatten unter vollen Segeln treiben sie dicht an der Reling vorbei hinaus in den arktischen Eisgarten. Kameras werden vors Auge gehalten, klamme Finger fummeln am Auslöser. Es zoomt und blitzt, schließlich will man die Zauberwelt im Bild festhalten.

4.Hundeschlitten.jpgUnd es kommt noch besser, als diese vier Worte ertönen: „Whales on the left!“ Kapitän Jesper stoppt die Maschinen, hundert Meter weiter bricht die Wasseroberfläche ungestüm auf. „Er bläst, er bläst“, ruft er den ersten Wal persönlich aus. Der Wassernebel des meterhohen Atemstrahls glitzert in der Sonne wie Blattgold. Ein zweiter und dritter Blas folgen, dann tauchen gewaltige, grauschwarze Rücken auf. Finnwale! Abwechselnd wedeln sie mit ihren imposanten Flossen, um dann blitzschnell und elegant in der Tiefe zu verschwinden. „Was für ein Anblick“, murmelt eine Dame aus Bremen und wippt verzückt auf ihren Zehen.

Walfleisch und Stockfisch

Blau ist der Himmel, grün, rot oder gelb leuchten in Ilulissat die Giebelhäuser aus dänischer Kolonialzeit. Im Sommer, wenn die Tage kein Ende nehmen, nimmt hier das Leben der 5000 Einwohner seinen gewohnten Lauf: Grönlandfrauen präparieren auf Gestellen Walfleisch und Stockfisch für den Winter. Kajaks werden ausgebessert und neu mit Robbenhaut bespannt, Schlittenhunde sonnen sich auf porösem Basaltgestein. Wie bei uns die Autos, parken hier neben den Häusern Holz- und Motorschlitten. Davor sitzen die Männer und rauchen Pfeife.

7.Trachtenpaar.jpgHeute, am Nationalfeiertag, grüßen Jung und Alt freundlich die Besucher. Die Grönländerinnen tragen ihre zauberhafte, spitzen- und perlenverzierte Tracht und Kamiken, beinlange, mit Eisbärenfell gefütterte Stiefel. Ganze Familien sind in traditionelle Seehund-Kleidung gehüllt. „An die 1000 Euro kostet eine Frauentracht, alles Handarbeit“, verrät Bürgermeister Antan während er mit Fahnenträgern zur Zionskirche zieht. Einsam thront sie auf einem Felsplateau direkt am Meer. Der Innenraum ist in den Farben Weiß, Türkis und Gelb gehalten – Symbole für Schnee, Eisberge und Sonne. Leise, wie die Landschaft, dringen Kirchenlieder nach draußen bis zu den Kajakfahrern, die im Eiswasser Eskimorollen vorführen. Jugendliche springen übermütig in die alten Frauenboote, die Umiaqs, in denen früher Nomadenmütter mit ihren Kindern von Siedlung zu Siedlung fuhren.

Einladung zum Kaffeemik

„Die Sommerzeit müsse man ausnutzen. Die Menschen sind fröhlich und ausgelassen und das Land bekommt Farbe – weiße, gelbe, pinkfarbene Blüten bedecken den Boden wie kostbare Teppiche“, freut sich das Inuitpaar Ajako und Nivi. Vergnügt schauen sie den Tanzpaaren vor dem Knud Rasmussen-Museum zu.

6.Eisbären-Design.jpg„Ein ehrenvolles Andenken an unseren großen Polar- und Grönlandforscher (1879-1933). Er liebte uns und das Land und machte unsere Insel draußen bekannt“, sagt Ajako und lädt spontan zum „Kaffeemik“ ein. Dabei erzählt er aus seinem bewegten Jägerleben: 74 Eisbären habe er erlegt, Wale und Ringelrobben – sie waren ideale Jagdbeute für alle Bedürfnisse des Lebens. „Heute haben sie keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Die jungen Leute lernen lieber in der Schule und wollen Jobs im Tourismus oder in der IT-Branche.“

Die Wiege der Eisberge

Endlich! Der Flug im Helikopter über den Kangia-Eisfjord. Es ist der Höhepunkt, lässt alles ringsum vergessen. Einer der Mythen Grönlands liegt in seiner ganzen Erhabenheit und kalten Schönheit unter uns – 11 Kilometer breit und über 40 lang. Seit 2004 ist die Wiege der Eisberge UNESCO-Weltnaturerbe. Die Jahrtausende alten Schneemassen werden von der 50 Kilometer entfernten Abbruchkante des Sermeq Kujalleq-Gletschers mit Urgewalt ständig hierher geschoben, um dann ihren Weg hinaus aufs Meer anzutreten. Die Größten davon, nahezu 1000 Meter dick, schaffen es bis zur amerikanischen Küste. Einer dieser „Nomaden“ erwischte die „Titanic“ vor gut 100 Jahren.

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„Der Gletscher bricht pro Tag soviel Eis ab, wie New York in einem Jahr verbraucht“, erklärt der Pilot und dreht gekonnt eine Extraschleife für die Fotografen: Auf riesigen Eisschollen tummeln sich Robben in aquamarinblauen Seen, die sich durch die wärmenden Sonnenstrahlen gebildet haben.

Der Blick auf die zerklüfteten Eisfelder des Fjords ist überwältigend und ähnelt an diesem Tag dem Paradies, das sich mancher Naturliebhaber von seiner Reise in arktische Gewässer erträumt hat. Hier begreift man auch das berühmte Zitat von Rasmussen: „Gebt mir Winter, gebt mir Hunde, dann könnt ihr den Rest behalten“.

Katharina Büttel

Schweden: Golf unter der Mitternachtssonne

In Schweden nördlichster Region kann man nur für eine kurze Zeit unter der Mitternachtssonne Golf spielen.

Golf in Bjoerkliden,  foto Peter Corden kl

Die Golfsaison in Björkliden in Schwedisch Lappland ist kurz. Sie beginnt  Anfang Juli, wenn der letzte Schnee geschmolzen ist und endet bereits im September. Dafür kann man in den wenigen Sommermonaten 24 Stunden am Tag Golf spielen, denn hier geht die Sonne nicht unter. Unter der Mitternachtssonne wirkt der Golfplatz in Björkliden geisterhaft und magisch. Die wilde Natur, das weite Wasser, der Wind und das Licht – eine einmalige Atmosphäre, um sein Handicap zu verbessern. Der Golfplatz in Björkliden, der 250 km vom Polarkreis entfernt liegt, wurde als einziger Platz in Schweden vom dem Magazin „Golf World“ unter die 100 schönsten Golfplätze der Welt gewählt.